Buchpremiere

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Gestern ist es aus der Druckerei gekommen, morgen bekomme ich hoffentlich die ersten Exemplare. Das Buch „Nicht der Süden“ erscheint bei Voland & Quist und in der 3sat-Edition. Es besteht aus einem in jeder Hinsicht des Wortes phantastischen Roman von Kirsten Fuchs, einem 32seitigem Fototeil und einhundert Seiten von mir, die man vielleicht als sehr persönliches Making-Of bezeichnen könnte. Hinten drin steckt eine DVD mit dem ersten Teil der Fernsehserie und von Kirsten und mir eingelesenen Reisetagebüchern mit Slideshow für einen gemütlichen Dia-Abend vor dem Fernseher. Alles zusammen kostet 19,90 Euro.

Am Montag, dem 9.3., stellen wir das Buch im Klub der Republik in der Pappelallee 81 vor. Los geht es pünktlich 20.30 Uhr, weil wir 22.30 Uhr fertig sein wollen und müssen, damit danach getanzt werden kann – Lt.Surf legt auf. Wir werden vorlesen und ein paar Filmausschnitte zeigen und eine Pause gibt es auch. Der Eintritt wird 4 Euro betragen und alle müssen kommen.

Wer am Montag nicht kann, soll einfach am Dienstag ins Zakk kommen, das ist in Düsseldorf, da machen wir das selbe nochmal.

Am Mittwoch, dem 11.3., sind wir dann in Dresden, in der Groovestation und dort gibt es als krönenden Abschluss ein Konzert von Robert and the Roboters, die auch sehr viel Musik zur Serie beigesteuert haben.

Ab Donnerstag sind wir bei der Leipziger Buchmesse, haben einige Lesungen in der Lese-Insel der jungen Verlage und Freitag früh ein Gespräch am 3sat-Stand, bevor wir Freitag Abend noch einmal Buch und Film vorstellen, und zwar im UT Connewitz, dem schönsten Veranstaltungsort Deutschlands, abermals zu unserer großen Freude zusammen mit Robert and the Roboters.

(Volker Strübing)

Das große Zittern

Ich bin ganz schön aufgeregt. Heute in drei Wochen läuft die erste Folge unseres Films. Im Fernsehen, verrückt, oder? Ich habe keine Ahnung, was da auf uns wirklich zukommt. Selbst wenn die Einschaltquoten minimal werden sollten, werden das doch viel mehr Leute sehen, als alles, an dem ich vorher beteiligt war. Wahrscheinlich werden auch ein paar Berichte in Zeitungen stehen, und sicher wird auch der eine oder andere Verriss darunter sein. Das wird hart, aber da muss man durch. Selbst Schuld, wenn man sich an die Öffentlichkeit wagt; ich habe es ja nicht anders gewollt. Für mich ist das alles eine Riesensache, immerhin war ich auch mit dem Film und dem Buch 9 Monate beschäftigt (andere schaffen in der Zeit ein Kind) und ich habe noch nie bei etwas so Großem und Aufregenden mitgemacht. Meine Kurzgeschichte und YouTube-Filme hatten ein durchschnittliches Produktionsbudget von vielleicht zwei Euro, bei „Nicht der Süden“ lag es deutlich darüber, was auch dazu führt, dass die Verantwortung, seinen Teil gutgemacht zu haben, viel größer ist, und dass man sich umso stärker fragt, ob man ihr gerecht geworden ist. Das müssen natürlich die Zuschauer entscheiden. Sehr beruhigend ist der Gedanken, dass es so eine „Riesensache“ nur für uns Beteiligte ist. Von einem anderen Standpunkt aus ist es nur ein klitzekleiner Beitrag unter Millionen anderen im großen weißen Rauschen der Medienwelt …

Genauso aufgeregt bin ich, was das Buch angeht. Kirsten und ich haben getrennt daran geschrieben, es gibt also zwei Teile, die durch 32 Seiten mit wunderschönen Fotos getrennt sind. Kirsten hat einen kurzen Roman geschrieben, über den ich nur verraten will, dass er sehr gut ist und eine sehr überraschende Grundthematik und Herangehensweise an das Projekt hat. Mein Teil erzählt eins zu eins von der Reise und den Dreharbeiten und vor allem von mir und das ist komisch, weil es so privat geworden ist. Das hatte ich gar nicht unbedingt geplant, und ob es eine gute Idee war, weiß ich nicht, aber es ging nicht anders.

