Guten Appetit!

„Nimm mich“ und gespreizte Beine, das ist schon eine gewagte Kombination. In einer Geschichte, die ich mal für einen Bad-Story-Contest geschrieben habe, stand: „Wie ein Goldbroiler lag sie vor mir: nackt, enthaart und braungebrannt.“ Aber das war doch nur ein blöder Witz!

(VS)

Zum Abendbrot gab’s Clown

Ja, das ist albern und eines Erwachsenen nicht würdig und wahrscheinlich darf ich jetzt nie mehr in der Schauburg in Dresden auftreten, aber ich konnte es mir einfach nicht verkneifen und wer in einem Backstageraum Akten aufbewahrt ist ja auch ein bisschen selber Schuld. Ich hatte jedenfalls viel Freude daran (deutlich mehr als die Kollegen, denen ich es mit großem Trara und stolzgeschwellter Brust gezeigt habe und die es so hihi-naja fanden).

(VS)

Schnipsel vom 18.1.2012

  • Jetzt ist es wirklich fast geschafft (zumindest, was mich betrifft): Gestern haben wir die Sprachaufnahmen für die Fernsehserie „Die Nonne und Herr Jilg“ gemacht, vorgestern haben wir die Untertitel gesetzt. Ostern wird sie auf ZDF Kultur gesendet (und kann im Internet geguckt werden), und vorher werde ich noch einige Male darüber schreiben. Für heute muss noch ein kleines Foto von der Reise reichen:

(Ramallah)

  • Das heißt: Ich komme jetzt hoffentlich dazu, den neuen Kloß-und-Spinne-Film fertigzustellen. Also, eigentlich ist er ja schon fertig, aber ich brauche noch mindestens eine Woche für den Schluss. Der wird nämlich aus einem Musikvideo bestehen, bei dem ich mal eine (für mich) neue Grafik- und Animationstechnik ausprobiere.

  • Spontaner Brechreiz beim Sonntagsspaziergang, als ich die oben abgebildeten Plakate sah: Photogeshoppte Models, die mit einem Billigwitz dafür werben, die nicht mehr innen Jacken (sagt man das so? Ich schon!) der letzten  Saison zu spenden. Ey Mann, die hängen doch eh nur im Schrank rum, da ist gar kein Platz mehr für die Jacken, die ich mir demnächst kaufe, weißt Du, und ich meine, Solidarität wird ja laut Duden groß geschrieben und so, und ich geb denen auch gerne mal n Euro, das tut mir ja nicht weh …’Wohltätigkeit finde ich sowieso … problematisch. Also das Prinzip Wohltätigkeit, Charity, Spenden, die ganze Scheiße. Das Spenden selbst ist in den meisten Fällen sicher eine ehrenhafte Sache (bilde ich mir zumindest ein, wenn ich es selbst tue) und notwendig ist es leider auch oft. Ich will das gar nicht als modernen Sündenablass verunglimpfen. Viel schlimmer ist, dass Wohltätigkeit die Verhältnisse zementiert. Obdachlose brauchen eigentlich keine milden Jackengaben, sondern Wohnungen und die Kinder in der dritten Welt brauchen keine BILD-Spenden-Gala-Gelder, sondern grundsätzliche Veränderungen. (So sprach der Blog-Autor, kochte sich noch einen Kaffee und verschob das Einleiten besagter Veränderungen auf morgen.)

    Außerdem hat die Wohltätigkeit natürlich auch immer etwas Herablassendes, und genau das fiel mir bei den Plakaten dort oben wieder auf. Mein Lieblingsbeispiel dafür ist immernoch die Kampagne, mit der die PanChristoffel Blindenmission vor einigen Jahren die Straßen schmückte. Über irgendeinem Spruch von wegen soundsoviel Euro retten jemanden vor dem Erblinden prangten verschiedene Portraits von Afrikanern, bei denen die Augen durch Geldeinwurschlitze ersetzt waren(siehe hier).

  • Zum Schluss noch zwei Fotos. Nur so. Sonnenuntergang in Berlin und Schlangestehen in Hamburg, im Übel&Gefährlich bei den deutschsprachigen Slammeisterschaften 2011.

(Volker Strübing)

Schnipsel vom 2.1.2012

(Lutherstadt Wittenberg – fahrt dort nie hin! Überall nur Lutherschnickschnack, aber nirgends Kaffee Togo für Menschen, die ein widriges Schicksal – ja, ich spreche von der Bahn! – zu einem einstündigen Aufenthalt in der Stadt verdammt …)

Erholung, Teilstück 2012 – das wäre doch ein schönes Motto für das neue Jahr! Aber das wird wohl nichts, denn im Dezember steht ja nun mal wieder der Weltuntergang ins Haus und bis dahin gibt es noch einiges zu erledigen. Mein wichtigster guter Vorsatz für 2012 ist dennoch: Mehr Mittagsschlaf machen. Heute hätte ich ihn beinahe schon gebrochen, aber vor etwas über ner Stuunde, gegen halb 9, habe ich es dann doch noch geschafft, mich für ein halbes Stündchen hinzulegen.

