Schnipsel vom 15.9.2012 – SEK & Birkenschnaps

Gestern war ich zu Hochzeitsfeierlichkeiten nach Weißensee eingeladen. Schön war es, dem wunderbaren Paar sei eine glückliche Ehe beschieden und zur goldenen Hochzeit mache ich gerne wieder Bouletten. Unvergesslich wird mir das Fest unter anderem wegen des SEK-Einsatzes und des Birkenwodkas bleiben. Hier mag der Leser stutzen; falls es sich bei ihm um eine Comicfigur handelt, wird eine Gedankenblase mit einem großen Fragezeichen über seinem Kopf erscheinen: Birkenwodka, wtf? Eigentlich handelte es sich nicht um echten Birkenwodka, sondern um normalen Wodka mit Birkenaroma. Wie er schmeckt, ist leicht zu beantworten: Wie Birkenpudding oder Birkenkompott, nur eben mit Wodka, ist doch logisch.

(Hochzeitstorte -hackherzen)

Der SEK-Einsatz wurde durch eine Schießerei auf dem Hof der zum Feiern gemieteten Lokalität ausgelöst bzw. durch das, was ein besorgter Nachbar für eine Schießerei hielt. Eigentlich waren nur ein paar Knaller und eine Feuerwerksbatterie gezündet worden, trotzdem rückte ein Sondereinsatzkommando an, man muss das ja auch verstehen, die hatten eben nur die Info: Schießerei auf finsterem Weißenseer Hof. Von einer Erstürmung des Anwesens wurde nach gründlicher Prüfung der Lage Abstand genommen.

Mein Lieblingssatz heute stammt aus dem FAZ.net-Artikel „Die langfristige Perspektive: Inflation oder Schuldenschnitt“ und lautet: „Berechnungen […] zeigen, dass in den vergangenen zwei Jahrhunderten in einem Drittel aller Jahre jeweils mehr als ein Fünftel der Staaten zahlungsunfähig war.“ Da fragt man sich doch: Kann es nicht auch sein, dass in den vergangenen zwei Jahrhunderten an der Hälfte aller Tage in zwei Dritteln der Zeitungen aus vier Fünfteln aller Länder in einem Viertel aller Artikel gut ein Zehntel aller Sätze seltsam war? Lesenswert ist der Artikel übrigens allemal.

Wo ich einmal bei schönen Sätzen bin: Im Buchladen fragte vorgestern jemand: „Ham Sie von dem Autor noch andere Bücher außer ‚Der Knochenbrecher‘ und ‚Der Vollstrecker‘?“

Schönes Wochenende!

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2 Kommentare zu “Schnipsel vom 15.9.2012 – SEK & Birkenschnaps

  1. korrekturnotwendigkeit:
    die kartoffeln SIND (waren) eine sättigungsbeilage (reis, nudeln, kartoffelpüree, spätzle, klöße usw.).
    das mischgemüse ist (wie schon im namen steckt) die gemüsebeilage (rotkraut, sauerkraut, blumenkohl, grüne bohnen usw.).
    und fleisch und soße sind die fleisch-soßen-komponente (alles, was keine sättigungs- oder gemüsebeilage ist und auch nicht als kompott oder nachspeise (fachlich auch damals schon korrekt: dessert) durchgeht).
    amtliches küchendeutsch von anfang der 1980er jahre in der ddr.
    ich hatte das vergnügen, 1981-1983 den tollen beruf eines koches erlernen zu dürfen, daher mein fachwissen.
    übrigens ist die „vorsuppe“ der eigentlich unausrottbare frevel (in ost und west). sie heißt eigentlich fachlich korrekt einfach nur „suppe“ und sie wird im menü einfach nur aus verdauungstechnischen gründen vorne eingereiht.

    nur mal so am rande…

    achja:
    ich bin über ein kloß und spinne-video hierhergeraten und finde mich köstlich amüsiert – herzlichen dank dafür!

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