Morgen früh kann man sich übrigens Kirsten und mich angucken, wie wir unausgeschlafen Fragen beantworten. gegen 8.50 Uhr im ZDF Morgenmagazin. Bin mal gespannt. Ich muss es ja zum Glück nicht sehen, das ist ein Vorteil von Live-Ausstrahlungen.

(Volker Strübing)

Auf ein Neues …

Gestern habe ich endlich das fertige, überarbeitete Manuskript an den Verlag geschickt. Seit Ende Mai war ich nun fast ununterbrochen irgendwie mit Nicht der Süden beschäftigt. Jetzt steht nur noch Kleinkram an. Da dachte ich mir: Mensch Volker, machste Dir mal nen freien Nachmittag und Abend, kochst einen Rosenkohleintopf, guckst einen schönen Zombiefilm und hörst zur Feier des Tages mal wieder mit Rauchen auf. Pustekuchen: Den Nachmittag sprengten nikotinmangelstrapaziertenervenzerreißende Telefongespräche und Emails, der Rosenkohleintopf ist misslungen und der Zombiefilm war zum Einschlafen langweilig. Ich versuche, es wie Spinne zu sehen: Ist doch prima, da hat die Nichtraucherei gleich die erste Bewährungsprobe bestanden!

Mal gucken, wie lange ich diesmal durchhalte. Das letzte Mal waren es zweieinhalb Tage, das Mal davor immerhin vier Wochen.

(Volker Strübing)

Zwei kleine Lesehinweise

Im 3sat-Magazin ist ein Text von Kirsten Fuchs über „Nicht der Süden“. Das 3sat-Magazin kann man unter auf 3sat.de bestellen oder abonnieren. Man kann sich aber auch erstmal die Leseprobe (PDF) angucken – die Geschichte von Kirsten ist mit drin; man findet sie, wenn man ein bisschen runterblättert. Ich war in meinem früheren Leben übrigens keine Galeere, sondern ein Tretboot.

Außerdem gibt es ein kleines Interview mit mir bei „Gedanken in Aspik“. Einen herzlichen Gruß an Tobias!

(Volker Strübing)

Handarbeit

Ich liebe es, per Hand zu schreiben. Ich habe meinen Roman per Hand geschrieben, und jetzt, da ich meinen Teil des Buches zu Nicht der Süden schreiben muss, kann ich wieder Heft um Heft füllen. Keine „Neue Datei“ und erst recht kein Seitenumbruch können es mit dem Öffnen eines neuen Buches mit wunderbaren leeren Seiten aufnehmen, mit dem umblättern, kein Tastaturgeklapper kann das Gleiten eines guten Füllfederhalters über glattes Papier ersetzen … ach, schade, dass ich nicht schnurren kann!

Natürlich nur, wenn es voran geht. Wenn der Kopf grad doof ist und das Papier leer bleibt, nutzt auch der teure Füller und das schön gebundene Buch nichts. Aber – und damit komme ich zum nächsten Vorteil des Schreibens per Hand – wenn man feststeckt, tippt man den Ertrag besserer Stunden ab. Klingt nach doppelter Arbeit, das ist es aber nicht. Weil das Abtippen gleichzeitig der erste Korrekturdurchgang ist und man viele kleine und größere Fehlerchen beseitigt. Rechtschreibfehler, Inhaltsfehler, Ausdrucksfehler, all solches Zeugs.

