Bilder der Woche 22/2014 – Mein Beitrag zur Weltrettung

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Jetzt habe ich endgültig den Anschluss verloren. Wir haben bereits das Ende der 24. Kalenderwoche. Was wie Lazyness erscheint, ist in Wirklichkeit Kalkül: In dem ich den Anschluss an die Gegenwart Schritt für Schritt verliere, kämpfe ich auch meine Art gegen den Aktualitätswahn, gegen den Imperativ der Akzeleration, gegen die Livetickerisierung der Welt!  Weiterlesen

Bilder der Woche 21/2014 – Die Zahl des Tieres

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(Cool, ein halbes Jahr geschafft! Aber was heißt geschafft: Es war überhaupt nicht schwer, nachdem einmal der Entschluss gefasst und ein Datum festgelegt war. Schade nur, dass der Counter einfach nicht auf 66 Cent umspringen wollte, sondern von irgendwas in den 40ern auf irgendwas in den 70ern umsprang.  Aber deshalb nochmal mit Rauchen anfangen, wieder aufhören und die Angaben in der Appp so wählen, dass nach genau einem halben Jahr 666,66 angezeigt werden … ach nö.)

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(Ich dachte, er bewundert mein Fahrrad, aber dann stellte sich schnell heraus, dass er nur etwas von meinem Sandwich abhaben wollte.)
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(In Berlin nennen sich die Imbissbuden „Istanbul“, wenn sie exotisch klingen wollen. In Halle reicht „Berlin“.)

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Bilder der Woche 16/2014 – Ostersteuer statt Osterfeuer und die Matroschkas der Erinnerung

Dienstag

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(Gesundbrunnen)

Mittwoch

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(Alexanderplatz)

Donnerstag

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(Songslam im Heiamthafen Neukölln mit Sternenhimmel und featured Poet Julius Fischer)

Karfreitag

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Nichts ist entspannender als eine kleine Belegsortierorgie während auf Arte die Matthäuspassion geträllert wird. Naja. Doch. Ein paar entspannendere Sachen fielen mir schon ein, Belege verbrennen zum Beispiel, aber trotzdem ist es eigentlich eine ganz angenehme Arbeit. Die Steuererklärung selbst natürlich nicht, aber das Vorsortieren. Ein Jahr zieht in Form von Fahrkarten, Rechnungen und Belegen noch einmal vor dem inneren Auge an Dir vorbei, das ist doch schön.
Ein Problem ist allerdings folgendes: Das Sortieren nimmt von Jahr zu Jahr einen größeren Teil des Jahres selbst ein – das Foto oben zum Beispiel dokumentiert den Stand am zweiten Sortiertag, heute, 8 Tage später, sieht es ein ganzes Stück wilder aus und ich bin gerade einmal beim Mai angekommen – so dass jeder Jahresrückblick auch zu einem Rückblick auf den letzten Sortier-Jahresrückblick und damit ein Rückblick zweiter Ordnung wird, eine echte Erinnerungsmatroschka!
Das passende Foto wäre jetzt ein Bild, das mich beim Posten des Rückblicks der Vorwoche, also der Vorvorwoche zeigt. Es ist alles sehr verwirrend.

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Abends dann Sonnenuuntergangs und „20 Jahre Poetry Slam“ in der Volksbühne

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(Bas Böttcher auf der Volksbühne)

Ostersonnabend:

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Also, da war diese Omi. Ich weiß nicht, ob sie eine Omi war, eigentlich war sie einfach eine Frau, aber sie sah so aus, dass man sofort wusste, dass iregndwo in der Welt Kinder herumspringen, die diese Frau Omi nennen. So eine alte Frau war das.
Die Omi stand in einem Eckchen an den Schönhauser Allee Arcaden, hatte einen Bauchladen und schaute abwechselnd hoffnungsfroh und enttäuscht auf die im Ostersamstagsstress vorbeihastenden Passanten. Ich blieb stehen und schaute, was sie anzubieten hatte, war kurz darauf 17 Euro ärmer, dafür aber Besitzer der folgenden Schätze:

