Bilder der Woche – 04/14: I, Prophet

P1060205

Vielleicht war es der Engelmann-Effekt, vielleicht waren bei den Leuten daheim die Heizungen kaputt, vielleicht war es nur Zufall: Am Dienstag war der Saalslam im Saalbau Neukölln so voll wie selten oder sogar nie zuvor. Darüberhinaus war es auch schön und darüberhinaus habe ich gewonnen und konnte eine Flasche Berliner Wodka mit nach Hause nehmen.

Das alles hat wenig mit dem obenstehenden Foto zu tun, sieht man davon ab, dass Weiterlesen

Bilder der Woche – 03/2014 (Achtung, enthält Engelmann-Content!)

Die Woche vom 13. bis 19. Januar schaffte es aus dem Stand in die Top 3 der Wochen des Jahres! Dabei sah es anfangs oder eigentlich eher mittig gar nicht danach aus, da gab sie sich alle Mühe eine richtige Mistgurke von Woche zu sein. Weiterlesen

Bilder der Woche: 02 / 2014

Einer meiner Lieblingsblogger, vielleicht sogar mein allerliebster Lieblingsblogger ist seit langer Zeit André Hermann. Und eine meiner Lieblingsrubriken in seinem Blog ist der bebilderte Wochenrückblick A week in pictures. Und als er jetzt auch noch die Wochenrückblicke des letzten Jahres zu einem Year in pictures-Beitrag zusammengefasst hat, der ein bisschen wie ein Überraschungseikalender funktioniert, dachte ich mir, Mensch, dachte ich mir, Volker, dachte ich mir, du machst doch auch dauernd Fotos und lässt die meisten auf der Festplatte vergammeln – klau doch einfach die Idee von André und behaupte, du hättest sie nicht geklaut, das Ganze sei vielmehr eine Hommage  und Ehrbezeugung.

Und los geht’s!

P1050620

Okay, das Bild gehört eigentlich noch in die Woche 1, aber was solls. Letzten Sonntag hat es mich auf den Fernsehturm verschlagen, wo ich Zeuge wurde, wie die Welt oder zumindest Berlin unterging. Wir hatten den perfekten Moment erwischt. Als wir hoch fuhren, regnete es, alles war grau und trist, doch dann brachen die Wolken auf und ein gigantisches außerirdisches Raumschiff die Sonne schaltete die Todesstrahler ein tauchte Berlin in dramatisches Licht.

Unten im Souvenirshop entdeckte ich ein sehr seltsames Spielzeug. Ich fand ja schon immer diese Rehe und Giraffen aus Holz seltsam, die man durch Drücken eines Knopfes zusammenbrechen lassen kann. Zusammenbrechtiere nenne ich sie, aber ich weiß nicht, ob das der offizielle Name ist. Schon zu meiner Kindheit gab es die immer und überall zu kaufen, soweit es mir bekannt ist war die Versorgung der DDR-Bevölkerung mit Zusammenbrechtieren zu jedem Zeitpunkt sichergestellt und auch in der BRD waren sie offenbar beliebt. Mir erschließt sich der Sinn oder gar pädagogische Nutzen dieser Dinger nicht. Was kann ein Kind daraus lernen, wenn es per Knopfdruck Tiere zusammenbrechen lässt? Was soll daran Spaß machen? Richtig befremdlich fand ich allerdings den Zusammenbrechfernsehturm:

Image2

Drei Frage stellten sich mir: Erhoffen sie sich davon irgendeine Werbewirkung? Wäre es aus marketingtechnischer Sicht nicht sinnvoller zusammenbrechende Modelle von Konkurrenztürmen bzw. -sehenswürdigkeiten zu verkaufen? Gab es im Souvenirladen des WTC Zusammenbrech-Twin-Towers?

Auf dem folgenden Bild sehen Sie, was Sie nicht sehen möchten, wenn Sie die Premiere Ihrer neuen Show begehen und von Backstage Richtung Zuschauerraum blicken.

