Die Kommentarfunktion…

…für Volkers Beiträge ist ausgeschaltet. Um meine zu kommentieren musste man die letzten Tage angemeldet und registriert sein - keine Ahnung wieso. Aber das ist jetzt auch hoffentlich wieder in Ordnung geracht.

(Andreas Krenzke)

Volkers Exil-Blog…

...findet ihr hier:
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(Volker Strübing)

Impressionen vom 2. Mai

„Ihr kommt nicht drauf, wo ich heute war“, sagt ein junger Mann zu seinen Freunden am Nebentisch, „ich bin in eine Demonstration reingeraten, gegen den Zwang zur Lohnarbeit…“ Nun kriege ich lange Ohren, denn diese Demo hatte ich mit angemeldet. „das war eigentlich total durchdacht und richtig, was die da gefordert und wie die argumentiert haben. So hatte ich das bloß noch nie gesehen.“ So findet, Danke lieber unbekannter am Nebentisch des 5 Ziegen der 2. Mai einen wunderschönen Abschluss.

Angefangen hatte er mit viel Frust, jedenfalls für mich. Erst misslang es uns in letzter Minute, die Discorikscha in Betrieb zu nehmen, mit der wir die Machtvolle Kundgebung zum internationalen Kampf und Feiertag der Arbeitslosen musikalisch beschallen wollten, dann kamen deutlich weniger Leute zum Treffpunkt am Senefelder Platz, als letztes Jahr, und dann ließen wir uns auch noch von der Polente überreden, die Demoroute zu halbieren, also bloß bis zu den Schön-Schöner-Schönhauser-Allee-Arcaden und nicht auch noch zurück.

Aber dann wurde es immer besser. Andreas Gläser spielte Saxofon, Tarzan sang, lange nicht gesehene alte Bekannte kreuzten mit lippenstiftgemalten Forderungen auf und Tubes Söhnchen forderte auf eigenem Transparent „Ich will eine Lego-Tauchstation!“ Ich hörte mehrfach das Lob, wir würden nicht mehr wie eine Spaß-Demo oder Kunstaktion wirken, die wir nie sein wollten, sondern wie eine seriöse politische Bewegung, die wir schließlich auch sind. Sogar ein paar stumpfe Bierfreunde am Straßenrand gewannen angesichts unserer überraschend die Fähigkeit zur Selbstironie. Es kann es doch bloß Selbstironie sein, wenn jemand Werktags um 14 Uhr mit der Bierflasche in der Hand auf dem Bürgersteig herumsteht und brüllt: „Geht lieber arbeiten, ihr Fotzen!“ Oder?

Am Schluss schätzte die Polizei die Teilnehmerzahl auf 70 Leute. Man kennt das, diese weit auseinanderklaffenden Schätzungen der Staatsmacht und ihrer Herausforderer. Ich sage: wir waren 75. Basta!

Jedenfalls gibt es vieles, was wir nächstes Jahr besser machen werden. Es gibt auch was, was ihr besser machen könnt: mitmachen nämlich! Dank allen die da waren! Heraus zum 2. Mai 2009!

Die Bilder sind von Sabine Mörsel und Eva Trainer. (Weitere Bilder gibt´s hier.)

(Andreas Krenzke)

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(Volker Strübing)

Heraus zum 2. Mai!

