Bilder Woche 46 – Jetzt mit noch mehr Gesellschaftskritik und einem Sonntag gratis!

Na gut, ich schummle. Der 9.November war der letzte Tag der 45 Woche, aber der Wochenrückblick war schon etwas länglich geraten, darum erkläre ich Kalenderwoche feierlich zur Vorbildwoche für die Zukunft, indem ich ihr zwei Sonntage zubillige.
Am 9.11. wurde ja einiges Gewese um den 25. Jahrestag des Mauerfalls gemacht, auch ich habe über meine Jugend hinter der MauerPanasonic und den Mauerfall und eine Parallelwelt, in der die Mauer niemals gefallen ist, geschrieben.

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Am Tag selbst spazierte ich an der mit erleuchteten Ballons markierten ehemaligen Grenze von der Bornholmer Straße bis zur Invalidenstraße, wo ich 25 Jahre zuvor das erste Mal die Grenze überquert habe.Ich fand die Installation mit den Ballons eigentlich ganz hübsch, vor allem als sie später, in der Dämmerung, leuchteten. Schwer enttäuscht war ich aber, als man sie schließlich fliegen ließ und sich zeigte, dass die LED-Beleuchtung nicht in den Ballons selber, sondern in den Halterungen untergebracht war – die Dinger verschwanden einfach völlig unspektakulär in der Nacht, das war nicht gerade erhebend. Da hätte es mehr Spaß gemacht, die Luft aus den Ballons zu lassen und dabei Furzgeräusche zu machen, naja.

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Tja, so ist das: Früher war dieses Gebiet an der Bernauer Straße wegen der Mauer für Normalsterbliche nicht betretbar, heute sind es Wohnungseigentümer, die mir den Zutritt verwehren. Es ist vielleicht zynisch, das miteinander zu vergleichen, aber irgendwie finde ich es auch zynisch, wenn einem derart unter die Nase gerieben wird, für wen die DDR-Bürger 89 letzten Endes auf die Straße gegangen sind. Und außerdem: Schließlich sind die es, die schon wieder anfangen, Mauern zu bauen:

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Na gut. Mäuerchen.

IMG_0396Und wo ich schon mal bei Rumätzen bin: Den 9.11. zum verkaufsoffenen Sonntag zu erklären, finde ich zynischer als jeden Witz über Luxuswohnungen im Todestreifen. So als wollten die „Sieger der Geschichte“ noch einmal unmissverständlich klarmachen, worum es bei der ganzen Sache ging.

Am zweiten Sonntag der 46. Woche fand im Berliner Ensemble das Finale der Poetry Slam Meisterschaften Berlin-Brandenburg statt. Ich war Spezialgast und konnte nach meinem Auftritt in Ruhe hinter dem Vorhang den aufgeregten Teilnehmern zu gucken.

IMG_0398Herzlichen Glückwunsch an den Sieger Noah Klaus!

Zugabe:

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(Hier habe ich das erste Mal die Grenze überquert.) IMG_0391 IMG_0378

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3 Kommentare zu “Bilder Woche 46 – Jetzt mit noch mehr Gesellschaftskritik und einem Sonntag gratis!

  1. Apropos verkaufsoffen. Mir springt bei diesem Wort immer gleich „versoffen“ ins Auge, vor allem wenn ich nur flüchtig über so eine Textstelle schaue. Bin ich der einzige mit diesem Lesefehler?

  2. Endlich mal jemand, der ausspricht, dass er die Ballons auch unfassbar enttäuschend fand! Es war schon fast lächerlich.

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