P1050656

Spider und ich starteten am Mittwoch im Kookaburra Comedyclub unsere monatliche Show Vor der Pause – nach der Pause. Zum Glück kamen doch noch Menschen, und es wurde ein sehr schöner Abend. Wir hatten zwei Spezialsondergäste. Gleich zu Anfang, wenn auch nur per Videobotschaft, Norbert, einen befreundeten Wirt, der uns viel Glück wünschte:

In echt und sogar 3D auf der Bühne bei uns stand Sven van Thom. Sven ist Musiker und eine Hälfte der Action-Lesung Tiere streicheln Menschen. Das ist Sven. Backstage mit Nachos. Fotografiert von der Bühne. Bzw. von mir:

P1050664

Und so sah die Bühne aus, nachdem Sven sie mit seinen Arbeitsmaterialien förmlich geflutet hatte:

P1050677

Der Hund gehört allerdings nicht dazu und hat keine Musik gemacht, sonder sich nur heimlich ins Bild geschmuggelt – ich hab ihn erst bemerkt, als ich den Film entwickelt hatte. Ich dagegen habe Musik gemacht und brauchte viel weniger Zeugs als Sven. Dafür war natürlich meine Musik  doof (und weil ich einfach kein Musiker bin), aber trotzdem:

P1050653

Das Instrument heißt Guitalele und die Krücke liegt nur zum Größenvergleich daneben, nicht, weil ich Mitleid möchte! Das Gitärrchen ist zur Zeit mein Lieblingsspielzeug. Im Vorfeld des Auftritts sorgte es für einige Diskussion unter Kollegen und Besuchern. Wenn man bedenkt, dass die Gitarre ein von der UNO anerkanntes Phallussymbol ist, was sagt dann eine Minigitarre über ihren Benutzer aus. Dass er keinen grund hat irgendwas zu kompensieren? Ich enthielt mich jeden Kommentars. Schnell einig war man sich indes, dass bei Nackt-Auftritten eine kleine Gitarre vorteilhaft sei, da die fraglichen Teile der Anatomie im Vergleich zu ihr größer wirkten als im Vergleich zu einer normalen Gitarre.

Hier sind wir noch mal nach der Show. Glücklich über die Premiere und in unseren neuen maßanzügen, die wir uns umgehend von unseren Gagen anfertigen ließen:

P1050684

Und hier noch mal verwackelt:

P1050680

Überhaupt mag ich verwackelte Fotos von mir oft am liebsten:

P1050637

Hier sieht man, wie man den Autofocus eines Fotoapparates mit   Lächel-Automatik in die Irre führen kann:

P1050695

Nach dem Mittwoch passierte eine Weile nichts, was ich fotografieren wollte, doch gestern, Sonnabend, ging es an den müggelsee. Wie der Fernsehturm ein Ausflugsziel meiner Kindheit. Den Fernsehturm habe ich zwischendurch mal wieder besucht (und dauernd gesehen), am Müggelsee war ich aber wirklich 30 Jahre nicht mehr. Er ist immer noch voller Wasser!

P1050762

Wer beim folgenden Bild denkt, ich hätte Enten fotografiert, irrt!!! Ich habe Fische fotografiert!  Wer auf das Bild klickt, um es zu Vergrößern, die Fische zählt und mir als erster die korrekte Anzahl der Fische auf dem Bild nennt (es ist wirklich wichtig, dass es die korrekte Anzahl ist, da ich sie selbst nicht kenne!), kriegt am Dienstag bei LSD – Liebe Statt Drogen freien Eintritt. Oder einen freundlichen Klaps auf die Schulter, wenn er oder sie Dienstag nicht kann und wir uns das nächste mal sehen.

P1050716

P1050702

Hier habe ich scheinbar eine Wurst fotografiert. In Wirklichkeit habe ich aber ihren Schatten fotografiert und damit wiederum den Winter! Denn einzig die tiefstehende Wintersonne zaubert solche tollen Bratwurstschatten!

