Liebe Piraten: Fickt euch. Aber nicht mich.

Achtung: Noch hast Du die Möglichkeit, diesen Beitrag nicht zu lesen. Wenn Du es doch tust, möchte ich hinterher keine Beschwerden darüber hören, dass der Inhalt dem fetzigen Titel nicht gerecht werde, sondern insgesamt zu versöhnlich sei. Die Überschrift wurde ausschließlich in der Hoffnung gewählt, möglichst viele Leute neugierig zu machen – ganz im Sinne einiger Piraten, die die Hauptaufgabe und -qualifikation eines Künstlers darin zu sehen zu scheinen, auf sich selbst aufmerksam zu machen.

Ich habe mir einige Aussagen der „101 Piraten für ein neues Urheberrecht“ vorgenommen und kommentiert. Vorher aber noch kurz etwas zu mir und der Situation, aus der heraus ich die Diskussion betrachte: Ich bin Urheber (obwohl mir das ein bisschen zu sehr nach Möbelträger klingt), Autor, um genau zu sein. Seit 11 Jahren bin ich freischaffend. Viele Jahre habe ich meinen Lebensunterhalt mit 150 bis 180 Auftritten pro Jahr bestritten, in den letzten Jahren wirkte ich an drei Produktionen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit und lebte zu einem wichtigen Teil davon. Letztes Jahr war ich für ein halbes Jahr als Aufstocker beim Jobcenter, das nur zur Info, weil Leute dazu tendieren zu glauben, man habe ausgesorgt, wenn man mal was fürs Fernsehen gemacht hat. Momentan stehe ich wieder vor allem auf Bühnen. Nächstes Jahr gibt’s ein neues Buch,

Meine Versuche, im Internet mit den von mir frei zur Verfügung gestellten Inhalten Geld zu verdienen, waren bisher nicht besonders erfolgreich (trotzdem Dank an alle, die mir über Flattr etwas haben zukommen lassen). Das liegt vielleicht nur daran, dass ich mich dabei nicht besonders geschickt angestellt habe – mit Kloß und Spinne hätte sich vielleicht etwas machen lassen – aber ehrlich: Ich stecke meine Kraft und Zeit und mein Talent nunmal lieber in die kreative Arbeit, als in die Selbstvermarktung.

Beim Lesen der Statements der 101 Piraten hatte ich generell den Eindruck, man würde unter Urhebern vor allem Musiker und Softwareentwickler verstehen und – wie es scheint der einzige wirkliche parteiinterner Konsenz –  als sei die GEMA der Leibhaftige. Ich kann und will mich dazu nicht äußern, aber da die Diskussion alle Arten von Urheberschaft betrifft, kann noch ein bisschen Autorensenf nichts schaden.

So, aber jetzt mal Butter bei die Fische. Und wenn das jemand gut findet, oder Kloß und Spinne mag: Noch könnt ihr mich davon überzeugen, dass Flattr funktioniert ;)

Ein zwei Meter hohes Regal voller Original-CDs in meinem Wohnzimmer zeigt z. B., wie gerne ich für kreative Werke bezahle, wenn sie mir gefallen. Schön wäre es, wenn bei den Künstlern deutlich mehr von diesem Geld ankommen würde.
Heiko Endrigkeit

Das ist schön und lobeenswert. Als ich vor einigen Jahren sehr viel Musik in Tauschbörsen runterlud, kaufte ich mehr CDs als in irgendeiner Zeit sonst in meinem Leben – CDs von Bands, die ich dort entdeckt hatte. Wenn ich nur nicht glauben würde, dass Herr Endrigkeit und ich da insgesamt doch eher Ausnahmen sind…

Eine kleine Geschichte: Als wir Mitte der 90er mit Lesungen in Berlin anfingen, nahmen wir keinen Eintritt, sondern gingen mit einem Hut rum. Auf jeden, der einen 5-Mark-Schein reinwarf, kamen zwei, die froh waren, ihre einzelnen Pfennige endlich loszuwerden. Hatten diese Leute kein Geld? Oder waren wir ihnen nicht mehr wert? Keins von beiden: Als wir dann ein Eintrittsgeld in Höhe von 3 Mark einführten, kamen genausoviele Leute und zwar genaudieselben Leute und wir hatten plötzlich die doppelten Einnahmen. Diese Erfahrung lässt mich daran zweifeln, dass Menschen wirklich das geben, was ihnen eine Leistung wert ist, wenn sie sie auch kostenlos oder für einen eher symbolischen Betrag haben können.

Ich als Pirat möchte, dass Kreative von ihrer Arbeit leben können. Darum zahle ich gerne für Werke, die mir gefallen. Künstler, die ihre Fans verklagen, weil sie ihre Werke im Netz tauschen, werden von mir aber niemals einen müden Cent sehen.
Christian Hufgard (Autor, Fotograf, Software-Entwickler, Camcorder-Benutzer, Grafiker, Verleger, …)

Stell dir vor, du gehst ins Restaurant und zahlst anschließend einen von dir selbst gewählten Betrag, aber nur, wenn du beschließt, dass das Essen dir auch wirklich etwas wert war und wenn der Wirt noch keinen Zechpreller angezeigt hat. Jawohl, das kann man vergleichen. Und wenn ich Lust habe hole ich nachher auch noch einen Hitlervergleich vor!
Es geht nicht primär darum, ob etwas „verbraucht“ wird, es geht darum, ob man jemanden für die Arbeit, die er leistet, auch bezahlt. Materialkosten, zum Beispiel für die Zutaten des Gerichtes im Restaurant, kommen dann gegebenenfalls noch dazu. Und ja: Kunst ist auch Arbeit.
Vor ein paar Jahren saß ich bei einer Lesung an der Kasse und eine sehr gut (bzw. teuer) angezogene Frau in den Fünfzigern fragte schockiert: „Eintritt? Aber die Geschichten sind doch selbstgeschrieben, denke ich. Und ich konsumiere doch nichts! Ihr behaltet eure Texte doch!“

Ich höre gerne Musik, liebe gute Filme und will unbedingt, dass Künstler auch künftig von ihrer Arbeit leben können. Allerdings kann es nicht angehen, dass Kids kriminalisiert werden, die nichts anderes tun als wir damals, wenn wir Kassetten auf dem Schulhof getauscht und kopiert haben. 
Stefan ›Sekor‹ Körner (Landesvorsitzender der Piraten in Bayern und Kunstkonsument)

Das ist jetzt ein bisschen komisch: Einerseits wird ein großes Trara darum gemacht, dass wir in einer neuen Zeit leben und das Urheberrecht und überhaupt alles der digitalen und vernetzten Gesellschaft angepasst werden müssten, aber wenn es sich anbietet, dann argumentiert man plötzlich damit, dass das doch alles dasselbe ist wie das Kassettentauschen vor 30 Jahren. Ist es nicht, und das wisst ihr auch!

Gegen die Kriminalisierung von Kids bin ich auch. Sogar gegen die von Erwachsenen. Und an der Tastsache, dass man jeden Song, jede Software, jedes Bild, jeden Film kostenlos konsumieren kann, wird wohl kein Gesetz und keine Strafandrohung etwas ändern. Aber es ist ja wohl verständlich, wenn ich als Autor mir Sorgen darüber mache, wie es um mich und meine Kollegen stehen wird, wenn sich die E-Books durchgesetzt haben und die Kids auf dem Schulhof (sowie alle anderem Altersgruppen) auch Bücher kostenlos tauschen und kopieren – und zwar nicht wie früher die Kassetten, denn das entspräche der Methode, die Bücher in einem Copyshop auf Papier zu kopieren, sondern 1:1, ohne Abstriche an der Qualität. Und da ist ein Larifari-Künstler-sollen-auch-künftig-Blabla nicht unbedingt eine große Beruhigung.

Ich konsumiere gerne Filme und Musik. Aber es ist mir wichtig, dass die Künstler daran verdienen und nicht irgendeine Verwertungsgesellschaft. Leider fehlen oft Möglichkeiten, die Künstler direkt zu unterstützen.
Stefan Schimanowski (@supaheld, Konsument)

Jaja, die schrecklichen Verwertungsgesellschaften. Für Schriftstelller wären das dann wohl die Verlage. Und die VG WORT. Nach meiner Erfahrung und den Berichten von Kollegen kann ich sie selbst beim bösesten Willen nicht in einer Monstrenliga mit der selbstverständlich abgrundtief hassenswerten Musik- und Filmindustrie und der GEMA sehen. Wenn ich mal wieder ein Buch geschrieben habe, hoffe ich jedenfalls sehr darauf, dass sich jemand um Lektorat, Satz, Druck, ggf. Ebookformatierung, Werbung, Vertrieb und all diesen Kram kümmert, den ich nicht selbst machen kann oder nicht selbst machen will. Und dann sollen die Leute, die das für mich erledigen, dafür verdammt nochmal auch bezahlt werden.

Musik, Filme sowie Kunst sind von Menschen geschaffene Kulturgüter – sie verdienen es, dass die Kulturschaffenden, nicht aber irgendwelche monströsen Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaften, für ihre Arbeit gerecht entlohnt werden.
Lars Pallasch (Vorsitzender der Piratenpartei Baden-Württemberg, Blogger, Familienvater und Konsument)

In jedem zweiten Beitrag geht es um „irgendwelche monströsen Verwaltungs- und Verwertungsgesellschaften“. Das wird langweilig. Mich würde übrigens mal interessieren, wie die von manchen Piraten ins Spiel gebrachte (und mir nicht unsympathische) Kulturflatrate ohne irgendwelche monströsen Verwaltungsgesellschaften das Geld einsammeln und verteilen soll. Da kann ich mir doch jetzt schon vorstellen, wie die selben Leute, die sie jetzt fordern, sie nach ihrer Einführung boykottieren, weil das Geld in einer ominösen kafkaesken Behörde versickere und außerdem auch Florian Silbereisen davon bezahlt würde.

Musik ist Kulturgut. Ziel muss sein, dass dieses kostenlos und damit von jedermann konsumiert werden kann. Dies erfordert eine ausreichende Sicherung der Kunstschaffenden. Schon allein deshalb bin ich ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens.
Bernd Fachinger (aktiver Musiker und Kreisvorsitzender der Piraten Wiesbaden)

Das kommt so nett daher und ist sowas von zum Kotzen. Auch ich bin ein Verfechter des bedingungslosen Grundeinkommens. Und natürlich würde das auch vielen Künstlern zugute kommen, ihnen die Möglichkeit geben, zu experimentieren, ohne daran denken zu müssen, ob sie das Werk auch verkaufen können, es würde ihnen die Angst nehmen, zum Sozialfall zu werden, wenn mal etwas schief geht oder man gar ein halbes Jahr krank ist etc. etc. Ich bin sowas von für ein bedingsloses Grundeinkommen, aber sowas von!
Aber wenn aus dem BGE die Folgerung abgeleitet wid, dass Künstler gefälligst umsonst zu arbeiten und auf dem Level des Grundeinkommens vor sich hinzuvegetieren haben, dann kommt mir das Grausen. Das BGE soll eine Absicherung sein, eine menschenwürdige Alternative zum gegenwärtigen Sozialsystem, keine Niedriglohnflatrate und kein Ersatz für Entlohnung von Arbeit. (Darüber könnte man diskutieren, wenn man das gesamte Geld- und Verteilungssystem komplett umkrempeln sollte.)

Ganz davon abgesehen: Egal wie groß der Erfolg der Piraten bei zukünftigen Wahllen sein wird: Ich bezweifle, dass sie das BGE in absehbarer Zeit einführen können. Was sie sicher nicht davon abhalten wird, zu versuchen, den ersten Teil von Herrn Fachingers Forderung auch ohne den zweiten durchzusetzen.

Kultur und Kunst von und für Bürger von Künstlern für jeden, nicht von wenigen Prominenten, die Urheberrechte nur als Einkunft und Kassemachen sehen. Sonst ist Kultur nur noch SWR3 mit fünf weltweiten Musikproduzenten.
Torsten Dörffeldt, Taunusstein

Ja, da kann ich nichts gegen sagen. Außerdem gefällt mir der Rhythmus des ersten Satzes, dieses „von und für von für, nicht von“.

Ich bin für eine gerechte Entlohnung der Künstler, aber gegen die Geldverschwendung für übergroße Verwaltungsapparate und Agenturen, die an den Produkten der Künstler mehr verdienen als der Künstler selbst.
Jan Leutert (@pyth2_0)

Och Mensch, schon wieder dieses dunkle Geraune über das Mordor der Verwaltungsapparate und Verwertungsgesellschaften. Mal was anderes: Was versteht ihr unter einer „gerechten Entlohnung der Künstler“? Und wer entscheidet darüber, welcher Künstler darauf ein Anrecht hätte? Der Markt?

Im Grunde sind alle Werke von dem Moment an, in dem sie zum ersten Mal erzählt, aufgeschrieben oder aufgenommen werden, bereits kopiert. Jeder Urheber und jeder, der wertschöpfend an diesem Prozess beteiligt ist, hat ein ganz natürliches Anrecht darauf, sich dafür bezahlen zu lassen und von seiner Arbeit zu leben. Aber auch Konsumenten sollte nicht verweigert werden, Werke aufzugreifen und zu verarbeiten.
Henning Halfpap (Blogger, Fotograf, Tonbastler – alles als Hobby)

„Jeder Urheber und jeder, der wertschöpfend an diesem Prozess beteiligt ist, hat ein ganz natürliches Anrecht darauf, sich dafür bezahlen zu lassen und von seiner Arbeit zu leben.“ Ja, und wie? Ich weiß schon Kulturflatrate. Aber bitte ohne monströsen Verwaltungsapparat. Oder freiwillige Bezahlung. Oder halt Crowdfunding für das neue Romanprojekt (es sollte dann aber schon um Nazis auf dem Mond oder Ähnliches gehen). Oder einfach Werbung schalten, in E-Books sollte das kein Problem sein: „Noch 30 Sekunden Werbung bis zum Beginn des nächsten Kapitels … 29 … 28 …“

Geistiges Eigentum und die Rechte des Urhebers sollten weiterhin geschützt werden. Deshalb verstehe ich nicht, warum die Urheber diese Rechte so bereitwillig an die Verwerter abtreten. Einem Künstler selbst gebe ich gerne Geld für seine Leistungen.
Florian Schäfer (Software-Entwickler, Dichter und Konsument)

Als Schriftstelller gibt man sein Urheberrecht nicht ab, sondern nur die Rechte zum Verbreiten des eigenen Werkes. Oder besser ausgedrückt: Man beauftragt einen Verlag mit all dem Kram, den man selbst nicht machen kann oder will (s.o.). Dieses dauernde „Einem Künstler selbst gebe ich gerne Geld für seine Leistungen“ klingt für mich wie ein Feigenblatt. Und überhaupt: Einzelne Beteuerungen, man würde die Künstler schon bezahlen, wenn man nur die Möglichkeit hätte, sind nett gemeint, gehen mir aber ziemlich am Arsch vorbei. Einzelne Pferde haben auch schon vor Apotheken gekotzt. Die meisten Pferde machen sowas aber nicht.

Als Urheber und Verwerter fordere ich die Ablehnung des Begriffs »geistiges Eigentum« . Die Verwerterindustrie nutzt diesen polemisch aufgeladenen Begriff ähnlich wie die »Raubkopie«, um ihre ungerechtfertigte und restriktive Durchsetzung vollkommen unverhältnismäßiger Sanktionen gegen nichtkommerzielle Filesharer durchzusetzen (…)
Bruno Kramm (Pirat, Urheber und Labelbetreiber)

Jetzt mal ohne auf den Inhalt einzugehen: „Die Verwerterindustrie nutzt diesen polemisch aufgeladenen Begriff…“  ist wirklich sehr lustig , weil der Begriff „Verwerterindustrie“ natürlich genauso polemisch aufgeladen ist.

Worum es geht: Es gibt ganz genau zwei Personen, die an einem Werk interessiert sind: der Urheber und der Verbraucher. Alles, was sich zwischen diesen beiden befindet, muss weg. Das ist eine Demokratisierung der Kultur.
Herbert Danzinger (@magicherb, Piratenpartei Österreich)

Nein, das ist Blödsinn.

(…) Alle Beteiligten (Urheber, Verwerter und Konsumenten) müssen einen gemeinsamen Weg finden, die Teilhabe an Kultur und einen finanziellen Ausgleich für die Arbeit unter einen Hut zu bekommen.
Enno Lenze (Verleger)

Dem stimme ich in vollem Umfang zu. Eine Frage hätte ich: Wie ist es denn so in einer Partei zu sein mit Leuten, die fordern: „Alles, was sich zwischen [Urheber und Verbraucher] befindet, muss weg“ – also auch Sie als Verleger?

(…) Wir wollen nicht alles umsonst, aber auch nicht von gierigen fetten Säcken ausgenommen und angezeigt werden, die alles, was nicht bei drei auf den Bäumen ist, mit einem Preisschild versehen und zu Geld zu machen versuchen. Kulturausbeutung ist der Untergang der Gesellschaft, wie wir sie jetzt kennen. Wir leben von dem Wissen, der Bildung der Menschen.
Thorsten Wirth (@insideX)

„Kulturausbeutung“ ist nicht der Untergang der Gesellschaft, wie wir sie jetzt kennen, sondern ein Merkmal der Gesellschaft, wie wir sie jetzt kennen, das Merkmal einer Gesellschaft, die generell auf Ausbeutung beruht. Und daran wird sich auch nichts ändern, wenn man das Urheberrecht liberalisiert. Im Übrigen: gierige fette Säcke? Oh nee, bitte. Fehlt bloß noch der Zylinder auf dem Kopf und die Zigarre im Mund…

Das jetzige Recht zu zementieren und sich gegen neue Konzepte – wie die Piraten sie vorschlagen – zu wehren, heißt letztlich, den Künstlern und Verwertern keinen müden Pfennig zu gönnen. Filesharing ist keine Option, Filesharing ist Realität. Härtere Strafen und Abmahnwellen gegen Einzelne werden diese Kultur nicht auf einmal aufhalten können; das Einzige, was man tun kann, ist, mit den Entwicklungen Schritt zu halten und Wege zu finden, wie Künstler trotz Filesharing gebührend entlohnt werden können. (…)
Pierpaolo Frasa (Student aus Köln)

„Filesharing ist keine Option, Filesharing ist Realität“ – richtig! Ich möchte an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass ich mir bewusst bin, dass sich bestimmte Dinge radikal geändert haben und dass man Zahnpasta nicht in die Tube zurückdrücken kann. Wir brauchen neue Gesetze und diese dürfen nicht dahin gehen, einen Überwachungsstaat aufzubauen, der genau das versucht. Es ist gut, dass die Piraten dieses und einige andere Themen massiv in die Öffentlichkeit gebracht und eine Diskussion angestoßen haben.

Kultur und Wissenschaft können nur dort passieren, wo sie auf etwas aufbauen können. Der Zugang zu Wissen und Kultur muss daher zwingenderweise frei für alle sein, damit man keine Menschen davon ausschließt. Daher stelle ich meine Fotos unter eine Creative-Commons-Lizenz (…)
Benjamin Lebsanft (Physiker, Fotograf und Blogger aus Hamburg)

Ich gehe mal davon aus, dass Sie nicht von ihren Fotografien leben. Stellen Sie sich bitte nicht hin und präsentieren Sie sich Leuten, die das tun (wollen/müssen), als leuchtendes Beispiel. Um mal wieder einen Lebensmittelvergleich zu bringen (ich glaub, den Hitler kriege ich heute nicht mehr unter): Nur weil Sie vielleicht gerne und gut für Freunde kochen und dafür kein Geld fordern, können Sie dasselbe nochlange nicht vom Koch im Restaurant an der Ecke verlangen.

Ich gebe lieber 50 Cent direkt an einen Künstler, als 1 Euro an dessen Verwerter. Aus dieser Situation gehen zwei gestärkt heraus: Der Künstler und der Kunde. Nur die Verwerter haben nichts davon – ich wüsste aber nicht, warum mich das stören sollte.
Georg Warth (Konzepter)

Unter anderem sorgt der Verwerter (er ist übrigens gierig und sehr dick, wie man dem Beitrag von Thorsten Wirth weiter oben entnehmen kann und höchstwahrcheinlich läuft ihm auch den ganzen Tag Geifer aus dem Mund) dafür, dass der Künstler sein Geld bekommt. Eine Abschaffung/Ausschaltung von „Verwertern“ wie Verlagen, Vertrieben, Händlern, heißt nichts anderes, als dass der Künstler sein eigener Verleger und Verkäufer und Marketingmensch werden muss – UND DARAUF HAB ICH KEINEN BOCK!

Ein Urheber, der in seiner Kreativität den Lohnerwerb an erster Stelle sieht, verkennt den wahren Wert seiner Werke. Wer das Ergebnis seines künstlerischen Schaffens zu einem kommerziellen Wertobjekt degradiert, muss die digitale Realität anerkennen und alternative Vertriebswege finden oder daran scheitern.
Tiberius Beyers (IT-Consultant)

Das ist eine Aussage, deren Arroganz und Kälte und Dummheit mich vor Teilen der Piraten schaudern lässt. Ich degradiere das Ergebnis meines künstlerischen Schaffens, wenn ich Geld dafür will? Du degradierst das Ergebnis künstlerischen Schaffens, wenn Du es nicht für Wert hältst, dafür zu bezahlen! Was ist denn das für eine Scheiße: Kunst hat gefälligst nach Feierabend zu entstehen, und als Lohn gibts Künstlerstullen also Applaus. Aber davon Leben?! Nee nee, die sollen mal schön mit was Vernüftigem ihr Geld verdienen, zum Beispiel IT-Consultants werden!

Nutzer sind im Prinzip leicht zufriedenzustellen: Behandelt sie nicht wie Verbrecher, legt sie nicht in DRM-Ketten und bietet ihnen faire Preise sowie einfache Bezahlmodelle. Im Internet ist unendlich viel Platz für kreative Verwertungsmodelle, für Urheber und Rechteverwerter. Nur keine Angst vor der Zukunft.
Christina Grandrath (Pirat im Kreisverband Nürnberg, regelmäßige Kinobesucherin, DVD- und Buchkäuferin)

Sowas versöhnt mich dann wieder fast mit den Piraten. Genauso wie dieser Beitrag:

Je näher man Urhebern – wie Designern, Musikern und vielen anderen – steht, desto schneller wird einem klar: Wenn diese Leute nicht angemessen entlohnt werden, können sie es sich nicht leisten, neue Inhalte zu produzieren. Deshalb ist es für mich ganz natürlich, für die Inhalte zu bezahlen, von denen ich mehr sehen möchte. Ich bin jedoch nicht gewillt, über den Preis einer CD die 27. Retorten-Realityshow-Band von Dieter Bohlen und Konsorten zu finanzieren.
Daniela Berger, Software-Entwicklerin, Pirat, vors. Richterin am LSG Berlin

Dafür wird’s jetzt wieder ganz schlimm:

Ich bezahle gerne den Erzeuger eines Qualitätsproduktes und honoriere dessen Arbeit. Allerdings soll sich die Entlohnung an dem Produkt (Arbeitszeit sowie Kreativität) und nicht an den Kosten eines verkrusteten Verwaltungsapparates sowie überkommener Vertriebswege orientieren. Das heißt ganz klar: Direktvermarktung. Und »Qualität« heißt für mich nicht: 08/15-Massenneuaufgüsse ohne tatsächlich kreative Leistung. Von daher sind hier meines Erachtens auch ganz klar die Kreativen gefragt, nach zeitgemäßen Wegen für die Entlohnung ihrer Arbeit zu suchen. (…) Wer sich stattdessen in veraltete Strukturen begibt und von der Verwertungsindustrie ausnehmen lässt, muss sich nicht wundern, von seiner Arbeit nicht leben zu können – und ist das eigentlich kreativ? (…)
Thumay Karbalai Assad (Konsument)

„Das heißt ganz klar: Direktvermarktung“ und „Wer sich stattdessen in veraltete Strukturen begibt und von der Verwertungsindustrie ausnehmen lässt, muss sich nicht wundern, von seiner Arbeit nicht leben zu können – und ist das eigentlich kreativ?“ Das heißt ganz klar: Nicht das Werk eines Künstlers soll darüber entscheiden, ob er davon leben kann, sondern sein Talent als Verkäufer. Und Kreativität bemisst sich daran, wie einfallsreich er bei der Suche nach „zeitgemäßen Wegen für die Entlohnung seiner Arbeit“ ist. Kotz.

Welcher Pirat hat den Vorwurf noch nicht gehört, wir würden wollen, dass Künstler kein Geld mehr bekommen und in den Ruin getrieben werden? Doch das stimmt einfach nicht. (…)
Vanessa Weber (Piratin aus Süddeutschland)

Guck Dir mal einige der Äußerungen hier an und wundere Dich dann nochmal über diesen Vorwurf. Aber es stimmt schon: Die meisten schreiben, dass Künstler von ihrer Arbeit leben können sollen. Aber auch da habe ich manchmal das Gefühl, dass das einfach so hingeschrieben wurde, weil man das halt so macht. So wie „natürlich bin ich für den Weltfrieden“.

Epilog:

Und was ist nun eigentlich genau meine Meinung? Wenn ich das nur wüsste und eine Lösung hätte, die allen und allem gerecht wird. Auf alle Fälle bin ich für den Weltfrieden und dafür, dass Künstler (und ganz besonders ich selbst) von ihrer Arbeit leben können sollen. Und ich denke, dass es Zeit war für eine Partei wie die Piraten und hoffe trotzdem, dass sie keine zweistelligen Wahlergebnisse einfahren. Vielleicht werde ich sie eines Tages sogar selbst wählen, aber vorher wüsste ich gern, wofür sie nun wirklich eintreten – insbesondere natürlich bei Themen, die mich konkret und existentiell betrefffen.

(Volker Strübing)

About these ads

256 Gedanken zu “Liebe Piraten: Fickt euch. Aber nicht mich.

  1. Ich habe mir es auch schon im Mordor von VG WORT und VG BILD, GEMA etc. gemütlich gemacht. Es ist super wenn man für den Herzkaspar den man fast bei jeder Produktion bekommt, hier und da, jedes Jahr ein kleines Entgeld aus der Verwertung bezieht. Achja und die Piraten sollen sich ficken!

  2. Den kreativen Anteil, der eben auch in der Arbeit von Verlagen, Labels, Produzenten liegt, scheinen die Piraten aus Naivität oder gar mit Vorsatz nicht zu sehen. Bin gespannt, wie die Welt aussieht, in der die Katalysator- und Filterfunktion von eben diesen Mittlern nicht mehr wahrgenommen werden kann.

  3. Aber Volker, frag doch einfach: http://www.piratenpartei.de/2012/04/15/vorstellung-der-urheberrechtspositionen-der-piratenpartei-und-aufklarung-von-mythen/

    Dass du dich über die 101 aufregst ist OK. Aber bedenke dabei auch, dass das nur eine Spiegelung der ebenso platten und grobdummen Position der sogenannten 100 Kreativen (die keine sind) des Handelsblatts.

    Dass die Piraten keine “Endlösung der Kreativenfrage” haben, ist Schade. Aber leider nunmal unabwendbarer Fakt bei etwas, das sich IN DER DISKUSSION befindet. Immerhin aber wird es schonmal diskutiert – und zwar auf andere Weise und m
    it anderem Blickwinkel als

    Grüße!

  4. (Und dann gibts da noch die Wissenschaftsverlage, die einem das Format und Layout aufdrücken und für 1200€ Druckkostenbeteiligung dein Buch inkl. Tippfehler in einer 500er Auflage drucken.)
    Ansonsten geht es mir bei deinem Artikel wie bei jedem, den ich in den letzten Tagen gelesen habe: Ja, nee, undnu?

  5. Irgendwann hab ich auch mal mit den Piraten sympathisiert, aber wenn ich mir das gepiercte Gesockse so ansehe, der mantraartigen Argumente anhöre, deren Parteiprogramm lese, so stellen sie in keinster Weise irgendeine Alternative zu den bestehenden Parteien dar. Die fühlen sich doch jetzt schon so fett, wie die Grünen mal sein wollten (J. Fischer). Ich gebe denen noch sechs Jahre, und dann sind die, auch inhaltlich, vermutlich FDP.

  6. Lieber Rabenaas: Die von Dir verlinkten Grundpositionen klingen super, die 100 Irgendwasse und 51 Tatort-Autoren haben mindestens genausoviel Unsinn verzapft wie die 101 Piraten, eine Diskussion ist absolut notwendig und in einer sich drastisch veränderten Welt können nicht auf Dauer dieselben alten Regeln gelten. Aber wenn sich 101 Parteimitglieder öffentlich äußern und ich den Eindruck habe, dass ein Drittel mit niedlichen Kulleräuglein in eine rosarote Welt blickt und sagt: „Macht alles kostenlos, dann zahlen wir freiwillig“ und ein weiteres Drittel der Meinung ist: „Kunst? Kann ick och! Bin schließlich Hobbymusiker und ich sehe nicht ein, dass andere mein Hobby zu ihrem Lebensunterhalt machen!“, dann sehe ich dem Ergebnis der Diskussion unabhängig von allen hehren Bekundungen mit Sorge entgegen.

  7. Ich versteh nicht warum so oft fokussiert wird auf ‘dass Künstler auch künftig von ihrer Arbeit leben können’. Seit wann ist das ein Bedürfnis? Alle müssen davon leben können? Auch die schlechte?

    Das Urheberrecht ab zu schaffen ist vielleicht keine Lösung aber es kommt mir besser vor als diesen Konservatismus.

    • Man kann natürlich auch fragen: Seit wann ist das so, dass Künstler von ihrer Arbeit leben können? Die meisten können es nicht – und das hat höchstens zu einem kleinem Teil was mit ihrem Können zu tun. Das jetzige System ist kein zu konservierendes, sorgenfreies Künstlerparadies.

  8. Schöner Artikel. Kann ich schwer nachempfinden. Und ich denke, – dein Satz;
    Nicht das Werk eines Künstlers soll darüber entscheiden, ob er davon leben kann, sondern sein Talent als Verkäufer. … trifft einfach den Grundkonsens. Ich vermeide jetzt mal das Wort Verwertungsindustrie ;-) Doch der Satz; Sei ein Mythos, aber sei du selber, – kommt nun mal auch eindeutig aus dem Kunstmarkt. (Musik- Literatur und/oder bild. Künste etc.) Und hier deckt sich die Mentalität eines herkömmlichen Marktes, mit dem der Piraten. Denn auch das bisherige Ambiente, verlangt, und bewertet ganz speziell den PR-Wert. Traurig aber wahr. Letztendlich, zählt nur noch Werbung und deren quantitative strategische Präsenz. Und solange dies so ist, wird des kaum einen sinnvollen und für alle fairen alten, – und auch ganz bestimmt keinen nach Piratenmuster geben. Erstere benutzen alles für Werbung (incl. allen schmutzigen Methoden auf’m I-Net) und letztere sehen Kunst lediglich aus den Augen von Softwareentwicklern und lediglich diesbezüglich Netz-Affinen (mit spez. Schwerpunkt auf Werbestrategien). Mir ist das alles zu eindimensional. Da finde ich Fragen im Moment auch wichtiger, – als ständige Erklärungen von beiden Seiten.

  9. das die piraten jetzt auch noch das wahlalter auf 12 jahre runtersetzen wollen sagt doch alles. minderjährige und minderbemittelte, das ist deren klientel.

  10. Stopped reading at “….in den letzten Jahren wirkte ich an drei Produktionen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit….”

  11. Es spricht _nicht zwingend_ etwas dagegen alles Kopierbare frei kopierbar zu machen (in vieler Sicht sogar sinnvoll). Das Bezahlungsmodell müsste sich halt ändern. Die Piraten müssten aber doch eine Aussage dazu machen, wovon die Künstler dann leben sollen (BGE ??) und wonach der Künstler Leistungen dann bewertet würden, wenn nicht nach Absatz (Verkaufszahlen). Weiß jemand etwas dazu ??

  12. Blöde Lage in der Du Dich befindest. Und Du hast natürlich Recht, was nicht bezahlt wird, ist hier und heute in dieser (kapitalistischen) Gesellschaften, eben nichts wert. Ich wäre ja dafür das zu ändern, sehe aber ein, dass das keine besonders kurzfristigen Erfolg versprechende Perspektive für die Künstler ist.

    Nun ist es aber so, dass im Kapitalismus schon immer nur der kleinere Teil der menschlichen Tätigkeiten bezahlt ist. Auch heute sind das nur ca. 40% (und darunter neben den meisten reproduktiven Tätigkeiten wahrscheinlich auch heute schon viele künstlerische Tätigkeiten). Es ist immer umkämpft welche Tätigkeiten jetzt in der inneren Logik des Kapitalismus Fuß fassen und welche diesen nur am Laufen halten dürfen ohne bezahlt zu werden. Neue Technologien führen zu veränderten Rahmenbedingungen für diesen Kampf. Ok, aber das zu wissen hilft vielleicht zur historischen Einordnung, aber weniger für die konkreten Probleme.

    Ganz praktisch: Ich wäre ja für eine Kombi aus BGE, mehr öffentlich rechtlicher Förderung (deren Ergebnisse dann automatisch CC-lizensiert wären), einem bunten Strauß freiwilliger Zahlmodelle mit etwas ähnlichem wie Flattr (nur ohne Abzocke) und Crowdsourcing als wichtige Bausteine und meinetwegen auch sowas Kulturflatrate-ähnlichem auch noch. Das EINE Modell, dass den gordischen Urheberrechtsknoten zerschlägt wird es aber wohl nicht geben, und ich fürchte so lange es Kapitalismus gibt, wird es prekäre Künstler geben.

  13. Mit Begeisterung gelesen. Da ich gerade im Krankenhaus hocke, auch deswegen weil bestimmte Kulturinstruktoren mir die zugesagten, dringend benötigten Honorare nicht zahlten, verklagen sie uns doch….iss ja bloß ein Autor, hat doch zwei Würstchen bekommen, etc, was muss ich Dir erzählen…kennst Du bestimmt alles. Ergebnis,Herzkasper. Aber nun zum Thema. Wenn diese Gattung der NUEVO POLITICONS nachdenken würden könnte man auch auf folgende Ideen kommen. 1. ( Ernst)Allen Wirten, Gaststätten, Kinos, etc. die Liveveranstaltungen machen werden die Umsatzsteuern für diese Tage erlassen. 2. ( Satire) Wir melden gemeinsam das Börsendiagramm als Projektkunst an und lassen uns dafür Lizensgebühr zahlen…3. ( Ernst) Von jeder Alkoholsteuer 5 Cent für deutsche nicht rückzahlbare Künstlerstpendien. So wird es in vielen Fällen Hilfe zur Selbsthilfe. Natürlich und je länger man darüber nachdenkt, kommt man zu einem viel Grundlegenderen Ergebnis. Diese Gesellschaftsform hat sich selbst aufgefressen. Wenn sich Dinge für die Menschen ändern sollen muss wieder vom Menschen aus gedacht werden. KAPAULKE

  14. Schwierige Diskussion. Ich glaube aber, wir können uns alle nach einigem Zögern darauf einigen, dass das Internet nie wieder weggehen wird, dass man Filesharing nicht verhindern kann und dass Kreative trotzdem partizipieren sollen. Wie kann das anders gehen als mit einer “Kopierabgabe” auf Internetzugänge, so wie bei Kassetten, CDRs, MP3-Playern? (Ich bin übrigens einer der 101)

  15. Pingback: Linksammlung Urheberrecht

  16. muss denn jeder idiot auch geld für seine werke bekommen? wenn ich mir hier den blog so durch lese dann ist meine meinung ganz klar – nein.

  17. Sehr guter Artikel, der ohne leere Phrasen (“es muss sich was ändern” / “da brauchen wir dringend neue Konzepte”), wie sie leider bei den Piraten vorkommen, ein paar Dinge sehr deutlich auf den Punkt bringt. Danke dafür. Die Realität ist leider tatsächlich so, dass man von kreativen Inhalten im Netz ohne die “superbösen Content-Mafia” nur sehr, sehr schwer leben kann, wenn man nicht über Nazis auf dem Mond schreibt, Star Wars-Fanbilder macht oder Justin Bieber covert, d.h. Mainstream macht und sich zusätzlich komplett ausverkauft, zum Selbstvermarkter-Horst in allen Netzwerken macht und seine Seiten mit Werbung vollknallt, auch wenn es sich bei den Piraten so liest, als wären “moderne Urheber” schon längst dabei, sich über das Netz zu finanzieren.

    Der Anteil derjenigen, bei denen das klappt, liegt bei weniger als 1% und das sind dann in der Regel Techblogger mit extrem viel Werbung, Ego-Freaks auf allen Social Media-Kanälen, die den Leuten nur nach dem Mund schreiben, Schminktippgeber bei YouTube und Ähnliches (und man möge mir verzeihen, wenn ich bei diesem Zeug unter dem Begriff “Kultur” das Kotzen kriege).

