SLAM2012 – Lieber Barth als Bond

Endlich in Heidelberg, wo heute Abend die soundsovielten Meisterschaften der deutschsprachigen Poetry Slams, kurz der SLAM2012, bzw. der „National“, wie er sogar von Schweizern und Österreichern genannt wird, mit einer Eröffnungsgala anfangen. Ich hab mich schon lange darauf gefreut. Jetzt wird 5 Tage lang geslammt und gefeiert, danach bin ich im Eimer, verlasse mindestens drei Tage meine Wohnung nicht und beginne anschließend ein gesundes, verantwortungsvolles Leben – das wird schön.

Wer nicht hiersein kann oder keine Karten mehr bekommen hat, muss aber nicht traurig sein: Poetry Slam ist sowieso Scheiße, wie Boris Preckwitz für das Feuilleton der SZ herausgefunden hat.

Wer nicht glauben will, dass es sich beim Slam um nichts als billige Comedy, von Werbung kaum zu unterscheidenden Rap und generell um innovationslosen, gesellschaftskonformen Biedermaier handelt, findet den Beweis in untenstehendem Video. Es ist ein Mitschnitt des Hamburg-vs.-Berlin Poetry Slam Battles letzte Woche. Ab Minute 55 kann man mich als Mario-Barth-Atze-Schröder-Verschnitt sehen.

 

 

Wer sich nun denkt: Na gut, dann geh ich eben nicht zum Poetry Slam, sondern gucke mir den neuen James Bond an – tut es nicht, der ist doof! Und wenn ihr es doch tut, obwohl ihr ja nun wisst, dass er doof ist, dann geht aus dem Kino, sobald der Vorspann anfängt, denn dann habt ihr das mmit Abstand Beste am Film (die Verfolgungsjagd durch Istanbul) schon gesehen und erspart euch auf eine fast zweieinhalb Stunden aufgeblasene bescheuerte Geschichte – wann haben die Regisseure eigentlich verlernt, 90-Minuten-Filme zu machen? -, viel Langeweile und vor allem: das nervige, kennermäßige Lachen der anderen Zuschauer, mit dem sie jeden „coolen“ Spruch, jeden mauen Gag und jede Anspielung auf frühere Filme quittieren.

Ach nee, dann doch lieber Poetry Slam ;)

(Lobenswert sind die Bemühungen Heidelbergs, die Stadt nicht zu hübsch werden zu lassen. Ein paar geschickt platzierte Neubauten sowie der Umbau der meisten Erdgeschosse in der Altstadt zu großflächig verglasten Schaukästen von Modekette und Handyläden tuen in dieser Hinsicht wahre Wunder.)

(Volker Strübing)

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2 Kommentare zu “SLAM2012 – Lieber Barth als Bond

  1. Was den neuen Bond angeht: Beim ersten Drittel hab ich mich auch totgelangweilt. Dann kam im zweiten Drittel Javier Bardem und hat den Film mehr als gerettet. Im letzten Drittel wurde dann auch schon mit den Mythos James Bond gespielt. Alles in allem ein super Film, wäre da nicht der verkorkste Anfang. Bei der Anfangsszene kann ich nur an „VW Käfer“ denken, das war so beklopptes PP, ich musste fast kotzen.

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