Bilder der Woche – 03/2014 (Achtung, enthält Engelmann-Content!)

Die Woche vom 13. bis 19. Januar schaffte es aus dem Stand in die Top 3 der Wochen des Jahres! Dabei sah es anfangs oder eigentlich eher mittig gar nicht danach aus, da gab sie sich alle Mühe eine richtige Mistgurke von Woche zu sein. Leider sind alle Selfis von mir weinend in der Ecke nichts geworden, weshalb das kein Thema für den Fotowochenrückblick ist. Auch das Ereignis, das mein Leben am nachhaltigsten verändern wird (Quizduell-Account) muss aus diesem Grund unberücksichtigt bleiben.

Von „Das abenteuerliche Leben des Walter Mitty“ habe ich auch kein Foto, aber ein super Symbolbild, dessen Sinn sich bald erschließen wird:

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 (Ich will ja nicht nerven, aber ich bin immer noch ganz geblitzt von der Nichtraucherei. Ich kann in einer Raucherkneipe sitzen und schreiben und der Aschenbecher bleibt leer. Irre. Hier saß ich Montags im gar nicht genug zu lobpreisenden 5 Ziegen und schrieb am Märchen vom Fischer und sin Katze.)

 Das Widerlichste am Walter-Mitty- Film ist eine Stelle in der der plötzlich zum Superhelden mutierte Graumops Mitty zum neuen Chef der Firma geht und es diesem mal so richtig zeigt: „Blabla, sie kommen hierher, machen alles kaputt, schmeißen die Leute raus etc. etc.! Ich verstehe, dass sie das tun müssen, also tun sie es ruhig. Aber versuchen sie, dabei nicht so ein Arschloch zu sein!“

Das war der Moment, wo mein innerer Karl Eduard von Schnitzler sein verschnitztes Lächeln und die Aschenbecherbrille (siehe Symbolbild, haha!) aufsetzte und sprach: „Ungeschönt offenbart sich hier der wahre Charakter der Unterhaltungsindustrie als Propagandainstrument des Großkapitals. Der Arbeiter hat sich damit abzufinden, dass man ihm mit einem Tritt in den Hintern vor die Tür setzt, das einzige, worum er bitten darf ist, dass man ihm freundlich in den Hintern tritt.“

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(Spooky. Berlin Buch, Sonnabend)

Davon abgesehen hatte ich trotz der groben Drehbuchfehler, des hirnlosen, unlogischen Endes und der Riesenportion Schmalz eigentlich meine Freude am Gucken. Vor allem an den Hochsee- und Islandszenen (habe ich eigentlich schon mal erwähnt, dass ich eigentlich Seemann bin?)

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Unter welchem Namen verkaufte Aldi das Häftlingsblut? Wer hat Hollande eine Teemütze aufgesetzt? Wem gehört der Cappucino? Die Antwort auf wieviele dieser Fragen lautet Hazel Brugger? A) 1 B) 2 C) 3 D) 17 – die richtige Antwort lautet A.

Kollegin Hazel Brugger erzählte mir am Mittwoch mit großer Begeisterung von einem Mixer namens Vitamix und den Mittwochabend verbrachte ich mit dem Anschauen von Vitamix-Videos bei youtube. Der Vitamix ist nicht einfach irgendein Mixer, sondern eher eine Art Materiekonverter, der praktisch alles in Brei verwandelt oder auch in glühendes Plasma, das dann als Kugelblitz durch die Küche schwebt, wenn man dass Gerät länger als 40 Sekunden laufen lässt. Mir wurde von Avocadokernsmoothies berichtet. Für Ananas-Shakes schmeißt man einfach eine ungeöffnete Ananasbüchse in die Höllenmaschine und schaltet sie ein. Der Vitamix verfügt über einen Verbrennungsmotor und (in der Premiumversion) einen Reaktor aus einem alten russischen Atom-U-Boot als Range-Extender. Gern würde ich mir einen Vitamix zulegen, aber dafür muss man einen Motorsägenschein besitzen und mindestens 3 Jahre in den Panzertruppen gedient haben.

So habe ich meinen guten alten Phillips-Mixer wieder ausgegraben und alle mögliche Sachen reingetan in der Hoffnung, dass ein leckerer Smoothie heraus käme:

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Es kam kein leckerer Smoothie dabei heraus. Es kam überhaupt kein Smoothie dabei heraus, da mein Mixer das Zeug nicht klein genug hackt. Es bleibt immer noch Frucht- bzw. Chicorree- bzw. Schokoladentalerfleisch übrig. Um genau zu sein: Statt Smoothies kann man mit ihm ganz prima Grobis herstellen. Die Kombination Tomate, Chicorree, Orange, Möhre, Schokolade ist jedenfalls nicht zu empfehlen.

Den Mixer habe ich seit langem nicht benutzt. Dabei war er es, der mich dazu brachte, Videos bei youtube zu posten, er war der Star meines allerallerersten Filmes:

Warum gab es eigentlich um dieses Video nicht so einen Hype wie um das Slamvideo von Julia-Engelmann? Womit ich elegant beim nächsten Thema wäre, für das ich leider nicht einmal passende Symbolfotos habe, weshalb ich ersteinmal ein Foto von der tollsten Sache, die mir letzte Woch passiert ist, poste:

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Ja! Ich kann wieder fahrradfahren!

Aber zurück zu Julia. Ach nein, was soll ich dazu schreiben? Ich habe das Video nicht bis zu Ende gesehen, aber ich habe noch nie ein Slamvideo komplett bei Youtube angeschaut, da gucke halt lieber Vitamix-Videos und außerdem ist der Text jetzt nicht so ganz meins. (Habs mir jetzt doch ganz angeguckt. ist doch gar nicht so schlecht. Jetzt auch nicht supergut, aber herrje! Christian Ritter beschreibt es ganz gut.)