  18. Pingback: Underdog Journalism, 03: Debatten, Links, Fundstücke | stefanmesch

  19. Du machst den gleichen Denkfehler, wie so viele.

    Die Menge des für Medienkonsum zur Verfügung stehenden Einkommens der Menschen ist begrenzt. Sie verteilt sich auf die Urheber, die Produzenten und die Vermittler. Und sie konkurriert mit den lebensnotwendigen Ausgaben für Wohnen, Heizen, Essen, Gesundheit, Vorsorge und den nicht notwendigen schönen Dingen wie schöner Wohnen, leckerer Essen, Sport und Spiel.

    Dadurch, dass jemand sich kostenlos und illegal ein Lied, ein Buch oder einen Film herunterlädt, wird die zur Verfügung stehende Menge nicht geringer. Wenn die Energiekosten steigen oder die Reallöhne sinken schon.

    Du konkurrierst mit Deinen Werken mit allen anderen Urhebern. Je mehr Menschen sich dafür interessieren, desto mehr vom Kuchen kannst Du Dir abschneiden. Je weniger Du für die Produktion und die Vermittlung aufwendest, desto mehr davon bleibt für Dich übrig.

    Die Produktionskosten der Werke ist grundsätzlich unabhängig davon, ob sie rein digital per Download oder als Hardware vertrieben werden soll, die Reproduktionskosten machen den Unterschied der digitalen Zeit. Die Vermittlungskosten wurde früher ausschließlich vom Verkäufer finanziert, heute zahlen die Konsumenten einen Teil aus der eigenen Tasche: Um z.B. in iTunes ein Lied, ein Buch, eine App, einen Film, ein Spiel oder eine Serienfolge zu kaufen braucht man einen Internetzugang und ein entsprechendes Endgerät und Verbrauchsmaterialien – dieses Geld steht selbstverständlich auch nicht mehr für den Medienkonsum zur Verfügung.

    Der Betrieb jedes PCs oder Smartphones unterliegt mittlerweile laufend der GEZ, beim Kauf jedes Fotokopierers, Multifunktionsdruckers, DVD-Brenners, Rohlings, Festplatte – egal ob für legale oder illegalle Werkkopien – enfallen Urheberrechtsabgaben, die GEMA und VG Wort bekommen Geld von Kindergärten, Schulen, Vereinen und Unternehmen. Kommt davon etwas bei Dir an? Wieviel, und wieviel verbraucht der Erhebungsapparat?

    Und das Du soviel bekommst, wie Du bekommst, daran sind die Raubmörderkindervergewaltigerkopisten und die Piraten schuld?

    Schlussbemerkung: Ich bin kein Pirat und habe sie auch noch nie gewählt.

  20. Danke für diesen lesenswerten und unterhaltsamen Artikel, der mir aus der Seele spricht! Immer wieder auffällig: Nicht nur beim Thema Urheberrecht ‘glänzen’ die Piraten durch unausgegorene Kommentare und Behauptungen…

  21. Haha. Ich lach mich scheckig. Schon mal auf die Idee gekommen, dass du einfach kein Künstler bist? Nein? Wundert mich nicht. Aber tolle Hohmpaitsch!
    Sag mal dieses Lied bei dem KlopsundKröte-Video, Nr 22. Hast du dafür was bezahlt oder hast du es dir einfach genommen? Von dir ist es nämlich sicher nicht.

  22. Pingback: Zum Ausgleich eine langweilige Überschrift « Lars Reineke

  23. Hallo Hans, du cleverer Kulturdarwinist! Hast völlig recht: das Stück in KuK Nr. 22 ist von so’nem Klavierspielerpenner, der nicht genug drauf hatte, um von seiner Musik zu leben, und es sich spätestens ab 1874 mit Staatsstipendien gemütlich gemacht hat… Auch so ein verkappter “Künstler” eben.

  24. Vielen Dank für diese großartige, kritische Auseinandersetzung mit dem Thema Urheberrecht. Das ist wirklich der erste und einzige intelligente und konstruktive Beitrag in der gesamten Diskussion, finde ich. Ich bin in einigen Aspekten nicht Deiner Meinung, aber Deine Position ist ohne weiteres nachvollziehbar.

    Vielen Dank für diesen wunderbaren Artikel – den lese ich gleich noch einmal.

  25. Ich glaube, manchmal werden in der Urheberrechtsdiskussion zwei Dinge vermischt, die meiner Meinung nach nichts miteinander zu tun haben:

    1. das Bezahlmodell an sich, d.h. die Frage, ob ein Urheberrecht – in welcher Weise auch immer – an eine Bezahlung geknüpft werden soll.

    2. die Beurteilung der Qualität durch den Konsumenten innerhalb dieses Bezahlungsmodells.

  26. Nachtrag:
    “Das heißt ganz klar: Nicht das Werk eines Künstlers soll darüber entscheiden, ob er davon leben kann, sondern sein Talent als Verkäufer. ” Ganz genau. Richtig erkannt! Glückwunsch! Und genau deshalb gibt es einen millionenschweren Damien Hirst und Euch Würstchen. Verkaufen und Selbstvermarktung hat nämlich schon immer zum Kunst Machen dazu gehört. Der Grund warum ihr Eumel überhaupt “Kunst” machen könnt, sind die massiv gefallenen Kosten für Produktionsmittel wie Schnittsoftware etc, die nur durch massenhaft “umsonst” arbeitende Entwickler möglich wurden.

  27. Außer der Entwickler hat mir explizit das Nutzungsrecht ohne Zahlung eingeräumt. So wie Volker bei Kloß und Spinne Dir das Recht einräumt, das zu schauen. Ob das so ist oder nicht, das muss aber letztlich der Erschaffer (Künstler, Programmierer) entscheiden, und kein Eumel oder Hans. Ach. Aber du willst ja sowieso nur rumtrollen. Ach. Ich falle immer wieder drauf rein. Ach.

  28. Gute Argumente aber auch sehr einseitig…und auch wenn der Autor immer wieder beteuert er verstehe das sich die Welte und die Technology weitergedreht hat, ist er doch sehr eingeschraenckt in seiner Sicht, neue Vertriebswege und Moeglichkeiten in Betracht zu ziehen.
    Ich muss allerdings zugeben was einige der Piraten von sich geben is tatsaechlich noch viel viel schlimmer. Heisst aber noch lange nicht das man uns alle ueber einen Kamm scheren kann.
    Mit zunehmenden Einkommen gebe ich auch immer mehr Geld aus fuer Medien, vieles was ich vielleicht ftrueher mal raubkopiert habe. Wenn ich diese Moeglichkeit nicht gehabt haette, haette ich diese Medien damals nicht kaufen koennen und wuerde sie deshalb heute auch nicht kaufen weil ich sie einfach nicht kennen wuerde. Das aendert zugegebenermassen nichts daran das raubkopieren Diebstahl, und eine Aenderung der jetzigen Situation noetig ist.
    Letzlich wird die eigentliche Problematik der Konsequenzen die sich anbahnen (ACTA, SOPA etc) kaum beruehrt und keine Loesungs Ansaetze werden angeboten, nur abgeschossen, und das zum Teil auf extreem ruppiger Art….

  29. “Nicht das Werk eines Künstlers soll darüber entscheiden, ob er davon leben kann, sondern sein Talent als Verkäufer.” – das trifft es doch exakt auf den Punkt!? Schaut man sich die Bestsellerlisten an, Kino-Charts, TV-Quoten oder die Musik-Charts, so kann man in den seltensten Fällen eine inhaltliche Qualität vor einer geschickten Vermarktungskampagne konstatieren (Ausnahmen bestätigen die Regel). Was ist nun das genaue Problem, dass “Künstler” es so schwer haben, Geld zu verdienen? Harte aber faire Antwort: Es gibt zu viele davon, mit zu vielen unbedeutenden sprich unnötigen spricht uninteressanten Ergüssen – bzw. kurz: der Markt ist zu klein für alle. Genauso wie die Abermillionen Blogger, die alle von ihren Blogs leben wollen, sich gegenseitig flattern und sich wundern, warum sie kein Geld verdienen. Kurz: Man verdient, was man verdient. Wenn der momentane Systemwandel eines deutlich macht (Jonathan Meese würde es als die “Machtergreifung der Kunst” bezeichnen), ist dass das “Amt Künstler” massiv in Frage gestellt wird, wenn nicht sogar davon “bedroht” ist, sich selbst abzuschaffen.

    Vor ein paar Jahren gab es in den USA einen lang-ausgedehnten Autorenstreik, der maßgeblich die TV-Serien betraf. Wen hat es gejuckt? Außer ein paar Hardcore-Fans lediglich die Rechte-Verwerter, die TV-Stationen und natürlich die Autoren selbst. Die Welt hat das nicht besonders interessiert, wir leben in einem “Kunst-Konsum-Überfluss”. Für viele Menschen sind Musik, Bücher oder Filme inzwischen nur noch maximal den Zeitaufwand wert, den man zum Runterladen in einem FileshareSystem und zum anschließenden Konsum benötigt – aber alles bloß kein Geld. Wo ist der Mehrwert eines Bezahlsystems, das inzwischen schon wie eine Betteleinrichtung daherkommt? Ihr wollt Filesharing und kostenlose Inhalte unterbinden? Stellt doch einfach keine Inhalte mehr her, oder macht es als Hobby, oder werdet Verkäufer oder Werbetexter, halt irgendwas mit Zukunftsperspektive. Das ist hart, unfair, unsozial und ungerecht, aber es ist die Realität, wie sich sich nunmal darstellt. Das hat mit den Piraten nichts zu tun, das hat mit der Verwertungsindustrie nichts zu tun, das hat mit Filesharing nichts zu tun – das hat nur etwas mit den Künstlern selbst zu tun.

  30. Ach Markus. Ich will diese Videos nicht sehen. Auch nicht umsonst. Und ansonsten anscheinend auch nicht genug Leute. Sonst würde Volker hier ja nicht jammern, jammern, jammern. Mir geht dieses Rumgeheule von besseren Volkshochschul-Batik-Künstlern, deren Kunst einfach niemand braucht so was von auf den Sack.
    Und wer sich nicht vermarkten will, hat nicht nur heute ein Problem sondern hatte es schon im 15. Jahrhundert. Von mir aus könnte der komplette Rüstungs-Etat komplett an Künstler ausgeschüttet werden. Aber auch dann müsste sich der Künstler vermarkten können. Sonst wird das auch nix. Von nix kommt nämlich nix.
    Ach, das wollt ihr ja alles eh gar nicht hören. Ihr wollt einfach euren unbedeutenden Kram machen und dafür Geld bekommen. Ach. Ich fall immer wieder darauf rein.
    Und ich bin gerne ein Kulturdarwinist. Es müsste noch viel mehr Wettbewerb geben, dann würdet ihr mir mit euren schlecht vermarkteten Schrottprodukten nicht so auf den Zeiger gehen.
    Lieber keine Kunst als kleine Kunst.

  31. Ein eindrucksvoller Beleg dafür, dass Rants besonders lesenswert sein können. Insbesondere die Idee, man könne – oder solle sogar – Verwerter ausschließen, ist bestenfalls naiv. Ich hoffe der Text macht seine Runde auch bei den Piraten, wo die Stellungen zu einem neuen Urheberrecht ja doch noch sehr heterogen sind.

  32. Schöner Beitrag! Ich sollte mir wirklich einen Flattr Account anlegen (vielleicht muss mich einer dazu zwingen?!). Auch wenn ich die 101 Kommentare der Piraten nicht wirklich als Ernste Ausführungen genommen habe sondern mehr als: wir können genauso wie ihr auch könnt.

  33. hänschen-klein, nach deiner logik dürften volksmusikkünstler echt geiles zeug abliefern; das wollen nämlich ganz viele leute hören. “bedeutender kram” also. und rosamunde pilcher. und diddl-maus-poster. alles ganz heißer scheiß, der da deinen markt regiert. auch super: “die schlümpfe” in den kino-top 10 2011 – warst du drin? du hast recht – kaufen was alle kaufen und fresse halten, das wäre ein guter weg. oder mal ab zu youtube und klicks für k&s zählen, dann bist du auch ne weile wo anders beschäftigt.

    und kloppi, ich verstehe deinen punkt nicht; es geht doch gar nicht um ware, die keinen platz auf dem markt findet. ganz im gegenteil geht es doch um ware, die eben durchaus konsumiert /wird/ – nur nicht bezahlt. da trifft ja nicht was auf einen satten markt oder übersättigte konsumentInnen, die das gar nicht wollen, sondern es wird ja gewollt, genutzt, konsumiert. es wird nur nicht bezahlt, im gegensatz zu anderen waren, die gewollt, genutzt und konsumiert werden.

    und um einfach mal blumen zu streuen: bester beitrag, den ich bislang in der debatte gelesen habe. danke!

  34. Herrlich! Vielen Dank für den Beitrag! Ich bin selbst professioneller Musiker und Produzent und verfolge den Aufstieg der Piraten und die aktuelle Urheberrechtsdebate sehr aufmerksam. Schöne Zusammenstellung der Zitate und die teils sehr treffende Kommentierung!

  35. @hans: Du Troll – hier ist dein Fisch >

    @Volker Strübing: Danke für den guten Text.
    Ich verfolge die ganze Diskussion der letzten Wochen und komme, für mich, zu folgenden Schlüssen:
    - Wir brauchen ein neues Urheberrecht, dass an der Realität ausgerichtet ist, siehe Filesharing

    - Das BGE würde vieles erleichtern, da sowohl Künstler zumindest abgesichert sind und sich dann vielleicht auch Leute finde würden (die ja auch abgesichert sind), die z.B. das Lektorat übernehmen oder Dir ein Cover machen. Man könnte mehr zusammen Arbeiten, weil man sich nicht darum kümmern muss ob sich das jetzt finanziell lohnt. Es schließt sich aber auch nicht aus. Hinzu kommt, dass Leute die heute von HartzIV leben mehr Geld hätten und dies ja auch zu einem Teil für Kunst/Kreatives ausgeben würden.

    - Eine gut ausgestattet Stiftung (ala Stiftung Warentest) sollte Vermarktungsaufgaben zum zum Selbstkostenpreis anbieten und/oder andere Services die Künstler brauchen um sich “ungestört” ihrer Kreativität zu widmen. Hier sehe ich wirklich das Hauptproblem darin, dass die Verwertungsgesellschaften im Musik/Video-Bereich an der Börse sind und somit das Hauptziel die Gewinnmaximierung geworden ist, statt der Künstlervermittlung und Förderung. Im Buchbereich kenne ich mich nicht gut genug aus um etwas dazu zu sagen.

    - Mit dem Satz “Jeder der Kunst macht soll auch davon Leben können”, mit dem habe ich, beim jetzigen System ohne BGE, Probleme. Weil was Kunst Wert ist ist immer subjektiv. Wenn ein Künstler ein Buch geschrieben hat und ich finde es langweilig ist es für mich nicht viel Wert, der Künstler sieht das wahrscheinlich anders. Zugespitzt gesagt hätten wir ein Problem, wenn jeder ein Buch schreibt, weil man ja davon Leben kann und keiner mehr produktiver Arbeit nach geht. Das ist ein Spannungsfeld, dass für mich (ohne BGE) nicht lösbar ist. Was ist Kunst und was ist sie Wert. Auch wenn ich es jedem Künstler gönne, dass er von seiner Arbeit Leben kann, halte ich es für unrealistisch.

    Mich würde interessieren, was Du als Autor von der Stiftungsidee hälst (und natürlich allgemein vom Beitrag)

  36. @superjule: Richtig, es geht um keine “Ware” im klassischen Sinne (das müssen Künstler im digitalen Zeitalter noch begreifen lernen), sondern genau genommen um “Dienstleistungen”. Künstler sind Informations- und Unterhaltungs-Dienstleister (ggf. auch Investitions-Dienstleister, aber die haben eher seltener ein monetäres Problem), die vor der Herausforderung stehen, dass nur wenige dazu bereit sind, den erwünschten Preis dafür zu zahlen. Das ist die Situation. Und jetzt fragt man sich, warum ist das so ist. Die einfache, naheliegende und einleuchtende Antwort: Filesharing ist schuld. Das ist genauso logisch und einleuchtend, wie die Nazi-Propaganda (@Volker, so funktionieren Nazi-Vergleiche…), ausländische Gastarbeiter nehmen deutschen Arbeitnehmern die Arbeitsplätze weg. Ist ja logisch, sind ja billiger und das Boot ist voll und so.

    Es gibt aber auch eine andere Antwort, und die ist nicht so einfach und nicht so simpel, aber möglicherweise der Wahrheit etwas näher: Das Filesharing (der Gastarbeiter) ergänzt exakt den Bedarf, den der Künstler (Arbeitnehmer) nicht angemessen preiswert anbieten kann.

    Filesharing ist im Grunde gar nicht kostenlos, man benötigt einen PC, Internetzugang, Strom, Zeit für Recherche und etwas Know-How. Das hat alles einen persönlichen Wert. Daher sind Downloads auch nicht kostenlos, sondern eben nur um ein vielfaches kostengünstiger. Ich kenne Leute, die selektieren sogar schon “kostenlose Downloads” massiv, da Ihnen selbst dort die meisten illegalen Gratis-Inhalte schlicht “zu teuer” sind, um sich damit auch noch zu beschäftigen (obwohl es sie prinzipiell interessiert).

    Angenommen, Filesharing ist nicht die Ursache sondern die Wirkung, was ist dann das Problem? Drei Worte: Beliebigkeit, Belanglosigkeit, Ersetzbarkeit. Hochdotierte Autoren sind deswegen hochdotiert, da man sie nur schwer ersetzen kann. Dieter Bohlen – man kann von ihm künstlerisch halten was man möchte – hat kein Problem mit Filesharing. Komischerweise scheinen sich gerade die Künstler immer am lautesten über Filesharing aufzuregen, bei denen man auch ohne Filesharing nur eine geringe Überlebensfähigkeit attestieren könnte (wohlgemerkt ohne Subventionstropf). Bei Arthouse- oder Low-Budget-Filmen oder anderen grandiosen Perlen der visuellen bzw. akustischen Kunst interessiert sich auch keiner für Filesharing. Erstens findet man das dort nur schwer, und zweitens ist es dafür schlichtweg als Systemkorrektiv irrelevant.

    Über die Motivationsgründe zur “Raubkopie” und weitere vielschichtige Einflussfaktoren zum Thema “Filesharing-Ursachen” und “Digitales Zeitalter” kann man sich noch sehr vertieft auslassen. Dann müsste ich mich aber als Autor deklarieren, mich der VG WORT anschließen, Geld verlangen und mich über Kostenlosmentalitäten aufregen – und dazu habe ich “KEINEN BOCK”. Außerdem hat ein bisschen Selbstnachdenken auch noch keinem Autor geschadet – immerhin will man ja dafür bezahlt werden :)

  37. Also Volker: Du weisst also nicht, was du willst und was “richtig” wäre, und überhaupt. Hmm. Schlechte Voraussetzungen um eine Wahl zu treffen. Nicht wahr?
    Nun ist es ja aber so, dass die Piraten deiner Meinung nach auch keine Ahnung haben und keine Position. Nicht schlecht, oder? Dann stellvertreten die dich ja ziemlich genau! Also solltest du Piraten wählen!

    Aber mal im Ernst: Ich glaube und hoffe, das die Art, wie “Kunstprodukte” zukünftig hergestellt (kreiert, beworben, vermarktet und vertreiben) werden, sich grundlegend ändern wird – also unsere ganze Kultur sich ändern wird. Ich glaube das, da sich durch das neue Medium auch eine neue Art des gesellschaftlichen Selbstverständnisses der Menschen entwickelt. Man denke bzgl. derlei gesellschaftlicher Brüche an Gutenbergs Erfindung die (u.a. mit Schriftstellerei und Presse) die Aufklärung beförderte und damit zum Ende des Mittelalters geführt hat. Gleich mit der Einführung der neuen Technologie wurde anno dazumal übrigens gleich mal fleissig “raubkopiert” (christliche Erbauungsliteratur!) – was damals freilich nur im gewerblichen Rahmen erfolgen konnte. Heyhey! Durch Guttenberg musste (und konnte:P) überhaupt das “Copy-Right” erst in die Gesetzesbücher geschrieben werden, vorher war es ja quasi “natürlich” vorhanden (alles musste vor Ort per Hand abgeschrieben werden).

    Während jedoch im Gutenberg-Universum eine starke Hierarchie und ein Sender-Empfänger-Modell notwendig waren, können diese vormals notwendigen Übel jetzt überwunden werden. (Was die Kunst in dem neuen Universum angeht: Beuys!)

    Ich hoffe, dass der kulturelle Impact groß genug sein wird, das sich auch unser Verständnis der Teilhabe auf dem Gebiet der Politik (=Verwaltung/Gestaltung der Gesellschaft) _grundlegend_ ändern wird. Aber gerade dahingehend gibt es natürlich mächtige Gegenspieler aus dem Establishment, die daran nun gerade gar kein Interesse haben.

    Fest steht aber: Ändern wird sich auf jeden Fall etwas. Und man wird in absehbarer Zeit hoffentlich keine abermillionen Leute (mit einem unglaublich monströsen Werbeapparat) mehr dazu “zwingen” können, CDs für 30 DM (davon paar Pfennige für den “Künstler”) zu kaufen. Der Zug ist hoffentlich ein für allemal abgefahren …

  38. Die Überschrift wurde ausschließlich in der Hoffnung gewählt, möglichst viele Leute neugierig zu machen

    Ich hätte beinahe nicht geklickt, weil es so pubertär klingt :-)

    Aber dann hätte ich jede Menge dummdreister Zitate verpasst. Danke fürs Wühlen im Grauen.

    Ein Urheber, der in seiner Kreativität den Lohnerwerb an erster Stelle sieht, verkennt den wahren Wert seiner Werke. Wer das Ergebnis seines künstlerischen Schaffens zu einem kommerziellen Wertobjekt degradiert, muss die digitale Realität anerkennen und alternative Vertriebswege finden oder daran scheitern.
    Tiberius Beyers (IT-Consultant)

    Ich habe neulich schon in anderem Zusammenhang die These aufgestellt, dass das Internet und die digitale Welt für manche Männer eine Heilige ist, während im Real Life andere Maßstäbe gelten dürfen. (Na, ist das Heilige-Hure-Dilemma nicht ein chicer Ersatz für den uns vorenthaltenen Hitler?)

    Die ärmliche Summe, die einige Piraten als realistisches BGE vorsehen (440 Euro), soll es übrigens bei der ARGE München schon fürs Wohnen geben.

    Oder einfach Werbung schalten, in E-Books sollte das kein Problem sein: „Noch 30 Sekunden Werbung bis zum Beginn des nächsten Kapitels … 29 … 28 …“

    Klingt erst mal skurril. Aber wenn mein E-Book irgendwann nicht mehr in erster Linie gekauft, sondern getauscht werden sollte, erkläre ich es vielleicht zum Gratis-Werbeträger – und pflastere es standesgemäß mit Affiliate-Links und Advertorials. Vielleicht auch ohne Kennzeichnung als Werbung, wenn es eh kein journalistisches Sachbuch mehr wäre, sondern ein Marketing-Artikel. Das wäre also ein durchaus machbarer Plan B, wenn auch kein so schöner, denn ich will ja Marketing für mein E-Book machen und nicht E-Books fürs Marketing.

    Ein Lesetipp zur Kulturflatrate (auch hier mit Silbereisen): http://wp.ujf.biz/?p=824

  39. Ach ja, noch was zum BGE: Die Szene scheint mir mittlerweile von esoterisch durchspinnerten Leuten dominiert zu sein, die erstaunt bis beleidigt reagieren, wenn ich sie frage, ob es wirklich eine gute Idee wäre, Mieteinnahmen und Börsengewinne von Steuern zu befreien (wie es ja diese ach so sensationelle E-Petition vorsah und Götz Werner ebenso). Dann kommt meistens das Argument, dass es ja gar nicht um Steuern und sonstiges profanes Gedös geht, sondern darum, ein Menschenbild zu diskutieren, schrittweise das Geld abzuschaffen oder was weiß ich. Und dafür wollen die mal eben das ganze Steuer- und Sozialsystem an die Wand fahren.

    Warum machen die nicht gleich in “Bestellungen beim Universum”? Das würde zumindest keinen politischen Schaden anrichten.

  40. Dieter Bohlen – man kann von ihm künstlerisch halten was man möchte – hat kein Problem mit Filesharing. Komischerweise scheinen sich gerade die Künstler immer am lautesten über Filesharing aufzuregen, bei denen man auch ohne Filesharing nur eine geringe Überlebensfähigkeit attestieren könnte (wohlgemerkt ohne Subventionstropf).

    J. Klopp will uns also sagen: Nur Looser sind gegen Filesharing.

  41. Um mal bei Volkers Restaurant-Bild zu bleiben: Jeder, der behauptet, er müsse sich seine Unterhaltung kostenlos im Internet besorgen, um die böse Verwertungsindustrie zu umgehen, handelt wie jemand, der einem Bauern das Gemüse vom Acker stiehlt, weil er nicht damit einverstanden ist, dass dieses im Restaurant bearbeitet und mit einem höheren Endpreis weiterverkauft wird. Wenn du nicht ins Restaurant gehen willst, dann kauf eben im Hofladen des Bauern ein. Aber wenn der Bauer keinen Hofladen hat, weil er den Mehraufwand, den dies bedeutet, nicht leisten kann/will und obendrein noch sagt: “Solange mir das Restaurant einen Preis, mit dem ich leben kann, für mein Gemüse zahlt, werde ich auf den Hofladen verzichten und es dem Restaurant überlassen,” dann ist das leider so und man muss sich wohl einen anderen Bauern suchen, der einen Hofladen besitzt. Denn den Bauern zu bestehlen, weil er auf Direktvermarktung verzichtet, ist bestimmt keine Lösung, von der er auf Dauer etwas hat!

    Und abschließend noch ein paar Gedanken zu selbstgefälligen “Künstlern”, die nicht wahrhaben wollen, dass sie eben gerade dies nicht sind: Ich glaube felsenfest, dass unser bisheriges System gerade dafür gesorgt hat, dass nur die wirklichen Künstler (und in diesem Fall umfasst dieser Begriff leider Gottes auch Dieter Bohlen und Florian Silbereisen) von ihrer Kunst leben können. Wer es nicht schafft, irgendwie genug Geld aufzutreiben, um davon zu leben, wird nach ein paar Jahren notgedrungen den Kunstmarkt verlassen müssen. Wer es aber schafft, sich zu etablieren, der liefert auch bessere Ergebnisse als die überwältigende Mehrheit der Freizeit-Künstler (wenn er es nicht tut, versiegt der Geldstrom und das war es dann). Dass diese Etablierung oft mithilfe der ach so bösen Unterhaltungsindustrie von Statten geht – wen interessiert’s? Es zwingt mich ja trotzdem keiner, eine CD von Justin Bieber zu kaufen und Leonardo DiCaprio oder Justin Timberlake sind nicht deswegen schlechtere Schauspieler, weil sie ihre Karriere als Teenieschwarm begonnen haben. Nun ist diese Unterhaltungsindustrie, insbesondere im Musikbereich, aber inzwischen ziemlich kaputt (und sie selbst hat mächtig daran mitgearbeitet, sich in die Scheiße zu reiten) und wir erleben daher, was es bedeutet, wenn es keine “Marktregulierung” mehr gibt: Jede Menge semiprofessionelle Künstler, die kurz vor dem großen Durchbruch stehen, es aber nicht schaffen, weil es an allen Ecken und Enden am Geld mangelt. Warum? Weil es in der Musikindustrie keine Kuh mehr zum Melken gibt und daher auch niemand bereit ist, ein wenig in die Zukunft zu investieren (denn wer weiß, ob diese nicht noch schlechter ist). Sich jetzt aber auch noch darüber zu beschweren, dass dem so ist und diese ganzen mittelmäßigen Künstler die Sicht auf die wahren Perlen nehmen, wirkt schon ein wenig weltfremd. Wir brauchen eben wieder ein System, wo die schlechten Künstler von selbst wieder verschwinden oder sich damit begnügen, ihrem Hobby nachzugehen. Das bedingungslose Grundeinkommen würde den Zustand aber zementieren. Damit will ich nicht sagen, dass ein BGE grundsätzlich für falsch halte, aber ich halte es für das falsche Instrument, um Kunst gewissermaßen zu subventionieren UND obendrein noch Qualität zu erwarten.

    Das war jetzt etwas länger als gedacht, aber vielleicht war ja doch etwas erhellendes dabei,

  42. Tja, Kunst ist eben nichts wert. Stell dir vor Du bist Bauer oder hast irgendeinen Beruf der etwas Lebensnotwendiges hervorbringt. Es gebe keinerlei prinzipiellen Probleme die Produkte zu verkaufen bzw. auszutauschen. Ein Kuenstler schafft eben nichts notwendiges, warum soll der eine Gegenleistung von einem materiell Arbeitenden in materiellen Produkten bekommen? Du singst ihm ein Lied und der Dir, oder beide gemeinsam, das ist Musikaustausch. Also der Kuenstler muss halt richtig arbeiten, oder richtig ein Konzert geben wo man hingehen kann und dann natuerlich auch der Eintritt kassiert wird/werden kann. Musik oder sonstige downloadbare Kunst hat eben real KEINEN materiellen Gegenwert.

  43. An all die Marktgläubigen hier: Ich benutze fast ausschliesslich Software, die ausserhalb des Marktes entstanden ist, und zwar weil sie (für mich) besser ist. Ich konsumiere auch immer mehr andere Kulturgüter, die außerhalb des Marktes entstanden sind, weil sie (für mich) besser sind.

    Ohne öffentlich-rechtliche Finanzierung hätte Volker nie diese Reise-Serien machen können, und die sind (für mich) super. Ohne eine in weiten Teilen ehrenamtlich oder für Hungerlohn agierende Lesebühnenszene wäre Volker wahrscheinlich nie Autor geworden (und ich halte ihn für einen guten). Ohne staatliche Förderung oder Mäzenatentum wären viele der Riesen auf deren Schultern wir heute stehen, Zwerge geblieben. Und zwar inklusive der meisten Marktideologen, die ihr hier predigt.

    Womit ich jetzt nicht sagen will, dass der Markt nicht manchmal (aber alles in allem doch eher selten) auch Perlen nach oben spült (und gucke die nächste raubkopierte Games of Thrones Folge).

    • Benni, die Menschen, die die Software, die Musik oder sonstiges entwickeln, das abseits vom Markt entsteht, verdienen ihr Geld aber im Markt. In anderen Jobs oder in Jobs die ihrem „Hobby“ ähneln. Das ist, als würde Volker parallel zum Beispiel bei einer Zeitung schreiben. Nun stell’ Dir aber vor, das Team, dass für … z.B. GIMP zuständig ist, würde beschließen, dass sie alle ihren Daytime-Job schmeißen und gemeinsam ein neues Projekt namens GUMP starten. Nun müssen die aber auch ihre Miete weiter bezahlen, Familien versorgen, Essen gehen usw. Von da an wären sie im Idealfall „freie Entwickler“, denen Du niemals absprechen würdest, dass sie für GUMP in irgendeiner Weise entlohnt werden müssen. Oder? Genau das gleiche gilt für Volker. Das alles was er tut ist sein Job. Und das gilt es zu respektieren.

    • @Markus: Ich spreche niemandem seinen Lohn ab. Aber Dein Beispiel hinkt:

      Wenn die jetzigen Entwickler von GIMP heute meinen, Geld für ihre Arbeit an GUMP verlangen zu müssen, kann jeder ihre Arbeit an GIMP weiterführen (und ich habe volles Vertrauen, dass das passieren wird), da der Source unter GPL lizensiert ist. Sicherlich mag es dann Leute geben, denen GUMP soviel besser als GIMP gefällt, dass sie bereit sind dafür zu zahlen, aber ich werde nicht zu Ihnen gehören.

      Urheber aller Art haben heute das Problem, dass es immer auch kostenlose Konkurrenz im Internet gibt, sei sie jetzt legal oder illegal. Das wird nicht mehr weggehen (außer durch massive Repression, die hier wohl niemand will) und wir müssen uns überlegen, wie wir damit umgehen.

  44. Viel Arbeit steckt hier drin und es sind auch viele gute Anregungen dabei, aber ein paar Anmerkungen brauchts doch:
    1) Ich kenne einige Chöre und Musiker, die tatsächlich den Versuch mit Eintritt und freiwilliger Beigabe gemacht haben und mit Eintritt viel weniger Geld machen würden. Vielleicht ist in den Augen der Leute eine Lesung einfach nicht eine so große Leistung und die wollten halt beim Eintritt nicht unverrichtet wieder gehen, sondern kommen halt nicht wieder… Wurde das Experiment wiederholt?
    2) Die “Verwertungsgesellschaften verteidigen” scheint aktuell höchste Kreativschaffendenpflicht zu sein. Das ist schade, weil genau diese sie ausbeuten und da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll: Sie verteilen um, und zwar von klein zu groß (http://www.techdirt.com/articles/20120323/18055718229/how-ascap-takes-money-successful-indie-artists-gives-it-to-giant-rock-stars.shtml). Sie erhöhen jetzt gerade eben die Preise so dramatisch, dass sie Existenzen vernichten, die auch zum Konsum und damit zum Profit der Kreativschaffenden beitragen. Sie verlangen Geld von einem Künstler, wenn er eins seiner Werke verschenken will (http://www.zoeleela.com/thesen-zur-gema/). Die Liste wäre endlos! Ind die positiven Aspekte, die hier angefügt werden, macht der Verlag und nicht die VG Wort. Hört doch bitte mit diesem Stockholm-Syndrom auf…
    3) Der Vergleich mit dem Restaurant gilt kein bisschen: Stichwort Materialkosten…

  45. Lieber Volker, in manchem sind wir uns durchaus einig – darin zum Beispiel, dass das Urheberrecht nicht abgeschafft, sondern der Lebenswirklichkeit angepasst gehört. Das ist aber auch die einzige erkennbar einheitliche Position der Piraten. Drum verstehe ich nicht, warum Du ausgerechnet auf die drauf haust. Dafür, dass sie eine notwendige Debatte angestoßen haben? Mehr als das haben sie bislang nicht getan. Dass viel Ungares dabei ist, finde ich zum jetzigen Zeitpunkt verständlich. Aber macht man das nicht so – erstmal alles auspacken, den Müll wegsortieren, die beste Idee gewinnt? Mir scheint das als Prozess richtig. Und Transparenz halte ich ebenfalls für´ne gute Sache. Heißt: Ich will ruhig auch die doofen Ideen sehen.

    Kulturflatrate, wir sagen liebevoll GEZ dazu, gibts ja schon. So, wie die Öffentlich-Rechtlichen sie betreiben (egal, ob an Geräte oder Haushalte gekoppelt), finde ich sie grundsätzlich gar nicht doof. Sie müsste sich nur ausweiten lassen. Dann wirste eben an jedem verkauften eBook-Reader beteiligt. Fändste das doof – vorausgesetzt der Anteil stimmt?

    Kultur ist Zuschussgeschäft, aber die KSK funktioniert ja auch. Unter anderem als eine Solidargemeinschaft der Kreativen. Die sind, und hier liegt ein bißchen der Hase im Pfeffer, leider oft sehr unsolidarisch. Erst haben sie nix, und wenn doch, wollen sie nicht teilen. Ich kann das sagen, ich bin auch in der KSK.

    Ich stimme Dir vollkommen zu, was Verlage/Verwerter betrifft – Selbstverlag ist für Leute, die ihre Bücher im Schlaf schreiben und tagsüber Zeit haben, sich mit so´nem Mist zu beschäftigen. Nein, Verleger sind nicht böse. Ja, ich hab Volandt&Quist lieb, weil sie Deine Bücher machen. Aber man erkläre mir, warum zB die Witwe eines Autors besser gestellt werden muss als die Witwe eines Müllfahrers. Beide Kerle haben zu Lebzeiten nüscht erwirtschaftet, aber die Müllfahrersfrau bekommt zum Essen ein Hungertuch.

    Käffchen?

  46. Sehr gut, Volker! Auch wenn ich fürchte, daß sich das ganze Thema irgendwann unkontrolliert von alleine erledigt. Meiner Meinung nach kann es garkein Verkaufs/Vermarktungsmodell geben, was den Künstler angemessen entlohnt, sei er nun gut oder schlecht. Wer auch immer das für alle entscheidet… Dafür ist die (Kopier-)Technik zu gut und sind die technischen und menschlichen ‘Schlupflöcher’ im Herstellungsprozess zu groß.

