Bayreuther Tagebuch

Ich habe für meine Zeit in Bayreuth ein separates Weblog eingerichtet. Lange, lange habe ich überlegt, wie ich es nennen soll. Sollte ich ihm einen witzigen Titel geben, irgendwas wie: „Ein Preuße in Bayreuth“? Oder was mit Jean-Paul-Bezug? „Blogwenzelei“ vielleicht? „Strübing liest Paul“ hätte ganz gut gepasst, da ich etwas ähnliches vorhabe wie Jochen Schmidt mit seinem Blog und Buch „Schmidt liest Proust“, aber „Strübing liest Paul“ gefiel mir nicht. Schließlich hatte ich eine geniale Idee (verwarf sie aber sofort wieder) und nannte es:

Bayreuther Tagebuch

Bis jetzt gibt es zwei Einträge, einen Brief an die Berliner, den ich auch schon hier veröffentlicht habe, und einen Brief an die Bayreuther. Ich bin aber sicher, dass es sich schnell füllen wird.
Hier werde ich gelegentlich auch posten. Es werden allerdings oft nur Verweise auf meine letzten Artikel im Tagebuch sein. Ich hoffe, Spider wird sich gut um den Schnipselfriedhof kümmern!

(Volker Strübing)

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1000 Schnipsel!

(Und alle so: Hui! )

1000 Beiträge auf dem Schnipselfriedhof! Ach, was sag ich! 1018 mit diesem hier! Eigentlich wollte ich den tausendsten groß feiern – mit Fotos von Champagnerflaschen und Konfettivorlagen zum Ausdrucken und Ausschneiden, aber ich hab’s verpasst. Allerdings ist dieser Beitrag genau mein 900. – die anderen 118 sind von Spider. Wenn ich selbst die Tausend voll habe, dann aber, aber dann, aber hallo! Was auch immer. Hey, Spider, ich komm nachher bei LSD vorbei, dann gratulieren wir uns gegenseitig und trinken einen Schnaps!

(Volker Strübing)

Schnipsel vom 18.1.2012

  • Jetzt ist es wirklich fast geschafft (zumindest, was mich betrifft): Gestern haben wir die Sprachaufnahmen für die Fernsehserie „Die Nonne und Herr Jilg“ gemacht, vorgestern haben wir die Untertitel gesetzt. Ostern wird sie auf ZDF Kultur gesendet (und kann im Internet geguckt werden), und vorher werde ich noch einige Male darüber schreiben. Für heute muss noch ein kleines Foto von der Reise reichen:

(Ramallah)

  • Das heißt: Ich komme jetzt hoffentlich dazu, den neuen Kloß-und-Spinne-Film fertigzustellen. Also, eigentlich ist er ja schon fertig, aber ich brauche noch mindestens eine Woche für den Schluss. Der wird nämlich aus einem Musikvideo bestehen, bei dem ich mal eine (für mich) neue Grafik- und Animationstechnik ausprobiere.

  • Spontaner Brechreiz beim Sonntagsspaziergang, als ich die oben abgebildeten Plakate sah: Photogeshoppte Models, die mit einem Billigwitz dafür werben, die nicht mehr innen Jacken (sagt man das so? Ich schon!) der letzten  Saison zu spenden. Ey Mann, die hängen doch eh nur im Schrank rum, da ist gar kein Platz mehr für die Jacken, die ich mir demnächst kaufe, weißt Du, und ich meine, Solidarität wird ja laut Duden groß geschrieben und so, und ich geb denen auch gerne mal n Euro, das tut mir ja nicht weh …’Wohltätigkeit finde ich sowieso … problematisch. Also das Prinzip Wohltätigkeit, Charity, Spenden, die ganze Scheiße. Das Spenden selbst ist in den meisten Fällen sicher eine ehrenhafte Sache (bilde ich mir zumindest ein, wenn ich es selbst tue) und notwendig ist es leider auch oft. Ich will das gar nicht als modernen Sündenablass verunglimpfen. Viel schlimmer ist, dass Wohltätigkeit die Verhältnisse zementiert. Obdachlose brauchen eigentlich keine milden Jackengaben, sondern Wohnungen und die Kinder in der dritten Welt brauchen keine BILD-Spenden-Gala-Gelder, sondern grundsätzliche Veränderungen. (So sprach der Blog-Autor, kochte sich noch einen Kaffee und verschob das Einleiten besagter Veränderungen auf morgen.)