Beim ersten mal waren wir fünfzig, damals vor vier Jahren. Natürlich durften wir auf der Schönhauser Allee demonstrieren, ein hohes Gut der Demokratie immerhin, aber nur auf dem Bürgersteig. Die nagelneuen Motorräder der Polizei rollten traurig nach Hause, vier Beamte begleiteten den Demonstrationszug, der an jeder roten Ampel hielt und skandierte: „Wir haben Zeit!“ Ein Jahr später, am 2. Mai 2006, waren wir so viele, dass die Fahrbahn für uns gesperrt wurde, und letztes Jahr waren wir hundertfünfzig. Mal sehen, wie er dieses Jahr wird, der internationale Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen. Als solchen melden wir sie jedes Jahr an, die Kundgebung am 2. Mai. Wir, das ist die Liga für Kampf und Freizeit. Menschen aus dem Umfeld der Surfpoeten und der Reformbühne Heim und Welt, um nur einige zu nennen. Wenn der 1. Mai der Kampf- und Feiertag der Werktätigen ist, dann ist der 2. der, der Arbeitslosen. Man muss nur einen Schritt weiter denken. Der 2. Mai gehört dem Kampf gegen den Zwang zur Lohnarbeit. Arbeit ist nützlich und unumgänglich - aber nicht für alle vorhanden. Man kann das schlimm finden, oder es begrüßen, aber man sollte nicht die Augen davor verschließen, das Arbeitslose ein Problem haben und dass sie als Problem angesehen werden. Und bisher hat noch jede Maßnahme, die die Arbeitslosigkeit bekämpfen sollte, lediglich die Arbeitslosen schikaniert. Wir sind gegen die Spaltung der Arbeitslosen in Arbeitswillige und Arbeitsscheue. Schließlich haben beide die selben Probleme: wenig Geld auf dem Konto, viel Gängelei auf den Ämtern, mieses Image in der Öffentlichkeit. Sollte man nicht einfach akzeptieren, dass es Arbeitslose gibt, und diese großzügig mit Geld ausstatten, egal, ob sie eigentlich arbeiten wollen, oder nicht? Ist es nicht sogar gut, wenn die Automatisierung immer mehr menschliche Arbeit überflüssig macht? Haben sich unsere Mütter geärgert, damals als die Waschmaschinen aufkamen, und mehr Hausarbeit für sich gefordert? Wir leben in einem der reichsten Länder der Welt, die Geschäfte sind voll, Wohnungen stehen leer. Es gibt keinen Mangel, wohl aber Armut. Alles, was sich eine Arbeitslose kaufen möchte, gibt es in Hülle und Fülle, allein ihr fehlt es an Geld. Gegen dieses Paradox engagiert sich, bis auf uns am 2. Mai, niemand. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: wenn die Senkung der Arbeitslosigkeit gewollt wird, warum nicht? Mag man es versuchen, möge es gelingen oder nicht. Aber die real existierenden Arbeitslosen, die schließlich am wenigsten für ihre Situation können, dürfen nicht unter Armut und Schikane leiden, wenn gleichzeitig Wirtschaft und Politik dabei versagen, ihnen Arbeit anzubieten. Wir sind auch gegen die Spaltung der Menschen in Berufstätige und Arbeitslose. Sind nicht die Arbeiter von heute die Arbeitslosen von morgen - und umgekehrt? Ist es nicht das dümmste, was sie tun können, sie gegenseitig das Einkommen zu missgönnen? Ist es nicht überhaupt abstoßend, irgend jemandem sein Ein- und Auskommen zu missgönnen? Leben ist kein Lohn! Das alles sind Themen, um die es auch am 1. Mai gehen könnte. Aber es geht jeden 1. Mai bloß um die DGB-Demo und um Krawalle in Kreuzberg, in der Berichterstattung jedenfalls. Darum sind wir auf den 2. Mai gekommen, einen Tag, den wir mit niemandem teilen müssen. Eines Tages, wenn es viel mehr Arbeitslose geben wird als Arbeiter, wird der 2. Mai den 1. Mai aus dem Bewusstsein der internationalen Öffentlichkeit verdrängt haben. Apropos internationale Öffentlichkeit: obwohl es seit 4 Jahren immer wieder angekündigt wird, hat es noch keine Demonstration anlässlich des Tages der Arbeitslosen außerhalb Berlins gegeben. Aber vielleicht klappt es ja dieses mal. Ich bin sowieso gespannt, wie es wird. Beim ersten mal hatten wir nur ein paar winzige Pappschilder. Ein Wahnsinniger hatte ein riesiges Transparent angeschleppt, „Gitarren statt Knarren“, stand darauf. Beim zweiten mal gab es schon ein großes Spruchband, das die Demo an der Spitze vor sich her trug – samt Rechtschreibfehler. Letztes Jahr tauchten Sympathisanten auf, die über ihren Köpfen große Comic-Sprechblasen aus Quietschpappe trugen: „Gegen den Zwang zur Lohnarbeit“, „Mein Freund ist Roboter“, „Kein Schweiß für Geld!“ Mal sehen, wie es dieses Jahr wird. Kommt alle! Gegen den Zwang zur Lohnarbeit! Wir treffen uns morgen, wie jedes Jahr, um 13 Uhr am Senefelder Platz.
(Andreas Krenzke)

P.S. Hier ein altes Propagandavideo aus dem Sympathisantenkreis:

Volkers China-Blog

Ich habe mir ein Not-Blog eingerichtet, das ich von hier aus befuellen kann.
http://www.chinaschnipsel.blogger.de/
Gruesse aus Peking!
(Volker Strübing)

Video-Flyer: Heraus zum 2. Mai!