  47. @kloppi, vielen dank für diesen ganz und gar hervorragenden vergleich! besser als mit “niedriglohnsektor (passt 2012 besser als ‘gastarbeiter’) vs. fair bezahlte arbeit” hätte ich es auch nicht erklären können. ich komme ulkigerweise aber zu einem ganz anderen ergebnis. du schreibst:

    “Das Filesharing (der Gastarbeiter) ergänzt exakt den Bedarf, den der Künstler (Arbeitnehmer) nicht angemessen preiswert anbieten kann.”

    gut, ich muss wohl damit leben, dass nicht alle menschen auf der welt kapitalismus scheiße finden. aber eine nachfrage muss erlaubt sein: WTF bedeutet denn “angemessen preiswert”? das ist FDP-logik, nicht meine. ich bin nämlich ganz genau gegen einen niedriglohnsektor, gegen die möglichkeit, für die selben tätigkeiten (sei es ware oder dienstleistung, das spielt doch gar keine rolle!) einmal korrekt, ein andermal dumping-löhne zu bezahlen. wenn man also ganz allgemein einen niedriglohnsektor ablehnt, dann siehst du schon selbst, zu welcher haltung zum filesharing dieser (treffende!) vergleich führen /muss/, oder?

    wenn du dann zu dem “nur loser sind gegen filesharing” (danke, irene) – teil kommst, dann wird es total krude:

    “Komischerweise scheinen sich gerade die Künstler immer am lautesten über Filesharing aufzuregen, bei denen man auch ohne Filesharing nur eine geringe Überlebensfähigkeit attestieren könnte (wohlgemerkt ohne Subventionstropf).”

    ich weiß nicht wem du da zuhörst, bevor du so was behauptest. am allerlautesten regen sich eigentlich nach wie vor plattenfirmen auf, und zwar da gern die florierenden. und auch so bands wie metallica halte ich jetzt für unverdächtig, nur am subventionstropf überleben zu können, und die waren lange zeit die berüchtigtsten downloaderjäger. gerade dadurch, dass sich die /pfeffersäcke/ alle so über filesharing aufgeregt haben kam es ja erst, dass filesharing von eau de rebellion umweht wurde (das sich bei genauerem hinschnuppern halt doch eher als geiz-ist-geil-diesel entpuppt).

    und was heißt denn bitte “komischerweise”? nein, das ist überhaupt nicht komisch. wenn ich jetzt nämlich mal im gegensatz zu hänschen-klein weiter oben davon ausgehe, dass massengeschmack nicht zwangsläufig einen qualitätsbezug hat, sondern auch geformt wird durch zahlungskräftige werbemaschinen, dann ist schon mal klar, was ohnehin die vorraussetzungen im kreativen bereich sind: es ist unheimlich schwer, einen fuß auf den boden zu kriegen, wenn man nicht gerade schlumpffilme, vampirromane, diddlmäuse oder scheißmusik produziert, das dann von einer werbemaschine unter die fittiche genommen wird. und es gibt einige wenige möglichkeiten, wie man es eben trotzdem gerade so schaffen kann – und diese letzten möglichkeiten sind durch filesharing as is bedroht. weil z.b. von den 5.000 leuten, die die platte noch gekauft hätten, jetzt 4.000 laden.

    die frage ist ja, wie du “überlebensfähigkeit” definierst. für mich kann das bei einer band bedeuten: die band weiter am leben halten zu können, kreativen output überhaupt erzeugen und konservieren zu können. da geht es nicht um reichtümer anhäufen, sondern darum, wenigstens die kosten für proberaum und studio wieder reinzukriegen. und jetzt darfst du das komisch finden, dass genau an der stelle geschrien wird, an der sich entscheidet, ob man überhaupt weiter “kunst” (scheiß begriff) machen kann oder nicht. ich finde das ausgesprochen logisch. natürlich trifft einen bohlen das filesharing nicht; er hat andere wege, die verluste zu kompensieren, er kann durch nachgeordnete effekte vom filesharing unterm strich sogar profitieren. dafür braucht es aber eine marketing-infrastruktur, die eben auch nur den erfolgreichen zur verfügung steht. es trifft vielmehr die, deren künstlerisches überleben davon abhängt. und das ist nicht komisch, sondern heißt auch, dass filesharing as is im künstlerischen bereich eine umverteilung von unten nach oben bewirkt.

  48. Ich muss zugeben: Irgendwann wurde mir der Text, dadurch dass auch immer ähnliche Textstellen herausgesucht wurden, zu lang. :) Immer wieder ging es ja auch um die Verwerter. Natürlich brauchen wir, vor allem im Buchbereich, Verlage. Ein Buch ist, im Gegensatz zu Musik, ein Medium, das viel Zeit braucht. Der Verlagsvorschuss bezahlt die Miete während des Schreibens, irgendwer kümmert sich um die lästige Orthographie, jemand bringt es in Form und so weiter.

    Trotzdem bleibt da auch meines Erachtens zu viel hängen, ohne dass ich wirklich Zahlen hätte. Außer solche Beispielrechnungen: http://www.netzfundbuero.de/2012/04/02/was-verdient-eigentlich-so-ein-buchautor/

    Und da ist das, was beim Autoren hängen bleibt – zumindest intuitiv – viel zu wenig. Die Frage ist natürlich, was angemessen wäre – aber dafür bräuchte die Debatte auch endlich mal belastbare Zahlen. Ein paar Künstler und/oder ein paar Verlage, die mal ein paar Zahlen offenlegen. Aus dem Bauch heraus könnte man sich aber eine Verteilung wie 50% Autor, 35% Verlag und 15% Buchhändler vorstellen.

    Auch kann man sich vorstellen, exklusive Vewertungsrechte auf einen Zeitraum zu begrenzen – beispielsweise 5 Jahre (oder radikaler: 2 Jahre). Danach könnten die Autoren erneut um diese Rechte verhandeln. Mehr Markt, potentiell bessere Situation für den Künstler, potentiell bessere Situation für die Konsumenten und eine etwas schlechtere Situation für die Verlage wären die Folge.

    Natürlich muss sich jemand um das Lektorat, den Satz, die Gestaltung, den Druck und so weiter kümmern. Aber für 80-85% des Profits? Dafür, dass ich mich als Leser vorrangig für das geschriebene Wort und nicht seine Verpackung interessiere?

    • Und das ist jetzt ein wünschenswerter Zustand? Dass man – angenommen, man hat ein Topprodukt, das einem eine gute Verhandlungsbasis einbringt – als Autor eine Chance auf den Rest abseits der bereits verteilten 90% hat?

      Und dann wundert man sich über Ausführungen über molochartige Verwerter? Genau das sind doch die Zustände, gegen die im Moment aufbegehrt werden. :)

  49. Aber man erkläre mir, warum zB die Witwe eines Autors besser gestellt werden muss als die Witwe eines Müllfahrers. Beide Kerle haben zu Lebzeiten nüscht erwirtschaftet, aber die Müllfahrersfrau bekommt zum Essen ein Hungertuch.

    Wieso sind Einnahmen aus verkauften Büchern nichts Erwirtschaftetes? Wenn jemand nichts erwirtschaftet hat, dann Leute, die erben und im Lotto gewinnen. Soll nun das Erbe abgeschafft werden und die Lotterie verboten, weil das irgendwie “ungerecht” ist? (Und wenn wir schon dabei sind, es nicht unterhalb der ultimativen Gerechtigkeit zu machen: Hat jemand ne Idee, wie man Krankheiten umverteilen kann? Oder die Dummheit?)

  50. Stov: Und das ist jetzt ein wünschenswerter Zustand? Dass man – angenommen, man hat ein Topprodukt, das einem eine gute Verhandlungsbasis einbringt – als Autor eine Chance auf den Rest abseits der bereits verteilten 90% hat?

    Für mich nicht, drum mach ich ja momentan Selbstverlag.

    “Eines der großen Dilemmata im Bewusstsein der Medien- und Kulturschaffenden ist, dass sie so furchtbar berufsstolz sind. Ihre Veröffentlichungen haben für sie einen so großen Stellenwert, dass sie sich einen Teil ihrer Arbeit nicht mit Geld sondern mit Autorenstolz abkaufen lassen. Dadurch ist das künstlerische oder journalistische Produkt billiger zu haben.” (Ulli Schauen auf schauen.de)

  51. Pingback: Moritz Grassy (damoeee) | Pearltrees

  52. Pingback: Wozu Urheberrecht? (14) – Alles ändert sich oder es bleibt, wie es ist | Froitzheims Wortpresse

  53. Worum es geht: Es gibt ganz genau zwei Personen, die an einem Werk interessiert sind: der Urheber und der Verbraucher. Alles, was sich zwischen diesen beiden befindet, muss weg. Das ist eine Demokratisierung der Kultur.
    Herbert Danzinger (@magicherb, Piratenpartei Österreich)

    Alles was zwischen der Kuh auf der Weide und dem Teller des Konsumenten ist, muss weg! (Danny Iboprofen)

  54. @Stov: So lange es überwiegend gedruckte Bücher gibt, ist die Rolle des Verlegers vor allem die des Vorlegers. [http://de.wikipedia.org/wiki/Verlagssystem]. Er finanziert sämtliche Kosten vor ab und bleibt ganz alleine auf dem Risiko sitzen.

  55. Nach der Hälfte des Textes habe ich die Lust verloren weiterzulesen.
    Zu sehr schwingt mir in den ganzen Kommentaren die Grundhaltung mit: Der Künstler habe nur für die reine Schaffung seiner Kunst schon Geld verdient – das klingt zwar nett, ist aber falsch.
    Wenn ich in meinem Zimmer ein Bild male, von einem Huhn das aussieht wie ein Pferd, dann ist das sicherlich Kunst und da steckt eventuell viel kreative Arbeit von mir drin, aber eine entlohnung habe ich dafür nicht verdient.
    Um einen Gegenwert, der für viele Künstler NUR in Geld bestehen zu scheint, erhalten zu wollen muss zusätzlich noch eine “Vermarktung” stattfinden. Ich muss das Bild ja irgendwie veröffentlichen, wie ist dabei zweitrangig.
    Wenn ich nun für mein tolles Bild keinen müden Cent einheimsen kann, dann liegt das aber nicht automatisch am falschen System der Verbreitung oder dem falschen Preis. Ich darf die kritische Frage nicht von vorneherein abschmettern, ob meine Kunst denn auch von den Leuten gesehen/gehört/konsumiert werden möchte bzw. ob es ihnen wirklich Geld wert ist.
    Abermals möchte ich mit einem sehr guten Zitat abschliessen, welches ich mal im Internet gefunden habe (bezog ich vorallem auf Musik, passt aber generell):
    “… you don’t get the money first. And you don’t decide what value is!”

  56. @irene du missverstehst mich. Eine hundertjährige Schutzfrist für ein Werk ist nicht mit dem Erben eines bereits erwirtschafteten Wertes gleichzusetzen. Da wird erst post mortem auf der Grundlage einer künstlerischen Leistung erwirtschaftet, meist aber verschwindet das Werk einfach nur. Gerechtigkeitsgedöns hat nichts damit zu tun. Aber warum keine kürzere Schutzfrist? Das ist nur eines von mehreren Beispielen dafür, dass ich Reform -nicht Abschaffung- von Urheberrecht für sinnvoll halte.

    • @Leif: Und daraus folgt für dich was?[1] Mir sind die Prinzipien des Systems bekannt, ich bin aber (und anscheinend viele andere auch) mit der konkreten Realisierung unzufrieden, die durchaus mal aus historischer Notwendigkeit gerechtfertigt gewesen sein kann.

      Auch bei Start-Ups tragen die Investoren im Regelfall das gesamte Risiko. Dennoch ist Mark Zuckerberg heute immer noch der größte Anteilseigner von Facebook ;) Nochmal: Ich empfinde es nicht als zeitgemäß und schon gar nicht als gerecht, wenn bei demjenigen, dessen Wohlergehen mich beim Kauf eines Buches noch am meisten interessiert – und den ich vielleicht hauptsächlich entlohnt wissen möchte – nur 5-10% ankommen und der Rest durch Dienstleistungen und Zwischenhandel aufbebraucht wird, wodurch es wiederum DIESEN Menschen gelingt, von den Werken der Künstler sogar besser zu leben, als die Künstler selbst.

      Daran ändert auch ein Wikipedia-Link nichts ;-)

      [1] was ist das eigentlich für eine Unsitte, ein Argument an jemanden zu richten, ohne Ersichtlichkeit, für oder gegen was dieses eigentlich argumentiert? :D Das Gleiche hatte ich oben bei Irene ja auch schon.

  57. Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass jeder “Künstler” für sich den Anspruch erhebt, von seiner Kunst leben zu können. Das ist aber die Crux bei der Sache – nicht alles, was man aus eigener Motivation heraus macht, zahlt sich auch aus. Deswegen arbeiten übrigens die meisten Leute in Jobs, die Ihnen nicht gefallen.

    Wenn ich mich nun auch nur noch meinem Hobby/meiner Berufung widmen würde wäre ich vermutlich um Weiten glücklicher aber eben auch ärmer.

  58. “Und wer entscheidet darüber, welcher Künstler darauf ein Anrecht hätte? Der Markt?”

    So sieht’s leider aus, und daran ist schlecht zu rütteln – abgesehen von einer stärkeren staatlichen Subventionierung der Kunst in Form von Fördergeldern und -projekten. Aber auch der Kunstförderermarkt ist ein Markt, fürchte ich fast. Man setzt sich dem Urteil derjenigen aus, die über Gelder entscheiden, wie wertvoll und bezahlenswert die eigene Kunst ist – ob man sich da nun von der Masse, von staatlich unterstützten Initiativen oder von einem einzelnen Mäzen abhängig macht, das ist vermutlich Geschmackssache.
    Wer früher und heute nicht “gut” von seiner Kunst leben kann, kann es natürlich auch bei einem BGE nicht – muss dann aber wenigstens nicht Angst haben, zu verhungern, genau. Sieht so eine negative Entwicklung für Menschen aus, denen kreative Arbeit im Zweifelsfall wichtiger ist als ein hohes Einkommen?

    “Das heißt ganz klar: Nicht das Werk eines Künstlers soll darüber entscheiden, ob er davon leben kann, sondern sein Talent als Verkäufer.”

    Das der wahrgenommen Kunstwert abhängig ist von seiner Vermarktung, dürfte niemanden ernsthaft wundern. Kunst besteht nun mal zu großen Teilen aus Wahrnehmung, und die wird durch Marketing beeinflusst.
    Natürlich verbietet niemand einem Künstler, die Vermarktung anderen zu überlassen – aber dafür muss er aber nicht seine Verwertungsrechte abtreten sondern kann seine Manager / Eventplaner / etc. prozentual oder anderweitig beteiligen. Das Problem ist nicht grundsätzlich, die Verwertung seiner Kunst in andere Hände zu geben – sondern anschließend keinen Einfluss mehr darauf zu haben, unter welchen Bedingungen diese Verwertung geschieht. Eben diese absurde Situation dass ein bei der GEMA gemeldeter Künstler seine eigenen Songs nicht bei YouTube einstellen darf.

  59. Ohne mich am Kern der Debatte beteiligen zu wollen, ein paar Anmerkungen als Konsumenten der von Dir zur Verfügung gestellten Inhalte:

    Als großem Fan von “Kloß und Spinne” (bitte mehr davon!) fällt mir z.B. auf, daß es nur einen Flattr-Knopf für ganze Liste gibt. Man kann also keine einzelnen Folgen flattern – so kommt natürlich nichts zusammen ;-)
    Schaut man Kloß und Spinne auf Youtube, dort werden die meisten auf deine Videos stoßen, findet man dort keinen auffälligen Hinweis, oder Link zu einer Stelle an der man das Video honorieren kann. Ein Donation Button um Dir vielleicht einen etwas größeren Dank zukommen zu lassen fehlt auf Deiner Seite, ebenso fehlt ein Link zu einer Amazon Wunschliste…

    Die bisherigen Methoden einem Urheber im Internet zu honorieren sind bisher nicht das Gelbe vom Ei, zugegeben, aber die oben genannten Möglichkeiten gibt es durchaus. Konsequent angewandt, könnte jemand mit deiner Popularität im Netz durchaus einige Einkünfte generieren.

    Ich honoriere gerne (!) Sachen die mir gefallen, damit stehe ich sicher nicht alleine, aber die Möglichkeit dazu muss man mir auch geben. Wenn ich mich erst durchs halbe Netz klicken muss um einen versteckten Flattr Button zu finden bleibt das leider auf der Strecke.

    Wie honoriert man einen Straßenkünstler der einem zwar ein phantastisches Erlebnis bietet aber keine Dose aufstellt oder den Hut rumgehen lässt?

  60. Finde den Artikel sehr gut geschrieben, ist einer der wenigen, der größtenteils (bis auf den Titel vielleicht, aber das war ja Absicht) sachlich geschrieben ist und ich finde auch, dass du einige sehr wichtige Aspekte darin erwähnst, die viele Piraten leider immer wieder ignorieren (habe sie dennoch im Saarland gewählt, da ich wichtig fand, dass sie wenigstens einen kleinen Teil der Politik mitgestalten).
    In einigen Punkten stimme ich dir auch nicht zu und finde, du übersiehst wichtige Teile, die man auch berücksichtigen sollte. Allerdings wird man wahrscheinlich keinen Artikel finden, in dem dieses Thema in allen seinen Facetten dargestellt ist und der dennoch sachlich bleibt und deswegen danke für einen sehr interessanten und bedenkenswerten Eintrag!

  61. @stov: Dein fehlerhaftes Einsetzen des Begriffes Profit im Zusammenhang mit den 80-85%. Darauf wollte ich verweisen. Als einer der beiden Verleger von Volker sehe ich, wie viel ich von seinen Büchern oder von anderen Autoren auf Lager habe. Und diese gedruckten und nicht verkauften Exemplare müssen auch in die Berrechnung.

    “nur 5-10% ankommen und der Rest durch Dienstleistungen und Zwischenhandel aufbebraucht wird, wodurch es wiederum DIESEN Menschen gelingt, von den Werken der Künstler sogar besser zu leben, als die Künstler selbst.”.

    Das ist in seiner Pauschalität ganz grober Unfug. Noch ein Hinweis von mir, wer DIESE Menschen sind: Lektor, Covergestalter, Setzer, Drucker, Verlagsvertreter, Auslieferer, Buchhändler, Messestandbauer …

    • Leif: Ich habe ja bereits geschrieben, dass meine Herangehensweise als Diskussionsbeitrag erst mal naiv ist – nicht zuletzt deshalb, weil fast niemand konkrete Zahlen und Modelle ausführt. Aber wieder fehlt die Folgerung aus deinen Ausführungen. Alles so lassen, weil’s anders nicht realisierbar ist? :)
      (Kann ja durchaus sein)

      Und ich meinte natürlich nicht, dass der Mensch, der die Druckerpresse bedient, am Ende mehr Erlös erzielt. Aber ein Marcel Hartges wird wohl nicht am Hungertuch nagen ;-)

  62. Uff. Wo fange ich jetzt an. Erstmal: Danke für die Kommentare. Naja, für die meisten …
    Und jetzt ein bisschen Selbstkritik: Mein Post sagt im Wesentlichen: Ich habe keine Antwort, finde aber eure Antworten scheiße. Bis auf die, die ich nicht scheiße finde. Das ist natürlich nicht sehr produktiv. Ich fänds selbst schöner, wenn ich meiner Kritik einen tollen Vorschlag folgen lassen könnte.

    ———————————

    Die Kulturflatrate halte ich für eine sehr gute Idee, einen vielversprechenden Ansatz, die verschiedenen Interessen unter Berücksichtigung der Realität der digitalen Gesellschaft zu versöhnen. Ich verstehe halt bloß nicht, wie die Piraten das unter einen Hut bringen wollen mit ihrer Abscheu vor irgendwelchen “monströsen Apparaten”, in denen zwangsläufig ein teil des Geldes, der doch eigentlich der Kultur zugute kommen soll, “versickern” wird.

    ——————————–

    Ich schrieb oben mit großer Empörung “Nicht das Werk eines Künstlers soll darüber entscheiden, ob er davon leben kann, sondern sein Talent als Verkäufer”, was mir den Hinweis einbrachte, dass das doch heute auch schon so sei. Das stimmt natürlich.
    Zu dem Thema muss ich nochmal meine Gedanken sortieren. Ich habe das Gefühl, dass es dennoch einen grundlegenden Unterschied zwischen dem heutigen (man mag auch sagen: gestrigen) Zwang (und Willen) zur Selbstvermarktung gibt und dem von Thumay Karbalai Assad ausgerufenen Direktmarketing gibt. Es fällt mir nur grad schwer, ihn in Worte zu fassen, sorry.

    ——————————–

    In den letzten zehn Jahren (mal besser, mal schlechter) habe ich von meiner “Volkshochschul-Batik”-Kunst gelebt (danke an hans, für diese Definition, ich selbst tue mich immer so schwer, zu beschreiben, was genau ich eigentlich tue ;-). Ich möchte das auch weiterhin tun. Aber natürlich gibt es kein Anrecht darauf, zumindest nicht, solange 80% der Bevölkerung genauso um ihre Zukunft bangen müssen. Desweiteren ist mir klar, dass veränderte Rahmenbedingungen immer dazu führen, dass bestimmte Geschäftsmodelle nicht mehr funktionieren. Und dass ich nicht nur mit Sorge, sondern auch mit Hoffnung in die Zukunft blicken kann: Es ist vollkommen richtig, dass Internet und Digitalisierung Künstlern auch ganz neue Chancen bieten. Und indirekt profitiere ich bereits heute davon – weil nicht wenige Leute mich über meine Videos kennengelernt haben und dann zu Lesungen gekommen sind, um nur mal ein Beispiel zu nennen. Worauf wollte ich jetzt eigentlich hinaus? Weiß ich nicht mehr.

    ———————————

    Tageloehner schrieb: “Musik oder sonstige downloadbare Kunst hat eben real KEINEN materiellen Gegenwert.” Genau! Darum möchte ich für meine Arbeit auch nur Applaus und einen nichtmateriellen, vollkommen virtuellen, auf so einer Art kollektiven Psychose beruhenden Gegenwert: Geld ;)

    ———————————

    An dieser Stelle möchte ich auch noch zugeben, dass das Schreiben des Artikels viel Spaß gemacht hat und die Zugfahrt Düsseldorf – Berlin wie im Fluge verging. Soweit erstmal, ich muss jetzt so Zeugs erledigen …

  63. @VolkerStrübing: Sorry, eins hab ich bei meiner kleinen Krittelei weiter oben völlig vergessen zu sagen: Jeder Versuch einer differenzierten Betrachtung und Konsensfindung bei diesem gesamten Debatte wird von mir natürlich pauschal aufs allerdeutlichste begrüßt – denn Maximalforderungen, mit Ideologien unterfüttert (oder als ‘Realität’ getarnte Ideologien), helfen hier niemandem weiter.
    Und wenn es auf Seiten der Künstler und der Konsumenten genügend Leute gibt, die dazu bereit sind, dann brauchen wir nur noch Verwertervertreter, die sich ähnlich konstruktiv beteiligen wollen. Gibt es die irgendwo? :)

  64. Bei dieser ganzen Diskussion geht mir wirklich teils die Hutschnur hoch. Ich selbst schreibe auch und würde mir sehr wünschen, das irgendwann einmal hauptberuflich machen zu können. Leider bin ich bis dato noch weit davon weg. Und einer der Gründe dafür ist, dass ich bisher mein “Mordor” noch nicht gefunden habe! Ich habe mein erstes Buch in einem “on demand”-Verlag rausgebracht. Und von denen, die des gelesen haben, war die überwiegende Zahl durchaus angetan (ich glaube jetzt einfach mal, dass der Grundkonsens ehrlich war). ABER ohne die fetten Typen mit ihren Zigarren kommt man die breite Masse überhaupt nicht RAN. Man BRAUCHT sowohl das Lektorat, als auch insbesondere die Vertriebswege, die Beratung, in welche Richtung man sich etwickeln kann und sollte, das Marketing (Neuvorstellungshefte, Werbung und und und) sowie auch die Kontakte, um z.B. auch in die Direktvermarktung zu gehen, um Lesungen zu geben und so weiter. Wer das negiert der hat schlichtweg keine Ahnung!

    Ich rufe hiermit aber alle Piraten auf, mich als Mäzene zu unterstützen. Wenn sie mir ein Einkommen bereitstellen, von dem ich einigermaßen adäquat leben kann (ich will keine Millionen, aber ich will schon den Lebensstandard eines normalen Angestellten, den ich derzeit habe, aufrecht erhalten können), dann kann man von mir aus auch das Urheberrecht abschaffen und ich würde die Jungs sogar wählen. Allerdings nur, wenn man mir es lebenslang garantiert.

    So lange das nicht der Fall ist sollte einfach mal anerkannt werden, dass es verdammt noch mal nicht nur Spaß ist, ein Buch zu schreiben, sondern man sich auch viele, viele Stunden damit befasst – auch mit Aufgaben, die nicht “schön” sind. Und sicher gibt es auch größeren Spaß, als jeden Abend in einer anderen Stadt ein Konzert zu geben oder so.

    Wasch mir den Pelz (unterhalte mich, gib mir Musik, gib mir möglicherweise Anregung zum Denken) aber mach mich BLOSS nicht nass (verlange Geld von mir.) Dieses ganze Geseiere von wegen “Künster sollen bezahlt werden” ist Augenwischerei. Denn hinter “werden” ist kein Punkt zu sehen, sondern ein Komma. Der zugehörige Nebensatz lautet “nur bitte nicht von mir!”

    Ich halte es da mit Till Schweiger (sinngemäß): Wenn die Leute sich Dinge aneignen wollen, ohne dafür zu zahlen, dann sollen sie das doch bitte in Real, Rewe oder MediaMarkt machen. DA erfordert es aber zumindest Eier. Im Internet anonym zu kopieren ist wesentlich weniger gefährlich und umso feiger .
    Gerade deshalb sind sie ja dann alle so baff, wenn sie plötzlich erwischt werden!!

  65. man kann weder von arbeit leben, noch von geld!

    viele gehen arbeiten, um sich geld zu verdienen, von dem sie sich dann nahrung kaufen. aber selbst diese mutiert zunehmend zu (kopiergeschützten) ‘produkten’, die wenig mehr als satt, aber einige leute sehr reich machen. während die masse der ‘urheber’ an den rand ihrer existenz gedrängt wird. die meisten hungernden dieser erde sind kleinbauern, hab ich mir sagen lassen.

    von den meisten künstlern dieser erde haben die meisten menschen noch nie was gehört oder gelesen. alle anderen jammern auf sehr hohem niveau!

    kunst mag ein werkzeug sein, unser dasein und eben solche zusammenhänge zu reflektieren und, im besten falle, unser leben zu verbessern. zweifellos aber dient nichts besser dem zwecke, eben nicht mehr arbeiten gehen zu müssen, als ein künstlerleben! ;)

  66. Sorry, aber die Kritik an all den parasitären Einrichtungen zwischen Künstler und Konsument sind berechtigt. Vielleicht nicht im Falle “kleiner” Künstler wie dem Autor dieses Artikels, auf jeden Fall aber bei den ganzen Popsternchen, die Einrichtungen wie die GEMA erst so aufblasen und Gebühren für unabhängige Radiosender und kleine, alternative Clubs in existenzbedrohende Regionen steigen lassen.

    Ich empfehle das Streitgespräch zwischen Pirat Christopher Lauer und Jan Delay im aktuellen Spiegel. Über die Personae kann man sich bestimmt streiten, aber sicherlich handelt es sich hier um einen repräsentativen, gar liberaleren Vertreter der großen, deutschen Musikindustrie. Er sieht sich nicht in der Lage, ein Album zu produzieren, bei dem er bei rund 100000 Plattenverkäufen keine Miese mache. Er müsse schon 200000 absetzen, um von dem, das übrig bliebe, leben zu können. Den Fehler sieht er trotzdem nicht bei Labels und Verwertern, sondern bei Raubkopierern.

    Wenn es da nicht klingelt, kann ich auch nicht helfen..

  67. Reblogged this on Nova Station und kommentierte:
    bei der heterogenität der piraten ist es unheimlich schwer sich zu deren vorstellungen adäquat zu äußern. (volker strübing hat das ganz gut gemacht.) mag ja sen, dass das geltende urheberrecht geändert werden muss, aber die in volkers beitrag zitierten vorschläge sind teilweise einfach künstlerverachtend. immerhin das haben einige(!) piraten mit den etablierten politikern gemein: sie verkennen die lebenswirklichkeit vieler künstler. und: künstler ist nicht gleich künstler. auch das hat volker glücklicherweise deutlich gemacht – der literaturmarkt kann nicht zwingend mit dem film- und musikmarkt gleichgesetzt werden.

  68. “sondern ein Merkmal der Gesellschaft, wie wir sie jetzt kennen, das Merkmal einer Gesellschaft, die generell auf Ausbeutung beruht”

    Da habe ich aufgehört zu lesen. Es belustigt mich, wenn sich Linke aller Coleur über Ausbeutung beschweren, und dann flugs ein “bedingungsloses Grundeinkommen”, sprich Parasitentum in Reinkultur, gutzuheißen.

    Habe einen Buchtipp für Euch: Helmut Schelsky, Die Arbeit tun die anderen. Klassenkampf und Priesterherrschaft der Intellektuellen.

  69. “Ich empfehle das Streitgespräch zwischen Pirat Christopher Lauer und Jan Delay im aktuellen Spiegel.”

    gibt’s das schon irgendwo für lau?

    “Er sieht sich nicht in der Lage, ein Album zu produzieren,…”

    heißt das, wir werden in zukunft von jan delay-alben völlig verschont bleiben?

  70. Danke für den Beitrag erstmal. Mir (als Urheber) ist nicht die Frage nach den Einnahmen wichtig, sondern die nach der Kontrolle.
    Ich möchte selbst entscheiden, wo und wie meine Werke erscheinen. Ich möchte selbst entscheiden, wer sie wofür nutzen darf.
    Und dabei geht es nicht nur um das Honorar für die Nutzung, sondern vor allem um das Umfeld, in dem meine Arbeit erscheint, und den Zweck, für den sie verwendet wird.

    Eine Kulturflatrate nimmt mir diese Kontrolle aus der Hand. Zwar bekäme ich dann Geld dafür, aber es bliebe eine Enteignung gegen meinen Willen.

  71. @Clarknova

    Oh, “Künstlerverachtend” – warum, weil sie das gegenwärtige Business-Modell eventuell zerstören? Ich glaube eher, DU verkennst die Aufgabe von Politikern. Sie sind nicht dafür da, sich zu überlegen, wie Künstler, Handwerker oder sonstwer an seine Kohle kommt. Frag mal Schlecker-Mitarbeiter, was sie von den Positionen der FDP halten. Die hat sich auch nicht darum geschert, wie Schlecker-Mitarbeiter an ihr Gehalt kommen.

    Wer ein Business-Modell ausgearbeitet haben möchte, dafür gibt es heutzutage sogar Berater. Zu glauben, es sei die Aufgabe jeder Partei da draussen meine Interessen zu vertreten und zu schützen ist nicht nur naiv, es wirft schon vehemente Fragen zur politischen Bildung auf. Keiner erwartet hier von Volker, die Piraten zu wählen. Wenn er sich in ihren Positionen nicht wiederfindet wäre das auch Unfug. Aber schon Dein Hinweis auf “Künstler ist nicht gleich Künstler” zeugt doch davon, dass es hier im wesentlichen darum geht, eigene Interessen durchzusetzen. “Ich, ich, ich”. Es ist nicht die Aufgabe einer Partei, Politik für Autoren zu machen. Auch nicht für Sänger, Komponisten, Regisseure oder wen auch immer. Sondern Politik für Deutschland, bzw. das jeweilige Bundesland, die jeweilige Stadt etc. Die Interessen von Interessensgruppen werden in dem Prozess der Meinungsbildung gewöhnlich berücksichtigt – durch Anhörung von Betroffenen in den entsprechenden Ausschüssen etc.

    Es ist aber nicht die Aufgabe der Piraten, der SPD, der CDU oder sonstwem, Künstlern, Klempnern oder Stukkateuren das Einkommen zu sichern. Volker hat gesagt, er hat schonmal aufgestockt. Diese Möglichkeit hat ihm die Politik gesichert. Für alles andere muss er sich Gedanken machen, wie er an Geld kommt – das muss jeder andere von uns auch.

  72. Volker merkt nicht, dass er bereits Marketing macht – und sich daher bei den falschen Leuten beschwert. Wenn er meint, es sei Aufgabe des Vermarkters, Marketing zu machen (was nahe liegt, aufgrund der Bezeichnung), dann wäre es auch am Vermarkter, die Leute zu überzeugen, dass das, was Volker produziert, Geld wert ist.

    Volkers Beispiele, ob jetzt die Lesungen oder das Restaurant, sind wenig überzeugend. Die Lesung, weil Volker schlicht einen Grund für die geringen Spenden als gegeben annimmt und ohne weitere Überlegung oder Überprüfung diesen als gegeben annimmt. Ob die Finanzierung durch Spenden explizit und wahrnehmbar genug angekündigt war, darüber wird kein Gedanke verloren. Der Fehler wird wie in der ganzen Diskussion immer und ausschließlich bei anderen gesucht, anstatt sich mal an der eigenen nase zu fassen.

    Und ähnlich verhält es sich mit dem Beispiel des Restaurants: In jedem Restaurant dass diese Bezeichnung verdient kann ich, wenn ich nach ein paar Bissen zur Überzeugung gelangt bin, dass das Essen ungenießbar ist, den Teller zurückgehen lassen. Solange Volker nicht die Rückerstattung für halbgelesene Texte anbietet hinkt der Vergleich aber gewaltig. Mehr noch: Der Koch überlebt nicht davon, dass an einem Abend alle Gäste den Preis auf der Karte bezahlen, sondern davon, dass die Qualität seines Essens, des Services und des Ambientes die Gäste davon überzeugt, dass das Erlebnis des Essens in dieser Location den Preis auf der Karte wert ist. Davon muss er die Gäste überzeugen und als weitere Vermarkter hat er dabei in der Regel wenig mehr als den eigenen Service zur Verfügung.

  73. @ Philipp M. Nellißen

    Wer so flockig-impertinent von “parasitären Einrichtungen” schwadroniert, sollte sich vielleicht erst einmal einmal informieren über die Komplexität der arbeitsteiligen modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft. Jeder hat die Wahl, ganz naturverbunden regional zu wirtschaften. Ich empfehle, um die Aufnahme bei den Hutterern oder den Amischen zu ersuchen und sich schon mal auf deren Lebensumstände und -qualität einzustellen. Für den Anfang tut’s auch ein Einsiedlerhof mit Subsistenzwirtschaft. ;-)

    Will sagen: Die Verteilungsungerechtigkeiten innerhalb des Systems kann man ja thematisieren, aber wenn man das System an sich in Frage stellt, sollte man realistische (!) Modelle anbieten, die an deren Stelle treten können, ohne ihrerseits Menschen zu schaden.

  74. Krass, wie lang dein Beitrag ist.

    Naja,
    Verwaltungsgesellschaften und Verlage hin oder her, hast du es mal ohne probiert? Hast du dich mal mit anderen Freelancern zusammen getan, die das können, was du nicht kannst und hast mit ihnen über faire Aufteilung des Ertrags aus deinem Werk verhandelt?

    Es erfordert zwar etwas Management, aber das kann man lernen. Und es ist möglich etwas ohne Verlag auf die Beine zu stellen. Dadurch, dass Verlage viel Geld schlucken, und leider teilweise gar nicht die Künstler bezahlen (Hab ich auch schon gesehen), hast du weder Gewinn, noch Verlust gemacht, wenn du es mal mit selbstverlegen probierst und eine kleinere Leserschaft ansprichst, als du mit einem Verlag erreichen könntest.

    Schau dir einige Beispiele aus der Spielebranche an.
    Versuch mal deine Bücher als digitales Gut in einer Sammlung voller digitaler Bücher zu verkaufen. Das geht.

    Und dadurch, dass du das dann alles ohne Publisher selbst in die Hand nimmst, kannst du sogar ohne Vorgaben des Publishers arbeiten und dadurch hast du einen höheren künstlerischen Wert, weerter Herr Künstler.
    Häufig kommt mir das mit den Publishes vor, man sei Dienstleister. Ich sehe das wieder an einer Open Beta von einem Spiel aus Asien, das vergeblich versucht wird für den Europäischen Markt anzupassen. Die Asiaten und der europäische Verlag haben nicht nur extreme Kommunikationsschwierigkeiten (Zeit ist Geld), sondern beide weigern sich einfach mal das umzusetzen, was gewünscht ist. Zum Leidwesen der Spielerschaft, die bereits sich als feste Community manifestieren möchte – kann aber nicht.

    Versuche es einfach mal mit einigen Kurzgeschichten. Die sollen angeblich gut als Selbstverlag ankommen.