Inzwischen gebe ich ziemlich viel Geld aus, wenn ich mir ein neues Schreibgerät oder ein neues Heft kaufe. Ich muss damit ja auch eine ziemlich enge Bindung eingehen, wir werden einiges zusammen erleben. Vorbei sind die Zeiten als ich mit Lotto-Kulis in Hefte aus Connys Container geschrieben habe. Geht auch, klar, wenns sein muss mach ich das auch wieder, aber schöner ist es mit gutem Arbeitsgerät.

Ich arbeite und schreibe viel, es gibt Zeitdruck, aber keinen Stress. Ich habe den schönsten Beruf der Welt. Zumindest, wenn es so gut läuft, wie im Moment. Morgens (wenn ich es morgens schon aus dem Bett schaffe), wird abgetippt, Mittags gehe ich für zwei Stunden in ein Café schreiben, dann wird wieder daheim getippt und Krempel erledigt, abends gehe ich noch einmal für zwei oder drei Stunden schreiben, dann eher in die Kneipe als ins Café. So schön kann Arbeit sein. (Wobei das Glas Wein darauf hindeutet, dass ich zum Zeitpunkt des Fotos schon Feierabend gemacht habe.)

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Das sind die Bücher und Hefte, die ich für Nicht der Süden bisher vollgeschrieben habe. Die bunten sind eher für Notizen, die mit dem Film zu tun haben, das große Buch „Notes“ habe ich während der Reise mit (gerne selbstmitleidigen) Tagebucheinträgen gefüllt, die anderen enthalten das, was einmal ein hoffentlich netter Teil des Buches von Kirsten und mir wird.

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Der Schnipselfriedhof macht jetzt, zumindest was mich betrifft Weihnachtsurlaub bis Sonnabend oder so. Kein Bloggen mehr, bis ich die Rohfassung fertig habe!

Frohe Weihnachten!

(Volker Strübing)

PS: Einen lieben Gruß (unbekannterweise?)

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Schiffsschaukel

Die ersten drei Teile von Nicht Der Süden haben die Schnitt-Endabnahme gemeistert. Wenn es morgen auch Teil 4 schafft, müsste ich eigentlich feiern … oder mal ganz früh ins Bett gehen, was ja auch schön wäre.

Hier ist jedenfalls was Kleines zum Gucken. Ein Video vom ersten Sturm, den wir durchgestanden haben – gleich nach der Abfahrt. Im Skagerrak. Mit Musik von Robert And The Roboters. Viel Spaß.

Für echte Seeleute ist das wahrscheinlich ein Witz … ich weiß nicht, ob ich auch noch Freude an der Schaukelei gehabt hätte, wenn es uns so wie diesem Trawler vor Island ergangen wären …

(Volker Strübing)

Und plötzlich geht alles ganz schnell …

Unglaublich … morgen und übermorgen geht unsere Serie in die redaktionelle Endabnahme. Wenn wir da heil durchkommen, ist der Film Mittwoch Abend fertig. Zumindest, was den Schnitt und die Inhalte und so betrifft. Kirsten und ich müssen dann unsere ganzen Sprechtexte nochmal in Schönschrift abschreiben und in einem Studio aufnehmen, dann geht alles in die Tonmischung und in die Farbkorrektur und in wasweißich noch für geheimnisvolle Arbeitsgänge, aber damit habe ich dann schon nicht mehr viel zu tun. Ich muss dann bloß noch rasch meinen Teil des Buches schreiben, vielleicht ein paar Clips fürs Internet machen, mich mit Micha auf den Slam2008 vorbereiten und so. Aber sicher ist dann wieder mehr Zeit für den Schnipselfriedhof, Privatleben und überhaupt. Tut mir leid, dass ihr die Finanzkrise ohne mich meistern musstet (ihr habt sie doch gemeistert, oder?).