Meine erste Anschaffung im neuen Jahr wahr übrigens eine Kinderbibel (aus Gründen, die sich mit dem nächsten Kloß-und-Spinne-Film klären werden). Und die war bei Thalia lustigerweise in das Regal „Kindersachbuch“ einsortiert. Gleich daneben steht das Regal „Fantasy ab 8“, wahrscheinlich haben sie sich da bloß vertan. Danach habe ich mir auch noch eine richtige Bibel gekauft und bei einem kurzen Vergleich festgestellt, dass sie in der Kinderbibel die ganzen saftigen Stellen rausgelassen haben, zum Beispiel diese hier: „Nehmt das Land in Besitz und besiedelt es, denn ich der HERR, gebe es euch zu Eigen (…) Ihr müsst unbedingt alle Bewohner des Landes vertreiben …“ Ich schwöre: Ich hab den Wälzer vorhin wahllos aufgeschlagen und mein Blick fiel sofort auf diese Zeilen aus dem vierten Buch Mose. Sicherlich auch angelockt von der knalligen Überschrift „Keine Schonung für die Bewohner des Landes“. Es ist noch keine 3 Monate her, dass ich Leute kennengelernt habe, für die genau diese Aufforderung zur ethnischen Säuberung noch immer als himmlisches Gesetz gilt. Die Bibel habe ich übrigens vom Ramschtisch, leider nicht vom Ramschtisch der Geschichte, sondern nur der Buchhandlung, aber ich habe mir für 2012 auch vorgenommen, mich mehr über Kleinigkeiten zu freuen.

Um des himmlischen Gleichgewichts Willen, will ich mich aber auch mehr ärgern. Gestern zum Beispiel habe ich festgestellt, dass man als Bahncard-50-Besitzer, wenn man keine Fahrkarte hat und dann kein Schaffner durch den Zug kommt, nur die Hälfte spart!

Frohes und so!

(Volker)

 

Und was machst du so?

(Klick zum Vergrößern.)

Ich mache Gartenarbeit. Auf dem Balkon. Wie man an den Fotos sieht. Davon abgesehen spiele ich zur Zeit sehr, sehr viel Gitarre. Nach langer Pause habe ich wieder begonnen, Musik zu machen. Und zwar zusammen mit Mischa-Sarim Vérollet. Weil zusammen musizieren viel mehr Spaß macht, als alleine. Und weil wir uns so gut ergänzen, dass wir uns abwechselnd verspielen oder versingen, so dass das Ganze dann immer noch halbwegs gut klingt. Unsere momentan noch sehr kleine Band heißt WIEBKE und ist die beste Band der Welt (Angabe ohne Gewähr). Wir können inzwischen schon fünfeinhalb Lieder spielen, von denen wir drei heute, Donnerstag Abend, bei der Chaussee der Enthusiasten aufführen werden. Kirsten Fuchs hat uns einen herzallerliebsten Ankündigungstext geschrieben, in dem eigentlich alles drinsteht, was man wissen muss, außer, dass wir WIEBKE heißen. Nebenbei erfährt man in ihrem Enthusiastenblogeintrag auch noch, was eigentlich das Gegenteil von Körperklaus ist.

Außerdem bereite ich zusammen mit den Monstas zusammen ein neues Filmprojekt vor – ist aber leider noch geheim. Ich denke in einem Monat oder so kann ich was darüber schreiben. Wird auf jeden Fall eine spannende Sache.

Meine Balkonlieblinge sind übrigens die Zwiebeln. Haben gerade zu blühen begonnen. Tolle Typen! Vor zwei Monaten lagen sie noch in der Küche rum und keimten vor sich hin und da dachte ich mir: Warum wegschmeißen, warum nicht einpflanzen? Jetzt kann ich mir kaum noch vorstellen, dass ich jemals Zwiebeln gegessen habe! Was sind das nur für Menschen, die solch interessanten und schönen Geschöpfe häuten, in Würfel schneiden und anbraten?!

Mit freundlichen Grüßen vom Balkon ….

(VS)

Erpel sind Schweine

Ich war gerade auf Verwandtenbesuch in Dessau. Mein jüngster Neffe hatte sich ebenfalls angekündigt. Er lebt derzeit in den USA, wurde aber zur Feier seines zweites Geburtstages mit dem Flufßeug (wie ich es in diesem Alter genannt habe; er sagt Airplane) ins alte Europa gekarrt, damit er sieht, dass die diversen Großeltern, Tanten und Onkel auch lippensynchron sprechen können und nicht nur so komisch verzögert wie bei Skype.

Wir machten einen Spaziergang durch den Dessauer Tierpark, der zwar sehr schön ist, aber nicht komplett jugendfrei, es sei denn, es ist wahr, dass die Kleinen heutzutage schon in der Krabbelgruppe über ihre liebsten Gangbang-Videos reden, aber ich will das ja nicht so recht glauben.