    Was du für deine Eigenwerbung machen könntest, wäre Partnerprogramme mit anderen Autoren, die ebenfalls selbst verlegen. Verlinkung her, Verlinkung da und das als kleiner Banner macht es immer möglich den neuesten Band einer Geschichte publik zu machen.

    In der Gamesbranche haben sich dadurch schon Unternehmen etabliert, die Selbstpublisher damit Unterstützen. Das erkennt man an Freeversionen der Mobile Games, besonders dann, wenn Spiele von anderen Unternehmen angezeigt werden.

  75. Pingback: Reden wir über Geld – DENKDING

  76. Vielen Dank für den Artikel. Er spricht mir demaßen aus der Seele. Ich kann das Gekotze der Hunderten Nachplapperer die ABSOLUT keiner so wirklich nachvollziehen kann, nicht mehr hören. Die haben keine Ahnung davon wie es ist monatelang nur Spagetthi mit Ketchup zu essen weil das Geld wiedermal nicht ausreicht, trotz dass man dutzende Awards mit seinen Arbeiten gewonnen hat. Die keine Ahnung davon haben wie hart man mit egal welchem Kunden, ob Endkunde, Verwerter oder Privatmensch verhandeln muss um überhaupt eine Entlohnung für die Arbeit zu bekommen die eine ganze Woche beschäftigt. Die einen sagen sie wollen hochqualitative Werke sehen. Und im gleichen Zug wollen sie nicht für hochdekorierte Kunstwerke zahlen, weil die ja nicht Hollywoodblockbsuter sind. Poeten aus deutschen landen sind geächtet, aber USA-Blechgedrösel muss es sein. Wo sit da nun die Qualität? Und wer bemisst das?
    Ich krieg echt Plaque wenn man von der gemütlichen Position eines Festanstellung die monatlich sicher das Geld einspielt, völlig egal ob man nur Kaffe säuft und der Sekretärin auf den Busen starrt, es mit einem Künstler der um jeden Cent kämpfen muss, vergleicht.
    Denen könnte ich entgegenwerfen, dass sie doch bitte auch nur dann bezahlt werden wenn sie die Tasten ihres Computers benutzen. Oder am besten gar nicht mehr, denn sie tun ja in irgendeiner Kosntante auch was für die Gemeinschaft. Am besten niemand erhält mehr Lohn für seine Arbeit. Ist ja letztlich Belastung für irgendwen.
    Hallo?! Es geht nicht mald rum ob ein Kunstwerk nun Kunst ist oder nicht. Es geht darum dass da jemand für GEARBEITET hat! Wenn wir Arbeit als midnerwertig, hochwertig, gar nichtwertig deklarieren möchte ich gerne die Manager, Klofrauen, Politiker und IT-Ler mit and en Tisch holen und argumentieren wer hier welche wertige Arbeit macht und deren Lohn daran bemessen.
    Vergesst mal nicht, dass das UrhG auch den Künstler vorm Verwerter schützt. Wenn der nämlich mit den Kunstwerken machen kann was er will dann hab ich als Künstler noch weniger Handhabe um ihm dies zu verbieten. Wenn etwas frei ist, ist es frei. Für Otto Friedrich genauso wie für den Konzern Disney der dann mit Plüschfiguren das große Geld macht und ich kann nichts dagegen tun.
    Und dann bleibt die Sache mit der Bestimmung. Jeder regt sich auf, wenn sein versoffenes Partygesicht anprangernd auf dem Parteitag der XYZ gezeigt wird und ihn diffamiert. Und was darf der Künstler machen wenn sein Lied als Hintergrund für die Propaganda der NPD verwendet wird? Nix?! hättet ihr wohl gerne. Wenn dann gleiches Recht für absolut alle!
    Diese heuchlerisch-sozialistische Einstellung die aber sofort dort aufhören muss wo meine eigenen Güter und Werte beschnitten werden geht mir total auf den Sender und ich habe totales Verständnis für den Autor, Jan Delay und Sven Regener. Denn die wissen wenigstens worum es geht!

  77. Das Problem warum sich die Sache langsam in die Schützengraben verlagert, sieht man hier unter den Kommentaren genauso deutlich wie auch in jedem anderem Medium.

    Der Artikel ist provokativ, aber in meinen Augen nicht unangebracht, aber nach dem ich die Kommentare überflogen habe, fiel mir immer mehr auf dass jeder gute Beitrag, nicht weiter kommentiert wurde!
    Die ganze Aufmerksamkeit fiel auf Trollposts! die das Thema in keinster Weise so beschrieben haben, dass es irgendjemandem weitergeholfen hätte.

    Ich denke ein modernes System liegt den Künstlern genauso am Herzen wie uns Konsumenten, wir hassen DRM und Klagen, ihr hasst es wenn die Leute es als selbstverständlich erachten sich eure Werke unentgeltlich zu konsumieren.

    Das ist das aktuelle System, und ich denke dass nutzen die Verwertergesellschaften gerade aus. Für die ist im Moment doch alles Perfekt, die kassieren an Klagewellen und an den Künstlern. Und eine Einigung oder gar Lösung ist nirgends zu sehen. Ich bin mir sicher dass es viele Modelle gibt, welche dem Künstler mehr Profit zusichern und Kopien eindämmen.

    Zum Thema Kopien liegt mir noch auf der Zunge, dass es das schon immer gab und immer geben wird. Ich bitte euch Künstler zu verstehen, dass wenn man mit 30€ Taschengeld lieber ein Album kostenlos, schnell und ohne DRM runterlädt, als es für 20€ im Laden zu kaufen. Wenn ein Produkt für eine gewisse Interessengruppe nicht bezahlbar aber anderweitig, einfach und kostenlos verfügbar ist, wundert mich die hege Nachfrage danach nicht.

    Distanzieren wir uns jetzt von Kindern und beziehen uns auf Erwachsene (z.B.: Sozialempfänger, Selbstschaffende, Studenten, etc) sollte auch langsam euch klar werden dass die meisten illegalen Verbreitungen euch kaum einen Cent eingebracht hätten. Ich will hier zum Teil ein wenig Verständnis für beide Seiten schaffen, ihr seid doch Künstler, ihr habt sicher auch Zeiten gehabt wo man mit 600€ im Monat über die Runden kommen muss, sollte man in diesen Zeiten auf jegliche Kultur verzichten? Weil man mit dem Preis für eine CD gut eine Woche lang Essen kaufen kann? Ich weiß, das Argument klingt an den Haaren herbeigezogen, jedoch hoffe ich das man die logische Abfolge erkennt, dass wer sich etwas bei Anbieter A nicht leisten kann, es sich kostenlos bei Anbieter B holt. Es ist unmöglich das unerlaubte Kopieren von Medien zu verhindern, es muss eingedämmt werden.

    Viele Ideen für ein besseres System sind Blödsinn, Künstler müssen nach wie vor nach ihrer Schaffenskunst (Verkaufszahlen) bezahlt werden, ich meine wer will schon ein Grundgehalt für Künstler? In dieser Wirtschaftslage würde ich mich ruck-zuck als Dichter selbstständig machen, selbst ein Kulturbanause wie ich könnte 2-4 minderwertige Publikationen produzieren und dann besser als von Hartz 4 oder einem Billigjob leben.

    Ich denke, dass das BGE dafür ein erster Schritt wäre. Dann kann Künstlern wer will, und wenn er erfolgreich ist gibt es eben mehr als das BGE, wenn nicht sucht er sich was anderes, oder lebt von dem wenigen Geld das er vom BGE bekommt und macht Kunst bis er stirbt und das Zeug ein Vermögen wert wird ;).

    Ich will jetzt gar nicht mit den Verwertern anfangen weil das für mich einfach zu kompliziert und komplex ist, auch werde ich jetzt nicht DIE Lösung finden können. Was ich erreichen wollte ist Verständnis für beide Seiten, damit man endlich an einer Lösung arbeiten kann, korrigiere, du hast das mit dem Verständnis für die Künstler in deinem Beitrag geregelt.

  78. Es werden noch Zeiten anbrechen, in denen man erstmal googlen muss, ob das was man gerade gedacht hat, nicht schon einmal neurochemisch stattgefunden hat. Verheerender wäre, wenn diese bioelektrische Reaktion es in Wort oder Schrift niedergelegt wurde.
    Somit würde ich dann gezwungen zu einer nutzlosen Ansammlung von Kohlenstoffeinheiten zu verkümmern.
    Ja die Piraten sägen an dem Ast auf dem Sie sitzen.

  79. @ufj99:

    Weil es sich hier um eine Kommentarsektion eines Artikels handelt, der selbst schon lange genug ist, einige Leser abzuschrecken, hatte ich beschlossen, mich auf das Allernötigste zu beschränken. Natürlich bleiben da Details auf der Strecke, manches wirkt dann polemisch. Auf kurzangebundene Polemik (was, im Übrigen, ein generelles Problem der Kommunikation im Netz ist und bleiben wird, das hat das Medium so an sich, den hämischen Ton muss man sich weg-, den gekürzten Content dazudenken) mit noch schlimmerer Polemik, natürlich gekoppelt an einen Unwissenheitsvorwurf, zu reagieren, ist allerdings nicht minder impertinent.

    Es erinnert mich so ein bisschen an die platten Vorwürfe, die sich die Piraten tagtäglich anhören müssen. “Kein Programm”, heißt es dann, und wenn man selbst mal die Ehre hatte, sich in den diversen öffentlichen Antragssektionen in Wikis bzw. Liquid-Feedback umzuschauen oder an dem Wust an Abstimmungen teilzuhaben, kann man da eigentlich nur müde lächeln. Der Parteitag einer gestandenen Regierungspartei wirkt da, ob der Inhaltsfülle, wie ein Kaffeekränzchen.

    Zurück zum Thema. Die “Komplexität der arbeitsteiligen modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft” also, ja? Die ist mir gänzlich vertraut. Im Übrigen bin ich nicht einmal der Auffaßung, dass irgendein Glied in dieser arbeitsteiligen Kette tatsächlich rein parasitär, ergo verzichtbar ist. Von den abmahnenden Anwälten der Urheberrechtsvertreter einmal abgesehen, gibt es genau genommen keinen Dienstleister, dem ich die Teilhabe am Kuchen absprechen wollen würde, selbst wenn ich könnte. Das schließt auch die GEMA ein, auf die gerne eingedroschen wird.

    Um das “ob” geht es mir demnach garnicht. Wenn ein Künstler genug Aufmerksamkeit genießt, es sich leisten zu können, sämtlichen schnöden Papierkram und andere “nicht-künstlerische” Arbeit delegieren zu können, dann ist das sein/ihr gutes Recht. Man kann und sollte diese Einrichtungen daher erhalten, jedenfalls gewiss nicht “verbieten” oder ihnen Steine in den Weg legen, genauso wie ich keiner wohlsituierten Hausfrau das Recht absprechen darf (oder will), sich eine Putzfrau nach Hause zu bestellen. Ist im Übrigen ein guter Vergleich, wie ich finde.

    Ganz offenbar ist jedoch, um auf das Beispiel mit Jan Delay zurückzukommen, dass dieser Apparat, meinetwegen auch das System (leider ein negativ-konnotierter Terminus..) aufgedunsen, ergo fehlerhaft ist. Wenn dieser Herr 100000 CDs abgesetzt und meint, damit dann noch Miese machen zu müssen, dann läuft wohl irgendwo etwas falsch. Bei einer ganz dreisten Milchmädchenrechnung (Pressung für 2,50, Ankauf im Handel für 7,50 und Einzelhandelspreis 15,-) sind das immerhin 500.000€ Umsatz, die sich irgendwo zwischen Künstler und Händler auf die Beteiligten verteilen. Wenn davon nicht genug übrigbleibt, die Kosten der Aufnahme zu decken – denn genau das ist es, was er meinen muss, wenn er von “Miese” spricht – müssen schlankere Arbeitsabläufe her.

    Das gehört nämlich auch zu der “modernen Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft”, die sie ansprechen: Dass Geschäftsmodelle, die aus dem vorherigen Jahrtausend nahezu unverändert ins neue portiert werden, auf der Strecke bleiben. Jeder andere Betrieb, produzierend oder dienstleistend, hat die letzten 10-15 Jahre eine schmerzhafte Entschlackungstherapie vornehmen müssen. Wenn die Musikindustrie sich dagegen mit Mistgabeln und Fackeln wehrt, ist die große Krise, die sie seit dem Aufstieg der Tauschbörsen proklamiert, erst die Spitze des Eisbergs.

  80. “Bei Arthouse- oder Low-Budget-Filmen oder anderen grandiosen Perlen der visuellen bzw. akustischen Kunst interessiert sich auch keiner für Filesharing.”

    Arthouse gibt es aber oft auch nur deshalb, weil irgendein Kulturunternehmer – Verzeihung die Contenmafia – mit ihren Zugpferden auch ein paar andere Künstler durchbringt – ganz ohne Flattr, Crowdsourcing und ähnlichen Kram.

  81. genauso wie ich keiner wohlsituierten Hausfrau das Recht absprechen darf (oder will), sich eine Putzfrau nach Hause zu bestellen

    Muss das in der Postgender-Partei nicht Hausmensch und Putzmensch heißen? Oder Hauspirat und Putzpirat?

  82. Ist es nicht so, dass “Kunst schaffen” zu einer Branche gemacht wurde, dass gerade die SPD weit vorne war/ist, beim Versuch, Künstler in Produzenten zu verwandeln?
    Ist es nicht auch so, dass, wenn schon Marktgesetze auch für das Schaffen von Kunst gelten, es in jedem System immer Künstler gibt die am Markt scheitern aka “pleite gehen”? Und ist es nicht ausserdem so, dass die durch extreme Produktivitätssteigerung der Wirtschaft unsere Sozialsysteme derart ausgeweitet werden konnten dass sich heute viele ihren künstlerischen Neigungen hingeben können und von der Allgemeinheit finanziert werden – also der Markt “voll” ist?

    Wenn über BGE oder Kulturflatrate die extremen Einkommensunterschiede zwischen Künstlern der selben Sparte verkleinert werden könnten wäre das ein Akt der Demokratisierung und Befreiung der Kunst – auf Kosten der Künstler, die bspw. im Buchhandel die 10% erfolgreichsten Titel vermarkten (lassen).

    Dass weiterhin Künstler, die nicht gut vom Markt angenommen werden, nicht von ihrer Kunst werden leben können, wird immer so sein, denn durch verbesserte Verdienstmöglichkeiten steigt der Anreiz selbst Künstler zu sein und der Markt wird wieder überfüllt…

  83. @Solloki

    Da draussen gibt es mehrere Million Hartz IV-Empfänger. Und etliche selbständige Handwerker, die auch Probleme mit der Zahlungsmoral ihrer Kunden haben. Wenn Du glaubst, mit Deinem Beitrag irgendjemandem gedient zu haben, dann irrst Du. Im Gegenteil.

    Jeder – JEDER – muss, wenn er mehr als Hartz IV bekommen will, irgendwen überzeugen ihm für irgendwas Geld zu geben. Eine Festanstellung ist letztendlich auch nichts anderes und Du darfst Dich gerne mal mit Hartz IV-Empfängern unterhalten, wie leicht man da dran kommt.

    Zu glauben, dass Dir prinzipiell mehr zusteht als anderen ist an Arroganz nicht zu überbieten und hat nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, dass Du Dich besser auskennst als andere.

  84. Endlich mal ein sachlicher Artikel PRO Verwertungsgesellschaft. Vielen Dank.

    Sie haben Recht, es wird immer irgendwelche Konzerne geben, die Künstler vermarkten.

    Wenn man die Privatkopie legalisiert, wird sich irgendeine Form von Kunst-Tauschbörse ergeben, vor allem für Musik, Filme und Texte (was eben am heimischen PC oder TV am besten konsumiert werden kann.) Das Geld, was dann in die Kunstindustrie fließt, wird weniger sein – viel weniger als heute? Das kann man heute nicht wissen – und sich genauso verteilen wie heute: Das meiste bekommen Lady Gaga und Steven King. Und für unbekannte Künstler wird es ein Almosen sein.

    Wenn man die Privatkopie nicht legalisiert – was ändert sich dann zu heute? Es wird neue illegale Tauschplattformen geben. Aber fließt dann mehr Geld in die Kunstindustrie?

  85. die piraten disqualifizieren sich doch schon durch ihre namensgebung selbst…piraten stehlen und rauben, was anderen gehört…

  86. @felix, du schreibst:
    “Zum Thema Kopien liegt mir noch auf der Zunge, dass es das schon immer gab und immer geben wird.”

    über den unterschied zu einem copyshop oder dazu, etwas auf kassette zu ziehen – was nämlich beides sehr viel zeit kostet und schon allein deshalb nicht unendlich häufig passiert, von den kosten mal abgesehen – ist schon viel geschrieben worden.
    ich möchte aber einfach alle, die jetzt so sagen “na ja, es ist doch immer schon kopiert worden” herzlich bitten, bei dem plattenlabel ihres vertrauens – wenn es in den letzten jahren nicht schon pleite gegangen ist oder sony music heißt – nachzufragen, ob es durch die enorme zunahme von filesharing nicht vielleicht etwa doch einen spürbaren verkaufszahleneinbruch gab. die werden ganz schön blöd gucken, dass das noch jemand fragen muss, und dann ganz schön gemeine zahlen nennen. gemein deshalb, weil die ne deutliche sprache sprechen: es geht hier nicht um das kopieren, das wegen kein geld immer schon gemacht wurde, und es geht hier nicht um das kopieren von zeug, das man sich ja für geld eh nicht besorgt hätte – sonst wären die verkaufszahlen relativ konstant geblieben. es geht um ich-würd-auch-zahlen-wenn-ich-es-nicht-auch-umsonst-kriegen-könnte. und diese klientel tut jetzt eben so, als sei das überlegte attitüde, und nicht etwa einfach der unwille, für etwas, das man bekommt, auch was zu bezahlen. so fühlt es sich zumindest streckenweise an.

    und @philipp m. n., du schreibst ja zum glück selbst von einer ganz dreisten milchmädchenrechnung bei dem hier:
    “Bei einer ganz dreisten Milchmädchenrechnung (Pressung für 2,50, Ankauf im Handel für 7,50 und Einzelhandelspreis 15,-) sind das immerhin 500.000€ Umsatz, die sich irgendwo zwischen Künstler und Händler auf die Beteiligten verteilen. “

    sehr ernst kann man so eine argumentation nicht nehmen; mit dem business hat das so richtig gar nix zu tun. der herstellungspreis ist doch nicht nur der preis für die pressung. wo ist denn bei dir das studio, wo ist die postproduction, wo sind die leute, die artwork machen, wo sind die fotografen, die die fotos fürs artwork machen, wo sind die leute, die die leute hübsch machen, die fotografiert werden? wo ist der werbeetat? wo sind die kosten für den videodreh? die kosten für die promoreise? oh, und falls du einwenden möchtest, das sei doch alles schnickschnack: nein. ohne diesen mumpitz verkauft niemand mehr 100.000 tonträger, punkt. weil eben, hier wurde es gebetsmühlenartig wiederholt, der markt so voll ist.

    jenseits von bauchgefühlsmäßig zusammengereimten produktionskosten oder nichtentstandenen schäden durchs saugen könnte man vielleicht dann wirklich mal konstruktiv weiterdenken, in richtung kulturflatrate.

  87. @superjule
    “ich möchte aber einfach alle, die jetzt so sagen “na ja, es ist doch immer schon kopiert worden” herzlich bitten, bei dem plattenlabel ihres vertrauens – wenn es in den letzten jahren nicht schon pleite gegangen ist oder sony music heißt – nachzufragen, ob es durch die enorme zunahme von filesharing nicht vielleicht etwa doch einen spürbaren verkaufszahleneinbruch gab. die werden ganz schön blöd gucken, dass das noch jemand fragen muss, und dann ganz schön gemeine zahlen nennen. gemein deshalb, weil die ne deutliche sprache sprechen: ”

    Richtig, wenn ich denen alles glaube, was sie erzählen, ist das eine absolute Katastrophe. Nur glaub ich auch nicht jedem Fußballspieler, der den Rasen küsst, dass er übelst gefoult worden ist.

    Einen Verkaufszahleneinbruch auf bestimmte Ursachen schieben kann jeder – NACHWEISEN, dass diese Ursache tatsächlich signifikant zum Umsatzeinbruch beigetragen hat, ist aber etwas ganz anderes.

    ” sonst wären die verkaufszahlen relativ konstant geblieben”

    Verkaufszahlen sinken auch aus anderen Gründen. Zum Beispiel, weil Unterhaltung in Zeiten, in denen es Leuten nicht so gut geht, das Erste ist, bei dem Leute sparen. Schon bevor die Netzkapazitäten die heutigen Ausmaße hatten, bei denen problemlos Filme durch die Welt geschoben werden konnten, gingen die Kinobesucher deutlich zurück, teilweise verteilten sie sich aber auch anders, summa sumarum kam ein Kinosterben heraus. Dazu trugen aber das Platzen der “New Economy”, aber auch die Verbreitung von DVDs, bei. Und wenn hier ein Teil der Branche den anderen kannibalisiert, dann ist das für letzteren Teil bedauerlich und allgemein vielleicht als Kulturverlust beklagenswert. Wir sehen aber, dass in letzter Zeit aber auch etliche Programmkinos wiederbelebt werden – mit anderem Businessmodell. Und genau das ist hier ja der Punkt: Wenn es faktisch auch mit Strafandrohung nicht mehr möglich ist, ein bestimmtes Businessmodell zu praktizieren, dann kann ich noch so sehr darüber lamentieren, wie schlecht die Welt ist, mein Businessmodell funktioniert nicht mehr. Und es ist MEINE Aufgabe – nicht die eines anderen – sich zu überlegen, wie ich nächsten Monat die Miete bezahle.

    “sehr ernst kann man so eine argumentation nicht nehmen; mit dem business hat das so richtig gar nix zu tun. der herstellungspreis ist doch nicht nur der preis für die pressung. wo ist denn bei dir das studio, ….”

    Man kann eine Argumentation, die aktenkundige Kartellverfahren schlicht ignoriert, auch nicht ganz ernst nehmen. Dass Plattenlabel in der Vergangenheit schon den Handel regelrecht erpresst haben, künstlich hohe Preise zu verlangen, ist einige Label in den USA schon teuer zu stehen gekommen – auch wenn man natürlich nur das beste wollte und keinerlei Schuldeingeständnis gegeben hat – man hat dann letztlich bevor es RICHTIG teuer wurde bzw. man evtl. ein paar Jahre Staatsverpflegung riskiert hätte, einen Vergleich geschlossen.

    “jenseits von bauchgefühlsmäßig zusammengereimten produktionskosten oder nichtentstandenen schäden durchs saugen könnte man vielleicht dann wirklich mal konstruktiv weiterdenken, in richtung kulturflatrate.”

    Richtig, aber das gilt für beide Seiten. Jeder kann x-beliebige Zahlen aus dem Hut zaubern, auf den Dritten von links zeigen und sagen “Der ist Schuld”. Das hat aber mit Seriosität reichlich wenig zu tun.

  88. Habe die Piraten in Berlin gewählt und bereue das nun.
    .
    Was die Piraten über GEMA, Plattenfirmen, Komponisten usw, (die GVL erwähnen sie nie, offenbar wissen sie auch nix darüber) …was sie darüber nicht wissen aber von sich geben ist oft sowas von hahnebüchen, ahnungsbefreit… das kommt mir vor wie die Zeitschrift SOUNDS in den Siebzigern, die auch alles tolll fand, was schräg und “alternative” war und natürlich waren die Manager, Firmen, Veranstalter usw. die Bösen (mit dickem Bauch, Smoking, Zigarre im Mund und Melone auf’m Kopf).
    Mein Gott, die sind sowas von ahnungslos und gestrig, diese “Piraten”. Hauptsache sie bekommen ihre jeweils bevorzugte aktuelle Popmusik weiterhin umsonst bei all den vielen illegalen Anbietern. Ich weiß wovon ich rede, auch ich bin betroffen, arbeite seit 42 Jahren im Musikgeschäft (auf allen Seiten).
    Auch anzumerken: Viele der Piraten arbeiten in der IT-Branche und sind mit Google (illegaler Anbieter von reichlich Musik und Film bei YouTube) und ähnlichen Großen verbandelt – oder wollen das $ehr gerne. Will sagen: die haben durchaus auch ihre eigenen Interessen. Aber wehe, IHNEN nimmt mal einer was weg, z.B. würde eins ihrer selbst entwickelten Programme kostenlos zum Download ins Netz stellen. Das gäbe sofort heftige juristische Kämpfe. Aber der andere Kram, mit dem sie nix beruflich zu tun haben, den sie nur nebenbei als leichtes Entertainemnt hören, das “ist ja nur Popmusik”.

  89. @Jeeves

    Du solltest Dir mal den offenen Brief vom CCC anschauen, dann wüsstest Du, dass Du hier ne Menge Unfug erzählst. Erstens gibt es etliche Open Source-Programme da draussen – Du kannst Dir ganze Office-Pakete kostenlos zulegen. Zweitens arbeiten Programmierer vielfach in angestellten Positionen – wie häufig die Software letztendlich verkauft wird betrifft wenn es hochkommt den variablen Gehaltsanteil, ggf. aber auch nur die Frage, ob der Job als solches sicher ist oder nicht. “Juristische Kämpfe” wären aber in jedem Fall nicht die Sache des ITlers sondern der Rechtsabteilung der Firma oder des Firmenanwalts. Und gerade da sieht man im Handy-Krieg wo das hinführen kann, wenn man es zum Exzess betreibt.

    • “Was die Piraten angeht, wie wärs, wenn die mal zeigen, was eine Harke ist und einen kostenfreien Download von Windows 7 ins Netz stellen? Oder trauen die sich bloß, sich mit Kleinkünstlern anzulegen und bei Microsoft ziehen sie den Schwanz ein?”

      auch mit kostenfreiem windows wird man dieses unangenehme microsoft-gefühl nicht los, echten spaß und feeling gibt es nur mit linux. und dafür braucht es keine piraten, sondern gute programmierer, denen der spaß an der arbeit wichtiger ist als cash!

      sag mal, ist das auf deiner hp ernst gemeint, oder satire…

      “Sie war auch in der Hausbesetzerszene engagiert, bis sie eine Allergie gegen Tränengas bekam.”

      :o)

      …ansonsten scheinst du ja eine extrem coole sau zu sein, prenzlberg, new york, und so…

      chapeau!

  90. Um zum längst fälligen Hitler-Vergleich zu kommen:

    Feiner Artikel! Wenngleich nicht allzu komplex aufgebaut, ist die Struktur ähnlich einer Hitlerrede überzeugend und zielführend. Im Gegensatz zur Hitlerrede macht hier aber auch der Inhalt Sinn. Weniger ein hilteresques abschwarten der Piraten, las ich bei Ihnen einen sehr ausgewogenen Artikel. Nicht ganz frei von verständlichem Ärger (bei Hitler: unverständlicher Hass), führen Sie Ihre Meinung klar und schlüssig ins Feld. “Und was ist nun eigentlich genau meine Meinung? Wenn ich das nur wüsste…” Ich glaube, ich weiß es. Wie Hitler, der wusste ja auch alles, glaubte er.

    http://mfis.wordpress.com/2012/04/17/bewerte-den-politiker-osterreich-spezial/

    Grüße auch nach Österreich!

  91. @tyelko, ich glaube wir reden hier einfach von sehr unterschiedlichen szenen. und das ist natürlich das problem – wenn du von sony music und lady gaga redest, dann ist natürlich klar, dass es lächerlich ist, wenn dort über einnahmeneinbußen lamentiert wird. hast du gelesen, was ich schon weiter oben geschrieben habe? mir geht es nicht um das topverdienersegment, und leider ist es eben so, dass in dieser auseinandersetzung die denke “die feinde meiner feinde sind meine freunde” eben in die falsche richtung führt.

    es ist eine frechheit, wie leute durch teile der plattenindustrie kriminalisiert werden – word! und trotzdem stimmt es, dass die umsonstsaugerei am unteren ende, bei denen, die bislang trotz widriger marktbedingungen noch existiert haben, an die existenz geht. und das sage ich nicht aus der lameng heraus, sondern weil ich leute kenne, denen es an die existenz geht. von denen ich das ganz konkret weiß. und von denen ich auch ganz konkret weiß, wieviel weniger die jetzt verkaufen. ich beziehe mich bestimmt nicht auf label, die in der lage sind, irgendwen zu erpressen… denn noch gibt es sie, wenn auch täglich weniger – die unabhängigen label.)

    genau das macht die diskussion doch schwierig: es geht hier nicht um den kampf von gut (schlitzohrige sauger) gegen böse (übermächtige, kartellartig organisierte böse musikindustrie), auch wenn das alles leichter machen würde. es gibt sehr sehr viel zwischen den topverdienern in der musikindustrie und denen, bei denen nur vier leute sich anhören was sie machen (und die sind auch noch alle mit ihnen verwandt)…

    die behauptung, die leute würden einfach insgesamt weniger ausgeben (“Verkaufszahlen sinken auch aus anderen Gründen. Zum Beispiel, weil Unterhaltung in Zeiten, in denen es Leuten nicht so gut geht, das Erste ist, bei dem Leute sparen”) ist zahlenmäßig eigentlich so gut widerlegt (und widerlegt sich auch – siehe boom der unterhaltungselektronik – eigentlich fast von selbst), dass es fast müßig ist, dir ne zahl rauszusuchen, aber hier schon mal die erste, die ich auf die schnelle finden konnte: http://is.gd/ZRchDN ; der punkt “freizeit / unterhaltung / kultur” ist konstant geblieben… es wird halt für andere sachen ausgegeben, weil man die musik umsonst kriegt. mensch, echt mal jetzt, sollte ne meinung nicht irgendwie anteilig auch eine wissung sein und nicht einfach mal so dahergeredet? ich finde das echt ein bißchen ärgerlich.

    “Und genau das ist hier ja der Punkt: Wenn es faktisch auch mit Strafandrohung nicht mehr möglich ist, ein bestimmtes Businessmodell zu praktizieren, dann kann ich noch so sehr darüber lamentieren, wie schlecht die Welt ist, mein Businessmodell funktioniert nicht mehr.” word, deshalb müssen wir über ein anderes businessmodell reden. und nicht eine diskussion dazu vermeiden, indem wir behaupten, dass saugen ja gar keinen schaden anrichtet, und dass ne cd in der produktion doch eigentlich gar nicht mehr kostet als 2,50…

  92. @tyelko
    CCC und Piraten, sind grundlegend zwei paar verschiedene Paar Schuhe, die auch nur teilweise deckungsgleich zu bringen sind. Die ersten haben Ahnung, die zweiten nicht. Auch Job-spezifisch, liegen hier einfach Welten dazwischen. (Bei Programmiereren, gibt es durchaus auch so etwas wie Niveau ;-) Ist bereits schon historisch bedingt. Ich bitte dies zu beachten.

  93. Also, ich finde, man sollte diesen Ansatz, mit der Freiwilligkeit, und der Unabhängigkeit von den großen bösen Apparaten und so mal bei den Piraten ausprobieren. Warum werden denn deren Diäten in den Landttagen und demnächst wohl im Bundestag aus meinen zwangsweise eingetriebenen Steuern bezahlt? Das ist eine Zwangssubvention, mit der ich nicht einverstanden bin, und sie steht auch den Freiheitsgedanken des Grundgesetzes entgegen. Mir wäre es viel lieber, auf diese ganzen riesigen Apparate, vom Finanzamt bis zur Bundestagsverwaltung würde verzichtet, und dafür könnte ich direkt von meinem Geld den Abgeordneten etwas spenden, die ich gut finde und die gute Arbeit leisten. Da kommt das Geld direkt an, ohne diese Zwischenabgreifer bis hin zur Sekretärin mitzufinanzieren Außerdem würde ich sowieso niemals einem Politiker Geld geben, der mit das Finanzamt auf den Hals hetzt. Wenn das Geld nicht reicht, dann müssen die Politiker halt bessere Politik machen, oder T-Shirts verkaufen oder auf ihren Websites Bannerwerbung einstellen.

  94. @superjule

    Du schmeisst zwei vollkommen unterschiedliche Argumentationsschienen durcheinander. Das eine sind die Verkaufszahlen. Dabei ist es herzlich egal, ob wir von Lady Gaga oder vom Liedermacher um die Ecke sprechen. Wenn die Leute wenig Geld haben, dann werden sie als allererstes bei Dingen sparen, die nicht essentiell sind. Und da gehört die Unterhaltung JEDER Schiene dazu.

    Unterhaltung ist nunmal ein extrem krisenanfälliges Metier – im Gegensatz z.B. zum Gesundheitswesen. Krank werden die Leute immer und zumindest eine Grundversorgung wird immer gewährleistet sein. Wer hier Produkte verkauft, dem kann eine Krise relativ egal sein.

    “(und widerlegt sich auch – siehe boom der unterhaltungselektronik – eigentlich fast von selbst)”

    Nö, ganz im Gegenteil. Das Budget der Leute ist endlich. Und wenn das schwerpunktmäßig in die Unterhaltungselektronik geht, dann bleibt für den Rest eben weniger übrig. Im Übrigen, Unterhaltungselektronik vs. Bücher/CDs/DVDs… der Vergleich ist ohnehin haarig. Mit einigen Ausnahmen hat Unterhaltungselektronik eher den Charakter von kleinen Investitionsgütern.

    “der punkt “freizeit / unterhaltung / kultur” ist konstant geblieben… es wird halt für andere sachen ausgegeben, weil man die musik umsonst kriegt”

    Selbst wenn ersteres richtig wäre (ist es aber nicht, der prozentuale Anteil ist leicht gesunken, denn die Konsumausgaben insgesamt sind gestiegen, Du hast nicht zuletzt die Inflation vergessen), zweiteres ist eine Behauptung von Dir, die erst zu beweisen wäre. Denn genau das ist das Problem: Dass sich verschiedene Zweige ein und desselben Bereichs gegenseitig kannibalisieren passiert in der Wirtschaft ständig. Wenn ein Cineplex neben einem guten alten Kino aufmacht können sogar mehr Leute ins Kino kommen, das gute alte Kino wird trotzdem wirtschaftlche Schwierigkeiten bekommen. Wenn dann noch DVDs dazu kommen, gute Nacht. Dass das kleine Kino draufgeht liegt aber nicht unbedingt daran, dass die Leute sich die Filme im Netz ziehen, sondern dass sie nebenan Filme auf einer riesigen Leinwand mit THX-Ton bekommen, dass einem der Hintern vibriert – und dass sie wenn sie das hinter sich haben für die nächste Runde auch die Heimkinoanlage ausreicht.

    Der Fehler, der hier regelmäßig unterläuft, ist eine zeitliche Korrelation als Beleg für einen kausalen Zusammenhang zu sehen. Das ist wissenschaftlich Unfug. Es mag ja schön glaubwürdig klingen, der Beweiswert ist aber null.

    “echt mal jetzt, sollte ne meinung nicht irgendwie anteilig auch eine wissung sein und nicht einfach mal so dahergeredet? ich finde das echt ein bißchen ärgerlich.”

    Ich auch. Da werden Dinge in schöner Regelmäßigkeit zu “Belegen” hochgekocht, die keinerlei Beweiswert haben, nur weil sie schön die eigene Meinung zu untermauern scheinen. So einfach ist die Welt aber leider nicht. Genau da liegt das Problem: Du sagst “und das sage ich nicht aus der lameng heraus, sondern weil ich leute kenne, denen es an die existenz geht. von denen ich das ganz konkret weiß. und von denen ich auch ganz konkret weiß, wieviel weniger die jetzt verkaufen. ”
    Weisst Du was der Wissenschaftler dazu sagt? Anekdote. Ich weiss es klingt bitter, aber Beweise sehen anders aus. Und wer hier Schnellschüsse macht, es könne nur an Filesharing, Raubkopien etc. liegen, der macht sich das Leben auf Kosten anderer Menschen sehr einfach.

  95. @ebversum

    Mag so sein, ist für die Argumentation aber nicht relevant. Denn die Argumente des CCC sind ja gültig oder ungültig vollkommen unabhängig davon, ob sie was mit den Piraten zu tun haben. Und um die Argumente ging es.

  96. @Eva C Schweitzer

    Da hat wohl jemand das Grundgesetz entweder nie gelesen oder nie verstanden und versteht den Unterschied zwischen Verfassungsprozessen und beruflicher Tätigkeit nicht. Es ist nicht die Aufgabe von Abgeordneten, Politik zu machen, die Dir gefällt. Und erst recht nicht, Politik die Di9r oder irgendjemandem anderes mehr als Hartz IV zusichert.

    Und aus eben jenem Grund wird der Abgeordnete aus dem Steuertopf bezahlt: Damit er keine Klientelpolitik machen muss.