    Außerdem hat die Wohltätigkeit natürlich auch immer etwas Herablassendes, und genau das fiel mir bei den Plakaten dort oben wieder auf. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist immernoch die Kampagne, mit der die PanChristoffel Blindenmission vor einigen Jahren die Straßen schmückte. Über irgendeinem Spruch von wegen soundsoviel Euro retten jemanden vor dem Erblinden prangten verschiedene Portraits von Afrikanern, bei denen die Augen durch Geldeinwurschlitze ersetzt waren(siehe hier).

  • Zum Schluss noch zwei Fotos. Nur so. Sonnenuntergang in Berlin und Schlangestehen in Hamburg, im Übel&Gefährlich bei den deutschsprachigen Slammeisterschaften 2011.

(Volker Strübing)

Eigentlich müsste ich jetzt panisch Geschenke kaufen, aber ich schreibe lieber panisch was ins Weblog

Als erstes muss ich mal ne Frage loswerden: Was zum Teufel hat eigentlich alle Welt dauernd mit diesen Rating-Agenturen am Laufen? Ich meine, das sind doch die, die mit für die große Immobilienkrise gesorgt haben, weil sie aus Inkompetenz oder bösem Willen irgendwelche Ramschkreditbundles als besonders verrtrauenswürdig eingestuft haben. Und jetzt ist es plötzlich ne Topmeldung in den Nachrichten und Präsidenten fühlen sich genötigt vor Fernsehkameras zu treten, wenn dieselben Dummköpfe oder Finsterlinge (oder beides) sich anmaßen, die Kreditwürdigkeit eines ganzen Landes zu beurteilen und herabzusetzen. Ich kapier das nicht. Entweder ich bin zu doof oder nicht doof genug. Wenn ich jedenfalls eine Rating-Agentur gründen würde, dann würde sie den Geisteszustand von gewissen Leuten beurteilen und nur sehr, sehr selten ein AAA vergeben.

Davon abgesehen: Hey, alles neu, alles schön, sogar das Wetter, einfach deshalb, weil es da ist und ich es von meinem Bett aus betrachten kann, während ich diese Zeilen in den Laptop hämmere. Ich bin nämlich umgezogen und muss jetzt nicht mehr auf den Balkon gehen und den Hals verrrenken, um herauszufinden, ob die Sonne scheint oder die Welt untergeht. Mehr Platz habe ich auch und W-LAN und eine Badewanne und es ist so schön hier, dass ich mal ein ganz neues, revolutionäres Wohnkonzept ausprobieren will: Sachen nach dem Benutzen wegräumen, statt sie einfach an Ort und Stelle fallenzulassen. Falls sich das als praktikabel erweist, werde ich hier davon berichten und es weiterempfehlen.

Und: Unsere Fernsehserie, die jetzt den offiziellen Titel „Die Nonne und Herr Jilg“ trägt, ist fertig. Naja, zummindest fast und auch nur, was meinen Beitrag daran angeht. Ich muss mich noch mit Textüberarbeitungen befassen und ein paar Sachen einsprechen. Dann wird der Ton gemischt und die Farbe korrigiert und dann müssen noch Untertitel geschrieben und gesetzt werden. Aber der Schnitt ist eingetütet!

Das heißt auch, dass ich – inshallah – wieder mehr Zeit für den Schnipselfriedhof haben werde und es demnächst eine neue Kloß-und-Spinne-Folge gibt. Die ist eigentlich schon fertig, aber ich muss Teile neu machen, weil ich Material verwendet habe, dass ich nicht ins Internet stellen will, ein bisschen dauert es also noch.

Frohe Weihnachten und Prost!

