Spider ist Solo!

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Die Wahrheit über die Schweiz (und die EU)

Die Schweizerinnen und Schweizer wollen keine Zuwanderung aus der EU. Und alle finden das schlimm. Dabei gibt es in Deutschland viele, die das selbe wollen, keine Zuwanderung, aus EU-Staaten. Oder sogar von noch weiter her. Es kommt hier bloß niemand auf die Idee, das Volk darüber abstimmen zu lassen.

Was an dieser Haltung „Bloß nix rein lassen“ am meisten verblüfft, ist, dass genau die selben Menschen dann aber Familien stärken und Nachwuchs fördern wollen. Meist sind es Konservative oder Rechte und die wollen einerseits große Familien mit vielen Kindern, andererseits dichte Grenzen.

Nun haben diese aber eines nicht bedacht: Fortpflanzung ist auch eine Art der Zuwanderung! Wie zum Teufel kann man einem Politiker, einer Partei oder einer Ideologie darin vertrauen, dass die sich schon gut um „unsere“ Kinder kümmern wird, wenn die andererseits kein Hehl daraus machen, dass ihnen jeder (neue) Bewohner des Landes eigentlich einer zu viel ist?

Die DDR war da logischer. Die förderte das Kinderkriegen und versuchte mit allen Mitteln die Abwanderung aufzuhalten. Nicht, dass das gut war, aber es war wenigstens konsistent. Sie wollten eine große Bevölkerung und taten alles dafür.

Ich bin damals ja auch quasi durch Niederkunft einer Verwandten ersten Grades in die DDR eingewandert. Durch einen Fluchttunnel im Becker meiner Mutter, unter Beteiligung einer Fluchthelferin aus dem Mutterschoß ins Vaterland gelangt. Hätte sich damals jemand dagegen aufgelehnt, ich muss sagen, ich wäre ihm heute rückblickend dankbar. Eine Geburt in – sagen wir mal – in der Schweiz wäre viel passender gewesen. Schon allein wegen der Schokolade.

Ich weiß wovon ich rede, ich war ja schon mal in der Schweiz. Wer weiß, ob meine Kinder das jemals von sich werden sagen können, oder ob die Schweiz bald so abgeriegelt sein wird, wie Albanien unter Enver Hodxa. Oder Kambodscha unter Pol Pot. Die Koreanische Demokratische Volksrepublik unter Kim Il Sung.

Ich war schon mal da. In der Schweiz. Und ich kann euch erzählen! Also diese Schokolade. Die Schweizer essen Schokolade schon zum Frühstück. Und zum zweiten Frühstück. Und zum dritten Frühstück. Zum Mittagessen. Und zum zweiten Mittagessen. Zum Kaffee am Nachmittag. Und zu den vier Abendbroten. Die Schweizerinnen stillen mit brauner Muttermilch. Mit Mutterkakao. Kein Wunder, dass die Schweizer keine Mahlzeit verpassen wollen. Das hat schon vor Jahrhunderten zu einer Blüte der Uhrmacherkunst geführt, die bis heute nicht welkt. Uhren, dafür ist die Schweiz berühmt, Uhren Schokolade und Käse. Käse ist im Prinzip gelbe Schokolade.

Die Schweiz ist übrigens sehr teuer. Wenn ich sage, ich habe dort mein ganzes Geld für Schokolade ausgegeben, dann heißt das nicht viel. Die Schweizer selber haben wahnsinnig viel Geld. Weil nämlich Ausländerinnen, zum Beispiel aus Deutschland, ihr Geld in der Schweiz verstecken. Zum Beispiel Alice Schwarzer. Bei der klingt der Steuerbetrug ja schon irgendwie durch den Nachnamen durch. Die findigen Schweizer jedenfalls finden natürlich das versteckte Geld. Sie nehmen und behalten es. Und darum sind sie so reich. Natürlich möchten die eigentlichen Besitzer das Geld irgendwann mal zurückholen. Dann taucht unerwartet eine CD auf, mit Bankdaten, die eigentlichen Besitzer des Schweizer Geldes werden verhaftet und in Deutschland wegen Steuerhinterziehung eingekerkert. Die Schweizer lachen sich ins Fäustchen.

Und wenn das nicht hilft, machen sie eben die Grenzen dicht.