(Volker Strübing)

Ach so: Ich habs ja auch nicht geschafft, meine Auftrittsliste zu aktualisieren, darum erstmal schnell hier: Am Donnerstag und Freitag trete ich in Köln auf. Donnerstag bei der Eröffnung des Köln-Comedy-Festivals und Sonnabend solo im Atelier Theater.

Wir haben Alkoholverbot

Ich bin ein bisschen blogfaul gewesen in den letzten Tagen. Wobei es mit Faulheit eigentlich garnichts zu tun hat. Es drehen sich nur alle Gedanken um Nicht der Süden, ich komme zu nichts anderem. Vanessa, die Cutterin von monstamovies, und ich bauen jetzt den eigentlichen Film, bzw. die Filme zusammen. Das macht sehr, sehr viel Spaß, ist aber auch sehr viel Arbeit. Ich bin zur Zeit vor allem damit beschäftigt, alle Interviess und Gespräche, die wir geführt haben, durchzugucken und aus ewigem Gerede und Gestammel etwas sinnvolles und interessantes und unterhaltsames zu puzzeln. In einigen Fällen ist es einfach, manchmal aber auch eine echte Herausforderung. Wenn wir mit unserem Englisch, das eigentlich nur für einfache Gespräche reicht, bei denen sich niemand um solche Feinheiten wie Grammatik oder das richtige Wort kümmert, auf einen Technokraten trafen, der uns mit langweiligen Zahlen und Worthülsen wie aus einer Imagebroschüre abspeiste zum Beispiel. Aber es wird alles gut, glaube ich. Man kann eine Menge machen und basteln – ohne den eigentlichen Inhalt zu verfälschen. Zudem wird es ohnehin eine Art bebilderte Reiseerzählung, Kirsten und ich können alles mit drübergesprochenen Kommentaren … äh … kommentieren.

Ich weiß noch, wieviele Gedanken ich mir vor allem in den ersten Wochen der Reise und des Drehs über Anschlussfehler gemacht habe. Ständig dachte ich: „Verdammt, eben hatte ich doch die Jacke zu und in der nächsten Einstellung war sie offen“ oder „Oh nein, das passt doch nicht, vorhin war doch viel mehr Kaffee in der Tasse und sie stand ein Stückchen weiter links!“ Die Standardantwort war: „Das merkt kein Mensch!“ – und was soll ich sagen: Es stimmt! Ich gucke mir jetzt das ganze Material an und zwar ziemlich genau und ich erinnere mich, wann und wo ich mir wegen soetwas schlimme Sorgen gemacht habe, und trotzdem fällt mir sogut wie nichts auf. Verblüffend. Und ich bin den anderen so auf den Sack gegangen damit!

Als unsere Biervorräte im Hafen weggeschlossen waren, haben wir ein Quatschlied geschrieben – „Wir haben Alkoholverbot“ – , in dem jedem aus der Filmcrew und von der Schiffsmannschaft eine Strophe gewidmet war. Meine ging so:

Der Volker ist ein Erbsenzähler
Er schreit ständig „Anschlussfehler“
Das passt doch alles nicht zusamm‘
am Anfang warn wir ständig stramm

Wir haben Alkoholverbot, wir haben Alkoholverbot!

(Nein, wir waren nicht ständig stramm. Das war ein Quatschlied!)

Jedenfalls, was ich eigentlich schreiben wollte: Ich mache sozusagen gerade zum zweitenmal die ganze Reise und habe wenig Zeit und Gedanken für anderes übrig, weswegen ich auch nichts sinnvolles hierzu schreiben kann, obwohl ich das eigentlich gerne getan hätte. Aber vielleicht ist es auch ganz normal, dass einem  nichts mehr einfällt, wenn Wirtschaftswissenschaftler 1 Euro im Monat für Kultur und Freizeitaktivitäten als ausreichend für ein menschenwürdiges Leben  erachten.

(Volker Strübing)

PS: Die oben verlinkte Studie ist ein bisschen dröge. Lest lieber den Artikel von Florian Rötzer bei telepolis.