(Foto: Marc Meusinger)

(VS)

Bericht zur Lage der Nation

Ganz offensichtlich ist hier gerade tote Hose. Das liegt nicht so sehr daran, dass ich nicht wüsste, worüber und was ich schreiben sollte, sondern daran, dass ich mich nicht dazu aufraffen kann, es zu tun. Aber das ist kein grund zur Besorgnis, das kenne ich schon, das geht vorbei.

Deshalb jetzt auch bloß zwei Veranstaltungshinweise:

Morgen bin ich in Winterthur und nehme am Casino-Slam teil. Für Berliner ist das natürlich ein bisschen abgelegen, aber die 9 Stunden Zugfahrt lohnen sich bestimmt, zumal wir, wie gemunkelt wird, hinterher noch in eine Karaokebar gehen. Außerdem kann man vor der Rückfahrt noch für die Lieben daheim Schoki kaufen (ich hoffe, ich finde nocheinmal diese unglaubliche mit Krokantsplittern und Salzbrocken … aber zur Not tuts auch die Malzschokolade).

Am Sonntag trete ich dann das erste mal in Weißensee auf, dem bezirk, in dem ich meine erste Wohnung hatte. Zu diesem Slam muss ich Folgendes erzählen: Am Sonnabend startet der neue Sender ZDF Kultur, ein Sender, der sehr interessant zu werden verspricht und schon deshalb meine vollen Sympathien hat, weil er gleich am zweiten Sendetag, nächstem Sonntag also, einen Poetry Slam ausstrahlt. Es ist außerdem meines Wissens nach der erste wirklich live ausgestrahlte Slam im deutschen Fernsehen. Mit dabei sind: Mit dabei sind: Franziska Holzheimer (München), Yasmine Hafedh (Wien), Pierre Jarawan (Kirchheim), Moritz Kienemann (München), Sebastian23 (Bochum), ich (Berlin) und als Special Guest das wunderbare Team Totale Zerstörung (Leipzig). Moderieren werden Nina „Fiva“ Sonnenberg und Jo Schück.

Der Eintritt ist, glaub ich zumindest, frei, aber begrenzt. Wer hinkommen möchte, schreibt bitte eine Mail an poetry-slam@studio-tv-film.de. Beginn ist halb 10, Einlass ist ab 20.30 uhr im Studio Weißensee, Langhansstraße 86, 13086 Berlin. (Ich hätte das Studio gern verlinkt, aber Googeln nach „Studio Weißensee“ bringt mir so Sachen eine Muckibude und „Ellen’s Nagel Studio in Weißensee“. Es ist aber ganz leicht zu finden: auf halbem Weg zwischen Sonnenapotheke und Reseda-Apotheke, wenn man Google-Maps vertrauen darf.)

Ein schönes Wochenende!

(VS)

Bekanntmachung

Ich bewundere Kollegen, die es schaffen, auf ihrer Homepage die Auftrittstermine immer aktuell zu halten. Wahrscheinlich beschäftigen sie einen Stab hochbezahlter und -qualifizierter Mitarbeiter, die sich darum kümmern.

Aus gegebenem Anlass weise ich darum jetzt im Blog auf einen ganz besonderen Auftritt hin: Am Sonnabend trete ich zusammen mit Marius Jung und Till Kersting im kabaretttheater „Die Wühlmäuse“ am Theodor-Heuß-Platz auf.  Es ist eine der ganz, ganz wenigen Gelegenheiten, wo man mehr als 30 Euro für eine Karte bezahlen kann, um mich auf der Bühne zu sehen – das sollte man sich nicht entgehen lassen! Es gibt aber auch billigere Karten. Außerdem kann ich zwei Freikarten vergeben. Wer die beiden Karten haben will, muss nur als erster oder erste einen Kommentar zu diesem Artikel schreiben, aus dem dieser Wunsch hervorgeht. Wichtig wäre noch, dass man am Sonnabend auch wirklich Zeit hat und in Berlin ist und die Karten nicht nur nimmt, weil sie kostenlos sind …

Ach so: Es sieht bezüglich eines neuen Kloß und Spinne Films ganz gut aus … nächste Woche vielleicht, aber nagelt mich nicht drauf fest …

(Volker)