Plattenbauromantik:

P1050774

Bevor ich fortfahre, den Samstag zu bebildern, doch noch schnell ein Freitagsfoto, dass ich fast vergessen hätte:

P1050700

Ja, genau. Eine Kneipe mit Live-Musik und: Achenbechern. Und ich kann da einfach reingehen und muss nicht mitrauchen. In diesem Augenblick bin ich 56 Tage, 1 Stunde, 8 Minuten Nichtraucher und habe mir ungefähr 1400 Zigaretten erspart. Großartig. Das führte am Freitag dazu, dass ich irgendwann mal an die frische Luft gegangen bin, um in Ruhe eine nichtzurauchen … Zurück an den Müggelsee:

P1050777

Theoretisch besagt dieses Schild zwar, dass die Fähre am 11.1.2014 wieder fahren müsste, aber irgendetwas sagte mir, dass es nicht sinnvoll war zu warten …

P1050781

Mmmhhhmmm … geht es hier um den Männertag oder um ein Männer-Tag? Warum denke ich immer über so sinnlose Sachen nach. zum Beispiel auch, als ich diesen Brilllenladen sah:

P1050785

Den über dem H meine ich. Na gut, man kann ihn leider nicht erkennen. Er hieß: „Robin Look“. Haben sich die Optiker bei den Friseusen und ihren Wortspielen des Grauens angesteckt? Oder stiehlt der Optiker den Reichen die Brillen und verteilt sie unter den Armen?

So. Ich wünsche eine schöne Woche 3 und verweise in diesem Zusammenhang auf das Kalenderblatt für die kommende Woche, das ich hier morgen  posten werde.

Novemberrückblick II – Fotoinferno

Mensch, jetzt ist der November schon wieder vorbei, und mittlerweile habe ich schon soviel über den Dezember zu erzählen, dass ich das gar nicht mehr schaffe. Darum gibt es hier noch ein paar größtenteils unkommentierte Novemberfotos, die ich eigentlich bloß hier reinmache, damit ich sie endlich los bin, und in der heimlichen Hoffnung, damit das Internet endlich zum Überlaufen zu bringen  …

Bayreuth – Eisbärfell und toter Christus Weiterlesen

Berlin durch die Bayreuther Brille

IMG_0012

Ein längerer Aufenthalt fern von zuhaus lässt einen auch die eigene Heimat mit anderen Augen sehen. Mir ging es jedenfalls so, als ich letztes Wochenende das erste Mal nach mehr als zwei Monaten nach Berlin fuhr. Ich war wirklich überrascht, wie laut und wie hektisch mir alles vorkam. Und vor allem: wie schrabbelig. Des weiteren war ich überrascht, dass ich so überrascht war; ich kenne das doch alles! Die Baustellen, den Müll, die dicken Schichten aus zerfetzten Plakaten oder „Hund entlaufen/Wohnung gesucht/Erleuchtung garantiert“-Zetteln an Häuserwänden und Straßenlaternen. Ein Bekannter antwortete einmal auf die Frage, was für ihn typisch Berlinerisch sei: „Die ‚Gehwegschäden‘-Schilder“. Als Berliner nimmt man sie kaum noch wahr, eher würde einem ihr Fehlen auffallen.

IMG_0029

IMG_0074

(Berlin-Neulinge benötigen meist etwas Zeit und mehrere Stolperunfälle, bis sie aus mehreren halb überklebten Schildern das Wort „Gehwegschäden“ zusammengesetzt haben.)

Ich glaube, Berliner Ampeln, Laternen und Straßenschilder werden schon ab Werk standardmäßig mit einem „Gehwegschäden“-Schild ausgeliefert, als Sonderausstattung kommt dann gerne noch der große Bruder „Straßenschäden“ dazu. Bei wirklich schlimmen Gehwegschäden schmeißt man zusätzlich noch einen rotweiß gestreiften Warnömmel ins Loch und fertig ist der Lack.

IMG_0039

IMG_0072

Das ist allemal billiger als die Behebung der Schäden, und ich frage mich ernsthaft, warum man nicht beim BER auch nach dieser Methode vorgegangen ist: Einfach ein paar Brandschutzmängel-, Gepäckrückgabeunterkapazitäts- und Rollbahnschädenschilder gedruckt und er hätte termingerecht eröffnet werden können!

Bayreuth scheint meine Schmutz- und Lärmtoleranz etwas gesenkt zu haben; ich hatte nicht erwartet, dass mir das so sehr auffallen würde, zumal ja Bayreuth auch keine klinisch-sterile Stadt ist und ich in Berlin nicht einmal in den berühmten Problembezirken unterwegs war, sondern nur im beschaulichen Pankow und der Yuppie-Hipster-Parallelgesellschaft Prenzlauer Berg.

