Die unsichtbare Hand am Strand

Durch eine Diskussion in einer Mailingliste bin ich auf Hotellings Gesetz und das „Eisverkäufer am Strand“-Problem gestoßen: Stellt euch einen hundert Meter langen Strand vor, der an beiden Seiten von Felsen begrenzt ist. Der Strand ist gut besucht und überall gleich schön, so dass Menschen ziemlich gleichmäßig über den gesamten Strand verteilt rumlümmeln. Alle freuen sich, die Sonne scheint, das Baden macht Spaß, das Sandburgenbauen macht Spaß – herrjeh, und das Sandburgenkaputtmachen erst! Um das Glück am Strand komplett zu machen, vergibt der Bürgermeister des Kurörtchens zwei Lizenzen an Eisverkäufer. „Teilt den Strand unter euch auf, ihr werdet euch schon einig!“, sagt er, dann schmeißt er sie aus seinem Büro, legt den Schlips ab und alles andere bis auf die Badehose und geht hinunter zum Strand, denn für heute hat er wirklich genug gearbeitet.
Die beiden Eisverkäufer werden sich bei einem Kräuterschnäppschen in der Currywurstbude am Bahnhof tatsächlich schnell einig: Jeder soll seinen Stand 25 Meter von den Felsen entfernt aufbauen – der eine rechts, der andere links. So hätte jeder genau 50 Meter Einzugsgebiet, für die Hälfte der Strandbesucher wäre es näher zum linken, für die andere Hälfte näher zum rechten Stand. Da sowieso beide dasselbe Eis zum selben Preis anbieten (sie sind Cousins, das Rezept haben sie von Oma und die Milch von Omas Kuh), sollten beide ihr Auskommen haben; für Neid und Zwist bestünde kein Anlass.
Ein paar Tage geht alles gut. Dann kommt einer der beiden auf eine Idee. Gerade hat er ganz allein ein paar Kräuterschnäpse in der oben erwähnten Currywurstbude getrunken und darüber ganz vergessen, dass er eigentlich ein netter Kerl und die Welt in Ordnung ist. Er sagt sich: „Wenn ich mich nicht 25 Meter von den Felsen entfernt aufstelle, sondern, sagen wir 29 Meter, wenn ich also näher an meinen Kollegen, ach was! meinen Konkurrenten! heranrücke, dann schnappe ich ihm ein paar Kunden weg! Denn dann ist es für alle von meinem Felsen bis zwei Meter hinter der Mitte kürzer zu meinem Stand!“
Gesagt, getan. Am nächsten Tag verschiebt er den Stand, das Kalkül geht auf, der Umsatz steigt. Der andere Verkäufer ist natürlich nicht blöd. Schnell verschiebt er seinen Stand auch Richtung Mitte, das Gleichgewicht ist wieder hergestellt. Dann überlegt er kurz und verschiebt seinen Stand noch ein paar Meter Richtung Mitte, um nun seinerseits im Vorteil zu sein.
Das Ende vom Lied ist klar: Schließlich stehen beide direkt nebeneinander in der Mitte des Strandes. Beide machen wieder denselben Umsatz. Leidtragende sind die Kunden an den Rändern: Statt maximal 25 Metern müssen sie jetzt bis zu 50 Meter durch den heißen Sand latschen, um an ein Eis zu kommen. Aber auch die Eisverkäufer selbst stehen schlechter da als zu Beginn: Der Gesamtumsatz ist gesunken, da einigen Leuten der Weg inzwischen zu weit geworden ist.

Diese Geschichte wird gern erzählt um zu zeigen, dass die „Unsichtbare Hand“ manchmal ganz schön in die Kacke greift, dass es nicht besonders weit her ist mit den teilweise fast religiös verehrten Kräften des freien Marktes, die angeblich alles in Lot bringen und die  Welt für alle besser machen.

Das ist Quatsch. Beides. Sowohl die Geschichte vom weisen König „freier Markt“, als auch die Behauptung, dass die Eisverkäufergeschichte in dieser Form die Marktliberalen widerlegen würde.

Denn die Geschichte ist ja noch nicht zu Ende. Ich habe mir überlegt, wie es weitergeht: Als erstes würde einer der beiden Eisverkäufer die Preise senken. Der andere müsste nachziehen, bis sie beide dasselbe niedrige Preisniveau haben und gerade so noch den zum Leben nötigen Gewinn machen und kaum noch Kräuterschnäpse trinken können. Und dabei haben sie doch so gerne Kräuterschnäpse getrunken und dazu Currywurst gegessen! Ach, früher war allles besser! Die Leute in der Mitte des Strandes freuen sich über billiges Eis, vor allem die Väter, da bleibt mehr Geld, um nach dem Strandnachmittag noch ein paar Kräuterschnäpse zu trinken. Aber wenn sie zur Currywurstbude kommen, sind die Kräuterschnäpse schon ausverkauft, weil die Leute an den Rändern des Strandes sie schon auf dem Hinweg aufgekauft haben, denn sie müssen ihren Frust darüber, dass es zur Eisbude soweit ist, mit viel Alkohol betäuben. (Ich bitte den massiven Einsatz von Kräuterschnaps in diesem Text zu entschuldigen, es geht mir nur darum zu zeigen, wie unglaublich komplex die Welt doch ist und das alles miteinander zusammenhängt. Wer will, kann sich statt Kräuterschnaps auch Bionade denken. Oder Milchkaffee, machen Leute versuchen ja ihren Kummer im Milchkaffee zu ertränken. Ich hatte jedenfalls mal einen Freund und Mitbewohner, der, nachdem ihn gerade die Freundin verlassen hatte, statt nach Männersitte Schnaps zu bestellen, Michkaffee getrunken hat. Aber dieser Mann hat auch Nutella im Kühlschrank aufbewahrt. Nicht dass die Schnapstrinkerei irgendwas bringen würde … aber ich glaube, ich bin abgeschwiffen.)

