Bilder der Woche 08/14 – Goethe, das Wrasenschwein, der Mann am Klavier und ich

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Vom Eise befreit sind Strom und Bäche (nicht, dass sie in diesem Winter in dieser Hinsicht besondere Unfreiheit hätten erdulden müssen, aber es geht mir hier um den Effekt und natürlich auch ein bisschen um literarische Großmeierei, wenn ich eins der bekanntesten Werke Goethes für meine Wochenrückblickszwecke einspanne, und apropos Goethe:  Ich bin Dichter, siehe unten), von Schlosse befreit der Esel aus Draht. Durch des Frühlings holden belebenden Blick die einen, durch eine kreischende, Funken spuckende Flex das andere. So doof muss man erst mal sein:  Da kann ich nach  anderthalb Jahren endlich wieder Fahrrad fahren (huij, ein Reim, Goethe hat mich beflügelt!), verbummel prompt den Fahrradschlüssel und das Rad steht noch ein paar Wochen sinnlos vor dem Haus … Aber jetzt ist alle gut und ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich es macht, zu radeln. Noch dazu bei solchem Wetter. Bester Februar aller Zeiten! <3! Ach was schreibe ich da! Das verdient sogar ein „größer als 3“! >3! So!

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Hipsterbrause auf dem Fahrradweg! Dem Typen würd ich gern den Jutebeutel um die Ohren haun und die Röhrenbeine langziehen! Ich habe die Flasche zuerst glücklich umkurvt und erst ein paar Sekunden später gebremst und gewendet, um zurückzufahren und sie vom Weg runterzuschieben. Gestern dasselbe. ich laufe an einem Pflasterstein der auf dem Fahrradweg liegt, hadere ein paar Sekunden mit mir, bevor ich umdrehe und ihn an die Seite kicke. Aus einem seltsamen Grund ist es mir immer ein bisschen peinlich so etwas zu tun, darum brauche ich einen Moment, mich dazu durchzuringen. Als sei es irgendwie uncool, spießig, hauswartsmäßig. Dabei ist das gar nicht uncool. Okay, wenn man die Hindernisse mit Laserstrahlen, die man aus seinen Augen abschießt, verdampfen würde, wäre das sogar  noch ein bisschen cooler, geradezu awesome wäre das, einfach wegräumen ist auch ein bisschen cool. Oder vielleicht ist Coolness auch die falsche Kategorie, was weiß denn ich.

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(„Guck mal Louisa, ich habe unsere Liebe auf einem Wartehäuschensitz verewigt, damit sie immer warm gehalten wird von den Hintern der Wartenden!“
„Ach David, du bist so romantisch!“)

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(Wer sagt eigentlich, dass Humor immer subtil sein muss?)

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Im überfüllten Zug zum Best of Poetry Slam in Münster traf ich auf eine echte Profi-Bahnfahrerin. Sie hatte es sich in der Ecke am Mitropatresen gemütlich gemacht, freute sich auf ein Bier und eine schöne Zugfahrt mit Elektobuch und Angelhocker, doch dann kam alle anders und ich erlebte die Geburt einer Wutbürgerin …

– Ein Franziskaner Weißbier, bitte.
– Das haben wir nicht mehr, wir haben jetzt Erdinger.
– Was?!
– Wir haben den Anbieter gewechselt, es gibt jetzt Erdinger, möchten Sie eins?
– Warum haben Sie denn das gemacht?
– Das weiß ich leider nicht …
– Das können Sie doch nicht machen, ausgerechnet Erdinger, das ist doch widerlich, wie kommen Sie denn auf so eine Idee?
– Naja, es war nicht direkt meine Idee.
– Erdinger! Das ist ja eine Katastrophe. Eine Absolute Katastrophe. Ka-ta-strophal! Das gibt einen Beschwerdebrief, darauf können Sie sich verlassen! Und das bei dem Fahrpreis. Erdinger! Widerlich!
– Kann ich ihnen trotzdem etwas Gutes tun?
– Also nein. Eine Katastrophe. Na gut, dann nehm ich ein Beck’s.
– Öhm … äh …
– Nein! Sie haben nicht …
– Doch … zu Bitburger
– Was?! Bitburger? Das gibts doch nicht, das ist ja  ka-tas-trophal! Das gibt zwei Beschwerdebriefe und die haben sich gewaschen, das verspreche ich ihnen!
– Tut mir leid.
– Na, das nutzt mir auch nichts, dass Ihnen das leid tut. Den Beschwerdebrief schreib ich trotzdem, darauf können Sie sich gefasst machen. Na gut.
 Ein Bitburger.  Vom Fass gehts ja so halbwegs.

Zittere Deutsche Bahn, zittere!

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Das glaubt mir keiner: Ich hab Klavier gespielt! Live! Vor Publikum! Als Zugabe bei „Dichter als Goethe“ im Schokoladen! Das hat gefetzt. Voll einfach, Klavier zu spielne, weiß gar nicht, was alle immer haben. Ich gab das Not-To-Do-Listen-Lied zum Besten, wenn nicht zum Allerbesten! (Wer neugierig ist: Das hängt in der Discovariante als Zugabe am vorletzten Kloß-und-Spinne-Video dran. Aber wahrscheinlich gibt es das demnächst auch noch mal als Remix und mit verbessertem Text. Ich brauch bloß noch eine Idee für ein Video.)

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(Icke ins Jästebuch von Dichter als wie olle Joethe. Danke :)

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Die Schankwirtschaft Baiz in der Torstraße musste schließen; ein weiteres gallisches Dorf im durchgentrifizierten Berlin Mitte ist geschleift. Zum Glück bedeutet es nicht das Aus für die Baiz: Ein neuer Ort wurde gefunden, im März eröffnet sie neu in der Schönhauser Allee, Ecke Wörtherstraße. Aus dem Umzug haben sie eine wirklich schöne Aktion gemacht: Ein paar hundert Leute halfen beim Umzug, eine Menschenkette gab Barhocker und sonstige Einrichtungsgegenstände weiter, der ganze Kilometer vom alten zum neuen Lokal war abgedeckt.  Ich wünsch der Baiz alles Gute. (Fimbericht in der rbb-Abendschau)

Zugabe:

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(Natürlich könnte ich googeln, was Wrasen sind. Aber ich denk mir lieber was aus. Wichtig ist ja erstmal nur, dass keine Gefahr von ihnen ausgeht – puh!)

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(Ach kommt, alle Jubeljahre darf man mal ein Essensfoto posten´, vor allem wenn es ein erstes Balkonmittagbrot mitten im Februar ist!)

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(Spätschicht.)

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Ein Kommentar zu “Bilder der Woche 08/14 – Goethe, das Wrasenschwein, der Mann am Klavier und ich

  1. Das mit dem Schloss ist mir auch schon mal passiert. Es handelte sich um ein fest am Fahrrad montiertes Schloss. Ich hatte den Schlüssel verloren, und, um zu verhindern, dass jemand das Schloss schließt (und ich es nicht mehr öffnen kann), hab ich es immer nur bis kurz vorm einrasten geschlossen. Eines Tages war ich allerdings so in Eile, dass ich nicht darauf achtete und es einrastete … naja, Eisensäge besorgt und unter ziemlichem Zeit- und Geräuschaufwand auseinandergesägt. Da hab ich festgestellt, dass man das mitten auf der Straße machen kann, unter den Augen aller, ohne dass jemand etwas gegen den vermeintlichen Diebstahl unternimmt.

    Übrigens, schöne neue Homepage (nur der Link zum Pressefoto funktioniert nicht).

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