Wenn ich sonst nach längerer Abwesenheit nach Berlin heimkehrte, kam ich meist aus Orten, gegen die Berlin eine Oase der Ruhe ist, in der alles perfekt funktioniert; ja, die Wahrnehmung der Heimatstadt variiert deutlich, je nachdem, ob man aus Bayreuth oder Beirut zurück kommt.

IMG_0062

IMG_0051

Ich glaube und hoffe aber nicht, dass ich jetzt dauerhaft für die Großstadt verdorben bin. Man ist ja sehr anpassungsfähig. So wie ich mich in Bayreuth doch recht schnell an das Glockenläuten der Stadtkirche und den morgendlichen Lieferverkehr in der Sophienstraße gewöhnt habe.

Am meisten schockiert hat mich in Berlin eigentlich das Verschwinden der Baustelle auf der Kreuzung Stargader / Greifenhagener Straße, der Ecke, an der auch eins meiner liebsten Schreib-Cafés. Diese Baustelle war doch höchsten zwei oder Jahre alt! Die einzige Erklärung ist, dass man sie abgebaut hat, um sie auf irgendeiner Tourismusmesse in Abu Dhabi oder so als ein Stück „echtes Berlin“ zu präsentieren.

Wenn ich im Juli zurückkomme, ist sie sicher wieder da. Es war doch auch eine Win-Win-Situation: Den Bauarbeitern ging die Arbeit sicher viel angenehmer von der Hand, wenn sie dabei einem faulen Kaffeehausliteraten die Ruhe rauben konnten, und ich hatte stets eine Ausrede zur Hand, wenn mir nichts eingefallen ist.

Schnipsel vom 19.12.2012

Das geht mir alles noch nicht weit genug. Natürlich ist es gut, dass Zigarettenpackungen in Zukunft mit Schockfotos bedruckt und Zusatzstoffe, auch und besonders solche, die den Geschmack angenehmer machen, verboten werden. Schließlich, so erklärte irgendein EU-Kommissar im Radio, soll Tabak wie Tabak schmecken, nicht nach Vanille oder Kakao oder Menthol, da so etwas Jugendlichen den Einstieg in die Sucht schmackhaft machen. Doch das kann nur ein Anfang sein. Wann werden endlich alkoholische Getränken einem drakonischen EU-Reinheitsgebot unterworfen, laut dem sie nur Wasser und Alkohol enthalten dürfen? Schließlich soll Alkohol nach Alkohol schmecken, nicht nach Hopfen, vergammelten Trauben oder Torf. Hamburger sollten nur noch aus Fett bestehen dürfen, da Zusatzstoffe wie Salatblätter und traurige Tomatenscheiben den gefährlichen Inhalt verschleiern, den Konsum angenehmer machen und Kindern den Einstieg erleichtern. Und dann gibt es da ja auch noch Kondome mit Erdbeergeschmack, das ist doch Betrug, ganz davon abgesehen, dass es Jugendlichen den Einstieg usw., herrjeh, wenn es wenigstens Penisgeschmack wäre! Ach, es gibt noch so viel zu tun.

IMG_7202_1st

Quatsch, es gibt gar nichts zu tun, das geht alles schon viel zu weit, sagt dagegen die Tabakindustrie. Vorhin, als ich gerade Zucker aß, dem verschiedene Zusatzstoffe wie Teig, Kakao und Kirschen beigemengt waren, lief ein Interview mit dem Dings vom Sowieso – ich hab jetzt keine Lust nachzugucken, wer das genau war, da ich offline schreibe und nachher nur kurz zum Hochladen auf den Dachboden gehe, wo der DSL-Stecker ist, es war jedenfalls ein Sprecher eines Vereins der Tabakindustrie. Es hat viel Spaß gemacht, ihm bei seiner Sprachakrobatik zuzuhören. Da war dauernd die Rede von „gewissen Risiken“ beim Konsum von Zigaretten (wie auch beim unverantwortlichen Konsum anderer Genussmittel), ja natürlich, man gebe zu und habe nie bestritten, dass es „durchaus auch Risiken“ gebe, aber der freie selbstverantwortliche Bürger und so weiter und so weiter und außerdem: Die Arbeitsplätze in der Zigarettenindustrie, geraden jetzt, in der Krise! Das hat richtig Vorfreude auf die Pressekonferenz der amerikanischen Waffenlobby am Freitag gemacht.