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Eigentlich wollte ich nur so ein Ei mit einem Küken drin kaufen, weil ich an Omis nie vorbeikomme, wenn sie irgendwas niedliches verkaufen, zum Beispiel halb welke Blumensträußlein aus ihrem Garten. Aber dann fing sie auch noch an zu erzählen, dass das übrig sei vom Seniorenbasar, „wissen Sie, wir basteln doch jedes Jahr zu Ostern, schauen Sie hier, das ist alles handgemacht und dann machen wir einen Basar, aber das ist übriggeblieben, darum versuch ich die hier zu verkaufen, das wre doch schade, wenn die ein Jahr rumliegen würden jetzt, obwohhl das nichts machen würde, denn die kann man immer wieder benutzen, da hat man ein Leben lang Freude dran, Jahr für Jahr, nur ein bisschen Staub wischen, dann sind die wie neu, wissen Sie wirr sammeln doch immer ein bisschen Geld, damit wir einmal im Jahr eine große Fahrt in den Spreewald machen können …“
Zu diesem Zeitpunkt war ich längst verloren und kaufte, was sie noch da hatte … „Ach wirklich, ach, das ist aber freundlich von Ihnen, ich dachte schon, ich muss hier noch ganz lange stehen, die Leute rennen ja alle vorbei …“

Und hier als Service ein heißer Tip für alle Osterküken-Fans: Der Verküktheiten-Blog und die dazugehörige Facebookseite.

Ostersonntag

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Bilder der Woche 15/2014 – Selfie-Special – Eine Woche in Selbstportraits

Diese Woche – also letzte Woche – habe ich eigentlich nur mich selbst fotografiert, was praktisch war, da ich das Motiv eigentlich immer dabei hatte. Es war eine schreckliche Woche, da ich dauernd ausgelacht oder für bekloppt gehalten wurde, wenn ich mich zum beispiel wie bei diesem ersten Foto in der Garderobe zwischen zwei gegenüberstehenden Spiegeln merkwürdig hin und her bog, bis ich ein schönes Unendlichkeitsfoto machen konnte …

Montag:

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Das Bild entstand in der Garderobe der Wühlmäuse. Am Montag war ich eingeladen bei Arnulf Ratings Stadtrevue, dem „Blauen Montag“ mitzumachen, den es  nach einer mehrjährigen Pause endlich wieder in Berlin gibt. Eine tolle Show mit Artisten, Comedians, Musikern (letztes Mal unter anderem mit dem Glas Blas Sing Quintett), Kabarettisten und Vorlesern. Karl Dall war aber nicht da. Weiterlesen

Bilder der Woche 11/14 – Richard Claydermann für Hipster (Entschuldigung!)

Am Montag, 10 Tage ist das jetzt schon wieder her, war ich bei einem Konzert von Nils Frahm, weil ich den erstens sehr gut finde und zweitens eingeladen war.Es war für uns beide Philharmonie-Premiere: Für mich war es überhaupt das erste Mal dort, für Nils Frahm das erste Konzert, das er dort gab. Auch für die Philharmonie war es eine Premiere: Es dürfte das erste Konzert gewesen sein, das wegen eines abgestürzten Computers unterbrochen werden musste. Weiterlesen

Bilder der Woche 09/14 – Skandinavia-Pizza-Döner, das Selfie der Woche und vögelnde Vögel

Es tut mir irrsinnig leid, dass ihr solange auf den Wochenrückblick warten musstet, ehrlich. Ich lad euch dafür alle auf einen Cappucino ein. Ihr müsst nur das folgende Foto auf euer Fotohandy oder euren Fotoapparat packen und im Rot-Main-Center in Bayreuth vorzeigen, und ihr bekommt ihn gratis! Gern geschehen!

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(Schweinfurt Hbf)

Für alle, die es nicht nach Bayreuth schaffen, als kleiner Trost ein bisschen Cat- (und Volker-)Content:

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Letzten Dienstag beehrte uns die Schokoladenhauskatze nach unserer Lesebühne LSD auf der Bühne, ließ sich geduldig streicheln und in die Kamera halten, bis es schließlich etwas viel Interessanteres als ein paar Wein trinkende Autoren gab:  Weiterlesen

Bilder der Woche 08/14 – Goethe, das Wrasenschwein, der Mann am Klavier und ich

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche (nicht, dass sie in diesem Winter in dieser Hinsicht besondere Unfreiheit hätten erdulden müssen, aber es geht mir hier um den Effekt und natürlich auch ein bisschen um literarische Großmeierei, wenn ich eins der bekanntesten Werke Goethes für meine Wochenrückblickszwecke einspanne, und apropos Goethe:  Ich bin Dichter, siehe unten), von Schlosse befreit der Esel aus Draht. Durch des Frühlings holden belebenden Blick die einen, durch eine kreischende, Funken spuckende Flex das andere. So doof muss man erst mal sein: Weiterlesen

Bilder der Woche 07/14 – Die Ente Winnetou

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Letzten Mittwoch fand zum zweiten Mal Vor der Pause, nach der Pause statt, die neue und supere Show von Spider und mir, die diesmal leider nicht ganz so super war, wofür aber unser Supergaststar Gotti ebensowenig etwas konnte wie Spider. Aber egal. Das Publikum hatte wohl etwas geahnt und war darum in großer Zahl daheimgeblieben. Eine alte Bühnenregel besagt: Die zweite Veranstaltung jeder neuen regelmäßigen Reihe wird unschön. (So war das zum beispiel auch bei LSD.) Nächstes Mal, am 12.3., kann man also unbesorgt kommen.