  97. Pingback: Volker Strübing sagt | ZAFUL

  98. Da irrst du dich, – denke ich. Denn es sind die Piraten, die ständig diese Argumente missbrauchen. Aber immer nur die, welche sie selber benutzen können. (Den Rest, lassen sie wohlweislich weg) Oder glaubst du im Ernst, – die kommen von selber da drauf? Zudem besteht eine Mentalität, die so nicht real ist. Alle Netzaffinen unter einen Hut, – und auf einer Seite. Dem ist einfach nicht so. Meine eigene Argumentation ist ziemlicheeinfach. Wer hat die Piraten eigentlich nach ihrer Meinung gefragt, über etwas entscheiden zu dürfen, – was gar nicht ihr Metier ist? Die sollen mal schön erst mal abwarten, bis sich die Betreffenden selber darüber klar werden.

    • @ebversum

      Nochmal: Was die Piraten tun oder nicht tun ist für die Gültigkeit der Argumente unerheblich. Im Übrigen hat der CCC die Argumente im Rahmen der Diskussion zu den Piraten vorgebracht.

      Über Deinen letzten Satz kann man nur den Kopf schütteln, er kennzeichnet aber ein Grundproblem der Debatte. Ich empfehle. Artikel 21, Abs 1 GG nachzulesen. Die Piraten dürfen Positionen vorbringen, die dem einen oder anderen nicht passen. Dass tun SPD, CDU, FDP, Grüne, Linke und auch NPD in schöner Regelmäßigkeit. Und auch wenn sie mit ihren Positionen Künstlern, Klempnern oder Kohlekumpeln die Geschäftsgrundlage erschweren – die dürfen das. Und die Betroffenen kommen an gegebener Stelle im politischen Meinungsbildungsprozess zu Wort. Es ist nicht der Job einer politischen Partei dafür zu sorgen, dass es Dir oder mir gut geht, sondern die Gesellschaft entsprechend der politischen Willensbildung der Mehrheit des Volkes zu gestalten. Dabei werden auch die Piraten im parlamentarischen Prozess Mehrheiten finden und Kompromisse schließen müssen.

    • @ebversum

      *seufz*- Die Volksvertreter vertreten wie der Name schon sagt DAS VOLK. Nicht Kulturschaffende, nicht Klempner, und nicht sonst irgendeine Klientel.

      Art 38

      (1) Die Abgeordneten des Deutschen Bundestages werden in allgemeiner, unmittelbarer, freier, gleicher und geheimer Wahl gewählt. Sie sind Vertreter des ganzen Volkes, an Aufträge und Weisungen nicht gebunden und nur ihrem Gewissen unterworfen

      Welchen Teil von “Vertreter des ganzen Volkes” hast Du genau nicht verstanden?

      Nochmal: Die Betroffenen werden im parlamentarischen Meinungsbildungsprozess gehört. Dazu gibt es bei den entsprechenden Gesetzgebungsprozessen Anhörungen. Da ist der Platz dafür. Es ist weder der Job eines Abgeordneten noch einer Partei ein bestimmtes Klientel zu vertreten sondern eher eine bestimmte Vision davon, wie die Gesellschaft ALS GANZES aussehen sollte. Dass bei letzterem bei den Piraten auch noch Nachholbedarf besteht ist ein ganz anderes Thema.

    • @ebversum

      “Nein,nein, – du verstehst mich nicht, – oder willst mich nicht verstehen. Warum, dein unglaublicher Einsatz zugunsten der Piraten, – wenn du keiner bist? ”

      Nein, Du willst nicht zuhören: Für die Fakten und Argumente ist es vollkommen unerheblich, ob ich Pirat bin, Sozi, oder Marsmensch. Und wenn Du die Tatsache, dass bei der Meinungsbildung Deine Annahmen hinterfragt werden als Trollerei bezeichnest, kennzeichnet das ziemlich gut wo das Problem ist: Darin, dass man sich selbst zu wichtig nimmt.

      Denn grundsätzlich haben alle Parteien das Problem, dass sich irgendjemand darüber aufregt, dass eben die Partei XYZ ihm nicht tief genug in den Allerwertesten kriecht. Und es wäre schonmal einiges gewonnen, wenn mehr Leute kapieren würden, dass das nicht die Aufgabe der Parteien ist, und dass “Wir sind das Volk” zwar ganz nett ist, aber wenn man es auf jedes Klientel herunterbricht auch reichlich anmaßend.

  99. @tyelko
    Artikel 21 Abs1 Gg;
    Die Parteien wirken bei der politischen Willensbildung des Volkes mit. Ihre Gründung ist frei. Ihre innere Ordnung muß demokratischen Grundsätzen entsprechen. Sie müssen über die Herkunft und Verwendung ihrer Mittel sowie über ihr Vermögen öffentlich Rechenschaft geben.

    Eben darum geht es. Sie muss demokratischen Grundsätzen entsprechen. Und jetzt frage ich dich. Wo sind die Volksvertreter, welche die Künstler und Kulturschaffenden vertreten? Nicht nur die Konsumenten.

  100. @tyelko
    Kommst du mal auf den normalen Teppich wieder runter? (Deine Arroganz kotzt mich an). Auch Kulturschaffende, auch Klempner, jede andere Klientel, – ist das Volk. Punkt.

  101. @ebversum: Nicht ich bin es, der arrogant ist, sondern Du. Nein, Kulturschaffende, Klempner oder andere Klientels sind nicht DAS VOLK sondern ein jeweils kleiner Teil davon. Und genau das ist die Arroganz: Sich selbst für “Das Volk” zu halten und zu glauben, es sei Aufgabe der Politik, bitteschön den eigenen Interessen zu dienen und nicht denen anderer.

    Genau das ist eben NICHT Aufgabe der Politik und wenn sie das tut läuft der politische Prozess schief. Es ist Aufgabe der Politik im Interesse des GANZEN Volkes zu handeln – dabei muss man immer wieder die Interessen eines Klientels gegen die eines anderen abwägen – und derjenige, der dabei den kürzeren zieht, meckert meistens. Das gehört dazu.

    Genau wie die Unterhaltungselektronik eben Gelder aus anderen Unterhaltungsbereichen kannibalisieren kann fließt auch jeder Cent, der einer Klientel zugeleitet wird, einer anderen ab Es ist nicht die Aufgabe der Politik, dem einzelnen Klientel zu dienen sondern sich zu überlegen, was für “das Volk” als ganzes am Ende am besten ist.

  102. @tyelko
    Und was ist für “das Volk” in Sachen Wirtschafts- Sozial-, Arbeits- Sozialpolitik dann für die Piraten maßgeblich? Ihr Gewissen? Keines vorhanden, – oder? Dass ist merkwürdig. Ein Partei, die sich spezialisiert, hat den Konsens verloren, der für Artikel 21 Abs. 1 des GG., – gilt. *seufz* Ihr Piraten, redet euch die Welt gerade, wie es euch gerade gefällt. Das ist euer Problem.

    • @ebversum

      “Ihr Piraten”… jaja

      Dumm, dass ich nicht zu den Piraten gehöre, sondern Mitglied einer ganz anderen Partei bin.

      Und hättest Du Dir die Mühe gemacht, mal zu lesen, was ich schreibe, dann hättest Du gesehen, dass ich schon weiter oben geschrieben habe, dass bei den Piraten gewaltiger Nachholbedarf besteht, was eine gesamtgesellschaftliche Vision angeht.

      Und da sind wir bei der Crux des Problems: Vorurteile gegen Piraten runterspulen und reflexartig die Gleichung aufzumachen, alles, was irgendwie von Piraten oder in Verteidigung von Piraten vorgebracht wird, sei ohnehin Unfug und man müsste sich gar nicht groß damit auseinandersetzen, ist einfach.

      Seine Hausaufgaben zu machen, sich mit dem politischen und parlamentarischen Meinungsbildungsprozess auseinanderzusetzen und konkrete Sachargumente und Vorschläge auf den Tisch zu bringen ist etwas anderes.

      Und genau liegt die Crux in dieser Diskussion auf beiden Seiten: Mit der Artillerie zu schießen ist eben wesentlich einfacher, als sich mal sachkundig zu machen, und Egomanie auszuleben wesentlich befriedigender als konkrete Überlegungen anzustrengen, wie man einen Interessensausgleich herbeiführen kann.

      Das gefährliche Halbwissen, das Jan Delay den Pirat attestiert hat, gilt für etliche auf der anderen Seite wenn es um politische Bildung geht.

    • @Eva C Schweitzer

      “So ist das nun mal im Kapitalismus. Wenn du erst mal selber arbeitest und Steuern zahlst, wirst du das ganz plötzlich verstehen. Leider ist die DDR mit ihrer blühenden Kunst- und Kulturszene ja untergegangen, das ist also auch keine Option mehr. ”

      Ich finde es ja höchst interessant. Nachdem Du vorhin schon mit Verweis aufs Grundgesetz demonstriert hast, dass Du es nicht verstehst, zeigst Du’s nun mit dem Verweis auf den Kapitalismus.

      Im Kapitalismus gibt es leider keine Garantie, dass Du für Deine Produkte soviel Geld bekommst, wie Du Dir das vorstellst. Da musst Du die Leute schon davon überzeugen… Nennt sich Marketing.

      “Klar ist das möglich. Das mit der Strafandrohung funktioniert sogar ganz hervorragend, deshalb gibts ja auch dieses Daueraufgejaule von Berufsjugendlichen, wenn die mal mit dem Rechtsanwalt konfrontiert werden und zahlen müssen. Das ist sogar das einzige, was wirklich funktioniert. Das ist genauso wie beim Ladendiebstahl oder beim Schwarzfahren, das mit den Kontrollettis, die 40 Euro kassieren, funktioniert halt doch, und heute werden Schwarzfahrer nicht mal mehr von den Grünen verteidigt. In den USA hat das rigide Vorgehen gegen illegale Downloader die komplette Geiz-ist-Geil-Szene trockengelegt. Apple und Amazon sind die allerersten, die in so einem Fall die Anwälte schicken, das klappt problemlos. Deswegen wird in Amerika heute über Big Brother und Freiheit im Internet diskutiert und nicht über kostenloses Musikabgreifen”

      Aha Weltfremdheit erster Güte. Nein, das mit der Strafandrohung funktioniert nicht, sonst würde durch die damit verbundene Abschreckung ja eine Unterlassung der Handlung bewirkt. Und mit den “Kontrolettis” bei den Schwarzfahrern? Selten so gelacht. Der öffentliche Nahverkehr ist traditionell ein Zuschussgeschäft der öffentlichen Hand – daran würden im Übrigen vermutlich auch 100% zahlende Passagiere nichts ändern.

      Und das in den USA die, wie Du es nennst “Geiz-ist-Geil”-Szene trockengelegt würde ist ein Ammenmärchen. Dafür Jaulen RIAA und MPAA noch verdammt laut. Im Übrigen hat z.B. in den USA das Parlament durchgesetzt, dass öffentlich finanzierte wissenschaftliche Studien der Öffentlichkeit auch zugänglich zu machen sind. Da hat man wenig Verständnis dafür, wenn einige Verlage ihre Stellung ausnutzen, um gleich doppelt von Steuergeldern zu profitieren: Einmal in der Bereitstellung von Inhalten und einmal in dem Zugang für Forschungseinrichtungen.

  103. ….dabei muss man immer wieder die Interessen eines Klientels gegen die eines anderen abwägen – und derjenige, der dabei den kürzeren zieht, meckert meistens. Das gehört dazu.
    Öhmmm… was hast du gerade geschrieben. Ihr habt den Interessen ja noch nicht mal zugehört, -um überhaupt abwägen zu können. Sorry, -Junge…. ehrlich.

  104. “Öhmmm… was hast du gerade geschrieben. Ihr habt den Interessen ja noch nicht mal zugehört, -um überhaupt abwägen zu können. Sorry, -Junge…. ehrlich.”

    Sorry Junge, ich bin weder “ihr”, noch ein Pirat, noch hast Du offensichtlich verstanden, wo der Ort und die Zeit für dieses Zuhören ist.

    Aber danke. Wieder ein “Betroffener” ohne Lesekompetenz

  105. Pingback: Weinerei | Spiralteppich

  106. “Krass, wie lang dein Beitrag ist.
    Naja,
    Verwaltungsgesellschaften und Verlage hin oder her, hast du es mal ohne probiert? Hast du dich mal mit anderen Freelancern zusammen getan, die das können, was du nicht kannst und hast mit ihnen über faire Aufteilung des Ertrags aus deinem Werk verhandelt?”

    Ja, liebes Julchen, ich habe das ausprobiert, und ich kann dir flüstern, das ist eine Menge, Menge, Meng Arbeit, und man fährt viel, viel besser mit professionellen Verlagen. Das ist genauso wie im richtigen Leben, da bist du als Ingenieur auch besser dran, wenn du bei Siemens angestellt bist, als wenn du in der U-Bahn selbstgebastelte Tamagotchis verkaufst. Ich weiß, ehrlich gesagt, auch nicht, warum Leute, die Worte wie “krass” verwenden und nicht einmal die Grundzüge der Rechtschreibung beherrschen, Autoren Ratschläge erteilen, wie die ihren Job machen sollen. Ich frage ja auch nicht Danny de Vito an, wie ich schlank und fit werde, oder die Oktomom, wie ich Jungfrau bleibe.

    “Natürlich muss sich jemand um das Lektorat, den Satz, die Gestaltung, den Druck und so weiter kümmern. Aber für 80-85% des Profits? Dafür, dass ich mich als Leser vorrangig für das geschriebene Wort und nicht seine Verpackung interessiere?”

    Ja, und noch so ein Oberschlauberger, der Profit mit Umsatz verwechselt. Bei einem Buch gehen schon mal um die 50 Prozent an den Buchhandel (ja, auch bei einem ebook), dazu kommen Produktionskosten (das wird dich jetzt erstaunen, aber die Leute, die auf ihren Computern ein Word-Manuskript in einen druckbaren PDF bzw. mobi-file verwandeln, arbeiten nicht kostenfrei), die Druckkosten, die Lagerkosten, die Versandkosten, und der Apparat, der dafür sorgt, dass das Buch beworben wird und in den Vertrieb kommt. Das macht sich nicht vom selber. Der Autor bekommt nicht 10-15 Prozent vom Profit, sondern vom Umsatz. Aber wenn du dich als Leser nicht für die Verpackung interessiert, dann bezahle doch den Autor auf Stundenbasis dafür, dass er dir aus seinem Werk vorliest.

    “Ich bitte euch Künstler zu verstehen, dass wenn man mit 30€ Taschengeld lieber ein Album kostenlos, schnell und ohne DRM runterlädt, als es für 20€ im Laden zu kaufen. Wenn ein Produkt für eine gewisse Interessengruppe nicht bezahlbar aber anderweitig, einfach und kostenlos verfügbar ist, wundert mich die hege Nachfrage danach nicht.”

    Mir kommen dir Tränen. Ja, Schätzchen, wenn du keine Kohle hast, geh halt arbeiten. Ansonsten kannst du dir nicht bloß kein Album leisten, du kannst auch nicht in Restaurant gehen, sondern musst dir zu Hause ein Brot schmieren, und kanst nicht auf die Malediven fliegen, sondern im Harz wandern gehen, und mit Markenklamotten sieht es auch mau aus. Und wenn du kein Geld für ein Album hast, musst du eben Musik im Radio hören. Das kostet nichts. So ist das nun mal im Kapitalismus. Wenn du erst mal selber arbeitest und Steuern zahlst, wirst du das ganz plötzlich verstehen. Leider ist die DDR mit ihrer blühenden Kunst- und Kulturszene ja untergegangen, das ist also auch keine Option mehr.

    “Und genau das ist hier ja der Punkt: Wenn es faktisch auch mit Strafandrohung nicht mehr möglich ist, ein bestimmtes Businessmodell zu praktizieren, dann kann ich noch so sehr darüber lamentieren, wie schlecht die Welt ist”

    Klar ist das möglich. Das mit der Strafandrohung funktioniert sogar ganz hervorragend, deshalb gibts ja auch dieses Daueraufgejaule von Berufsjugendlichen, wenn die mal mit dem Rechtsanwalt konfrontiert werden und zahlen müssen. Das ist sogar das einzige, was wirklich funktioniert. Das ist genauso wie beim Ladendiebstahl oder beim Schwarzfahren, das mit den Kontrollettis, die 40 Euro kassieren, funktioniert halt doch, und heute werden Schwarzfahrer nicht mal mehr von den Grünen verteidigt. In den USA hat das rigide Vorgehen gegen illegale Downloader die komplette Geiz-ist-Geil-Szene trockengelegt. Apple und Amazon sind die allerersten, die in so einem Fall die Anwälte schicken, das klappt problemlos. Deswegen wird in Amerika heute über Big Brother und Freiheit im Internet diskutiert und nicht über kostenloses Musikabgreifen.

  107. @tyelko
    Aber danke. Wieder ein “Betroffener” ohne Lesekompetenz
    Oh weiah, – es leben die Eitelkeiten. Eine Antwort, – bist du aber trotzdem noch schuldig.

  108. @ebversum

    Nein, die habe ich bereits geliefert – und zwar mehrfach. U.a. schon heute Mittag

    Aber nochmal zum Mitschreiben:

    1. Die Piraten sind eine Partei. Ob Dir oder anderen das passt oder nicht.
    2. Als solches vertreten sie bestimmte Positionen. Die werden einigen passen, anderen nicht. Weder erstere noch letztere sind gezwungen, die Piraten zu wählen.
    3. Wenn sich genügend Wähler finden, damit die Piraten in ein Parlament gewählt werden, können sie sich dort am Gesetzgebungsprozess beteiligen. Dass sie sich tatsächlich dabei einbringen können ist aber erst dann wahrscheinlich, wenn sie entweder als Koalitionspartner irgendwo beteiligt sind oder zumindest eine Regierung dulden. Für ersteres hält übrigens eine prominente Vertreterin der Piraten selbst die Partei noch nicht soweit.
    4. Bei diesem Gesetzgebungsprozess werden
    4 a)die Piraten die Positionen der anderen Parteien berücksichtigen müssen – zumindest genügend anderer Parteien, dass eine Mehrheit in Aussicht steht.
    4b)Experten und Betroffene angehört. Hier fließt dann die Position von Interessensverbänden etc. ein

    Und ganz am Ende muss sich dann nachdem aus all den verschiedenen Positionen ein Entwurf geworden ist auch noch tatsächlich eine Mehrheit finden.

    Und selbst danach steht Betroffenen ggf. noch frei, in Karlsruhe die Verfassungsmäßigkeit überprüfen zu lassen.

    Die Stellungnahme der Betroffenen hat ihre Zeit und ihren Ort. Die Piraten haben aber ein Recht darauf, genau wie jeder andere auch, eine MEINUNG zu haben. Und solange dies nur eine Meinung ist, und nicht den Hauch einer Chance hat, in der Form dieser Meinung Gesetz zu werden, ist dieses ganze Zeter und Mordio Ausdruck von massiven Defiziten in politischer Bildung und Toleranz.

    Das Urheberrecht ist in den letzten 15 Jahren mehrfach angefasst worden. In diesem Prozess wurden jeweils Betroffene angehört. Es ist aber reichlich anmaßend, zu glauben. dass Betroffene immer angehört werden müssen, damit jemand das Recht hat, eine bestimmte Meinung zu haben. Da ist in unserem Land immer noch die Meinungsfreiheit vor. Wem die Meinung der Piraten nicht passt, der darf jemanden anderen wählen. Die Partei deren Mitglied ich bin freut sich im Zweifelsfall auch drüber.

  109. @tyelko
    Nein,nein, – du verstehst mich nicht, – oder willst mich nicht verstehen. Warum, dein unglaublicher Einsatz zugunsten der Piraten, – wenn du keiner bist? Hier ging es doch nur darum, dass sich Kultur- und Kunstschaffende eine eigene Meinung bilden, – ohne die Piraten. Weil die dies früher tun, als erstere die Möglichkeit dazu hatten. Ich bin schon ziemlich lange im bloggergeschäft. Vor zwei Jahren noch, hätte man dies als Troll bezeichnet. Die Piraten selber, hättten dies sogar getan. Die unglaublichen Leute, die immer am Thema vorbeireden, aber unbedingt die Welt erklären müssen. ….. Das ist nun mal so im Kapitalismus.

  110. @ Philipp:

    “Auf kurzangebundene Polemik … mit noch schlimmerer Polemik, natürlich gekoppelt an einen Unwissenheitsvorwurf, zu reagieren, ist allerdings nicht minder impertinent.”

    Nett. Früher sagte man: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus. Oder: Wer austeilt, sollte einstecken können.

    Zuerst pauschal von einer wohl nicht kleinen schmarotzenden Gruppe zu sprechen…

    “die Kritik an all den parasitären Einrichtungen zwischen Künstler und Konsument ist berechtigt”

    …und dann nach einer kleinen bösen Replik zurückzurudern…

    “bin ich nicht einmal der Auffassung, dass irgendein Glied in dieser arbeitsteiligen Kette tatsächlich rein parasitär, ergo verzichtbar ist.”

    …ist etwas, das mich ratlos zurücklässt: Deeskalation oder Einsicht?

    Angesichts der pauschalen Diffamierung aller denkbaren Werkmittler aus allen Zweigen der Kunst- und Medienwirtschaft erschien mir der Vorwurf der Unwissenheit noch der mildeste. Wenn er nicht zutrifft, macht es die Sache eher schlimmer, denn wer wider besseres Wissen so herumblafft, sollte sich vielleicht als Urlaubsvertreter von Gernot Hassknecht bewerben. Da kann er seine angestauten Verbalaggressionen adäquat abreagieren.

    “Jeder andere Betrieb, produzierend oder dienstleistend, hat die letzten 10-15 Jahre eine schmerzhafte Entschlackungstherapie vornehmen müssen. Wenn die Musikindustrie sich dagegen mit Mistgabeln und Fackeln wehrt, ist die große Krise, die sie seit dem Aufstieg der Tauschbörsen proklamiert, erst die Spitze des Eisbergs.”

    Auch das ist, mit Verlaub, wieder so ein besserwisserisch-dummdreister Tonfall (mit unfreiwillig komischer Note: Ich sehe vor meinem geistigen Auge Leute mit Mistgabeln im Fackelschein auf Eisbergen stehen ;-).

    Die Polemik trifft zwar nicht mich, provoziert mich aber wiederum zu verschärfter Wortwahl: Meines Erachtens muss man völlig merkbefreit sein, wenn man nicht erkennt, dass die Musik-”industrie” (zumindest was die U-Musik angeht) eine der schmerzhaftesten “Therapien” mitgemacht hat, die sich denken lassen. Sie haben zu einer Konzentration des Geschäfts auf noch weniger “Majors” und noch schwächere Independents geführt. Diejenigen, die in den Neunzigern den Zug der Zeit verpennt haben, verbraten heute gute Abfindungen. Dafür werden Nachwuchstalente heute in Kooperation mit Fernsehsendern in der Castingmaschinerie verschlissen. Nachhaltigkeit hat da keinen Platz. Ex und hopp heißt das Prinzip. Und der Grund, warum die Sender und Labels das machen, heißt: Publikum. Es sind all die so harmlosen unschuldigen Zuschauer und Downloader.

  111. Wie sich hier zeigt sollten wir “die Piraten” auch nicht alle in einen Topf werfen. Da gibt es alles, von sinnvollen Vorschlägen bis zu purem Müll. Warum ist eigentlich die Grundidee einer Kulturflat so falsch? Rechne mal nach, was die Verlage mit den Werken der Autor/inn/en und Fotograf/inn/en verdienen und was sie dafür an Honoraren zahlen. Wenn ich auf meine Abrechnungszettel der Großverlage (wie Springer, der nach wie vor bestens verdient) schaue, werden mir die Piraten mit ihren Tiraden gegen die “Verwerter” fast schon wieder sympathisch ;-)

  112. @eva c schweitzer: nee, das war aber nicht ich, auf die du dich da beziehst.

    @tyelko, so kann ich leider echt nicht – sorry, vielleicht mein fehler. zu sagen, dass es reine unwissenschaftliche fantasterei sei, einen zusammenhang zwischen einbruch im tonträgerverkauf und explosionsartiger zunahme der saugerei herzustellen erinnert mich an die diskussion um die deutlich erhöhte zunahme von leukämiefällen um das atommüllendlager asse – da durfte man nämlich genau der selben argumentation folgend auch keinen kausalen zusammenhang herstellen. das hat aber einen schönheitsfehler: es braucht mindestens eine zweite tragfähige hypothese, damit die eine existierende nicht als wahrscheinlichste gilt. und die hast du nicht aufgestellt (ich weiß, das siehst du anders). m.e. könnte man sehr viel besser an zukünftigen geschäftsmodellen feilen, wenn man sehr deutlich die probleme auch beim namen nennt, die das bisherige modell in unterschiedlichem umfang für alle beteiligten hat – von kriminalisierung bis (berechtigten) existenzängsten. man kann aber natürlich auch teile, die man nicht wahrhaben will, ins reich der feen, elfen und anekdoten verbannen, dann muss man sich damit auch nicht auseinandersetzen. konstruktiv geht halt anders.

    ansonsten wünsche ich ne gute nacht und freue mich dran, dass es das gute gefühl, das ich gerade aus dem proberaum mit nach hause gebracht habe, nicht zu kaufen gibt :o)

    • @superjule

      Sorry, aber das seh ich nicht nur anders, ich habe Dir mehrere konkrete Ursachen aufgezeigt – und Du selbst hast die Unterhaltungselektronik eingebracht. Und wenn Du nicht bereit bist, für sogenannte Confounder zu kontrollieren, dann ist das kein Schönheitsfehler sondern schlicht ungenügend. Die Tatsache, dass Du hier mit Leukämiefällen um die Asse Stimmung machen willst, zeigt auch recht deutlich, dass es an belastbarem Material fehlt – sonst müsste man nicht auf die Tränendrüse drücken.

      Und würdest Du seriöse Datenanalyse verstehen, wüsstest Du auch, dass es durchaus alternative Erklärungen für Häufungen um Asse gibt.

      Es ist herrlich einfach, sich einen Grund für etwas aus den Fingern zu saugen. Die Welt ist aber meist deutlich komplexer als wir das gerne hätten.

  113. Sehr guter Artikel! So gut hab ich mich nicht mehr amüsiert seit Sven Regener.
    Mich überrascht aber, wie stark bei den Piraten(-anhängern, -verteidigern) offenbar neoliberales Denken vorherrscht, was sich auch in der Wortwahl niederschlägt (Businessmodell ts ts).

    “Drum verstehe ich nicht, warum Du ausgerechnet auf die drauf haust. Dafür, dass sie eine notwendige Debatte angestoßen haben? Mehr als das haben sie bislang nicht getan. Dass viel Ungares dabei ist, finde ich zum jetzigen Zeitpunkt verständlich.”

    Es ist erstaunlich, wie nachsichtig man mit den Piraten ist! Ja, das ist “verständlich”, dass die in einem ihrer Kernthemen noch keine einheitliche Position (oder überhaupt mal eine) erarbeitet haben. Die gibt es ja erst seit 2006!

    “gibt’s das schon irgendwo für lau?”

    Dieser Satz sollte auf Piratenparteiwahlplakate.

    “Und solange dies nur eine Meinung ist, und nicht den Hauch einer Chance hat, in der Form dieser Meinung Gesetz zu werden, ist dieses ganze Zeter und Mordio Ausdruck von massiven Defiziten in politischer Bildung und Toleranz.”

    Manche disqualifizieren sich eben selbst.

    Ich danke Jeeves dafür, mir ein neues Wort beigebracht zu haben: “ahnungsbefreit”. Dank an superjule für “Wissung”.

  114. “Im Kapitalismus gibt es leider keine Garantie, dass Du für Deine Produkte soviel Geld bekommst, wie Du Dir das vorstellst. Da musst Du die Leute schon davon überzeugen… Nennt sich Marketing”

    Klar, Schätzchen. Man überzeugt Leute mit Marketing, dass die das Ding kaufen. Das kann klappen, oder auch nicht. Aber Marketing richtet sich nicht an die “Boh-Ej, ich bin so arm ich muss klauen”-Fraktion. Wer arm ist, kann Radio hören, das ist umsonst. Im Kapitalismus gibt es weder eine Klau-Alternative für Arme, noch eine Enteignungsoption.

    Außerdem weiß ich gar nicht, wo das Problem ist. Es gibt doch hier in diesem Forum massenhaft Leute, die unter Umgehung der Contentmafia und der Verwertungsindustrie eigenproduzierte Bücher und selbstgebastelte Musik ins Netz stellen und superbillig bis umsonst abgeben wollen, weil sie diese ganzen Zwischenschmarotzer nicht brauchen, vom Lektor bis zum Vertrieb, sie wenden sich direkt an die Konsumenten. Dann sollen sich doch einfach die Leute, denen das Album bei Sony oder ein Buch bei Rowohlt zu teuer ist, sich dort eindecken. Ich weiß gar nicht, warum die unbedingt Contentmafiaprodukte wollen.

    Was die Piraten angeht, wie wärs, wenn die mal zeigen, was eine Harke ist und einen kostenfreien Download von Windows 7 ins Netz stellen? Oder trauen die sich bloß, sich mit Kleinkünstlern anzulegen und bei Microsoft ziehen sie den Schwanz ein?

    • @Tom

      Wenn Du “Businessmodell” für eine neoliberale Wortwahl hältst, wundert mich nicht, dass Du grundsätzlich jeden dafür verpflichtet hältst, einzig und allein DEINE Bedürfnisse zu berücksichtigen. Ein Geschäftsmodell bedeutet nicht mehr und nicht weniger als dass man sich Gedanken darüber gemacht hat, wie man zu Geld kommt. Vom Bettler zum Banker und vom Dieb zum Designer hat jeder ein Geschäftsmodell.

      @Eva C Schweitzer

      “Klar, Schätzchen. Man überzeugt Leute mit Marketing, dass die das Ding kaufen. Das kann klappen, oder auch nicht. Aber Marketing richtet sich nicht an die “Boh-Ej, ich bin so arm ich muss klauen”-Fraktion.”

      Danke für diese eindrucksvolle Bestätigung, Marketing nicht verstanden zu haben. Mit Marketing überzeuge ich Leute, dass etwas IHR GELD wert ist. Und wenn sie davon überzeugt sind, dann klauen sie es auch nicht. Wenn sie’s trotzdem tun, war das Marketing falsch. End of story.

      “Was die Piraten angeht, wie wärs, wenn die mal zeigen, was eine Harke ist und einen kostenfreien Download von Windows 7 ins Netz stellen? Oder trauen die sich bloß, sich mit Kleinkünstlern anzulegen und bei Microsoft ziehen sie den Schwanz ein?”

      Kleiner Tip: Auf der Basis von ein paar Schlagzeilen herumzupolemisieren ist für eine Journalistin denkbar schlechtes Marketing.

      Aber man sieht schon, wo die Debatte hinführt, wenn schon Journalistinnen anderen das Recht auf eine Meinung absprechen. Bisher haben sich die Piraten noch mit niemandem angelegt, sondern Positionen formuliert.

      Das Microsoft-Argument ist aber nett, denn es illustriert gerade einen Punkt der Piraten: Es wurde gerade erst vor wenigen Tagen nur leicht verändert, nämlich mit Apple, auf Spiegel Online gebracht. ( http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,827077,00.html )

      Man könnte das ganze jetzt auch als dreistes Plagiat hinstellen. Andererseits würde das voraussetzen, dass Du Dir Gedanken darüber gemacht hast. Angesichts der Tatsache, dass das Argument wenig mit der Position der Piraten zu tun hat wollen wir es aber dabei belassen, dass es wohl schlicht uninformierte Polemik war.

  115. Ich bin auch der Meinung, dass ein einfaches Bezahlsystem viele Probleme lösen kann.
    Ich zum Beispiel lade nur legal Spiele, seitdem ich mich ein wenig näher mit einfachen Dingen wie Paypal, ClickandBuy und Co. auseinandergesetzt habe. Und ich wäre auch bereit, bestimmte Blogtexte oder Artikel gegen einen geringen Betrag (natürlich keine 10 € wie bei einem Computerspiel) zu bezahlen.
    Was man finde ich nicht vergessen darf (was aber auch im Text im Prinzip bereits genannt wurde): Selbst die Piraten werden doch Leute beschäftigen, die ihre Webseiten schick machen, die ihre Wahlplakate drucken usw. Sehen die nicht, dass auch diese Menschen “Verwerter” sind? Ein Verwerter wird hier gerne als Großkonzern dargestellt, der sich an den Künstlern dumm und dusselig verdient. Doch dass es auch kleine Webmaster gibt, kleine Verlage für Nischenliteratur, oder auch das kleine Plattenlabel, scheinen viele Piraten zu vergessen.

  116. “Warum ist eigentlich die Grundidee einer Kulturflat so falsch? ”

    Weil ich keinen Lust haben, eine zweite GEZ-Gebühr zu zahlen. Ich kaufe nur das, was ich will und finanziere nicht irgendwelchen Mist mit.

  117. @Eva C. Schweitzer
    „Was die Piraten angeht, wie wärs, wenn die mal zeigen, was eine Harke ist und einen kostenfreien Download von Windows 7 ins Netz stellen? Oder trauen die sich bloß, sich mit Kleinkünstlern anzulegen und bei Microsoft ziehen sie den Schwanz ein?“

    Hä? Wann hat die Piratenpartei bitte illegal Musik von Kleinkünstlern „ins Netz“ gestellt?

    Falls du „Piraten“ im Sinne von Filesharer allgemein meinst: Guck doch mal auf einschlägigen Seiten wie The Pirate Bay. Dort findest du Software genau so wie Musik und Filme, und auch Windows 7 ist da keine Ausnahme.

    Wo besteht da deiner Meinung nach ein Unterschied?

  118. Hallo,

    ich muss sagen, das ist ein guter Artikel für die Diskussion die momentan geführt wird. Danke dafür!

    Kurzum, ich möchte einfach mal meine Erfahrungen und Beobachtungen als Konsument der Musikindustrie darstellen. Ich glaube damit fing die Diskussion vor 10 bis 12 Jahren intensiv an. Leider sind wohl auch die Vorstellungen bezüglich der Reformation des Urheberrechts bei den heutigen Konsumenten auf die Sicht der Musikindustrie geprägt, ohne das große Ganze der anderen Medien (Bücher usw.) im Blick zu haben. Das fällt zumindest bei den verschiedenen Reformatoren und beim “Fussvolk” auf. (Und schließt mich damit auch ein). Vielleicht deshalb auch kein Wunder, das die Kritik an diesen in der breiten Palette der Urheber so groß ist.

    Hier aber mal meine Sicht als Konsument der Musikindustrie:
    Als Jugendlicher vor 10-12 Jahren hab ich mir Musik ohne Ende gesaugt. Hätte ich das damals auch gekauft? Definitiv nicht! Wie auch? Ich habe mir zwar im Durchschnitt im Monat sicherlich eine CD auch legal zulegt, aber zu mehr hätte das Geld auch nicht gereicht. Interessanterweise habe ich die gekauften CDs damals auch nur einmal benutzt (und zwar für das Umwandeln nach MP3) und seitdem im Regal verrotten lassen. Irgendwie fand ich das aber absolut unverständlich, den Aufwand zu betreiben um Musik zu hören, weshalb die physischen Einkäufe nach und nach zurückgingen. Das korrespondierte aber auch mit dem P2P-Saugen. An sich hätte ich auch viel an der Musik die ich runtergeladen habe, auch von Freunden kopieren können, aber der Weg von CD zu MP3 war mir zu umständlich. Irgendwann ist die MP3-Sammlung dann auch per Festplattencrash ins Datennirvana verschwunden, aber es hat mich auch nicht so sehr interessiert.

    Interessant wurde es als man endlich(!) Alben legal runterladen konnte. Vorteil: schnell das runterladen was man wirklich haben will, ohne den ganzen Overhead in den Tauschbörsen zu haben. Fand ich prinzipiell praktisch und war bereit dafür Geld auszugeben. Faktisch habe ich das auch für einige Alben bei ITunes, bis ich bemerkte, das diese kopiergeschützt waren. Das war für mich das absolute Ende für diese Musikindustrie: Meine Gedanken dazu ganz simpel: “Geht einfach sterben, ist mir doch egal!” Ich meine der große Vorteil Musik endlich in digitaler Form kaufen zu können und sofort nutzen zu können ist einmalig, aber wenn man dann das Ganze wieder mit den gleichen Aufwand umwandeln muss, damit es auch auf den MP3-Player abspielbar ist. Echt, das hat mich einige Jahre dazu gebracht überhaupt keine Musik mehr zu kaufen (aber auch nicht illegal zu besorgen).