Kommt alle! Sagt allen Bescheid! 13 Uhr, Senefelder Platz, Berlin! Ein Video-Flyer von Konrad Endler zum 2. Mai:

Wir sehen uns!

(Andreas Krenzke)

Grüße aus China (3) - Posing in Peking

Eigentlich müsste der Eintrag “Posing in Nanjing und Shanghai” heißen, nach Peking fahren wir nämlich erst heute. Das Balkonbild ist in Shanghai aufgenommen (29. Stock), das Fensterbild in Nanjing (39. Stock) und nein, ich war nicht betrunken, auch wenn es so aussieht und ich ein Bier in der Hand habe. Das ist alles nur wegen der langen Belichtungszeit!
(Volker Strübing)

Heraus zum 2. Mai!

Der 2. Mai steht vor der Tür. Der internationale Kampf- und Feiertag der Arbeitslosen. Zum vierten mal haben wir eine Demonstration in Berlin angemeldet. 13 Uhr gehts am Senefelder Platz los.

Gegen den Zwang zur Lohnarbeit!

Gegen die Spaltung der Gesellschaft in Arbeitende und Arbeitslose! Gegen nutzlose Tätigkeiten! Gegen sinnlose Produkte! Gegen die Diskriminierung arbeitsloser!

Leben ist kein Lohn!

Kommt alle! Sagt allen bescheid! Ladet euch die Flugblätter herunter: flyer2mai! Schneidet sie aus und verteilt sie! Oder organisiert selbst Demonstrationen und Feierlichkeiten, dort, wo ihr gerade seid!

(Andreas Krenzke)

Grüße aus China (2) - Kulinarisches

Ein Vorurteil gegenüber China hat sich schon bestätigt: Das Essen hier schmeckt wirklich ganz anders als “beim Chinesen” in Deutschland. Am ersten Tag zum Beispiel habe ich in einem Lokal ein Club Sandwich gegessen und es hatte geschmacklich nichts, aber auch gar nichts mit der Ente kross oder den Frühlingsrollen auf der Schönhauser Allee gemein.

Inzwischen war ich natürlich auch schon hier in China beim Chinesen und auch dort hat es nicht nach “29″ oder “43b” geschmeckt.

Gestern hatten wir in der Universität von Nanjing unsere erste Lesung. Wir hatten gehofft, dass die Studenten uns halbwegs folgen können und sich nicht allzu sehr langweilen; dass wir den Abend durchstehen, ohne uns zu blamieren und unsere Gastgeber zu enttäuschen. Das hat geklappt. Tatsächlich war es sogar ein richtig guter Abend und alle hatten Freude. Einige der Studenten konnten sehr gut deutsch und die Übersetzungen unserer Texte scheinen wirklich phantastisch zu sein. Wie bei jeder Lesung gab es in der ersten Reihe zwei ältere Herrschaften, die die ganze Zeit über keine Miene verzogen haben, aber das sind wir gewohnt, das macht uns schon lange nichts mehr aus. Die grimmigen älteren Herrschaften für die gestrige Lesung waren sogar eigens aus Deutschland importiert.
Etwas später wurde das etwas abstrakte Thema Globalisierung anschaulich demonstriert: Ein Deutscher (ich) saß in einem mexikanischen Restaurant in China Spaghetti Bolognese.

In besagtem Restaurant gab es ein Foto mit Originalautogramm von Laura Richmond. Vielleicht erinnerst sich noch der eine oder andere … das war, nein: das ist Miss September 1988. So stand es zumindest unter dem Bild. Ich persönlich kenne ja systembedingt erst die Missen ab November 1989 … Jedenfalls dachte ich da: Miss sein muss doch Mist sein. Laura Richmond wird älter und älter und runzelig oder (schlimmer noch) langsam aber sicher zu so einer gruseligen Kosmetik-Mumie und trotzdem wird sie immer Miss September 1988 bleiben und mit diesem Autogrammfoto durch die Welt reisen. Nee, nee, das wär mir nichts. Gut, dass ich Facharbeiter für Datenverarbeitung gelernt habe und nicht so was.
(Hier bitte das Foto reinsetzen)

(Volker Strübing)