IMG_7233_1st

Falls sie denn stattfindet, denn Freitag, da ist ja nun auch Weltuntergang oder eben auch nicht, auf alle Fälle will niemand mehr etwas davon hören. Trotzdem – „Hope for the best, prepare for the worst“ – ich möchte darauf hinweisen, dass es noch nicht zu spät ist, eine Weltuntergangsversicherung abzuschließen (siehe im verlinkten Artikel unter Punkt 10). Seltsamerweise bin ich mit dieser Idee nicht reich geworden, ich habe nur zwei Premiumpolicen verkauft. Wer glaubt, dass Gruselfotos auf Zigarettenpackungen die Leute vom Rauchen abhalten, wenn Sie sich nicht mal wegen einem ollen, bald abgelaufenen Kalender aus dem Urwald Sorgen machen?

 (VS)

IMG_7217_1st

PS: Ich finde es gut, diese Fotos auf die Zigarettenschachteln zu drucken. Wenn sie auch nur ein paar Jugendliche davon abhalten, mit Rauchen anzufangen, in diese fiese Falle zu geraten, wenn sie dazu beitragen, dass Rauchen noch ein wenig unattraktiver wird, dann ist das eine gute Sache. Das Verbot von Aromastoffen, zumindest die Begründung „Tabak soll nach Tabak schmecken, Aromen würden Jugendliche verführen“, halte ich für fragwürdig. Jugendliche steigen auch mit dem stinkigsten Kraut in die Raucherei ein (bei mir war es „Porti“ ;), wenn sie glauben, es sei attraktiv, cool, erwachsen oder einfach nötig, um nicht mit den Losern in einer Ecke zu stehen. Eher eine Frage der Einstellung der Gesellschaft zum Rauchen, als eine des Geschmacks.

IMG_7244_1st

IMG_7207_1st

Lens Baby Belle und kommende Auftritte

Irgendwann wird es mal wieder eine richtige Seite mit Auftrittsterminen geben, die dann auch regelmäßig aktualisiert werden, aber irgendwann wird schließlich auch die Sonne erkalten, weil ihr der Brennstoff ausgeht, und deshalb kommen hier jetzt meine nächsten Auftrittstermine für alle, die mich vorlesen hören oder eben gerade auf garkeinen Fall vorlesen hören möchten. Die Fotos haben Hazel Brugger und ich gemacht und zwar mit ihrem Lens Baby, einem tollen Objektiv, mit dem man qualitativ minderwertige aber schöne Fotos machen kann ohne eine Fotoqualitätsverschlechterungsapp zu benutzen.

(Das schönste Foto von einer der merkwürdigsten Statuen der Welt – dem ulkigen Mann im U-Bhf. Vinetastraße. Foto: Hazel Brugger)

Sonnabend, 6.10., Heidelberg, Zirkuszelt auf der Neckarwiese,  Champions Potry Slam mit Patrick Salmen (Wuppertal, Sieger SLAM 2010), Yasmin Hafedh (Wien, U20-Siegerin SLAM 2009), Julian Heun (Berlin, U20-Sieger SLAM 2007), Nektarios Vlachopoulos (Mannheim, Sieger SLAM 2011), Bleu Broode (Marburg, U20-Sieger SLAM 2008) und mir.

Sonntag, 7.10., Ilmenau, BD Club, Solo

Donnerstag, 11.10., Zürich, Slam im Zelt mit Laurin Buser und mir.

Dienstag, 16.10., Hamburg, Knust, NDR Comedy Contest, Aufzeichnung, Ausstrahlung Anfang November

Mitttwoch, 17.10., Hamburg, Ernst Deutsch Theater, Best Of Poetry Slam

Donnerstag, 18.10., Greifswald,  Kaisersaal der Stadthalle Greifswald, Best Of Poetry Slam

So. Reicht erstmal. Jetzt noch ein paar Bilder.

(Essen instagrammen ist so 2011. Jetzt wird lensgebabed!)