    Wie sieht es heute aus:
    Das Image der Musikindustrie ist katastrophal, aber auch die Wichtigkeit scheint für meine Generation und die Jüngeren abgenommen zu haben. Wenn ich mit den Jugendlichen von heute rede, geht es vielmehr um Handy-Apps und Games, mit denen diese ihre Gruppenkultur ausleben. Musik spielt eine viel untergeordnete Rolle, als es noch vor 10 Jahren bei mir und meinen Freundeskreis der Fall war.
    Interessanterweise kaufe ich heute mehr Musik als jemals zuvor. Einiges was ich von früher kannte aber auch interessante Sachen die ich auf sehr speziellen Radiostreams “entdecke”. Zum Glück gibt es mittlerweile dafür DRM-freie Musik zu kaufen, sonst wäre das immer noch ein No-Go. Die Bands von denen ich Musik kaufe, sind weltweit verteilt und hätte ich wohl ohne die neuen Technologien niemals entdecken können. (Und damit auch nichts kaufen können). Größere bekanntere Bands sind in meinen Portfolio aber nicht enthalten. Das ist interessant, weil ich viel mehr Auswahl an Möglichkeiten besitze Musik zu hören und zu unterstützen. Aber vermutlich wird niemand dieser Künstler, dessen Musik, für mich persönlich einen viel höheren Wert besitzt, als alles was davor gehört habe, irgendwie von dieser Unterstützung von mir leben können.

    Was ich damit sagen will:
    Kunst verändert sich, die Wertigkeit davon auch.
    Kunst ist natürlich wertvoll. Aber in der heutigen Zeit mit den Technologien, ist der Markt an künstlerischen Tätigkeiten viel größer geworden als früher. Dieses Überangebot ist für den Konsumenten super, aber für die Künstler natürlich grausam. Das Angebot von Kultur wird sich verändern und sich auf andere Bereiche verlagern. Musiker werden den Großteil des Geldes nur noch mit Live-Auftritten verdienen. Autoren haben es dort aber viel schwieriger, da sie abseits der Information keine Verdienstmöglichkeiten besitzen.

    Zu den Piraten:
    Ich glaube man sollte den Namen nicht zu persönlich nehmen, da sich die Schwerpunkte dieser Partei sehr weit verschoben haben und nicht mehr zu sehr auf dem Urheberrecht beruhen (auch wenn es im Programm noch sehr prominent ist).
    Interessanterweise ist der Name aber schon Ausdruck einer Generation die in den letzten 10 Jahren massiv stigmatisiert wurde, ohne das diese Generation sich dagegen wehren konnte. Das hat sich zwar in den Namen manifestiert, aber es sieht mittlerweile so aus, als wenn das Grundproblem wirklich daran lag, das niemand den jungen (aber auch vielen älteren) Menschen zuhören wollte. Insgesamt wohl eher eine neue organisierte Form als Lobby für die von der Politik vernachlässigten Menschen.

    Die Meinungen die in den 101 Piraten Statement stehen, sind allerdings die typische Meinung dieser(meiner) Generation. Man bedenke: 10 Jahre Stigmatisierung als Verbrecher durch die Industrie verläuft nicht ohne Spuren. Vor Allem wenn man noch jung ist!

  119. “Als wir dann ein Eintrittsgeld in Höhe von 3 Mark einführten, kamen genausoviele Leute und zwar genaudieselben Leute und wir hatten plötzlich die doppelten Einnahmen.”
    ===> 3 Mark für einen live Auftritt ist auch nicht viel, du musst das auch mal im Verhältniss sehen. 20-40 Mark für eine CD oder einen Film sind da schon eine andere Hausnummer.
    Übrigens hast du die Kernaussage nicht einmal verstanden. Hier ging es der Person nämlich darum, dass z.B. Musiker nur ca. 10% einer Verkauften CD bekommen.
    —–
    “Stell dir vor, du gehst ins Restaurant und zahlst anschließend einen von dir selbst gewählten Betrag, aber nur, wenn du beschließt, dass das Essen dir auch wirklich etwas wert war und wenn der Wirt noch keinen Zechpreller angezeigt hat. Jawohl, das kann man vergleichen. Es geht nicht primär darum, ob etwas „verbraucht“ wird, es geht darum, ob man jemanden für die Arbeit, die er leistet, auch bezahlt. Materialkosten, zum Beispiel für die Zutaten des Gerichtes im Restaurant, kommen dann gegebenenfalls noch dazu. Und ja: Kunst ist auch Arbeit.
    ===> Nein ****** kann man nicht vergleich!!! Der Wirt hat einen VERLUST durch dich. Vor allem das Essen, dass du verspeist hast, aber auch der entstehende Personalaufwand etc. Wenn ich online ein digitales Medium dupiliziere ist dies einfach nicht der Fall. Wenn 1000 Leute ohne zu Zahlen in deiner Wirtschaft essen bist du pleite, kopieren 10000000000 Leute deine Musik bist du es nicht. Zudem ist die Frage ob die Arbeit einmalig ist oder immer wieder auftritt. Ein Musiker hat 1x den Aufwand eine CD zu produzieren, ein Wirt hat bei jedem zusätzlichen Gast einen neuen Aufwand.
    “Vor ein paar Jahren saß ich bei einer Lesung an der Kasse und eine sehr gut (bzw. teuer) angezogene Frau in den Fünfzigern fragte schockiert: „Eintritt? Aber die Geschichten sind doch selbstgeschrieben, denke ich. Und ich konsumiere doch nichts! Ihr behaltet eure Texte doch!“
    Hier sind auch wieder andere Kosten im Spiel, wie z.B. Location oder aber auch einfach den Zeitaufwand den ihr da reinsteckt.
    —–
    “und zwar nicht wie früher die Kassetten, denn das entspräche der Methode, die Bücher in einem Copyshop auf Papier zu kopieren, sondern 1:1, ohne Abstriche an der Qualität.
    ===> Doch im Prinzip ist es das gleich, nur das Autoren einfach immer das Glück hatten, dass Papier und Druckerpatronen recht teuer waren im Vergleich zu Kassetten. Aber selbst wenn sie heute noch an eine Uni gehen werden sie sehen wie viele Studenen teure Fachliteratur kopieren und das vermutlich schon vor 30 Jahren gemacht haben.
    —–
    “Wenn ich mal wieder ein Buch geschrieben habe, hoffe ich jedenfalls sehr darauf, dass sich jemand um Lektorat, Satz, Druck, ggf. Ebookformatierung, Werbung, Vertrieb und all diesen Kram kümmert, den ich nicht selbst machen kann oder nicht selbst machen will. Und dann sollen die Leute, die das für mich erledigen, dafür verdammt nochmal auch bezahlt werden.”
    ===> Und warum braucht man dafür große Verwertungsgesellschaften? Warum kann das nicht einfach eine Unabhängige Designfirma oder so zum Festpreis machen?
    —–
    “Mich würde übrigens mal interessieren, wie die von manchen Piraten ins Spiel gebrachte (und mir nicht unsympathische) Kulturflatrate ohne irgendwelche monströsen Verwaltungsgesellschaften das Geld einsammeln und verteilen soll. Da kann ich mir doch jetzt schon vorstellen, wie die selben Leute, die sie jetzt fordern, sie nach ihrer Einführung boykottieren, weil das Geld in einer ominösen kafkaesken Behörde versickere und außerdem auch Florian Silbereisen davon bezahlt würde.”
    Dann muss man eben transparent arbeiten. Zudem ist es deutlich einfacher anhand von youtube online views zu verfolgen, wer wie viel bekommen sollte als bei der geschlossenen GEMA.
    —-
    “Och Mensch, schon wieder dieses dunkle Geraune über das Mordor der Verwaltungsapparate und Verwertungsgesellschaften. Mal was anderes: Was versteht ihr unter einer „gerechten Entlohnung der Künstler“? Und wer entscheidet darüber, welcher Künstler darauf ein Anrecht hätte? Der Markt?”
    ===> Ja? Wenn von einem Künstler die Musik 10x so oft gehört wird wie von einem anderen, dann sollte er auch 10x aus den GEMA Einnahmen bekommen. Und zudem sollten Künstler da nicht reinzahlen müssen…

    “„Filesharing ist keine Option, Filesharing ist Realität“ – richtig! Ich möchte an dieser Stelle noch einmal darauf hinweisen, dass ich mir bewusst bin, dass sich bestimmte Dinge radikal geändert haben und dass man Zahnpasta nicht in die Tube zurückdrücken kann. Wir brauchen neue Gesetze und diese dürfen nicht dahin gehen, einen Überwachungsstaat aufzubauen, der genau das versucht. Es ist gut, dass die Piraten dieses und einige andere Themen massiv in die Öffentlichkeit gebracht und eine Diskussion angestoßen haben.”
    ===> Und was ist dann ihre Lösung? Weil man kann nicht beides haben, aber trotzdem noch alle Vorteile als Künstler aus dem alten System. Das ist wie wenn man sagt “Ich möchte jetzt aber ein Auto das 200khm fährt, aber wenn ich gegen einen Baum fahre, will ich nicht, dass mir mehr passier wie wenn ich das mit dem Fahrrad mache”
    —–
    “Eine Abschaffung/Ausschaltung von „Verwertern“ wie Verlagen, Vertrieben, Händlern, heißt nichts anderes, als dass der Künstler sein eigener Verleger und Verkäufer und Marketingmensch werden muss – UND DARAUF HAB ICH KEINEN BOCK!”
    Ist dass jetzt etwa unser Problem, dass SIE darauf keinen Bock haben? Es gibt eben viele junge Künstler die genau das machen. Eigener youtube Auftritt, eigene Homepage, eigener Facebook Auftritt, Sachen einfach bei iTunes oder Amazon reinstellen usw. Warum soll ich für Marketingkosten zahlen, wenn sozial Media den Job für mich heutzutage umsonst erledigt?
    —–
    „Das heißt ganz klar: Direktvermarktung“ und „Wer sich stattdessen in veraltete Strukturen begibt und von der Verwertungsindustrie ausnehmen lässt, muss sich nicht wundern, von seiner Arbeit nicht leben zu können – und ist das eigentlich kreativ?“ Das heißt ganz klar: Nicht das Werk eines Künstlers soll darüber entscheiden, ob er davon leben kann, sondern sein Talent als Verkäufer. Und Kreativität bemisst sich daran, wie einfallsreich er bei der Suche nach „zeitgemäßen Wegen für die Entlohnung seiner Arbeit“ ist. Kotz.
    ===> Schon blöd, wenn auf einmal das Vermarktungstalent zählt. Ich meine ist ja nicht so, dass das in fast jeder Branch der Fall ist!!! Wenn mehrere Mitarbeiter dem Chef einen Vorschlag machen wird auch meist der durchgesetzt der sein Konzept am besten verkauft und nicht der, der das wirklich beste Konzept hat.

    ______________
    Ich habe das Gefühl sie wollen nur ihre Kunst machen und der Rest drum herum ist ihnen ehrlich gesagt sch**** egal, solange sie am Ende gut davon leben können. Leider ist das eben nicht mehr die Ansicht vieler Junger Leute die mit dem Internet aufgwachsen sind und deren Möglichkeiten kennen und auch nutzen. Die heute mit einfachsten Mitteln in eigenproduktion ein Musikvideo machen können und es mit einem klick einem Millionenpublikum zugänglich machen können. Die sehen eben nicht mehr den Sinn dahinter dies von einem Mittelmann machen zu lassen, der hohe kosten verursacht.

  120. Ja, Kiddies, dann macht eure Musik, eure Bücher, eure Fotos bitte in Zukunft selber – und zwar bitte ausschließlich. Hoffentlich werdet Ihr anschließend nie davon leben müssen (nicht “gut”, sondern auf Minimalstandard). Denn ihr seid nicht nur mit dem Netz aufgewachsen, sondern auch mit dem dicken Geldbeutel eurer Eltern. Verantwortungslosigkeit, die sich an übergroßer Freiheit und Sorglosigkeit mästet – mehr ist das nicht. Künstler wissen im Gegensatz dazu nämlich sehr gut, was der tägliche wirtschaftliche Überlebenskampf beinhaltet.

    • @Laufer

      “Denn ihr seid nicht nur mit dem Netz aufgewachsen, sondern auch mit dem dicken Geldbeutel eurer Eltern. Verantwortungslosigkeit, die sich an übergroßer Freiheit und Sorglosigkeit mästet – mehr ist das nicht. Künstler wissen im Gegensatz dazu nämlich sehr gut, was der tägliche wirtschaftliche Überlebenskampf beinhaltet.”

      Ja, klar… Millionen von Hartz IV-Empfängern da draussen und alles Künstler…

      Du findest Dich großartig dabei, anderen ins Gesicht zu spucken und dann noch Sympathie und Unterstützung zu erwarten, ja?

      Du zeigst einmal mehr, dass das Problem nicht die Piraten sind sondern der Narzissmus einiger Künstler, die glauben, die Welt drehe sich nur um sie.

    • @derralle

      “Und wieso stellt sich eine Partei hin und will dem Künstler vorschreiben, dass er sein Werk gefälligst nicht über die GEMA oder VG Wort zu vermarkten habe? Was hat sich eine Partei da einzumischen?”

      Weil es die Aufgabe vom Politik ist, die Gesellschaft mitzugestalten? Und weil die GEMA ihre Rechtsfähigkeit wie alle Wirtschaftsvereine einer staatlichen Verleihung verdankt?

      Und was das Taxi-Unternehmen angeht: Selbst Schuld, wenn Du Dein Geld zum Fenster rauswirfst – dann kann es Dir aber so schlecht nicht gehen. Denn in der Regel gibt es durchaus Möglichkeiten, z.B. für regelmäßige Fahrten günstige Fixpreise auszuhandeln etc.

      Ich finde es aber nett, dass immer darüber geredet wird, die Leute könnten halt nur das konsumieren, was sie sich leisten können, nicht aber darüber, dass man nur den Preis erzielen kann, den der Markt auch trägt.

      Das Dumme ist: Davon, dass man sich der Illusion hingibt, wie furchtbar wertvoll die eigenen Produkte sind, findet man noch lange keinen Käufer. Es ist rotzegal, für wie wertvoll man das eigene Produkt hält. Wichtig ist, ob man jemanden findet, der bereit ist, den Preis zu zahlen.

      Sich selbst belügen macht arm, ja. Das hat aber nichts damit zu tun, dass die Welt so schlecht ist, sondern dass man nicht bereit ist, ihr in die Augen zu schauen.

    • @derralle

      Es ist schon ziemlich dreist, wenn man die Rechtslage als “Geschwurbel” bezeichnet. Was Du uns damit sagen willst ist, dass Du persönlich Dir aussuchen darfst, welche Gesetze für Dich gelten, andere aber nicht. Wobei wir wieder beim Narzissmus wären.

      Es ist ehrlich gesagt sch….egal, worauf Du glaubst verzichten zu können. Falls Du’s nicht gemerkt hast, die BRD gehört nicht Dir. Such Dir ne Insel in der Südsee, wenn Du nicht damit leben kannst, dass manche Parteien eine Politik machen, die Dir nicht passt. Das nennt sich Demokratie. Und wenn sie eine Mehrheit finden – und davon sind die Piraten WEIT entfernt – dann wirst Du damit leben müssen.

      Genauso wie jeder andere Berufstätige, ob Angestellt oder Selbständig, damit leben muss, wenn sich die seine Geschäftsgrundlage betreffende Rechtslage ändert.

      Im Übrigen entscheidet der Künstler bei uns ja eben in vielen Fällen gerade NICHT, was für ein Angebot er dem Kunden macht, sondern das macht die GEMA. Als Verein kann sie das NUR, weil sie staatlich dazu ermächtigt wurde. Es gibt im Übrigen auch andere Organisationsformen für sowas…

      Und nein, auch illegales Verhalten ist Teil der Marktwirtschaft – hier wird das Risiko, erwischt zu werden und die Höhe der Strafe eben mit einem bestimmten Wert einkalkuliert.

    • @Tom:

      Es spricht schon Bände, wenn jemand, der von der Welt erwartet, dass sie ihn aushält und finanziert, andere als Parasiten beschimpft.

  121. “Wenn Du “Businessmodell” für eine neoliberale Wortwahl hältst, wundert mich nicht, dass Du grundsätzlich jeden dafür verpflichtet hältst, einzig und allein DEINE Bedürfnisse zu berücksichtigen.”

    Der ist echt strange.

    “Mit Marketing überzeuge ich Leute, dass etwas IHR GELD wert ist. Und wenn sie davon überzeugt sind, dann klauen sie es auch nicht. ”

    Ja sicher…

    “Aber man sieht schon, wo die Debatte hinführt, wenn schon Journalistinnen anderen das Recht auf eine Meinung absprechen.”

    :-)

    “Wenn 1000 Leute ohne zu Zahlen in deiner Wirtschaft essen bist du pleite, kopieren 10000000000 Leute deine Musik bist du es nicht.”

    Jaaa, und wenn 10 Mrd. Leute sich ein Buch kostenlos kopieren, wer soll das dann noch kaufen? Denkt Ihr auch mal nach, wenn Ihr irgendwas schreibt? Ist übrigens auch ein gutes Argument für Schwarzfahren!

  122. Naja… ich finde du schreibst da einen großen Schwachsinn zusammen ! Leider hast du in meinen Augen weder die aktuelle Lage noch die Gesellschaft verstanden. Schreib du lieber weiter deine Geschichten. Aber Politik und Recht ist nicht dein Gebiet du Märchenonkel !

  123. Dir ist schon bewusst, das es Autoren gibt die ohne Verlage von ihren Werken leben können? Das es Musiker gibt die ohne Plattenlabel genug Geld und Aufmerksamkeit bekommen? Das es Programmierer gibt die ohne einen großen Publisher ihr Software vertreiben und sehr gut davon leben können?

    Es geht also auch anders, du schreibst in deinem Artikel aber auch im gleIchen Atemzug das dir das egal ist und du dich um Selbstvermarktung nicht kümmern möchtest (sieht man z.B. auch sehr gut an deinem Blog hier: Wo ist denn der ominöse flatr-Button?).

    Also was ist der Sinn deines Beitrags?
    Status quo darlegen? Danke dafür, war für einige bestimmt neu.
    Meinungsmache gegen die Piratenpartei? Welcher deiner Leser ist so doof zu Glauben, dass wenn die über 10% kommen als nächstes die “Bösen Mordor Gesellschaften” dicht machen müssen?
    Die Diskussion in eine andere Richtung lenken? Ich bezweifle sehr, das diese hier im Internet geführt werden kann, in der Politik vielleicht? Aber wer soll das machen? Ist euch nicht klar, das durch die Piratenpartei die Möglichkeit geschaffen wird diese Diskussion dort hinzubringen wo sie momentan am besten geführt werden kann und das genau die Leute, die hier schreiben “ja Super beitrag genau meine Meinung” mal lieber in der Partei das ansprechen sollten, damit ihre Stimme eine der ominösen 101 wird?

  124. Ich bin selbst Autor und habe genau 1 Buch geschrieben. Im Gegensatz zu den meisten Urhebern kann ich von diesem Buch leben. Der Grund: Ich vermarke und verlege es selber und kann dadurch rund 70% der Umsätze als Gewinn verbuchen. Die restlichen 30% gehen für Werbung und teilweise auch Druck drauf.

    und JA ich verkaufe das Buch überwiegendd als ebook. Dabei nutze ich nicht diese neuen geschützen Formate von iTunes oder amazon sondern das normale PDF Format. OHNE kopier und passwortschutz. Jeder der es kauft, kann es an seine Freunde schicken oder in Tauschbörsen stellen.

    Das wird leider auch gemacht – Alle 2-3 Wochen gehe ich die gängigen Tauschbörsen durch und lasse die “Raubkopien” löschen. Das dauert etwa 1 Stunde. Natürllich geht mir dadurch etwas Umsatz verloren.

    Trotzdem verdiene ich damit immer noch mehr als wenn ich meine Rechte an einen Verlag abtreten würden.

    Bei einem Verlag würde ich – wenn ich viel Glück habe – mit 20% beteiligt werden. Viel wahrscheinlicher wären nur 10%

    Das, was die Piraten fordern, ist also keineswegs nur für Musiker. Gerade Autoren sollten die Möglichkeit haben mit mindestens 60% an den Einnahmen beteiligt zu werden. Die Kosten für das Marketing bei einem Verlag sind deutlich geringer, da der Verag die Strukturen bereits hat.

    Vielleicht hatten Sie bisher keinen Erfolg. Mein Tipp: Suchen Sie sich eine kleine Werbeagentur. Ein 1-Mann-Betrieb tut es auch. Zahlen Sie dieser Agentur 50% der Umsätze. Aber behalten Sie Ihre Rechte!

  125. “Das wird leider auch gemacht – Alle 2-3 Wochen gehe ich die gängigen Tauschbörsen durch und lasse die “Raubkopien” löschen. Das dauert etwa 1 Stunde. Natürllich geht mir dadurch etwas Umsatz verloren.”
    Das ist unmöglich. Du kannst aus Tauschbörsen nichts löschen.

    • “Das wird leider auch gemacht – Alle 2-3 Wochen gehe ich die gängigen Tauschbörsen durch und lasse die “Raubkopien” löschen. Das dauert etwa 1 Stunde. Natürllich geht mir dadurch etwas Umsatz verloren.”
      Das ist unmöglich. Du kannst aus Tauschbörsen nichts löschen.

      Wenn Du torrent-Netzwerke meinst, hast Du recht. Löschen ist ziemlich unmöglich.
      Allerdings kann man die Dateien von Hostern wie rapidshare, Uploaded etc. löschen lassen.
      Auch die url-shortener Dienste, welche häufig verwendet werden, um Links zu teilen, kannst Du mit einem DMCA Antrag zum löschen der URLs bewegen. Die Dienste sind da in der Regel sehr kooperativ.

      Auf manchen Seiten wurde mein Buch schon mehrere Hundert mal illegal runtergeladen. Trotzdem ist das für mich kein Verlust. Ich habe immer noch ein gutes Leben. Ein Verlag könnte da genauso wenig ausrichten.

      Selbst eine Abmahnung, falls man den uploader herausfindet, würde nur dem Verlag nutzen. Der Urheber bekommt von dem Geld nichts.

  126. Was soll ich denn von einer Partei halten, die auf die meisten drängenden Fragen der Zeit nur zwei Antworten hat:
    1) unsere Meinungsbildung ist noch nicht abgeschlossen
    2) wir sind gegen den Status quo, weil sich die Zeiten gewandelt haben und es bessere Möglichkeiten gibt. Leider wissen wir aber auch nicht so genau, wie diese funktionieren sollen (Beispiel BGE oder Entlohnung von Künstlern, sprich Urheberrecht).

    Zum Thema Urheberrecht: wenn sich ein Künstler entscheidet, sein Werk über die GEMA oder die VG Wort zu vermarkten ist das doch seine Entscheidung. Mit welcher Ingnoranz (oder wenn ihr so wollt kriminellen Energie) kommen da jetzt Leute daher und versuchen bewusst diesen Vertriebsweg zu umgehen und kostenlos in den Genuss seiner Werke zu kommen. Z.B. durch Tauschbörsen oder simpel die Weitergabe der Dateien auf dem Schulhof? Kapier’ ich nicht.
    Und wieso stellt sich eine Partei hin und will dem Künstler vorschreiben, dass er sein Werk gefälligst nicht über die GEMA oder VG Wort zu vermarkten habe? Was hat sich eine Partei da einzumischen? Hier könnte V. Strübing jetzt auch seinen Hitler-Vergleich anbringen. Ich nehme mir ja auch gelegentlich ein Taxi, wenn ich nicht selbst fahren will, und zahle für die Dienstleistung, und zwar genau so, wie es mir das Taxi-Unternehmen anbietet zu zahlen, was den Betrag angeht, die Währung, den Zeitpunkt und so weiter. Und wenn mir diese Vorgaben den Dienstleisters nicht passen, dann kann ich die Dienstleistung eben nicht in Anspruch nehmen. Punkt.
    Und was die Forderung angeht, Kunst sei ein Kulturgut und müsste jedem zur Verfügung stehen: ja, steht auch jedem zur Verfügung, jedem nach seinem Budget. Ich kann mir auch nicht jederzeit jedes Nahrungsmittel leisten oder jede Reise, obwohl manche Speisen und fremde Länder sicher auch kulturell wertvoll sind. So what? Ich kann halt nur das konsumieren, was ich mir leisten kann. Und jetzt können wir darüber diskutieren, wie wir es schaffen, die Grundbedürfnisse aller Menschen zu befriedigen und wie wir die Verteilung des Reichtums von unten nach oben umdrehen.

    Jamiri hat die geistige Haltung der Gesellschaft mal ganz nett auf den Punkt gebracht:
    http://www.icom-blog.de/attachment.php?attachmentid=516

  127. Ich glaube das größte Problem ist, dass die Veränderung die sich nicht mehr aufhalten lässt . Damit meine ich, dass es nicht zu verhindern ist das Inhalte weiter verwendet werden, wie z.B. Fotos, Texte o.ä.. Es ist viel eher an der Zeit eine Lösung zu finden, wie die “Autoren” ihr Geld/Anerkennung bekommen.
    Es ist doch schon eine sehr fragliche Praxis, wenn Menschen in z.B. Deutschland für beispielsweise ein Bild auf ihrer Webseite oder FBSeite oder wo auch immer verklagt werden und Menschen, die das gleiche Bild nutzen, aber in Malaysia wohnen nicht belangt werden. Es nun mal leider nicht möglich alle zu belangen, das ist so und das wird sich auch nicht mehr zurück ändern.
    Der Vorschlag/Meinung der Piraten dient meiner Meinung nach eher zum Umdenken, die Musikindustrie hat es “zum Teil” schon geschafft, Stichwort MP3′s etc. aber das reicht noch lange nicht. Sprich wer jetzt anfängt umzudenken, der wird in der Zukunft auch einen Profit davon haben, wer jetzt nur heult und die gute alte Zeit wieder haben will, wird in der Zukunft leer ausgehen.
    Es werden Unmengen von Geldern verschwendet weil Apple sich mit Samsung bekämpft etc. und wir befinden uns jetzt in einer Zeit in der das überhand nimmt, ohne ein Ergebnis zu generieren, es folgt eine Gegenklage und am Ende tauscht man ein wenig Geld aus.

    Die Entscheidung bei den Patente und Urheberrechten werden nicht die Kleinen sondern wie immer die Großen fällen. Liebe Autoren und andere Künstler, denkt lieber darüber nach wie ihr auf eine neue Art euer Geld mit euren Geistigenfähigkeiten verdienen könnt, verdient habt ihr es alle mal, seit Innovativ nicht degenerativ, das habt ihr gar nicht nötig.

    In diesem Sinne: Ich bin gespannt auf die Zukunft!!

  128. Wenn man von sein Tantiemen als Künstler nicht leben kann, dann sollte man sich vielleicht einen neuen Job suchen und nicht ein möglichst scharfes Urheberrecht fordern. Ich bin auch dafür das Künstler von Ihrer Arbeit leben können – aber dann muss auch genug Konsumenten geben.
    Ich bin jedenfalls strikt dagegen, dass erfolglose “Künstler” mir über die Hartz-IV-Aufstockung auf der Tasche liegen. Das geht gar nicht…

  129. @ tyelko
    Was ist denn das für ein Geschwurbel von “Gesellschaft gestalten” und “staatlicher Verleihung”? Und das soll dann so aussehen, dass mir die Partei vorschreiben will, wie ich meine Werke vermarkte statt mir selbst die Wahl der Option zu lassen? Und statt dessen den Konsumenten die Wahl lässt, ob und wie sie mich bezahlt? Danke, auf diese Art der Gestaltung verzichte ich. Und der Preis für eine Leistung bildet sich am Markt so oder so, egal ob mit GEMA oder ohne.
    Es bleibt dabei, jeder Künstler und jedes Taxiunternehmen kann sich entscheiden, welches Angebot es den Konsumenten macht, und jeder Konsument kann sich entscheiden, ob es das Angebot annimmt oder ggf. verhandelt oder verzichtet. Der Rest ist dann Marktwirtschaft, und das ist gut so. Schwarzfahren, -sehen, -kopieren ist jedenfalls nicht!

  130. @ tyelko
    “auch illegales Verhalten ist Teil der Marktwirtschaft – hier wird das Risiko, erwischt zu werden und die Höhe der Strafe eben mit einem bestimmten Wert einkalkuliert.”

    Dem ist nichts hinzuzufügen.

  131. @derralle

    Nachtrag: Und gerade WEIL die GEMA die Preise festlegt kann eben von einer marktwirtschaftlichen Preisfindung keine Rede sein – der GEMA ist die Bekanntheit eines Künstlers kreuzegal. Es liegt ihr fern, z.B. durch Preismaßnahmen Marketing zu betreiben. Ist auch nicht ihre Aufgabe. Sie hat ihre Sätze und fertig. Frag mal Leute, die einen Podcast betreiben, was man von ihnen verlangt, für ein Intro oder Outro ein paar Takte Musik spielen zu lassen. Das sind im Übrigen auch Kreative. Aber Kreative, die nicht unbedingt Lust haben, für ein paar Takte Untermalung im Jahr ein komplettes Monatsgehalt hinlegen zu dürfen – kumulativ dazu, denn die Gebühren fallen monatlich an, solange die jeweilige Episode online ist. Je mehr Episoden er macht, desto teurer wird’s.

    Flieg schön weiter durch’s Lala-Land, wo Du Dir die Gesetze, die gelten, selber raussuchen darfst, sowohl die juristischen wie auch die Marktgesetze

  132. Die ganze Debatte geht m.E. völlig am eigentlichen Kern vorbei. Tatsache ist: es gibt das Internet, es gibt die technische Möglichkeit Daten verlustfrei zu kopieren. Das mag den “Urhebern” und “Verwertern” nicht gefallen, aber es ist nicht mehr aus der Welt zu bekommen. Die eigentliche Frage ist, ob, und wenn ja, was dagegen getan werden soll bzw. kann.

    Die Antwort der “Verwerter” lautet dazu bislang abmahnen/verklagen und die immer wiederkehrende Forderung nach der generellen Überwachung ALLER Nutzer im Internet. Und hier sollte mal jeder, der sich dieser Forderung anschließt, überlegen welche Konsequenzen das für eine Gesellschaft haben kann. In der (bislang) “freien westlichen Welt” kritisieren wir China und andere “nicht demokratische” Staaten wegen Zensur und Überwachung und freuen uns über den “arabischen Frühling” in Ländern, in denen das Internet überwacht wird, um anderslautende Meinungen zu unterdrücken und Oppositionelle zu verhaften. Gerade in Deutschland sollte man – mit der historischen Erfahrung einer Nazi-Diktatur und eines SED-Regimes – eine erhöhte Sensibilität für sowas haben.

    Fazit: wenn es der einzige Vorschlag der Verwerter-/Urheber-Lobby ist, alle Nutzer im Internet zu überwachen, um ihr Geschäftsmodell fortzuführen, darf die Antwort darauf nur ein klares NEIN lauten. Überlegt Euch was Besseres.

    Und hey: Du als Urheber möchtest von Deinen Werken gut leben können? Ein verständlicher Wunsch. Und Du glaubst, wenn das Internet schön überwacht wird, und sich alle vor Angst in die Hosen machen und nichts mehr illegal heruntergeladen wird, würde Dir das besser als jetzt gelingen? Es gibt auch jetzt schon Urheber, die von ihren Werken gut leben können. Wenn es bei Dir nicht so ist: bekommst Du vielleicht nicht die Aufmerksamkeit, die nötig wäre, um genug verkaufen zu können? Kann es sein, dass bei Dir die Vermarktung nicht so gut läuft oder ist Dein Produkt vielleicht doch nicht so massenkompatibel, dass Du damit reich wirst? Vielleicht solltest Du Dich doch etwas mehr mit Werbung und Vertrieb beschäftigen, auch wenn Du das nicht gerne tust. Aber das wäre ja evtl. mit Arbeit verbunden, die Dir nicht so viel Spaß macht und es hat ja so gar nichts mit Kreativität zu tun.

    Um in Deinem Duktus zu bleiben: Fick Dich selbst, die Piraten haben hoffentlich Wichtigeres zu tun.

    Dieser Beitrag ist für Euch kostenlos (aber hoffentlich nicht umsonst).

  133. @derralle

    Um mal mit einem Missverständnis aufzuräumen: Kein Autor “vermarktet” seine Texte über die VG Wort. Diese kann also z.B. keinem Leser ein digitales Exemplar verkaufen.

    Wäre das so, verträte sie so genannte Erstrechte (so etwas gibt es bei anderen Verwertungsgesellschaften mit anderer Entstehungsgeschichte durchaus). Die VG Wort vertritt aber nur die Zweitrechte. Wer als Autor einen Wahrnehmungsvertrag mit ihr schließt, bevollmächtigt sie somit nur, bei Importeuren von Hardware und Speichermedien oder bei Copyshop-Betreibern die Tantiemen für Kopien rechtmäßiger Originale einzutreiben.

    Was dabei herumkommt, ist sehr, sehr wenig Geld im Vergleich zu den schon nicht üppigen Originalhonoraren. Der durchschnittliche Deutsche bezahlt im Jahr etwa 1,50 Euro an die VG Wort (einen Bruchteil dessen, was die GEMA abbekommt). Otto Normalautor bekommt einen niedrigen dreistelligen Betrag pro Jahr ausgeschüttet, bei vielen sind es sogar nur zweistellige Beträge. Ganz wenige schaffen es in den vierstelligen Bereich. Es ist für Autoren nur ein Zubrot. Vor 30 Jahren konnten Journalisten davon noch in die Sommerfrische fahren, heute reicht’s vielleicht für einen Tagesausflug ohne Kinder.

    Dass das alles so wenig geworden ist, liegt übrigens nicht zuletzt daran, dass die für Industrielobbyisten sehr zugängliche rotgrüne Schröder-Regierung die armen Geräteimporteure (z.B. die deutsche Tochter des Weltkonzerns Hewlett-Packard) entlasten wollte. Angemessene Urheberabgaben, wie sie die abgesägte Justizministerin Herta Däubler-Gmelin noch im Sinn hatte, hätten den über Kampfpreise ausgetragenen Wettbewerb der Hardwarekonzerne gestört. PC, Scanner, Drucker und Multifunktionsgeräte wären dann nicht ganz so rapide im Preis verfallen. Der fürs Lagern der Kopien nötige Speicherplatz kostet heute kaum noch etwas, doch der Anteil der Urheber an diesem verfallenden Verkaufspreis ist gesetzlich gedeckelt. Moore’s Law geht Musikern, Autoren und Filmern an die Substanz, denn ihr Output kann die Speicherinflation nicht ausgleichen.

    Das nur als Info für die Marktfetischisten, denen die Rollenverteilung im wirtschaftlichen Verteilungskampf nicht ganz klar ist.

    Auf der einen Seite stehen globale IT-Konzerne, die in den USA, Deutschland, Japan und Korea die Geräte entwickeln, die das verlustfreie Kopieren möglich machen, die diese Geräte in Billiglohnländern produzieren lassen und mit allen Tricks aus der Intellectual-Property-Kiste ihre grotesk überteuerten Druckerpatronen vor Nachahmern schützen und so dem Markt Kaufkraft entziehen, die fairerweise mit den Erstellern jenes “Contents” geteilt gehörte, dessentwegen sich die Leute überhaupt die ganze Hardware kaufen. Zu dieser Seite zählen auch (Achtung, Ironie!) die kreativen Urheber des Irrglaubens, man kaufe im Elektrofachmarkt zu fairen Preisen ein. Also Mediamarkt/Saturn.

    Auf der anderen Seite steht das Fußvolk: Nutzer und Urheber. Es ist der Industrie wunderbar gelungen, den Letzteren den Schwarzen Peter zuzuschieben und Erstere (ihre schamlos ausgenutzten Kunden) auf die eigene Seite zu ziehen. Die Kunden sind dankbar für die billige Hardware, als seien diese günstigen Preise nicht auf eine fragwürdige, jedenfalls nicht sozialverträgliche Weise zustandegekommen.

  134. “Worum es geht: Es gibt ganz genau zwei Personen, die an einem Werk interessiert sind: der Urheber und der Verbraucher. Alles, was sich zwischen diesen beiden befindet, muss weg. Das ist eine Demokratisierung der Kultur.
    Herbert Danzinger (@magicherb, Piratenpartei Österreich)”

    “Nein, das ist Blödsinn.”

    Ja da stimme ich dir zu- Wenn die Piraten iwann doch mal was zu sagen haben dann könnte ich als Grafik Designer (Illustrator) gleich einpacken -.- oder IT Consultant werden ;]

  135. Tja, das haste jetzt davon, Volker! Lauter Grünschnäbel, die Dir erzählen, Du hättest Dich eben bis jetzt nicht richtig angestrengt und solltest mal besser einen Businessplan machen statt hier rumzujammern. Spieleentwickler machen das ja auch. Geh doch zu einer Ein-Mann-Marketing-Firma. Das ist allemal billiger als sich einen echten Verlag zu suchen. Oder werd was richtiges, wichtiges. Werd IT-Consultant. Das kann echt jeder.