Sagen wir es doch, wie es ist: Die Schweiz behandelt EU-Bürger so, wie die EU Afrikaner!

Natürlich versuchen trotzdem viele Europäer alles, um in die Schweiz zu gelangen. Fast täglich kentern Boote, die eigentlich gar nicht für eine so eine weite und gefährliche Fahrt gemacht sind, völlig mit verzweifelten EU-Bürgern überladen auf dem Bodensee. Die Unglücklichen, von denen die wenigsten das Schweizer Ufer trocken erreichen und von denen dann die meisten wieder zurück geschickt werden, haben vorher ihr gesamtes Vermögen an Schlepperbanden bezahlt. Sie haben wochen-, teilweise monatelang in riesigen illegalen Camps im Schwarzwald auf einen Platz in einem Boot oder wenigstens einen Stehplatz auf einer Luftmatratze gewartet. Viele haben sogar nur Schwimmflügel.

Die wenigen, die es schaffen, die durchkommen, die müssen ohne gültige Papiere zu Niedriglöhnen auf den Almen schuften. Ständig bedroht von Verhaftung und Abschiebung. Und doch: Regelmäßig schaffen diese Menschen es trotz allem, mit der Post Schokolade in ihre Heimatdörfer zu schicken. Das gibt dort immer ein großes Hallo, wenn ein Paket ankommt. Das wiederum kennen einige sicher noch aus der DDR.

Ich sag mal: Dafür bin ich ’89 nicht auf die Straße gegangen!

(Andreas Krenzke)

Zweckentfremdung

Weil immer mehr Wohnungen, besonders in Pankow, als Ferienunterkünfte teilweise schwarz an Touristen vermietet werden, diskutiert die Berliner Provinzpolitik zur Zeit ein so genanntes Zweckentfremdungsverbot, dass diese Vermietungen unterbinden soll. Ich finde das gut, ich bin dafür denn ich bin auch dagegen, ich bin schließlich betroffen, kann ich ihnen gerne mal erzählen.

Ich bin ja auch Pankower. Wohne an der Nordküste von Prenzlauer Berg. Unweit brandet der Autoverkehr an die Gestade der Wisbyer. Bei uns im Haus werden auch Wohnungen zweckentfremdet. Wahrscheinlich sogar ganz legal. Jedenfalls bestimmt nicht schwarz und an der Steuer vorbei. Ein ganz großes Ding, der Hauseigentümer persönlich steckt angeblich dahinter. Also die Wohnungsbaugesellschaft. Ganz legal. Noch. Aber nicht mehr lange. Hoffentlich.

Bei uns im Haus betrifft das gleich mehrere Wohnungen. Sogar meine auch. Eigentlich alle. Die Wohnungen werden einfach vermietet. Ohne uns zu fragen. Dabei wohnen wir darin. Es ist, wenn man mal darüber nachsinnt, ein Skandal. Die Wohnungsbaugesellschaft vermietet unsere Wohnungen. An uns. Der Zweck einer Wohnung ist doch deren Bewohnung. Nicht deren Vermietung. Vermietung, nicht nur an Touristen, Vermietung ist an sich Zweckentfremdung.

Ich habe ja nichts gegen Betriebskosten oder dagegen, den Hausmeister zu bezahlen. Aber nur das Wohnen selbst? Ich verschleiße die Wohnung doch nicht. Eigentlich bewahre ich sie vor Verwahrlosung. Sie ist noch da, wenn ich ausziehe. Und selbst wenn ich die Wohnung irgendwie verbrauchen würde, wäre das keine Rechtfertigung für Miete. Bomberpiloten bezahlen doch auch nicht für die Häuser, die sie verschleißen. Gleiches Recht für alle!

Und ich weiß natürlich, dass Häuser ab und zu renoviert werden müssen. Aber wenn ich meine vier Wände malere, bekomme ich auch nichts, von der Wohnungsverwaltung, warum sollte es umgekehrt so sein? Der Graffiteur bekommt auch kein Geld fürs taggen. Und wieso steigt mit jeder Sanierung die Miete? Sie sinkt doch auch nicht, wenn das Gebäude abgewohnt wird.

Außerdem: Mein Haus, in dem ich wohne, wurde vor 90 Jahren gebaut. Inzwischen sollte es abbezahlt sein, oder die Miete nach mehreren Währungsreformen im zweistelligen Bereich liegen, im zweistelligen Centbereich.