(Liebe scheint mir da nicht im Spiel gewesen zu sein.)

Zu Beginn unseres Rundganges gab es einen Moment der Panik, als wir feststellten, dass nicht jeder von uns fünf Erwachsenen einen Fotoapparat dabei hatte. Lohnte es sich überhaupt, mit nur einer Spiegelreflex- und einer Videokamera bewaffnet loszuziehen? Die Furcht erwies sich als unbegründet: Ich alleine schaffte in den 90 Minuten, die wir durch den Park liefen, an die 300 Kinderfotos (der Fratz ist aber auch süß!) plus die paar von und vom Vögeln.

300 Kinderfotos. Soviele gibts von mir wahrscheinlich insgesamt, von meinem Vater vielleicht 3… heutige Kindheiten werden gut dokumentiert. Doof nur, dass es noch keine Geruchsfotografie gibt. Vielleicht ist es eine gute Idee bis zu deren Erfindung die eine oder andere volle Windel aufzuheben, die man dann zum 18. Geburtstag oder wenn der Sohn/ die Tochter das erste Mal Freundin oder Freund mit nach Hause bringt hervorholen kann …

Kinder sind schon ne schöne Sache, zumindest die, die man kennt und solange sie nicht allzu zahlreich, sagen wir maximal alleine auftreten. Im Café im Tierpark saß eine Familie mit zwei Mädchen, das eine war vielleicht drei, das andere so fünf oder was weiß ich und das größere Mädchen sang dem kleineren ein Lied vor:

Wozu ist der Kopf denn da, Kopf denn da, Kopf denn da?
Der Kopf der ist zum Denken da, zum Denken da.
Wozu sind die Ohren da, Ohren da, Ohren da?
Die Ohren sind zum Hören da, zum Hören da.

Die folgenden Strophen behandelten die Augen (zum Gucken), die Beine (zum Laufen), die Hände (zum Greifen) und den Mund – und das war die Stelle, wo ich das erste Mal gerne laut mitgesungen hätte und zwar: „Der Mund der ist zum Halten da, zum Halten da!“, denn längst war klar, dass ich dieses blöde Lied die nächsten fünf Tage als Ohrwurm haben würde. Aber man benimmt sich ja dann doch immer und lässt es bleiben. Ich habe sogar darauf verzichtet, dem Mädchen eine spontan von mir gedichtete Strophe vorzusingen (das Lied dauerte zwar ewig, schien mir aber nicht ganz vollständig): „Wozu ist der Hintern da, Hintern da, Hintern da? Der Hintern ist …“ – aber wie gesagt, ich habe es sein lassen.

(VS)


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Quedlinburg / Ansbach

Das waren zwei Auftritte! Solo in Quedlinburg (sage „Quättlinburg“, wenn Du rasch mit Einheimischen ins Gespräch kommen willst), der schönsten Stadt der ganzen Welt, dem Venedig des Harz, dem Paris von Sachsen-Anhalt, der harzvorländischen Schweiz, dem Bode-Athen. Vielen Dank nochmal ganz besonders an Manuela und Christian von der Büchercouch für die Einladung, den freundlichen Empfang, das Frühstück und den Stadtbummel!

(Quedlinburger Spezialitäten …)


Am Montag war ich dann ziemlich überraschend beim Highlander-Slam in Ansbach dabei. (Bei einem Highlander-Slam treten alle, die in der letzten Saison bei diesem Slam gewonnen haben, gegeneinander an.) Eigentlich war ich gar nicht qualifiziert, weil ich bei meinem Slamauftritt im letzten jahr dort nur zweiter wurde – aber dann hat Philipp Scharri abgesagt und ich bin nachgerutscht.

Auf der Zugfahrt habe ich einen neuen Text (fast)  fertiggeschrieben – und dann das Heft liegenlassen :( 18.00 Uhr war ich in Ansbach, 20.00 Uhr begann der Slam. Die beiden Stunden dazwischen waren dann ziemlich hektisch, aber ich habe es geschafft, ihn aus dem Gedächtnis nochmal zu schreiben und mir den noch fehlenden Schluss auszudenken und habe schließlich mit zwei neuen Texten gewonnen. Das heißt: ich werde Ansbach beim SLAM2011 in Hamburg vertreten. Von dieser freudigen Nachricht (für mich zumindest … tut mir leid, Paddi …) abgesehen war es ein super Slam – Dank und gruß an alle, die da waren und besonders an Michl und Martina!

Ich werde den Text wahrscheinlich demnächst hier reinstellen. Andererseits baue ich ihn auch gerade zu einer Kloß-und-Spinne-Folge um …

(Senfei habe ich auf meiner Chinareise auch immer gegessen. Dort aber mit Reis statt mit Salzkartoffeln. Ich entschuldige mich für diesen blöden Witz.)


(VS)