    Ja, so sind’se die Parasi… Piraten.

  136. Zitat1@Andy (@Vi_k1ng):”Ist dass jetzt etwa unser Problem, dass SIE darauf keinen Bock haben? Es gibt eben viele junge Künstler die genau das machen. Eigener youtube Auftritt, eigene Homepage, eigener Facebook Auftritt, Sachen einfach bei iTunes oder Amazon reinstellen usw. Warum soll ich für Marketingkosten zahlen, wenn sozial Media den Job für mich heutzutage umsonst erledigt?”
    Zitat2@Andy (@Vi_k1ng):”Schon blöd, wenn auf einmal das Vermarktungstalent zählt. Ich meine ist ja nicht so, dass das in fast jeder Branch der Fall ist!!!”

    @Andy: Ihr Konsumentenpfeifen wollt alles immer gleich und sofort und möglichst auch noch schön bequem zentral (amazon), aber von den Künstlern verlangt ihr ernsthaft (???) DIREKTVERMARKTUNG?! Was für ein hanebüchener Unsinn. Direktvermarktung ist Mittelalter, nicht Zukunft. Ihr seid die Rückwärtsgewandten!

    Überall geht der Trend zu Zentralisierung und Monopolisierung (Amazon, facebook, google, Mega-Einkaufsparks auf der grünen Wiese) und ohne Marketing verkaufst du absolut NICHTS. (Jedenfalls nicht genug um zu überleben, Ausnahmen bestätigen die Regel). Deshalb sind Verwerter GERADE für solche Produkte wichtig, die von Einzelkämpfern geschaffen werden oder deren Erstellung viel Zeit erfordert (z.B. Bücher, Filme, Comics…).

    Du hast bestimmt noch kein einziges eigenes Produkt bei amazon und co. verkauft, klappt auch nicht, denn ohne teure Werbung findet niemand dein Produkt. Probiers aus. Und ich meine auch nicht 10 oder 20 Bücher, denn mit den Einnahmen könntest du dich auch noch nicht mal einen Monat über Wasser halten. Geschweige denn weiterhin kreative Produkte herstellen.

    Jedes erfolgreiche Unternehmen hat seine Marketing-Abteilung und niemals muss sich hier der, der das Produkt erfunden hat oder zusammenschraubt gleichzeitig um den Verkauf kümmern! Aber von Künstlern und kreativen Einzelkämpfern wird das natürlich erwartet…

    Der Kunde ist König, hahaha… Diese einseitige Konsumentenposition ist einfach sowas von erbärmlich und zum Kotzen!

  137. @ Ikki

    “Der Kunde ist König, hahaha… Diese einseitige Konsumentenposition ist einfach sowas von erbärmlich und zum Kotzen!”

    Nein, zum Kotzen ist es, dass Du Diese Position für einseitig hältst – als ob Dir der Kunde kein Geld geben würde.

    Diese Position ist nicht zum Kotzen, sie gehört zum Marketing, und wenn Du meinst, mehr Kohle damit zu machen, die Kunden zu beschimpfen, dann, sorry, verdienst Du es nicht anders als keine Kohle zu machen. Denn zu erwarten, dass Leute auch noch dafür bezahlen, sich von Dir beschimpfen zu lassen, dass ist zum Kotzen.

    Richtig ist, dass man ohne Marketing nichts verkauft. Nur bekleckern sich die Verwerter mit Ausnahme von a)Kleinverlagen auf Verwerterseite und b)der Vermarktung von Stars auch bei Großverwertern eben jene Verwerter nicht gerade mit Ruhm beim Marketing. Denn das beschränkt sich nunmal nicht darauf, zu sagen “Wir haben hier was” sondern eben die Abstimmung mit den Kundenbedürfnissen. Aber das findest Du ja zum Kotzen, dass darauf Rücksicht genommen wird.

    Für die Summe Geld, auf die Du Anspruch hast, gibt es einen Namen: Hartz IV. Alles, was darüber hinausgeht, musst Du Dir VERDIENEN. Und den Leuten ins Gesicht zu spucken, deren Geld Du haben willst ist dabei kein besonders guter Weg..

  138. @Tom

    A)Wer ist “sie”?
    B)Siehe die Antwort an Ikki: Wenn Du glaubst, diese Art “Humor” sei irgendwie Deiner Sache förderlich, dann viel Spaß in Hartz IV

  139. Mich stören vor allem drei Punkte Ihrer Auseinandersetzung. Zum einen, dass Sie Verleger mit Verwerten gleich setzen und dementsprechend einige Kommentare ad absurdum führen, die so gar nicht gemeint waren. Zum anderen, dass Sie immer wieder einzelne Kommentare als ganzparteische Meinung deklarieren. Falls es immer noch nicht angekommen ist: Es gibt keinen Konsenz zum Thema Urheberrecht, auch nicht innerhalb der Piratenpartei. Last but not least ist es ist ziemlich dreist von Ihnen, einerseits Ihnen wohlwollende Kommentare unkommentiert zu lassen oder nur deren sprachliche Mittel zu analysieren, die Ihnen mal mehr oder weniger gefallen (Wer will soetwas lesen? Ich jedenfalls nicht.) und andererseits Ihnen missfallende Kommentare allen anderen Kommentatoren und damit der gesamten Partei über zu stülpen. Das Urheber- und Leistungsschutzrecht gehört überarbeitet, das merkt jeder, der sich wirklich mit der Thematik auseinander setzt! Wieso? Weil es an allen Ecken und Kanten eben nicht mehr in diese Zeit passt, in der keine Kassetten mehr getauscht werden. Vor allem deswegen, um endlich Rechtssicherheit zu schaffen – sei es für den privaten Filesharer, ob minderjährig oder nicht; dem Hotelier mit offenem WLAN, der sich mit ständigen Abmahnungen aufgrund einer juristisch unsicheren Störerhaftung konfrontiert sieht; dem DJ, der gerne Remixe mit künstlerischen Neuwert für seine Auftritte erarbeitet oder der Betreuerin in einer Kindertagesstätte, die schon gar nicht mehr weiß, ob sie mit ihren Kindern nicht-gemeinfreie Lieder auf dem Sommerfest singen darf. Eine ganze Industrie von Verwerten und deren Anwälten erwirtschaftet mit der ungewissen Rechtslage horrende Summen und verunsichern damit nicht nur den Konsumenten, sondern auch den Urheber. Leidtragend ist dabei die Kunst. Wer das nicht einsieht oder einsehen möchte, kann sich gerne wie Sie Herr Strübing mit einem herzhaften „Fickt euch.“ äußern, denn für mich ist dieses Verhalten nur die ärmste Form der Selbstdenunzierung.

  140. @ FixieVanAchtern
    Eigentlich soll man Trolle ja nicht füttern, aber ich bin Tierfreund. Gilt auch für alle anderen mitlesenden Trolle: Gudn Abbedid middenand!

    Also: Kein Autor hat Lust auf eine Überwachung des Internets. Journalisten (wie ich) schon gar nicht. Vorratsdatenspeicherung ist für uns noch viel übler als der verbohrteste Piratenhardliner.

    Leider scheinen diejenigen, die bei den Piraten Wählervolkes Stimme hinausbrüllen (und damit ihre Kreide fressenden Mandatsträger und womöglich gutwilligen Strategie-Nonpaper-Formulierungs-Arbeitskreisler brüskieren), zu verkennen, dass die Actio, die die behauptete repressive Reactio der Staatsmacht überhaupt erst provoziert und scheinbar legitimiert, von niemand anderem als ihnen selbst ausgeht. Sie liefern dem, der Freiheiten beschneiden möchte, den Vorwand. Sie präsentieren sich ihm ja auch als Holz vom eigenen Stamm: ohne Respekt vor Standpunkten anders Denkender und jederzeit bereit, Widerspruch kategorisch niederzubügeln.

    Drastischer Vergleich, um es deutlich zu machen:
    Im analogen Leben ist es so, dass Regierungen irgendwann Truppen schicken, wenn Plünderer nicht aufhören, die Läden auszurauben. Weder die Bauern noch die Bäcker und Metzger sind schuld daran, wenn es Bürgerkrieg gibt, und sie leiden auch unter ihm.

    Im digitalen Leben mit seiner immateriellen Hehlerware fließt natürlich nur symbolisches Blut. Miss- (oder besser: ver-) achtet hier ein zu großer Anteil der Menschen die Gesetze, und ruft statt des Supermarktkonzerns der Musikkonzern die Ordnungsmacht, bedarf es keiner physischen Waffen, damit die Freiheit aller stirbt. Dann wären wir in dem Szenario, vor dem die Piratisten warnen bzw. das sie zu befürchten vorgeben: Zensur, Filterung, Netzsperren und all dieses PipaPo.

    Jetzt nehmen wir mal an, es käme so weit und die Netzbürger würden tatsächlich so unterdrückt (und blenden wir das BVerfG mal aus). Dann leiden wir Autoren mit – genau wie die Bauern, Bäcker, Metzger, denen reale Plünderer die Scheiben einschlagen.

    Dabei sind es gar nicht wir, die nach dem Polizeiknüppel rufen. Wir verlangen lediglich ganz bescheiden, dass man uns säen und ernten und backen lässt, ohne uns zu verprügeln. Wir wollen unsere Freiheit behalten. Dazu gehört, dass man uns überlässt, ob wir uns für einen Medienkonzern prostituieren wollen oder nicht.

    Und dass man uns keine neue Obrigkeit vorsetzt, die uns per Kultur-Wurstbrot-Flatrate zu prekär besoldeten Beamten einer Versorgungsanstalt für Geistesnahrung degradiert, während sie den amnestierten Plünderern erlaubt, sich zum All-you-can-read-Tarif das Hirn vollzuschlagen.

    Und: Wenn man uns – wie die fantastilliardenfach geklonten Kommentartextbausteine der vielnamigen Crosspostingtrolle suggerieren – für so dumm, borniert und 20.-Jahrhundert-mäßig hält, dass man meint uns a.s.a.p. bevormunden zu müssen, können die Elaborate, die wir als unser geistiges Eigentum bezeichnen, nicht so wertvoll sein, dass es lohnen würde, sie uns mittels staatlicher (anarchistischer?) Zwangsmaßnahmen zu entreißen. Im Gegenteil: Es sollte dann leichtfallen, uns zu ignorieren oder gar zu boykottieren. Beides wäre ganz leicht machbar. Und sicherlich auch zumutbar. Wir hätten unsere Ruhe vor den Trollen und sie vor uns.

    Je länger ich die Debatten verfolge, desto mehr beschleicht mich allerdings das verschwörungstheoretische Gefühl, dass keine klassischen Trolle am Werk sind, sondern Agents Provocateurs: Leute, die mehr oder weniger offen unter Piratenflagge segeln, aber genau das Ziel verfolgen, das Piratisten ihren vermeintlichen Widersachern aus der Medienszene nachsagen: der freien Meinungsäußerung den Garaus und kritische Geister mundtot zu machen. Wenn es nämlich eine Partei gibt, die sich in die Gefahr begibt, von demokratiefeindlichen Extremisten (welcher Couleur auch immer) geentert zu werden, ist es die… (Auflösung steht heute in der Zeitung. Na gut: Holzpresse. Kann man aber trotzdem glauben – oder im Netz nachlesen.)

  141. @ujf99
    Du wärst ein guter Moderator ;-) ( Das meine ich ehrlich und anständig ;-)
    Letztendlich, wäre es möglich, dass sich die Kultur- und Kunstschaffenden, mal unter sich streiten dürften?, – ohne dass gleich Brigaden von Weltererklärern und Interressenvertreter ihrer eigenen Interessen ihren eigenen Weltfrieden zurecht zementieren möchten? Ich fände dies, einen sehr demokratischen Prozess ( Ich hasse diese Marketingworte, – sorry, – aber anders wird’s anscheinend nicht mehr verstanden ).

  142. INTERNET-MARKETING:

    Ihr könnt ja mal meinen Blog besuchen. Hab erst vor ein paar Tagen angefangen. Ich will mit diesem Blog mein Wissen ums Internet-Marketing teilen, mit welchem man sich ein sehr ordentliches Nebeneinkommen verdienen kann, einfach, indem man auf seinen Webseiten oder Blogs ein wenig Werbung macht. Ich selbst habe vor, in drei bis vier Jahren ein Unternehmen zu gründen. Dafür brauche ich natürlich Kapital. Genau dieses beziehe ich aus dem Internet-Marketing. ;)
    Wer von euch Interesse hat kann hier klicken:
    http://geldverdieneninternetblog.wordpress.com/

    Würde mich sehr freuen ;)

  143. @Ikkie
    “überall geht der Trend zu Zentralisierung und Monopolisierung (Amazon, facebook, google)”
    Ich sage ja nicht, dass zwischen dem Künstler und dem Konsumenten nicht noch eine Instanz sein soll (die in der Regel die Zahlung abwickelt), aber eben NICHT ZWEI oder mehr, nämlich Label/Verwerter und Verkäufer. Label/Verwerter kann man einfach kicken und selbst beim Verkäufer sind itunes&Amazon&co nicht optimal, weil sie ordentliche % abkassieren. Warum haben Künstler keine eigene Platform auf der sie dann mal 95%+ kassieren?

    “ohne Marketing verkaufst du absolut NICHTS”
    Was ja eben auch nicht verwunderlich ist, wenn du Millionen schwere Plattenlabels hast, die ihre Künstler pushen, würde man die aus dem Spiel nehmen würde sich der Markt verändern.
    Der Grund warum zur Zeit ohne massives Marketing nicht läuft ist doch grade eben, weil die großen Plattenfirmen alle ihre Künstler pushen.

    “Du hast bestimmt noch kein einziges eigenes Produkt bei amazon und co. verkauft, klappt auch nicht, denn ohne teure Werbung findet niemand dein Produkt. Probiers aus. Und ich meine auch nicht 10 oder 20 Bücher, denn mit den Einnahmen könntest du dich auch noch nicht mal einen Monat über Wasser halten. Geschweige denn weiterhin kreative Produkte herstellen.”
    Ich habe aber schon oft etwas gekauft, weil es mir irgendwo online empfohlen wurde und nein NICHT durch Werbung, sondern von Community mitgliedern. Und ich habe auch schon Musik bei itunes gekauft, die ich bei Freunden auf Facebook entdeckt habe.
    Produkte die es wert sind gekauft zu werden, finden auch ihren Weg zu den Kunden.

    “Jedes erfolgreiche Unternehmen hat seine Marketing-Abteilung und niemals muss sich hier der, der das Produkt erfunden hat oder zusammenschraubt gleichzeitig um den Verkauf kümmern! Aber von Künstlern und kreativen Einzelkämpfern wird das natürlich erwartet…
    Der Kunde ist König, hahaha… Diese einseitige Konsumentenposition ist einfach sowas von erbärmlich und zum Kotzen!”
    Und fast jedes erfolgreiche Unternehmen hat inzwischen auch eine Abteilung die sich um Sozial Media kümmert. Von Lufthansa, über Porsche bis zur Disco um die Ecke. Der grund warum das Thema bei Künstlern eben häufiger aufkommt, ist weil dort eben so viel Geld auf dem Weg verloren geht, dass sich der Kunde schon fragt was da schief läuft, wenn im besten Fall 10% einer verkauften CD beim Künstler ankommen und diese sich dann auch noch beschweren.
    Und wie schon oben gesagt wurde, ja der Kund ist nun einmal König. Du willst das er sich dein Produkt kauft und sich auch in Zukunft für dich interessiert, dem Kunden kann das aber egal sein, der hat genug Alternativen sein Geld auszugeben.

  144. Und dann schauen sie sich mal die Beispiele an die dort genannt wurden. Dort sind der Grund für die hohen Kosten eben oft Stückzahlen (spielt bei digitalen medien online überhaupt keine Rolle) oder Personalkosten, weil die be Vorwerk & Tupperware von Haus zu Haus laufen, was ja auch kein Mensch von einem Künstler verlangt.

    Uns geht es darum, dass zwischen Künstler und Konsument höchstens eine ganz einfache Verkaufsplattform steht, die das Geschäft abwickelt (und möglichst wenig Verwaltungs % kassiert, nicht wie iTunes 30%), aber es muss da eben kein Plattenlabel, Verlag oder sonstiges dazwischen stehen und welche auch noch einmal dick % abgreifen.

  145. @Andy: Sorry, dass ich lachen muss, aber diesen Unsinn, “dass sich der Kunde schon fragt was da schief läuft, wenn im besten Fall 10% einer verkauften CD beim Künstler ankommen”, glaubst du doch selbst nicht. Dieser Kunde ist ein Mythos. Ganz abgesehen davon, dass auf der CD ja auch nicht draufsteht, wie die Konditionen zwischen Musiker und Plattenlabel in Wahrheit sind.

    “Warum haben Künstler keine eigene Platform auf der sie dann mal 95%+ kassieren?”
    Diese Plattformen gibt es. Ich habe selber eine. Aber, ich wiederhole mich, ohne ein riesiges Werbebudget oder Unmengen an Zeit oder Manpower – und das dürfte bei Einzelkreativen und Selbstverlegern, Kleinverlagen etc. die Regel sein – ist es nahezu nicht möglich, solche eine Plattform rentabel zu betreiben. Der Kunde geht aus Bequemlichkeit zu amazon und sucht dort, das ist legitim, aber dies zwingt den Kleinunternehmer letztlich auch, sich auf diese großen Plattformen zu begeben und dort in der Masse der Angebote mit wehenden Fahnen unterzugehen. Ohne Marketingmacht – z.B. eines Verlages oder einer Plattenfirma – ist die Chance auf einen Verkaufsschlager nahezu Null. (Du darfst nicht vergessen, dass du als Selbstvermarkter auch schon mit der Produktion deines Produktes in Vorleistung gehen musst, schon das kann dich ruinieren.)

    “Produkte die es wert sind gekauft zu werden, finden auch ihren Weg zu den Kunden.”
    Ach, sooo einfach ist das. Leben wir nicht in einer perfekten Welt.

    Aua aua. (Träum weiter, Andy.)

  146. Ikki: Ganz abgesehen davon, dass auf der CD ja auch nicht draufsteht, wie die Konditionen zwischen Musiker und Plattenlabel in Wahrheit sind.

    Guter Punkt. Da haben doch unsere Piratenhelden sicher schon einen Entwurf für ein Fairness-Transparenz-Gesetz in der Schublade ;-)

  147. “Dieser Kunde ist ein Mythos. Ganz abgesehen davon, dass auf der CD ja auch nicht draufsteht, wie die Konditionen zwischen Musiker und Plattenlabel in Wahrheit sind.”
    Naja dann sollte es man es vielleicht mal draufschreiben oder warum meinst du machen Geschäfte oft Werbung nach dem Motto “Kaufen sie das und wir spenden 1€ an irgendeine Einrichtung”. Warum nicht ähnliches bei Musik: “Bei uns gehen xy% an den Künstler!” man könnte dafür sogar etwas in Richtung “Qualitätssiegel”/”Fair trade Siegel” machen.
    Ansonsten gibt es überhaupt irgendwelche Bands bei Labels die wirklich mehr wie 10-20% bekommen?

    “nahezu nicht möglich, solche eine Plattform rentabel zu betreiben”
    Mir geht es auch nicht darum, dass jeder eine solche Plattform hat, sondern Künstler sich zusammenschließen und eine Plattform machen von der sie profitieren. Zudem hätten Künstler hier auch die Macht, könnten z.B. ihre Musik von den anderen Platformen abziehen, wenn diese die Bedingungen nicht ändern. Stellen sie sich doch mal vor die GEMA hätte das einfach mal gemacht und gesagt hey “itunes, amazon & youtube” unter diesen Konditionen vertreiben wir das bei euch nicht, wir haben unsere eigene Plattform.
    Hier mal ein Beispiel in diese Richtung: http://torrentfreak.com/5000-artists-line-up-for-a-pirate-bay-promotion-120405/

    “Ach, und wenn man dann auf den Userdaten-Verwerter Facebook angewiesen ist, ist man unabhängig? Pft. Da bleib ich lieber bei Amazon.”
    Naja das soll ja auch geregelt werden, wenn es nach den Piraten geht. Ansonsten sehe ich eine Fanpage nicht so kritisch wie ein eigenes Profil. Zudem ist man zur Zeit überall den Datensammlern ausgeliefert, Amazon macht das doch auch und zeigt ihnen Angebote die zu ihnen passen.

  148. Öhmmm, – nur noch einen kurzen Einwand. (Duck und wech). Kunst, -ist ein wenig größer, als der Musikmarkt. Darf man doch mal anmerken, – oder?

  149. Pingback: Antiemetikum « Le f0o0

  150. @ujf99
    >”Also: Kein Autor hat Lust auf eine Überwachung des Internets. Journalisten (wie ich) schon gar nicht. Vorratsdatenspeicherung ist für uns noch viel übler als der verbohrteste Piratenhardliner.” -> Wenn dem so wäre: warum wird dann in den Medien (und ich meine jetzt nicht blogs) so oft unreflektiert der VDS das Wort geredet? Siehe heutige Tagesschau / heute – Beiträge zu dem Thema.

    >” dass die Actio, die die behauptete repressive Reactio der Staatsmacht überhaupt erst provoziert” -> die Piraten haben weder das Internet noch das Filesharing erfunden. Die “Actio” erfolgte bereits vor der Gründung der Partei, also was das? Wie bereits in meinem Kommentar geschrieben: die technische Möglichkeit ist in der Welt, da hilft auch kein mimimi.

    >”Widerspruch kategorisch niederzubügeln.” -> kategorisches Niederbügeln kann man in diesen Wochen hervorragend bei den “Qualitätsmedien” finden, z.B. Handelsblatt mit dieser unsagbar peinlichen “Mein Kopf gehört mir”-Kampagne. Das sich Journalisten für so eine Schmierenkomödie hergeben ist nochmal ein ganz besonderes Armutszeugnis.

    >”Jetzt nehmen wir mal an, es käme so weit und die Netzbürger würden tatsächlich so unterdrückt (und blenden wir das BVerfG mal aus). Dann leiden wir Autoren mit – genau wie die Bauern, Bäcker, Metzger, denen reale Plünderer die Scheiben einschlagen.” -> Wohl dem, der das erkannt hat. Und welche Partei hat sich glaubhaft gegen VDS etc. positioniert? Aber da ja 2/3 der Wähler sich “nicht vorstellen kann, die Piraten zu wählen”, sind die Chancen für eine große Koalition aus den “Block-Parteien” CDUCSUSPDGRÜNE mit einhergehender VDS + Acta sehr groß. Aber hinterher will’s wieder keiner gewesen sein.

    >”Dabei sind es gar nicht wir, die nach dem Polizeiknüppel rufen. Wir verlangen lediglich ganz bescheiden, dass man uns säen und ernten und backen lässt, ohne uns zu verprügeln. Wir wollen unsere Freiheit behalten. Dazu gehört, dass man uns überlässt, ob wir uns für einen Medienkonzern prostituieren wollen oder nicht.” -> Wen meinst Du denn mit “wir”? Die Journalisten als solche? Alle “echten” Urheber? Die Verwerter vermutlich nicht, die gehören ja zu den “Medienkonzernen”, bei denen “ihr” euch prostituieren könnt wenn ihr wollt oder nicht. Von “Polizeiknüppeln” habe ich in der Diskussion zum ersten Mal gehört. Wenn es ein Synonym für Acta, VDS und dergleichen sein soll: warum positioniert “ihr” Euch nicht deutlich dagegen? Schließlich wird in “eurem” Namen Stimmung gemacht.

    >”Kultur-Wurstbrot-Flatrate” -> die Kultur-Flatrate ist ein Vorschlag. Einen Vorschlag von Dir habe ich im ganzen Posting nicht entdecken können. Außer dem üblichen Piraten-Bashing bietet Dein Kommentar nichts.

    >”Und: Wenn man uns – wie die fantastilliardenfach geklonten Kommentartextbausteine der vielnamigen Crosspostingtrolle suggerieren – ” -> die üblichen niveaulosen Beschimpfungen, und Textbausteine sind doch eher bei den ach so geistreichen Journalisten zu finden. Das ist nicht meine “#MorgenpostOnline”.

    >”Je länger ich die Debatten verfolge, desto mehr beschleicht mich allerdings das verschwörungstheoretische Gefühl, dass keine klassischen Trolle am Werk sind, sondern Agents Provocateurs: ” -> roflcopter, mich auch, nur mit dem Unterschied, dass die Provocateurs von der Verwerter-Lobby auf die Piraten gehetzt werden. Sicher, die Absicht der Befürworter einer VDS ist wahrscheinlich nicht primär im Verhindern von Tauschbörsen zu suchen, aber “ihr” lasst euch doch gerne vor den Karren spannen. Und wenn “ihr” noch tausendmal “geistiges Eigentum” und “Raubkopie” sagt, es wird dadurch auch nicht richtiger und es ändert nichts.

  151. Ich finde den Artikel ziemlich schlecht geschrieben. Ich vermute, du veröffentlichst keine Bellitristik?

    Vor allem stört mich deine Affinität zu Hitler. Besonders das hat mir den Eindruck vermittelt, dass du politische Dimensionen nicht wirklich begreifst, sondern nur an der Oberfläche kratzt. Solche Vergleiche auch als Stilmittel in ironischer Androhung sollten Menschen wie die keinen Lacher wert sein;besonders weil es vollkommen unnötig für das Verständnis war.
    MfG

  152. Ich würde interessieren was du von der Kulturwertmark hältst:
    ccc.de/de/faq-kulturwertmark

    Welche ja keine zentrale Instanz fordert wie die Kulturflatrate.

  153. Pingback: Der Rheingolder Volker Strübing zu den Piraten | Rheingold Blog

  154. “Ach, und wenn man dann auf den Userdaten-Verwerter Facebook angewiesen ist, ist man unabhängig? Pft. Da bleib ich lieber bei Amazon.”
    Naja das soll ja auch geregelt werden, wenn es nach den Piraten geht. Ansonsten sehe ich eine Fanpage nicht so kritisch wie ein eigenes Profil. Zudem ist man zur Zeit überall den Datensammlern ausgeliefert, Amazon macht das doch auch und zeigt ihnen Angebote die zu ihnen passen.

    Andy, ein großer Unterschied ist, dass Amazon seine Nase nicht in mein Adressbuch stecken will, um zu sehen, welche meiner Bekannten schon dabei sind. Facebook scheint außerdem so kompliziert zu sein, dass selbst einige der alten Hasen manche Einstellungen nicht mehr durchblicken.

  155. Lieber Volker, viel viel viiiel später meine Replik auf deinen Kommentar: Die geäußerten Positionen vieler der 101 mögen blauäugig sein, aber ist es denn weniger blauäugig, auf ein VERWERTUNGSrecht zu bestehen, dass sich im Internet außer durch Vollkontrolle und Komplettüberwachung nunmal nicht durchsetzen lässt? Rechtedurchsetzung im INet unterscheidet sich DRASTISCH von derselben Durchsetzung im Offline Bereich (http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,828270,00.html) – die aktuelle Frage besteht, mit welcher Version wir alle (Künstler und Nutzer) am Besten fahren: Variante A: Das Urheberrecht bleibt wie es ist, es wird aber im INet nicht durchgesetzt, weil es nicht geht. Variante B: Das Urheberrecht bleibt wie es ist und wird im INet durchgesetzt, auf Kosten der Freiheitlichkeit und unter Abschaffung der wichtigsten Link- und Kommentier- und WEiterleitungsfunktionen, auf denen das Web 2.0 basiert. Variante C: Erkennend, dass der Preis für ein im INet durchgesetztes Urheber- bzw. Verwertungsrecht zu hoch ist, wird entweder selektiv nur für das INet oder aber allgemein eine Reform der betreffenden Gesetze angestrebt, die einen Kompromiss aus Nutzer- und Schöpferinteressen darstellen. ICH für meinen Teil wäre mit A völlig happy, aktuell aber stehen alle Zeichen der etablierten Parteien UND der EU auf B, und das ist für mich 100% nicht tragbar.

  156. @ Fixie van Achtern

    -> “Wenn dem so wäre: warum wird dann in den Medien (und ich meine jetzt nicht blogs) so oft unreflektiert der VDS das Wort geredet? Siehe heutige Tagesschau / heute – Beiträge zu dem Thema.”

    Gab es da Kommentare der Redaktionen? Nicht gesehen, nicht gehört. Die wären schön blöd. Die Medien, die ich rezipiere, lassen kein gutes Haar an der VDS.

    -> “die Piraten haben weder das Internet noch das Filesharing erfunden. Die “Actio” erfolgte bereits vor der Gründung der Partei, also was das? Wie bereits in meinem Kommentar geschrieben: die technische Möglichkeit ist in der Welt, da hilft auch kein mimimi.”

    Die actio ist ja eine fortwährende. Die Pipa (S,CNR!) investiert viel Energie, um das salonfähig zu machen, was gewisse Leute contra legem schon lange machen, und eine Unausweichlichkeit eines durchaus ausweichlichen Tuns zu konstruieren. Man redet anderen Leuten das Unrechtsbewusstsein regelrecht aus, bagatellisiert Verbotenes, um aus der Minderheits- in eine Mehrheitsposition zu kommen. So etwas ist in der Politik nicht ungewöhnlich, klassische Lobbyisten machen im Prinzip das gleiche. Aber die sind mir halt auch nicht sympathisch.

    Insofern finde ich es rhetorisch schon recht gewitzt, dass jemand auf die Idee gekommen ist, den Kampfbegriff der Legalize-Bewegung* zu kapern: “kriminalisieren”. Also Respekt: Das trägt die Handschrift sehr professioneller Spindoctors – oder zumindest die von Naturtalenten der politischen Intrige. Selbst Journalisten und Mainstreampolitiker plappern den Begriff ja fröhlich nach. (* Zwar kiffe ich selbst nicht, aber ich fände es völlig okay, wenn Leute, die’s brauchen, Cannabis in der Apotheke oder meinetwegen in Mengen für den Hausgebrauch im Gartencenter kaufen könnten. Ich wäre jedoch vehement gegen einen Anspruch auf Gratisgras.)

    Niemand kann Urheberrechtsverstöße kriminalisieren, denn sie sind nun mal strafbar. Ihr könnt natürlich eine Legalisierung – also ENTkriminalisierung – fordern und versuchen, einen entsprechenden Gesetzentwurf durchzubringen. Wer aber dazu zu faul, zu dumm, zu ungeduldig oder zu undemokratisch ist; wer sein vermeintliches Recht selbst in die Hand nimmt, weil er denkt, ihm stehe Selbstjustiz gegen die gefühlte Ungerechtigkeit zu, der verstößt gegen das bis auf weiteres geltende Recht, agiert also bewusst und vorsätzlich kriminell*. Denn was kriminell ist, ist nun einmal eine Frage der Legalität und nicht der putativen Legitimität.

    Merkste was? Ich schreibe gar nicht über Urheberrecht, sondern über Demokratie und Rechtsstaat. Auch ich kenne Gesetze und Vorschriften, die ich nicht legitim oder unfair finde, aber ich nehme sie hin, weil ich zu träge bin, Politiker zu werden und mir Mehrheiten zu organisieren.
    (* Lassen wir die zwei Prozent Schüler, die trotz der Öffentlichkeitsarbeit der Pipa noch nie etwas davon gehört haben, dass es verboten sein kann, sich zu nehmen, was man will, hier mal außen vor.)

    Die technische Möglichkeit, auf die du dich berufst, legitimiert: NICHTS! Niemand muss sie ausnutzen. Die technische Möglichkeit, mit meinem Auto in der Innenstadt Tempo 180 zu fahren, habe ich, und doch verzichte ich darauf.

    -> “kategorisches Niederbügeln kann man in diesen Wochen hervorragend bei den “Qualitätsmedien” finden, z.B. Handelsblatt mit dieser unsagbar peinlichen “Mein Kopf gehört mir”-Kampagne. Das sich Journalisten für so eine Schmierenkomödie hergeben ist nochmal ein ganz besonderes Armutszeugnis.”

    Komm wieder runter. Selbst in diesem Pamphlet (ich kenne nicht die Printversion mit angeblich 100, nur die Onlineversion mit 160 Stimmen) kommen einige Leute zu Wort, die nicht ins Holtzbrincksche Horn stoßen, zum Beispiel Renate Künast. Obwohl sie nichts schreibt, was Gabor Steingart gefallen dürfte, wird sie plakativ herausgestellt. Kategorisches Niederbügeln stelle ich mir anders vor. Und dass Journalisten, die bei einem Verlag angestellt sind, das Lied des Brötchengebers singen, finde ich jetzt wenig überraschend. Mir ist einiges an dem Ding peinlich, aber wohl anderes als dir. Nämlich dass ein Verlag, der seit langem nicht mehr als urheberfreundlich aufgefallen ist, so tut, als liege ihm etwas an den Urheberrechten. Das ändert nichts daran, dass nicht alles von vorn bis hinten falsch wäre, was in dem Heftchen steht.

    > “sind die Chancen für eine große Koalition aus den “Block-Parteien” CDUCSUSPDGRÜNE mit einhergehender VDS + Acta sehr groß.”

    Unsinn. Wieso sollten die Grünen da mitmachen? Und was soll hier der Popanz Acta? Das ist sowas von durch. Sucht euch ein neues Schreckgespenst. VDS ist das Thema. Wer das mit Acta in einem Atemzug nennt, verharmlost die Gefahr, spielt also dem lieben Herrn Friedrich in die Hände.

    -> “Wen meinst Du denn mit “wir”? Die Journalisten als solche? Alle “echten” Urheber?”

    Ja.

    -> “Die Verwerter vermutlich nicht, die gehören ja zu den “Medienkonzernen”.”

    Falsch. Jeder Pudel ist ein Hund, aber nicht jeder Hund ein Pudel. Die Medienkonzerne gehören zu den Verwertern, nicht umgekehrt.

    -> “Von “Polizeiknüppeln” habe ich in der Diskussion zum ersten Mal gehört.”

    Wer lesen kann, hat mehr vom Leben. Bezog sich auf die RL-Plünderer.

    -> “warum positioniert “ihr” Euch nicht deutlich dagegen? Schließlich wird in “eurem” Namen Stimmung gemacht.”

    Wogegen? Gegen VDS? Lies mal Zeitung. Das bildet.

    >””Kultur-Wurstbrot-Flatrate” -> die Kultur-Flatrate ist ein Vorschlag. Einen Vorschlag von Dir habe ich im ganzen Posting nicht entdecken können. Außer dem üblichen Piraten-Bashing bietet Dein Kommentar nichts.”

    Seit wann ist es mein Job, die Arbeit der Piraten zu machen? Ihr wollt etwas ändern, dann überlegt euch etwas Ausgegorenes, Faires, Mehrheitsfähiges.

    -> “die üblichen niveaulosen Beschimpfungen, und Textbausteine sind doch eher bei den ach so geistreichen Journalisten zu finden”

    Retourkutschen sind längst vom Fahrplan geflogen.

    -> “roflcopter, mich auch, nur mit dem Unterschied, dass die Provocateurs von der Verwerter-Lobby auf die Piraten gehetzt werden.”

    Wo sollen diese Provokateure sich rumtreiben? Wer soll das sein? Eins ist klar: Autoren braucht niemand auf die Piraten zu hetzen. Wir wehren uns schon selbst im eigenen Interesse.

    -> “Sicher, die Absicht der Befürworter einer VDS ist wahrscheinlich nicht primär im Verhindern von Tauschbörsen zu suchen”

    Auch nicht sekundär. Den Schlapphüten und ihren Bossen ist das Urheberrecht sicherlich komplett egal.

    -> “aber “ihr” lasst euch doch gerne vor den Karren spannen.”

    Auch wenn “ihr” das noch tausendmal behauptet, wird es dadurch auch nicht richtiger und es ändert nichts. Oops, das war ne Retourkutsche. Fahren wohl doch wieder. :-)

  157. danke für diese Ausführlichkeit.
    Danke an Rabenaas für den Link zur FR bezügl. der €10’000,–Abmahnungen ABER wer erhält dieses Geld, der Abmahnende ODER kommt es in die Staatskasse oder wird es in die Bußgeldkasse gegeben?

    Es kommt eben schon drauf an, wer wem wie ans Bein gepisst hat.
    Volker du schreibst selbst, dass du mit Eintritt doppeltes Einkommen hattest; probiere doch: Tourmanagement per “edler Verwerteragentur GmbH & Co KG”, vielleicht müsstest du mehr für deine Verwertung bezahlen, als sie dem Unternehmen Gewinn beschert!

    at Rabenaas: Variante B bräuchte dann mittelfristig die Genehmigung zu US-Afghanischer-Waffengewalt-auf-gut-dünken ;-) unsere GEZ-GEMA-Söldner schießen zB Friedrichshain (Berlin) kurz und klein, weil laut den Ergebnissen des “Bundestrojaners” die ILLEGALEN sich dort verstecken – Wirkung: 7000 tote “Hacker”, 15000 schwerverletzte Urheber-Verletzungs-Helfer, 70’000 leichtverletzte Mitläufer.
    Zudem könnten wir die ganzen schönen Glasfaserkabel ungenutzt aus dem Boden reißen, da wir trotz steigendem Freizeit-Aufkommen (spöttisch Arbeitslosigkeit genannt), zwecks der vielen Nebentätigkeiten und dem finanziellen Vacuum, keine Zeit oder kein Geld haben, um diese Technik zu genießen.