Falls irgendwer nicht weiß, worum es geht: Aus Gründen, die niemand genau versteht, ist von tausenden Slam-Videos eins plötzlich total abgegangen, hat mittlerweile 18 Fantastillionen-Klicks, der Stern blubbert von einem Video, „das ihr Leben verändern kann“, RTL berichetet, die rp-online bezeichnet den Text als „bewegende Rede“ und Julia Engelmann als „Poetry-Slammerin, also eine Frau, die sich in einem Dichterwettstreit mit anderen misst, indem sie sich gegenseitig eigens kreierte Texte vorsagen“ und übertitelte den selten dämlichen Artikel gar mit „Der späte Ruhm der Julia Engelmann“, als handele es sich um eine Trümmerfrau, deren Tagebuch aus den Nachkriegsjahren plötzlich zu einem Bestseller wurde.

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(Dieses Bild gehört nicht zum Thema aber zur letzten Woche, weil es das erste Bild ist, dass ich je auf Twitter gepostet habe. Zusammen mit dem Text: „Die Stromleitungen malten Notenlinien in den Himmel auf denen sein bebendes Herz eine Ode an die Freude komponierte“. Ja, seit Freitag bin ich auch bei Twitter, ich Dussel. Und meine intensive Beschäftigung mit Jean Paul letztes Jahr scheint Spätfolgen zu haben.) 

Das Ganze kam wohl dadurch ins Rollen, dass ein berühmter Blogger das Video ausgrub und verlinkte und jetzt rollt die Lawine. Ich möchte es mal so sagen: Julia hat einen 6er im Hype-Lotto, obwohl ihr (wie allen) gar nicht klar war, dass sie einen Tippschein ausgefüllt hatte. Hätte auch jemandem anderen passieren können und mir gerne dürfen (und zumindest einen 4er mit Zusatzzahl hatte ich ja mit Kloß und Spinne auch schon).

Ich hoffe, die ganze Sache legt sich bald wieder. Und weder Julia noch der Poetry Slam an sich tragen irgendwelche Blessuren davon.

Eine Konsequenz der ganzen Sache wird sicher sein, dass man, wenn man sagt, man trete manchmal bei Slams auf, nicht mehr gefragt wird, was das sei („Irgenddwas mit Rap, oder?“). Stattdessen werden die Leute wissend nicken und sagen: „Ah ja, du machst sowas wie Julia Engelmann!“

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(Postapokalypse I)

Nach ersten kurzen Strecken am Freitag ging es Sonnabend nach Buch auf meine erste Fahrradtour seit 16 Monaten. Mann, wie ich das vermisst habe!

Mein Fahrrad stand die ganze Zeit,  sommers wie winters, bei Schnee und Regen und Sonne und Mond auf der Straße und wartete auf mich. Okay, einen neuen Sattel brauchte ich und eine neue Klingel hatte ich geschenkt bekommen und ein wenig Luft musste auf die Reifen, ansonsten war alles topp. Na gut. Ein bisschen Rost hie und da …

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Zumindest kann mich niemand überhören, wenn ich fahre. In Buch – und ich schwöre, dass diese Anekdote wahr ist, rief mir eine Windjacken-Oma der Marke „dis is keen Fahrradweech“ statt „dis is keen Fahrradweg“ „N bisschen Öl wär nich schlecht! Öl! Öl!“ hinterher, obwohl dis keen  Fahrradweech war, wo ich fuhr.

So. Das muss an Worten reichen, ab jetzt nur noch Bilder. 

Montag

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Kerzenfotokitsch, 5 Ziegen

Dienstag

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LSD – Liebe Statt Drogen. Ich singe ein Lied. Und spiele dazu Gitarre. Und ein Drumcomputer trommelt vor sich hin. Ziemlich cool das Ganze.

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… zumindest bis zu diesem Moment, an dem ich vollkommen aus dem Takt gekommen bin und alles sehr peinlich wurde …

Mittwoch

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Making of Hollande-mit-Teemütze ft. Hazel Bruggers rechte Hand

Donnerstag

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Worte können nicht beschreiben, wie es mich vor der Hard-Candy-Madonna-Fitnesskettenwerbung ekelt, mit der gerade die Schönhauser-Allee bis hinunter zur Vinetastraße zugeschissen ist.

Sonnabend

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(Postapokalypse II)

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(Das sind mal wirklich glückliche Kühe! Und im Vitamix sind sie ganz einfach zuzubereiten!)

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(Yeah!)

Sonntag

Das nennt man dann wohl ein Reise-Büro:

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(Fahrt (mit 1.-Klasse-Upgrade, hähä!) nach Erlangen zum Jubiläumsslam im E-Werk wo wir uns gegenseitig eigens kreierte Texte vorgesagt haben.)

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(EW OO, Erlangen)

Der Slam war der Hammer, aber ich muss hier jetzt mal langsam fertig werden. Sitze schon seit Bamberg hier dran und gerade sind wir durch Bitterfeld durch. Ich will das hier unbedingt noch aus dem Zug abschicken! Weil ich es kann!

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3 Kommentare zu “Bilder der Woche – 03/2014 (Achtung, enthält Engelmann-Content!)

  1. Lauthals gelacht! Und das, obwohl mich wetterbedingt der Trübsinn wieder im kalten Griff hat! Alle Achtung, das will was heißen! :D „Vitamix“ möchte ich bitte als Kultwort des noch jungen Jahres nominieren, bitte! :)

  2. „ZUM Kultwort nominieren“, muss es natürlich heißen. (ich leide noch unter dem post-euphorischen Kicherreflex von der Lektüre, da hinkt die Rechtschreibkontrolle hinterher… :) )

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