Wir reden immerhin von Wohnungen, die unsere Urgroßeltern gebaut und trocken gewohnt hatten. Die unsere Großeltern nach dem Krieg wieder aufbauten. Ohne dass sie deswegen einen Besitz daran oder ein Vermögen damit erwarben, welches sie uns vererben konnten.

Wenn Miete etwas objektives wäre, dann müsste sie doch auch überall mehr oder weniger gleich hoch sein. Ähnlich wie der Benzinpreis. Mir kann niemand erzählen, dass die gleiche Wohnung in Köpenick weniger wert ist als in Prenzlauer Berg. Oder in Brandenburg billiger als in Berlin. Oder das sie in Hamburg oder München mehr wert und damit teurer sein kann als in Berlin, schließlich befindet sie sich doch in Hamburg oder München.

Jeder Mensch muss wohnen. Es ist moralisch falsch, mit dem Besitz von Wohnraum Geld zu verdienen. Man kann, wenn man Geld braucht schließlich auch arbeiten gehen. Oder ALG II beantragen. Machen viele andere, die keine Häuser besitzen auch so.

Überhaupt, wenn die ehemaligen Hausbesitzerinnen und –besitzer plötzlich auf dem Amt auftauchen, mal sehen, wie schnell sich dort ein freundlicher Umgang mit Hilfebedürftigen einstellen würde.

Oder man dreht das alles um. Man schafft die soziale Grundsicherung, wie sie bisher war, ab, indem man jeder arbeitslosen Person mehrere Wohnungen übergibt, von deren Vermietung sie dann leben kann. Bei 40 Millionen Wohnungen in Deutschland und 3 Millionen Arbeitslosen, wären das 13 Wohnungen pro Arbeitslosen. Das Durchschnittseinkommen liegt bei ungefähr 2500 Euro (vielleicht könnten Arbeitslose mit weniger klarkommen). Um so viel einzunehmen, müsste der einzelne Arbeitslose eine einzelne Wohnung für knapp 200 Euro vermieten. Damit könnte ich leben. Es ist ein okayer Betrag. Ich wüsste, wer mein sauer verdientes Geld kriegt – und woher mein Geld kommen könnte, wenn ich mal nichts mehr sauer verdienen sollte.

Eigentlich müssten die Menschen, allen voran Hamburger und Münchener, sofort beginnen, meine Idee Realität werden zu lassen, durch Demokratie. Meinetwegen auch durch Revolution. Oder, was ich immer propagiere: Evolution. Aber das ist ja jetzt nicht mehr nötig. Denn Berlin plant ein Zweckentfremdungsverbot.

Endlich eine Sorge weniger!

(Andreas Krenzke)

Neues von Niki

Neues von Niki

Danke! Allen Helferinnen, Helfern, Unterstützern und Spendern! Danke!

WICHTIG: Bitte, liebe Spender, legt eine Spende-Pause ein! Zum ersten haben wir vorläufig genug Geld zur Verfügung, zum anderen löst sich der Verein „Artist Met Autist“ e.V. auf. Aber keine Sorge, das Spielraumprogramm läuft weiter. Für künftige Spenden wird demnächst ein anderes Konto zur Verfügung stehen. Wir geben Bescheid!

Komplementärfarben. Heute: Rot und Grün.

„Aus heutiger Sicht gibt es mindestens zwei Punkte, die eine Zusammenarbeit mit der Linkspartei auf Bundesebene unmöglich machen. Der eine ist die national-chauvinistische Haltung, die gerade bei der Europapolitik immer wieder durchkommt. Und der andere ist die Unberechenbarkeit, wenn es um außenpolitische Fragen geht.“ sagt die Bundestags-Spitzenkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen Göring-Eckardt in einem Interview auf berliner-zeitung.de. Eine von der Partei, die Deutschland in den ersten Krieg seit 1945 verwickelte, ich meine den Nato-Angriff auf Jugoslawien 1999. Wenn ich Wähler der Linkspartei wäre, würde ich genau anders herum darauf bestehen, dass diese nicht mit Bündnis 90/Die Grünen zusammenarbeitet. Aber so kann es mir eigentlich auch…

(Andreas Krenzke)