    Gegen diese Willkür, jetzt auch schon den passiven Profilbesitzer abzumahnen, da er die Frechheit besaß seinem Netzwerk zu erlauben: auf sein Profil zu posten, brauchen wir eine breitangelegte
    Eil-Petition!
    AVAAZ – Occopy – Schüler & Studenten-Organisationen – Eltern-Vertreter
    (denn es wird nicht lange dauern, bis derlei Abmahnungen auch Eltern von unter 12jährigen Kids betrifft – über 12jährige kann es jetzt schon erwischen, bei gewöhnlichem Diebstahl {LaBello, Cola-Dose, Parfume} und Dealerei – wird der berufsmäßig oder bandenmäßig agierende 12jährige teilweise ebenso behandelt wie ein ü. 18 bzw 26jähriger)

    Jetzt reichts!

    Das geht dann sowei, dass man eben NICHT mehr unüberlegt Fotos, Kopien von Kunstwerken oder Schriftstückteile zuhause an seine Pinnwand hängen kann ! ! ! !
    Wieso?
    Weil es kommt jemand zu besuch, fotografiert deine Pinnwand und drei Monate später ist die Abmahnung bis ~€200’000,- im Briefkasten.
    Der Besucher kann auch deine HandyCam, ChatCam am PC sein oder die Wanze weil deine Cousine für deinen Vater anschafft & deine Mutter davon weiß – sie ist die Vermieterin oder dein großer Bruder ist Dealer geworden – zumindest aus Sicht der Polizei.

    Wenn ich eine xbelibige Person zitiere und dieses Zitat stark verbreite, kann ich mir vorstellen, dem Urheber eine Beteiligung zu gewären, falls ich dadurch zu Geld kam. Aber nicht umgekehrt. Bitte erkundige dich (Leser) bezüglich des sozialen Wertes von Urheberrecht und Verjährbarkeit von diesem zB hier
    http://www.neunetz.com/urheberrecht/

  158. INTERNET-MARKETING:

    Ihr könnt ja mal meinen Blog besuchen. Hab erst vor ein paar Tagen angefangen. Ich will mit diesem Blog mein Wissen ums Internet-Marketing teilen, mit welchem man sich ein sehr ordentliches Nebeneinkommen verdienen kann, einfach, indem man auf seinen Webseiten oder Blogs ein wenig Werbung macht. Ich selbst habe vor, in drei bis vier Jahren ein Unternehmen zu gründen. Dafür brauche ich natürlich Kapital. Genau dieses beziehe ich aus dem Internet-Marketing.
    Wer von euch Interesse hat kann hier klicken:
    http://geldverdieneninternetblog.wordpress.com/

    Würde mich sehr freuen ;)

  159. Stopped reading at “….in den letzten Jahren wirkte ich an drei Produktionen für das öffentlich-rechtliche Fernsehen mit….”

  160. Leider ziemlich schwacher Text Volker.
    Ich habe von dir ein Buch (ziemlich dufte) und einen Kalender (verdammt dufte) gekauft und dich live gesehen. Von dem Buch hast du bestenfalls 1.- gesehen. Das Geld für den Kalender ging (hoffentlich schwarz) zu 100% an Dich. So, und wozu brauchst du jetzt gleich noch mal deinen ollen Verleger? Oder die tolle VG-Wort / GEMA, die meinen Scanner, Festplatten, USB Sticks und Rohlinge teurer machen, außer damit sie das Geld Madonna in ihren gelifteten Arsch blasen können?

  161. Pingback: Politik – Eine klare Meinung | Gut gemacht

  162. …die Piraten sind eben Piraten. Sie nehmen sich die Beute und verpissen sich in sinnlosen Erklärungen und Ausflüchten. Die ganze Partei kommt mir vor, als wäre sie ein Haufen voller Pubertierender. Noch (lange) nicht erwachsen, noch (lange) nichts vom Leben gesehen, aber den Bagger aufreißen.

    Ein Mischmasch aus roter, schwarzer und brauner Sauce. Ihre Wähler selbst noch nicht ganz fertig im Kopf -und sonstwo- oder aber solche, die es leid sind, von den volksfremden und ebenso realitätsfernen etablierten Parteien geneppt zu werden.

  163. “Das Geld für den Kalender ging (hoffentlich schwarz) zu 100% an Dich.”

    Wenn ich so einen Scheiß schon lese! Wir zahlen Steuern, damit der Sozialstaat ordentlich finanziert werden kann. “Hoffentlich schwarz!” Das sagen dieselben, die andererseits höhere Hartz IV-Sätze fordern, aber offenbar nicht bereit sind, etwas zur Finanzierung beizutragen.

  164. Danke, Herr Strübing,
    Ihren Text finde ich sehr gut geschrieben und kann auch die Argumentation nachvollziehen.

    Allerdings teile ich nicht alle Ihre Einschätzungen: ich stimme Ihnen zu hinsichtlich der kulturpessimistischen Wahrnehmung, daß Hoffnung oder Behauptung „freiwilliger“ Bezahlung für Leistungen unrealistisch und naiv (evtl. aber „nur“ alibisierend) ist.
    Auch leide ich nicht unter einem Verfolgungswahn hinsichtlich der vielapostrophierten bösen Moloche.

    Ich unterscheide mich von Ihren aber wohl hinsichtlich der Wertung (des hoffentlichen Nutzens) der Netz-Piraten: diese Partei steht zwar meist unter dem Blickwinkel der Netzpolitik und der Urheberrechtsprobleme im Rampenlicht, doch ist dies m. E. zu kurz gedacht (bzw. mutwillig Absicht der konträren Medien- oder Parteipolitiker): man hat unter den Freibeutern nach meinen Eindrücken durchaus komplexere und auch realistischere Vorstellungen, als meist kolportiert.
    Da in meinem Bundesland in einigen Wochen Kreuzchen gemacht werden dürfen, werde ich meine für die Einäugigen setzen. Schlimmer als mit den trübseligen etablierten Kräften kann es nicht werden und etwas Schwarmintelligenz könnte ja ggf. noch vom Himmel fallen.

    Zum BGE: schöne Idee, gefiele mir persönlich gut – würde mich einiger Sorgen entheben; bleibt aber (m. E.): nur ein Traum.

    Nicht jeder Künstler darf verlangen, von seinen Hervorbringungen leben zu können – um eine weitere konträre Meinung auszusprechen: aber er darf gern danach streben, dieses Ziel zu erreichen.
    Bloßes Behaupten persönlichen Künstlertums und damit Fordern einer Finanzierung der individuellen Lebensweise ist mir einerseits zu billig (und damit andererseits zu teuer): irgendwie müßte ein Aspekt des Gemeinwohls ins Spiel kommen, bevor eine jeder Schnapsidee gefördert würde, nur weil deren Urheber sie (sich) so wertvoll fand…

  165. hej, ein super artikel! vielen dank dafür!

    mir hat auch (aber nicht nur ;-) gefallen, dass du der arbeit der in der monströsen verwertungsindustrie schaffenden einen wert beimisst, in dem du sagst, auf vertrieb+marketing hast du keinen bock. (ehm, ich arbeite in einem ganz anderen bereich…)

    dann würde ich denken, solange man nicht im perfekt funktionierenden sozialismus lebt (von der utopie hab ich mich verabschiedet), sollte man mal ausrechnen, wie so eine kultur-flatrate tatsächlich aussehen müsste. denn dann würde man ja die kosten für vertrieb+marketing irgendwie mit einpreisen müssen. als behörde würde ich übrigens vorschlagen, die gema zu “verstaatlichen”, denn die leute dort haben die meiste ahnung vom verteilen der einnahmen. oder sollen alle künstler dann gleich viel geld bekommen?

    ich denke, künstler sollen
    a) von ihrer arbeit vernünftig leben können (ach ja, und für weltfrieden bin ich auch)
    b) andererseits auch nicht (bedeutend) weniger verdienen als jetzt (bin gegen gleiches gehalt)

    anders gesagt: florian silbereisen (dessen musik ich furchtbar finde) soll schon in etwa in der selben größenordnung geld mit seinen werken verdienen wie jetzt (plus das, was er für seine moderationen etc. bekommt), aber wolfgang wendland (s. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,828380,00.html) gleichzeitig ein auskommen haben, soll heißen, die verluste durch raubkopien müssen durch die kulturflatrate ausgeglichen werden.

    geht das denn überhaupt? hat das mal jemand in einem modell gerechnet?

  166. hej, ein super artikel! vielen dank dafür!

    mir hat auch (aber nicht nur ;-) gefallen, dass du der arbeit der in der monströsen verwertungsindustrie schaffenden einen wert beimisst, in dem du sagst, auf vertrieb+marketing hast du keinen bock. (ehm, ich arbeite in einem ganz anderen bereich…)

    dann würde ich denken, solange man nicht im perfekt funktionierenden sozialismus lebt (von der utopie hab ich mich verabschiedet), sollte man mal ausrechnen, wie so eine kultur-flatrate tatsächlich aussehen müsste. denn dann würde man ja die kosten für vertrieb+marketing irgendwie mit einpreisen müssen. als behörde würde ich übrigens vorschlagen, die gema zu “verstaatlichen”, denn die leute dort haben die meiste ahnung vom verteilen der einnahmen. oder sollen alle künstler dann gleich viel geld bekommen?

    ich denke, künstler sollen
    a) von ihrer arbeit vernünftig leben können (ach ja, und für weltfrieden bin ich auch)
    b) andererseits auch nicht (bedeutend) weniger verdienen als jetzt (bin gegen gleiches gehalt)

    anders gesagt: florian silbereisen (dessen musik ich furchtbar finde) soll schon in etwa in der selben größenordnung geld mit seinen werken verdienen wie jetzt (plus das, was er für seine moderationen etc. bekommt), aber wolfgang wendland (s. http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,828380,00.html) gleichzeitig ein auskommen haben, soll heißen, die verluste durch raubkopien müssen durch die kulturflatrate ausgeglichen werden.

    geht das denn überhaupt? hat das mal jemand in einem modell gerechnet?

    viele gruesse,
    till

  167. @till: Es ist ein Trugschluss, dass die “Kultur-Flatrate” die Honorare der Künstler ersetzen soll. Sie soll lediglich die massenhafte nicht-kommerzielle Nutzung urheberrechtlich geschützter Werke im Internet abgelten, bei der die Künstler momentan leer ausgehen.
    Ein ganz guter Überblick zu dieser Problematik findet sich in einem Artikel von Wolfgang Michal auf carta.info:
    http://carta.info/42650/jurgen-trittin-die-sz-und-die-kulturflatrate/

    @eiderlaendler: “Nicht jeder Künstler darf verlangen, von seinen Hervorbringungen leben zu können – um eine weitere konträre Meinung auszusprechen: aber er darf gern danach streben, dieses Ziel zu erreichen.”

    Diese Formulierung würde ich so unterschreiben, insbesondere den letzten Teil. Grundvoraussetzung dafür ist aber, dass die Gesellschaft dem Künstler (weiterhin) die Kontrolle über sein Werk zubilligt (so wie es auch im Moment – m.M.nach völlig richtig – im Urhebergesetz festgeschrieben ist).
    Ich habe allerdings das Gefühl, dass die Parole von dem “davon leben können” in dieser Debatte fast immer als unlautere Nebelkerze verwendet wird, um die Position der Urheber leichter angreifen zu können. Den meisten Urhebern, die ich kenne, geht es dagegen in erster Linie um eine faire Vergütung der Werke DIE GENUTZT WERDEN, nicht um die Sanktionierung von Ladenhütern oder gar eines Lebens im Wolkenkuckucksheim. Das ist lediglich die gebetsmühlenhaft wiederholte, dreiste Unterstellung von Leuten, die kreative Arbeit verachten oder keine Ahnung haben.

  168. @Ikki: Vergütung für „fertige“ Werke, die also nutzbar für Dritte sind – dies steht für mich außer Zweifel – dürfen nicht einfach gemeineigen gemacht werden. Ich bin FÜR das bestehende Urheberrecht. (dies zur nachträglichen Klärung).
    Mir ging es oben nur um die gedankliche Option (diese „Nebelkerze“ schien mir tatsächlich gezündet worden zu sein), jegliches Künstlertum (unabhängig vom Gemeinnutz – oder – meinethalben! – Markt) auf bloße Behauptung hin fördern zu wollen.

    Wer etwas (er)schafft, soll zumindest die Rechte daran geschützt bekommen – inwieweit diese FAIR abgegolten werden können? Da bin ich konkret leider überfragt…

  169. @Ikki; hmmm. ich glaube, genau das meinte ich mit “die verluste durch raubkopien müssen durch die kulturflatrate ausgeglichen werden” ;-) aber danke für den sehr interessanten link!

  170. Pingback: Elektronischer Verweis vom 22.04.2012 | Schallgrenzen | Blog: Musik & Kultur

  171. Ich finde, man sollte einfach mal unterscheiden zwischen einer CD oder DVD, die ich nach dem Kauf _physisch_ besitze, die ein Cover hat, eine offizielle Disk drin, und einen Sammler- bzw. Wiederverkaufswert und ‘nur’ einem erworbenen Recht, einen Film oder eine Ansammlung Songs runterzuladen.

    Letzteres kostet im Moment meistens fast genaus so viel wie die physische Ware, und das sehe ich irgendwie nicht ein, denn die meisten wichtigen Eigenschaften fehlen (man kann es weder in den Schrank stellen noch irgendwann mal an jemand anderen verkaufen). Also sollte man der ‘virtuellen’ Ware auch einen anderen (niedrigeren) Stellenwert einräumen.

    Ich habe mir in letzter Zeit übrigens auch mehr Musik gekauft als früher, und das vor allem weil ich auf YouTube viele Songs gefunden habe, von denen ich vorher nichts wusste. Aber die Musik selbst wollte ich dann schon zum in der Hand halten & in den Schrank stellen, nicht als ‘Download-Recht’. Bei DVDs ist’s wieder ein anderer Grund, davon erscheinen hier leider nicht so viele wie z.B. in Amerika (besonders ausgefallenere Sachen nicht) oder halt viel später. Statt also ständig zu schreien was den Firmen für Geld entgeht, sollten sie vielleicht lieber mal CDs interessanter machen (z.B. durch beigefügte Extras) und DVD-Releases weltweit zeitnaher koordinieren…

  172. Pingback: Sonntagslinks #132 — KALIBAN (You are likely to be eaten by a grue)

  173. Pingback: way hair transplants overcome you to serious today thinning thinning straightforward help hair

  174. Pingback: this

  175. Sehr guter Blog-Beitrag, den ich in vielen Bereichen durchaus nachvollziehen kann.
    Denn auch ich für eine Überarbeitung des Urheberrechts, aber habe auch langjährige Erfahrung als Arbeitnehmer ebenso wie Arbeitgeber + Unternehmer und kenne mich nicht nur mit Internet, EDV, Marketing, sondern auch (10 Jahre lange gemacht als Steuerfachangestellter) mit Wirtschaft, Steuern, Buchhaltung und was alles damit zusammen hängt wie Formulare, Anträge uvm. und als 20 Jahre aktiver Hobby-Musiker (inkl. langjährige Verwaltung-Arbeit mit 4 Jahren Vorsitzender, seit vielen Jahren Verein-Webmaster und damit mit GEMA, Verlagsrecht uvm. gut vertraut) aus.
    Deshalb kann ich als Nutzer die Aussagen mancher Piraten im Kern schon verstehen. Aber als Blog-Schreiber und Texte-für-Kunden-Ersteller empfinde ich mich selbst zum Teil als Autor. Und da steckt natürlich auch einiges an Kreativer Arbeit dahinter.
    Und auch wenn ich nur für Texte, die ich für einen Kunden schreibe, Geld verlange (hat ja auch schließlich Zeit + Gehirnschmalz gekostet) und meine eigenen Blog-Beiträge natürlich zum “kostenlos lese” ins Netz veröffentliche, habe ich damit natürlich schon einen gewissermaßen kommerziellen Gedanken und möchte vielleicht indirekt gleich oder später durch andere Produkte / Leistungen Geld damit verdienen, z. B. weil ich im Blog ein eBook, einen Video-Kurs oder ein Webinar anbiete, mich als Fachmann + Experte positionieren will oder auch zahlreiche andere Gründe wie Bekanntheit oder bessere Suchergnisse zu mir / meiner Firma in den Suchmaschinen wie Google.
    Und deshalb möchte ich natürlich auch nicht, dass meine Texte, die mich Zeit + Arbeit (z. B. durch Recherche, Schreiben, Überarbeiten, Wort + Satzkorrektur uvm.) gekostet haben, von einem anderen so einfach kopiert werden dürfen. Und der gibt es dann vielleicht sogar noch als sein eigenes aus und verdient dann dafür Geld, ohne mich an meiner Arbeit verdienen zu lassen.

  176. Pingback: Extra langweilige Überschrift eines Artikels der ganz ohne Piraten-Bashing auskommt « Schnipselfriedhof

  177. Pingback: Buchkalkulation – Was verdienen Autor und Verlag an Büchern? – Voland & Quist

  178. Pingback: Netzfänge – Uwe

  179. @Marc Ash-irgendwas:

    “Hättest du geschwiegen, wärst du ein Philosoph geblieben” trifft wohl auf dich und deinen obigen Post zu.

    GENAU SOLCHE Flachpfeifen-Künstler wie du sind es, die
    a) schreien weg. dem Urheberrecht und behaupten, sie könnten nicht überleben
    b) gleichzeitig Schrott produzieren
    c) dann AUCH NOCH dafür bezahlt werden wollen.

    Genau das wurde bereits von einem anderen Poster vor einigen Tagen gesagt – und es tut mir leid, aber das, was du da auf deiner Website live gestellt hast – mit sowas würde ich mich niemals(!) trauen an die Öffentlichkeit zu gehen. NEVER. Und schon gar nicht würde ich erwarten, dass mir jemand, wenn ich es doch tue, dafür auch noch Geld gibt.

    Was glaubst du denn, warum eine Band wie Metallica erfolgreicher ist, als du? (Abseits der Markenbildung, meine ich)
    RICHTIG – denn die Jungs können produzieren und Abmischen, deren Tracks klingen einfach nach etwas. Das Zeug von dir dagegen ist ungefähr Musikunterricht, 8. – 9. Klasse.

    Daher wird aus dem ganzen Text von Volker ein Schuh draus, im übertragenen Sinne:
    Wer etwas anständiges Produziert wird auch gehört und auch entlöhnt/bezahlt. Wer allerdings dagegen nichts anständiges produziert muss halt gucken, wo er bleibt (du also zum Beispiel)

    Der Beweis, dass Selbstverlag insbesondere im Musik-Bereich funktioniert, sind die Arctic Monkeys (die kennst du als vermeintlicher “Top-Künstler” ja).
    (Ich kann das u.a. beurteilen, da ich über das Thema mal eine Hausarbeit geschrieben habe und von einem sehr erfahrenen Prof eine ziemlich ansehnliche Note geschrieben habe)

    Aber ich weiss schon: Ein “Künstler” wie du kommt jetzt wieder und fabuliert irgendwas zusammen, warum der Vergleich hinkt etc. Jemand wie du wird immer einen Grund finden, warum irgendein Vergleich hinkt.

    Würdest du etwas anständiges produzieren, würdest davon auch leben können. Thats it.

    Kleines P.S.: eine Person wie Adele, die *wirklich* kreativ ist und tolle Werke schafft, wird es immer schaffen, egal in welcher UrhG/Verwertersituation. Kleine Randfiguren wie du hingegen brauchen die “fette Industrie” im Rücken, um überhaupt mit ihrem Schrott auf den Markt zu kommen.
    Anderes Beispiel gefällig? Milow bspw.

    Aber da du der Profi bist, muss ich das alles ja nicht erklären.

  180. @Stefan + @marc ashmann: Naja, so schlecht ist der Song ja auch wieder nicht. Aber eben eher nur Durchschnitt. Der Gesang und die Grundmelodie ist recht gut. Aber eben auch nichts, was sich auf Dauer einprägt wie andere Musik. Wäre da das Hintergrund-Brummen (Bass? Fällt mir der richtige Begriff grad nicht ein) als Chill in einer Bar vorstellen. Aber für ein solches Stück sind eben 2,- € schon viel. Chill oder Easy Listening-Sampler mit 10 bis 20 Stücken drauf bekommt man als CD / Download schon für 2,- bis 5,- €.

  181. @Markus:
    Wie oben bereits geschrieben: Es gibt heute ein Überangebot, insbesondere da natürlich auch jeder, der ein paar Noten lesen/schreiben kann, glaubt er müsse jetzt Musik machen und damit groß rauskommen, weil er sich irgendeine Software auf den Rechner geladen hat (illegal, natürlich, denn welcher Hobby-Musiker ohne großes Einkommen [bzw. großen Erfolg] leistet sich schon Cubase VST/et.al., plus viele teure Profi-Plugins, die ab 400EUR pro Stück zu haben sind, siehe Native-Instruments als Beispiel)

    Das Überangebot führt zu deutlich mehr Konkurrenz und dabei gehen halt viele Künstler unter. Ende.
    Daran wird auch kein geändertes UrhG etwas ändern, noch das Gemeckere von Volker/MarcAshmann/etc.

    Beantworte du mir die Frage:
    Warum sollte sich jemand so einen Crap wie das oben verlinkte anhören, wenn er andererseits (ACHTUNG: jetzt BITTE eure Messer wetzen!!) auch richtig “fett & genial abgemischte” Lady Gaga hören kann?

    Wir kommen hier zum größten Fehlschluss der “Kreativen”:
    Es gilt unter all den Bastlern die Annahme, dass, je mehr Kunst produziert wird, diese a) auch konsumiert wird und b) die Welt automatisch, per se, bereichert.
    “Bereichern” dabei nicht im Sinne eines quantitativen Zuwachs (denn gibt es ja durchaus), sondern “bereichern” im Sinne der kulturellen Notwendigkeit.
    Und das ist meiner Ansicht nach ganz klar falsch.
    Lass es mich anders ausdrücken: Ich als Internet-Unternehmer hätte kein Problem damit, wenn ein paar (~einige/viele?) der “Kreativen” einfach ihren Schrott nicht über das Netz schicken würden, denn es bindet viele (technische) Kapazitäten. Aber das ist nur meine subjektive Ansicht, als jemand der sich über den hohen Freizeitanteil vieler Leute wundert…

    Und hier schließt sich auch meine Kritik direkt gleich an Volker an:
    Ich kann dieses Blog nicht, ich bin hier durch Zufall über eine andere Diskussion reingestolpert – ich kannte auch Volkers “Werke” nicht.
    ABER:
    Er klingt so, als ob er gerade so von seinem Zeug leben könnte – wenn aber nur noch ein einziger seine Sachen kopiert, würde er verhungern.

    Ich behaupte:
    Das Zeug, was Volker produziert, wird auch mit komplett(!!) wegfallendem UrhG NICHT weiter kopiert, da es einfach nur weiterer Content ist.
    Dabei hört es sich aus seinem Beitrag so an, dass die schlimmen Raubkopierer gerade ihn bedrohen, und all die Youtube/Bittorrent-Kiddies ihm sein Essen klauen.
    Kurz ausgedrückt:
    SORRY Volker, du bist nicht wichtig genug als dass irgendjemand dein Zeug so weit interessieren würde, dass sich daraus ein “schadhaftes Raubkopiebverhalten für dich” entwickeln könnte. Anders ausgedrückt, auch das stand oben schon: Jemand wie du sieht den Wert seiner “Kreation” einfach zu hoch und nimmt sich selbst zu wichtig. (Übrigens eine Sache, die ich häufig beobachte und die meiner Ansicht nach nicht exklusiv auf dich zutrifft, sondern nahezu auf alle von euch “Hobbybastlern”)

    Wenn sich jemand über Raubkopien und den vermeintlichen Wegfall des UrhG beklagen sollte, dann dicke B(r)ands, aber doch nicht du mit deinem Zeug auf Kleinkunst-Level.

    Abschließend noch meine persönliche Meinung zu Volkers “Kreation”:
    Es heisst: “there is no second chance to make a first impression” – so wie du dich selbst ausladend im Eingangspost präsentiert hast, dachte ich mir: “OK, der Typ muss ja echt der Knaller sein und unglaublichs schaffen”.
    Ich habe mir deine Comics bei YouTube angeschaut – unabhängig davon, wieviele Views du hast (vielleicht hast du die auch nur manipuliert, du weisst schon “Penisverlängerung” und so), muss ich mich fragen:
    DAFÜR WILLST DU GELD????
    Du hast es zumindest geschafft, einen eigenen Stil zu entwickeln – klingt komplex, lernt nur jeder Design-Studio schon im ersten Semester.
    Vertonung grauenvoll, noch dazu mit einem sehr nervenden Dialekt. Inhaltlich eher schwach. Vom Farbspektrum her auf dem Level “da bekomm ich Depressionen”.
    Und du fragst dich allen Ernst, warum sowas wie Simpsons weltweit erfolgreich ist, du aber mit deinem Crap nicht davon leben kannst?

    Ach so, ich weiss schon – es liegt am UrhG, den Piraten, den bösen Sportkopierern (die ja *alle deine* Sachen kopieren) oder sonst irgendwem. Nur nicht an dir. Wie war das mit der künstlerichen Überheblichkeit?

    Lächerlich.

  182. “Cut out the middle man” ist immer noch ein guter Tipp. Ich will beim Kauf meiner Produkte nicht Weiterverkäufer finanzieren, sondern Leistung. Aus dem Lebensmittelbereich hab ich da sowohl bei Qualität und Preis nur gute Erfahrung gemacht als Konsument. Mir ging in dem ansonsten sehr guten Artikel dieses “oh, ich bin Künstler, um Vermarktung will ich mich nicht kümmern” Attitüde etwas auf den Nerv: wer etwas als Arbeit zum Lebensunterhalt macht, d.h. etwas produziert das jemand anderes kaufen soll, der muss sich auch um das Verkaufen kümmern und kann sich nicht ausruhen auf dem “ich produziere, soll sich wer anderes drum kümmern wie es gekauft wird.” V.a. nicht in dem Zusammenhang mit der verständlichen Klage des “ich verdien mit meinem Produkt nicht genug Geld.” Denn entweder ich mach es selber und verdien mehr, oder ich bezahl jemand anderen für die Leistung des Verkaufens und dann verdien ich einfach weniger Geld. Und ja, oft zu wenig. Klappern gehört zum Handwerk. Da unterscheidet sich schreiben oder Musik nicht vom Brotbacken oder Autoverkaufen. Wer das nicht will, sorry: dann macht nenn anderen Job und betreibt das andere als Hobby. Und als jemand der im Naturschutz arbeitet, glaubt mir ich weiss, wie schwer es ist Dinge an den Mann oder die Frau zubringen…

    • @Magnus: Auf das “Ich verdiene zu wenig Geld” will ich nicht eingehen, da weiß ich aus eigener Erfahrung, das hat jeder selbst in der Hand. Und da gibt es viele verschiedene Meinungen, die bestimmt alle ihre Berechtigung haben.
      Aber das Argument “Ich will beim Kauf meiner Produkte nicht Weiterverkäufer finanzieren, sondern Leistung.” hat absolut keinen Halt. Denn bestimmt bekommst du deinen Internet-Zugang direkt von einem großen Rechenzentrum mit Netz-Knoten-Punkt und nicht von einem Internet-Provider. Das Benzin bekommst du direkt von der Öl-Plattform und nicht von der Tankstelle. Wurst, Käse, Eier und andere Lebensmittel bekommst du auch direkt vom Bauernhof, Viehwirt oder wo auch immer. Das Wasser aus dem Hahn bekommst du direkt von der Quelle und nicht von den städtischen Wasser-Werken. Das Holz zum Heizen schlägst du dir selbst und bekommst es nicht geliefert.
      Und deswegen verlangt keiner dieser Händler + Lieferanten Geld für Lieferung, Herstellung, Steuern, Vertrieb, Werbung uvm.
      Ach halt, genau. Das geht ja gar nicht. Da kannst du dich vermutlich gar nicht um alles drum kümmern oder hast gar keinen direkten Zugang dazu. Oder kennst dich vermutlich mit manchen Dingen einfach nicht genügend aus, um zu wissen, wo man es her bekommt oder wie es erzeugt werden kann, um es selbst herzustellen.
      Schon mal bei deinem Internet-Anbieter beschwert, dass dieser ja die “absolut unnötigen” Vertrieb- und Werbekosten in die Preise für den Internet-Zugang mit einrechnet. Oder dass der Lebensmittelhändler / Discounter diese auch in die Produkte mit einrechnet? Diese Ansicht ist sehr einfach + naiv gedacht.

  183. @ Magnus:

    “Cut out the middleman” ist kein guter Tipp, sondern eine reaktionäre Haltung. Achwas, noch schlimmer: absurde Steinzeitromantik. Ohne Mittelsmänner gäbe es keinerlei Handel und keinerlei Industrie und nur rudimentäres Handwerk. Es gäbe kein Auto, keine Bahn, kein Fernsehen, kein Radio, keinen Computer, kein Telefon, kein Internet und in unseren Breiten nicht einmal Bananen, Orangen, Kaffee, Tee, Schokolade, Baumwolle.

    Ich kaufe zwar gerne Milch, Fleisch und Eier direkt beim Erzeuger, aber ich lebe auf dem Land, wo ich das im fahrradtauglichen Umkreis tun kann. Ich möchte aber nicht das Getreide direkt vom Ackerbauern holen und es selbst mahlen müssen, in einer Mühle, die ich nur direkt beim Handwerker bekomme, der sie baut. Oh, ich vergaß: Ohne Mittelsmänner gäbe es keine Städte. Die “Siedler von Catan” würden dagegen in einer hochmodernen, ja utopischen Fortschrittsgesellschaft leben. Und ein Fahrrad hätte ich ohne Mittelsmänner auch nicht.

    Unsere gesamte Zivilisation beruht darauf, dass Menschen zwischen Angebot und Nachfrage vermitteln und dies organisieren. Warum man also ausgerechnet in der Medien- und Kulturbranche auf die Mittelsleute verzichten sollte, weiß der Henker.

  184. “Nächstes Jahr gibt’s ein neues Buch”, knorke, ich werde schon mal Geld beiseite legen.
    Desweiteren möchte ich noch ein T-Shirt der “Kirche Des Wahren Namens Gottes” und die CD auf die hier – http://www.danrichter.de/lebende/struebing.htm – hingewiesen wird.

    zum Thema:
    Wenn Jemand von seinen Gedanken und Ideen leben kann ist das sehr in Ordnung.
    Wenn Jemand seine Gedanken und Ideen zu einem Markenartikel macht und damit alle Nutzer entweder zu Käufern oder Dieben macht, beginnt es asozial zu werden.
    Ich glaube, KEIN SCHWEIN kann die richtige Lösung aus den Ärmeln schütteln.

  185. @ujf99, @Markus Scheurer
    Gleich zwei, die das gleiche sinnbefreite Dammbruchargument rankarren und damit die Diskussion abwürgen.

    • @Werner
      Billigste Polemik! Vertreter anderer Meinungen mit der absurden Bemerkung abzukanzeln, sie würden “die Diskussion abwürgen”, zeugt nicht von übermäßigem Verstand. Nur davon, dass einem selbst keine schlauen Gegenargumente einfallen.

      Nun gut, irgendein “Werner”, der sein Gesicht nicht zeigt, muss sich für seine Schwadronagen natürlich nicht angucken lassen. (Ist es eigentlich zuviel verlangt, sich einen unverwechselbaren Nick zuzulegen? Schon der nächste Werner, der hier postet, kann ein anderer sein.)

      Immerhin ist das “sinnbefreite Dammbruchargument” eine bemerkenswerte Wortschöpfung der Güteklasse “saure Gurkenzeit”. Vielleicht schicke ich dieses pseudokreative Synonym für “Totschlagargument” an Bastian Sick für seinen Zettelkasten. :-)

      Auf eine intelligente Begründung, warum ausgerechnet Medien- und Kulturschaffende – als einzige (!) Berufsgruppe – gefälligst ohne Mittelsleute zurechtzukommen haben, bin ich nach wie vor gespannt. Cut out the middlemen – das heißt auch Abschaffung aller Zeitungen, Zeitschriften, Internetportale. Auch mit Google und anderen werbefinanzierten Suchmaschinen wäre Schluss. Unter solchen Bedingungen noch eine funktionierende Demokratie zu organisieren, wäre eine – euphemistisch gesagt – interessante Herausforderung.

  186. eigentlich hat mir ja dein Anfangsabsatz die Lust zunächst genommen, aber dann hab ich mich doch überwunden ;) Letztlich hab ich aber mehr zu den Kommentatoren als zu deinem Text zu sagen
    zum Beispiel zu ujf99: Dein letzter Satz lässt vermuten, dass Internet demokratiefördernd sei…was is dann mit solchen Vereinigungen wie der Hamas oder der iranischen Regierung(China Russland) ebenfalls die das Internet ja mehr zu eigenen Propagandazwecken nutzen, als zur Demokratisierung, was ist mit den ganzen Sperren gegen das Internet, ist das demokratischer? Lieben Gruß der Doppel-werner

  187. Pingback: Wie geht es der Literatur und dem Journalismus? | creatimm // Timm Jelitschek

  188. Ich bin den Piraten im Großen und Ganzen sehr dankbar, denn sie haben die richtigen Themen auf die politische Bühne gebracht. Wenn es aber um den Standpunkt bei der Diskussionen zum Urheberrecht geht, sehe ich es wie Volker Strübing, der Autor dieses Blog-Eintrags.

    Provokanter Einstieg, da provokante Überschrift, was eigentlich schade ist, da so viele Piraten-Fans und -Mitglieder Herrn Strübingers Meinung aufgreifen und beachten sollten. Ich vermute aber, viele fühlen sich gleich angegriffen und blocken ab.
    Und überhaupt: Die Piratenpartei täte gut daran, solche Gegenpole in ihrer Partei zum Zuge kommen zu lassen um Diskussionen solider und kompetenter anzugehen. Das würde sicherlich auch anders gepolte und daher “mehr” Wähler einbringen.

  189. Pingback: Netz-Deutschland in Fußball-Euphorie

  190. Pingback: Letztens war ich. Urheber. Verwerter. Verwender. « 3Toastbrot

  191. Tach, Herr Strübing,
    Hmm, ist ja vieles richtig und wichtig in ihrem Artikel … doch ändert’s etwas an der Tatsache, dass digitales nunmal einfach(er) und billig(er) kopiert werden kann? Da kann man mit (Zahlungs-)Moral usw. kommen, doch ändert’s etwas?

    Ich denke man kann bestenfalls feststellen, dass es seit mindestens zehn, vielleicht 15 Jahren ein Problem gibt und bisher noch nicht genügend Lösungen gefunden worden sind.
    Da helfen auch Aufschreie à la Sven Regener, Dirk Zöllner oder ansatzweise Ihrer hier wenig bzw. nichts …
    Bestenfalls kommen in der Diskussion neue Vermarktungsideen zur Sprache … dass die alten Modelle nicht mehr oder nicht mehr lange funktionieren, sollte man wohl als Tatsache einfach mal akzeptieren lernen – auch wenn’s nicht schön ist :)

  192. Dieser Artikel hat mich sehr angeregt und ehrlich gesagt ist die Diskussion um das Urheberrecht für mich damit (also mit dem fickt Euch ;-) aber auch an einem toten Punkt angelangt. Ich bin Musiker der jetzt davon leben muss. Daher starte ich auf http://www.medeamusic.de einen Selbstversuch ob die neue Freiheit im Netz was taugt. Ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse…

  193. Great website you have here but I was curious about if you knew of any message boards that cover the same topics talked about here?
    I’d really like to be a part of group where I can get feedback from other experienced people that share the same interest. If you have any recommendations, please let me know. Thanks a lot!

  194. Pingback: Linksammlung Urheberrecht | Blog HeikeRost.com

  195. Pingback: Was gesagt werden muss « Schnipselfriedhof

  196. I tend not to drop a leave a response, but after reading
    through a ton of remarks on this page Liebe Piraten:
    Fickt euch. Aber nicht mich. Schnipselfriedhof. I actually do have 2 questions for you if it’s allright. Could it be simply me or do a few of these remarks come across like they are coming from brain dead people? :-P And, if you are posting on additional sites, I’d like to keep up with anything new you have to post.

    Could you make a list of the complete urls of
    your social sites like your linkedin profile, Facebook
    page or twitter feed?

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.