Ich war trotzdem recht froh, weil ich es tatsächlich geschafft habe, den neuen Kloß und Spinne Film fertigzubekommen und uraufzuführen – während der Berlinale, hey! Es handelte sich dennoch um eine Betaversion. Der Vorspann und ein Effekt fehlen noch. Ich hoffe, das schaffe ich diese Woche und dann landet er natürlich bei youtube und auf dem Schnipselfriedhof.

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Tja. Schneeglöckchen halt.

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Noch mehr Schneeglöckchen. Aber was zum Teufel hat Sanddorn an der Stillinge in Dessau zu suchen?! Boten des Klimawandels? Weiß der Sanddorn mehr als wir? Ahnter,  dass Sachsen-Ahnalt in wenigen Jahren Küstengebiet sein wird und sucht sich schon mal ein paar schöne Plätzchen?

Ich finde ja eigentlich, dass die Ostseeküste gut da oben im Norden aufgehoben ist. Es wäre ein bisschen schade um Berlin und sehr schade um die Elb-Auen, wenn sie bis Dessau vorrücken würde. Die Elbauen bei Dessau und Rosslau samt dem Gartenreich Dessau-Wörlitz gehören zu meinen allerliebsten Weltlieblingslandschaften.

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Das liegt zum Teil sicher daran, dass ich aufgrund meiner Vergangenheit ein bisschen prädisponiert bin:

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Das ist nicht die Elbe, sondern die Mulde. In der Mulde liegt ein Radio. Das erinnerte erinnerte mich an eine Diskussion über die Todesstrafe, am Abend bevor ich dieses Foto schoss. Ich hatte vehement und wohl auch ein bisschen laut und betrunken gegen sie argumentiert, musste aber schon am nächsten Morgen zurückrudern: Für Frühstücksradiomoderatoren gilt diese Ablehnung nicht.

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Der Schwan guckt sauer, weil er bemerkt hat, dass ich nicht auf ihn, sondern auf die irgendwie indianermäßig aussehende Ente links oben scharf gestellt habe. In Dessau ist was los! Sanddorn an der Stillinge, Indianerenten im Schillerteich!

Lieblingsbild der Woche:

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Das Bild hat mein Neffe Toni mir gemalt. Zu erkennen sind ich und zwei Roboter, desweiteren ein McDonalds und Bisonspuren. Die Tütchen auf dem Foto haben auch eine Geschichte, aber die geht euch überhaupt nichts an!

Zugabe:

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Bilder der Woche 06/14 – Trümmerfrauen, tote Dichter und ein schreiender Ventilator

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Ich weiß nicht so recht, wie ich mit Fotos umgehen soll, auf denen Leute zu sehen sind. Es sei denn es sind Leute, die ohnehin im Rampenlicht stehen, aber sogar da tue ich mich schwer. Es ist gar nicht so die Angst, etwas Verbotenes zu tun – ich finde es auch einfach unhöflich, Fotos von Leuten zu posten ohne deren Einverständnis. Hab mich hier für die Google-Street-View-Variante entschieden.

Ich saß mit MichaEbeling im Manolo; wir redeten über Tem-Texte, da wir unser Slam-Team Team LSD (mit dem wir zweimal die deutschsprachigen Meisterschaften gewonnen haben, hey, ho!) wiederbeleben. Gedämpftes Gemurmel, leises Apple-Tatastaturgeklapper und das Klingeln von Löffeln in Latte-Macchiato-Gläsern legte sich über eine Tapete aus bassbefreiter Loungemusik, nur das Fauchen des Milchaufschäumers störte gelegentlich die gemütliche Penzlauer-Berg-Harmonie. Die Frauen waren hübsch, die Männer waren hübsch, und wer nicht hübsch war, der sah zumindest  so aus. (Das ist nur scheinbar ein blödsinniger Satz.) Weiterlesen