Zurück an den Strand (auch wenn es bei diesem Wetter schwer vorstellbar ist): Als nächstes kommt ein pfiffiger Junge auf die Idee, die Leute in der Nähe der Felsen zu fragen, ob er ihnen vielleicht ein Eis holen soll. Das Angebot wird begeistert aufgegriffen. Der Junge rennt zur Strandmitte, holt billiges Eis von den Eisständen und verkauft es mit einem kleinen Aufschlag – sagen wir zum Preis aus den guten alten Tagen, als die Eiswagen noch in der Mitte standen. Ein paar Tage ist der König der Clique, spendiert von dem verdienten Geld den Mädels Eis, kauft sich eine Taucherbrille, ein cooles Badetuch mit der Aufschrift „Pornstar“ und pi und pa und po. Doch der Erfolg währt nicht lange. Denn bald rennen Dutzende Jungs herum und beliefern die Badegäste, es wird zu einer regelrechten Plage, keine Minute hat man Ruhe, ständig will einem jemand Eis bringen, es ist zum Kotzen!

Jetzt schlägt die Stunde des nächsten pfiffigen Jungen. Er investiert das Geld, dass er mit Eisbotengängen verdient hat, in eine Kühlbox und einen Hocker, statt in Schnickschnack. Morgens und Mittags kauft er eine große Menge Eis, dann setzt er sich an den Rand des Strandes und wartet auf Kunden, die auch bald kommen, denn die Leute haben festgestellt, dass immer, wenn sie ein Eis dringend benötigen, die kleinen Eisjungs damit beschäftigt sind, sich zu kloppen oder die Mädchen anzubaggern oder dass sie einen anderen Strandbesucher, der eigentlich gerade schlafen oder lesen will belagern. Der einzige sichere Weg, ihre Aufmerkdsamkeit zu erhalten, ist es, kein Eis essen, sondern lesen oder schlafen zu wollen.
Der Junge mit der Kühlbox macht prächtige Geschäfte, bis schließlich zwanzig Jungs mit Kühlboxen am Strand verteilt sitzen. Einer von ihnen kommt auf die Idee, sein Eis mit Erdbeeren aus Omas Garten zu verfeinern, was ihm kurzfristig einen Vorteil verschafft, noch ein anderer gibt seinem Eis einen coolen Namen und stellt ein großes Schild auf, der dritte macht ein Gewinnspiel, der vierte bietet sein Eis mit Kräuterschnapps-Topping an, der fünfte versucht, die Leute über lautstarke Musik aus einer Kofferheule (was für ein schönes, heutzutage viel zu selten benutztes Wort – wie wäre es mit Taschenheule für Mp3-Handys? Aber ich schweife schon wieder ab), der sechste verteilt Rabattmarken („Jedes 10. Eis umsonst!“) und so weiter und so fort.

Der Bürgermeister – nachdem er anfangs einschreiten wollte – erteilt schließlich jedem eine Lizenz, denn er ist auch Besitzer der Currrywurstbude, in der er inzwischen guten Gewinn damit macht, den hippen Jungunternehmern vom Strand ekliges Beck’s Bier, Bionade und Tofu-Currywürste zu überhöhten Preisen zu verkaufen.

Man kann also mit einigem Recht sagen, dass am Ende die unsichtbare Hand doch noch alles in den Griff bekommen hat. Ein Haufen Leute verdienen Geld, niemand hat es weiter als 3 Meter bis zum nächsten Eisstand, das Angebot ist vielfältiger geworden und es ist für jeden Geldbeutel etwas dabei – hurra! Und tatsächlich wird so argumentiert, wenn auch normalerweise etwas blutleerer – ohne Kräuterschnaps und Pornstar-Badetücher  (siehe zum Beispiel hier). Ökonomisch mag das auch vollkommen richtig sein. Aber guckt euch jetzt mal den einst so schönen Strand an: Überall die quietschbunte Eiswerbung, als Eistüten verkleidete Kinder verteilen Handzettel, aus einem Dutzend Boxen dringen Musik und flotte Werbesprüche. Die Kinder bauen keine Sandburgen mehr, weil ein Eisverkäufer auf die glorreiche Idee kam, seinem Eis Sandburgen-Trading-Cards beizugeben, die sie jetzt sammeln und kaupeln. (Noch so ein schönes Wort! Hab ich seit mindestens 25 Jahren nicht mehr benutzt. Heißt eigentlich nur „tauschen“. Anwendungsbeispiel: „Wollmwer Mätschies kaupeln?“) Wer ein Eis möchte, braucht länger als früher, weil er sich nicht entscheiden kann, das Angebot ist so groß, wenn man sich an dem einen Stand anstellt, verpasst man vielleicht am anderen was. Außerdem werden alle dick, weil sie viel mehr Eis essen als vorher und obwohl es viel besser schmeckt als das langweilige Eis, dass die beiden Monopolverkäufer vor Wochen im Angebot hatten, ist keiner mehr wirklich zufrieden, wenn er sein Eis in der Hand hält. Die am Schluss genannte Tatsache habe ich mal in einer Geschichte mit dem Satz „Ich wünsche mir, dass Westschokolade wieder so gut schmeckt wie zu Ostzeiten“ zusammengefasst.