(Icke. Foto von Hazel. Das nächste Bild: Auch icke. Auch von Hazel.)

(Kastanien, Zahnbürste und Tomate – so verschieden, und doch in Harmonie und Frieden vereint. Warum können wir Menschen nicht von ihnen lernen?)

(Dieses Bild trägt den Titel: Verblühende Tomatenpflanze, in Sauerkirschtee sich spiegelnd.)

(Symbolbild „Herbst“)

(Volker Strübing)

Modschekiebchen sind der neue Cat-Content

„Jau, und da drüben, das Haus da drüben, das hat ja nun auch einer von der NPD gekauft. Na, da kannste nix machen, ne?! Aber ich sag auch: Ich hab kein Problem mit dem. Ich hab dem nix getan, der hat mir nix getan, wieso soll ich was gegen den haben? Der grüßt immer freundlich und seine Frau grüßt auch immer freundlich. Und wenn man dann immer hört, dass die irgendwelche Leute zusammenschlagen, das kann ich mir nicht vorstellen. Da wird schon vorher was gewesen sein …“

Hab gerade 2 Wochen Landurlaub hinter mir. Das Wetter war schön (außer wenn die Sonne dolle schien), die Heidelbeeren waren lecker, die Gespräche über den Gartenzaun interessant (siehe oben). Und wenn ich jetzt nicht gerade was anderes vorhätte, würde ich einen langen Artikel über den Satz „Die werden schon irgendwas gemacht haben“ schreiben, den ich für einen der schlimmsten überhaupt halte. So belasse ich es bei ein paar Kitschbildern und dem Hinweis, dass heute Abend im Ritter Butzke ein Poetry Slam stattfindet mit Dalibor, Lars Ruppel, Jan Koch, Broca Areal, Sebastian Lehmann, Maik Martschinkowsky und mir. Und die sind alle mindestens super. (Ja, ich auch, scheiß auf falsche Bescheidenheit ;)

(Ganz ohne Katzen geht’s natürlich auch nicht.)

(Arbeitsurlaubsplatz)

 

(VS) 


Sie werden begeistert sein!

Ich halte Klos ja für eine tolle Erfindung, ich benutze sie gerne und oft, aber „reinschauen, testen und begeistert sein“? Nee. Das letzte Mal, dass mich ein Urinal begeistert hat war vor ein paar Wochen in Halle, in der Moritzburg – die haben da Monitore mit einem Aquariumsvideo in der Wand der Pissrinne! Man kann die Fische anpinkeln! (Was ich mich aber erst nach drei Bieren getraut habe, weil ich als Kind noch so erzogen worden bin, dass man nicht in Aquarien pullert. So war das halt damals im Osten.)

(Nee, das bin nicht ich auf dem Bild!)

Interessant wäre nun natürlich gewesen, statt eines normalen Bildschirms einen Touch-Screen einzubauen (die Bezeichnung „Platsch-Screen“ böte sich dafür an) und das ganze mit einem Computerspiel zu kombinieren. Lange wird es wohl nicht mehr dauern, bis so etwas irgendwo auftaucht. Denkbar wäre auch ein Facebook-Klo, wo man … aber, nein, das wird jetzt plump und unappetitlich … ich würde jedenfalls jeden „entfreunden“, von dem ich erfahre, dass er einen Beitrag von mir auf diese Weise geliked hat.

Das Hallenser Videoklo entdeckte ich übrigens, als gerade ein Sturm im Wasserglas wegen des „Aufbaus Ost“ tobte und diverse westdeutsche Kommunen sich beschwerten, dass im Osten Landschaften und Städte blühen, während bei ihnen die Straßen kaputt gingen und die Schwimhallen geschlossen wurden. Wenn die von dem Klo in Halle wüssten … Ich kann dazu ich nur sagen: Der Aufbau Ost ist erst abgeschlossen, wenn ich sowas auch in meiner Wohnung habe!

