Was mir zu Gauck einfällt

Weil ich mich noch nicht fett genug fand, kehrte ich mitten in der Nacht in einen Burgerimbiss ein. Während ich aufs Essen und das Bier wartete, blätterte ich in der ausliegenden Illustrierten Stern. Das war damals, als es um einen Nachfolger für Köhler ging, der der Bevölkerung erzählt hatte, was die Bundeswehr am Hindukusch und so verloren hat, was schließlich zur Suche nach seinem Nachfolger führte. Der wurde Wulff. Im Stern, damals im Imbiss, las ich ein Interview mit dem damals ebenfalls vorgeschlagenen Gauck. Was für eine miese Type!
Ich erinnere mich eigentlich nur noch daran, dass der meinte, dem Volk sei bloß nicht gut genug erklärt worden, was die Bundeswehr am Hindukusch und so verloren hat. Hätte man es den Leuten besser erklärt, wäre die Ablehnung in der Bevölkerung nicht so hoch. Alle Kraft in die Propaganda. Dabei ist es doch so: Wenn man der real existierenden BRD etwas danken kann, dann, dass sie die Propagandamaschine eben nicht so total anwirft (jedenfalls nicht jedes mal), wie es sich miese Typen wie Gauck wünschen.
Es erinnerte mich an den Sommer ´89. Damals schickte die FDJ Jugendfreunde in die Brigaden, um mit den Werktätigen zu diskutieren. Alle Kraft in die Propaganda. Wo so viele rübermachten, über Ungarn und Prag und so, da war es eben wichtig, dem Volk zu erklären warum seine Ablehnung der Politik der Avantgarde der Arbeiterklasse im real existierenden Sozialismus falsch war. Man hatte die ganze Politik „unseren Menschen“ eben bloß nicht gut genug erklärt.
Dieses Vertrauen in die Elite, deren einziges Versagen eben darin besteht, sich den Leuten nicht gut genug erklärt zu haben – dieses Arschmadentum – Wiedergänger der jüngeren und jüngsten Geschichte – also… also… äh-öh-hm… dafür bin ich ´89 nicht auf die Straße gegangen!
Ich glaube ich geh jetzt mal auf die Straße und zu jenem eingangs erwähntem Burgerimbiss. Ich bin noch lange nicht fett genug.

(Andreas Krenzke)

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