(VS)

Schnipsel vom 15.6.2012

Man kann ja über vieles schimpfen – und sollte dies auch unbedingt tun! „Schimpfen, meckern, nörgeln aber sind die edelsten menschlichen Tätigkeiten, denn die Gabe des Schimpfens erst ist es, die den Menschen zum Menschen macht, ihn über das Tierreich und selbst noch über Gott erhebt, denn nur ihm ist sie gegeben – machen wir davon Gebrauch!“ (Volker Strübing, Der Mensch. Eine Annäherung., Band IV, S. 673). Gründe sind schnell gefunden: Finanzkrise, S-Bahn, Bubble Tea, Jugend von heute, Jugend von gestern, „die da oben“ (und die da unten erst!), Benzinpreis, Wetter, die Unregelmäßigkeit der Aktualisierung dieses Blogs, das dauernde Gemecker anderer Leute etc., etc., man muss und kann ja über alles schimpfen.

Die einzige mir bekannte Ausnahme ist Innsbruck. Gegen Innsbruck lässt sich nun wirklich überhaupt nichts sagen. Innsbruck ist toll und hat alles, was eine Stadt braucht: Eine Lesebühne, einen Poetry Slam, urste Berge, einen Fluss mit ulkiger Farbe, eine Zahnradbahn und eine direkte ICE-Verbindung nach Berlin. An Innsbruck gibt’s absolut nichts zu meckern und ich möchte es ganz ausdrücklich nicht als Nörgelei, sondern als konstruktive Kritik verstanden wissen, wenn ich darauf hinweise, dass der ICE von Innsbruck statt in Berlin Südkreuz lieber in Berlin Gesundbrunnen halten sollte, und dass die Stadt sogar (obwohl das unmöglich erscheinen mag) noch ein bisschen schöner wäre, wenn sie am Meer läge.

(Neue Trends und Entwicklungen erreichen Innsbruck vielleicht nicht unbedingt als erstes, aber was macht das schon?)

Gestern abend war Innsbruck insgesamt nicht so schön wie sonst, da ich mich in der Stadt herumtrieb und sehr hässlich war. Also, eigentlich war ich gar nicht hässlich, nur meine Hose war hässlich, die dafür aber so richtig. Das heißt, vielleicht war die Hose eigentlich auch gar nicht sooo hässlich und sah nur an mir dran bzw. mit mir drin hässlich aus. So hässlich nun freilich auch wieder nicht, aber … ulkig. Glaub ich wenigstens, ich hab mich auf alle Fälle ulkig gefühlt. Es war nämlich eine Röhrenhose und ich schwöre, sowas wollte ich nie anziehen!

Das kam nämlich so: Die Zugfahrt nach Innsbruck dauerte 9 Stunden. Und was macht man auf einer neunstündigen Zugfahrt? Na klar: Man kippt sich einen Deutsche-Bahn-Kaffee über die Hose – wann kommt man sonst schonmal dazu?

In Innsbruck angekommen rammelte ich also in den nächstbesten H&M, weil ich bei der Text Ohne Reiter Jubiläumsveranstaltung nicht im Kaffeefleckencamouflage auftreten wollte (ich bildete mir ein, das würde ulkig aussehen – heilige Einfalt!), ramschte einen Batzen Hosen von einem Sonderangebotsständer, probierte sie in der Kabine durch, entschied mich für die am wenigsten hässliche Alternative, hängte diese dann zusammen mit einigen anderen zurück an den Ständer und rannte mit der am meisten hässlichen Alternative zur Kasse … scheiße.

Hätte ich meine schwarze Fettrahmen-Brille nicht letztes Jahr in einem Taxi in Jordanien liegengelassen, hätte ich ausgesehen wie ein Hipster oder wenigstens Mipster (Möchtgern-Hipster).

Jetzt weiß ich nicht, was ich mit der Hose machen soll. Heute kommt wahrscheinlich Magdeburg nochmal in den zweifelhaften Genuss, mich in ihr zu sehen, aber danach? Vielleicht hebe ich sie auf und wenn mal wieder ein Langstreckenflug ansteht, ziehe ich sie als Trombosestrumpfhose unter die normalen Jeans …

(Von diesem Trend hingegen kann man sich nur wünschen, dass er von Innsbruck aus die Welt erobert: Klare Kommunikation, Produktpräsentation ohne störenden Schnickschnack, Konzentration auf eine Kernkompetenz statt einer erschlagenden Vielfalt an sinnlosen Produkten, die mit falschen Glücks- oder Individualitätsversprechen beworben werden.)

(Volker Strübing)