An dieser Stelle klingt mein Blogeintrag wie eine Verteidigung der Kartell- oder sogar Planwirtschaft. Aber natürlich war auch der scheinbar ideale Ausgangszustand mit zwei Eisverkäufern an abgesprochenen Positionen nur ökonomisch und nur aus Sicht der Eisverkäufer optimal. Die beiden würden sich immer weniger Mühe geben mit ihrem Eis, sie würden Rinderblut ins Schoko-Eis mischen, sie würden die Kunden anmüffeln, und wenn sie grad keine Lust haben zu arbeiten, dann ist eben gerade Inventur oder Parteiversammlung. Nee, nee, hör mir auf, das hatte ich 40 Jahre mit nur einem Eisverkäufer, dessen Oma samt Kuh gestorben war, weshalb er immerzu „Ham wer nich!“ knurrte und einem stattdessen Rhabarbermost und Rosenthaler Kadarka andrehte!

An dem mit Werbung zugeschissenen Strand fühle ich mich aber auch nicht wohl. Ob es eine Lösung für das Eisverkäuferproblem gibt, eine, die nicht nur für die Verkäufer und den Bürgermeister, sondern für alle optimal ist? Nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht, nicht nur in Hinblick auf Versorgung, Service und Auswahl, sondern vor allem auf persönliche Zufriedenheit und einen glücklichen Tag am Strand?

(VS)

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29 Kommentare zu “Die unsichtbare Hand am Strand

  1. Ohja Eis … das könnte ich auch im Winter essen, wenn nicht mein Lieblingseismann im Winter geschlossen hätte … und da ist es wieder … andere kommen dann auf die pfiffige Idee Eis im Winter zu verkaufen. Und am Ende kauft bei dir in der Geschichte auch jeder mehr Eis als er eigentlich wollte …
    Daran wird die Verdrehtheit der heutigen Welt gut ersichtlich. Alles läuft auf Wachstum heraus. Warum wollte der eine der Beiden denn mehr Geld verdienen? Um sich die Taschen vollzuschlagen?!
    Ich weiß nicht ich finde man müsste etwas neues finden … etwas wo kein Wachstum benötigt wird … ein System in dem +-Null als Gewinn ausreicht… läuft das nicht auf Staatseigene Betriebe hinaus?
    Wer braucht schon so viel Geld wie zum Beispiel (willkürlich gewählt) Ackermann … der bekommt mehr Geld als ein einzellner Ausgeben kann …
    Und das schlimme ist, um auf dein Beispiel zurückzukommen, das der Bürgermeister nicht eingreift und ich glaube das ist das schlimme in diesem System
    … höchst Wahrscheinlich wird der Bürgermeister ja auch von den Eisherstellern geschmiert?!

    Viele Grüße Martin

    PS.: Ich find die alten Wörter auch schön … oder, um eines zu verwenden, welches ich immer gerne Verwende:
    Ich finde alte Wörter urst schön.

  2. Naja, wer sagt denn, dass der Bürgermeister, wenn er eingreifen würde, das Richtige täte? Ich brauche übrigens soviel Geld wie Ackermann. Bzw. könnte es gut brauchen. Frag jetzt nicht, wofür, da fiele mir schon was ein, und wenn nicht würde ich Berater einstellen, die diese Frage für mich klären!

  3. Es bildet sich eine Eismacher-Clique mit Leuten, die riesig viel Spaß am gemeinsamen Eis machen haben und Eis an alle verschenken und sich so viele Freunde machen. Daraufhin ist der Markt für Eisverkaufen tot, weil das so gut wie die niemand hinkriegt. Das Eis ist leckerer als vorher und es gibt keine nervige Werbung.

  4. „Aber dieser Mann hat auch Nutella im Kühlschrank aufbewahrt.“

    …was soll das denn nun heißen?! Nutella (besser: Nusspli!) gehört in den Kühlschrank! Jawohl!

  5. 1. Olli hat recht.
    2. Der Bürgermeister wird ja gewählt (auch von den Strandbesuchern). Und er sollte dazu ein klares Programm verkünden, wieviele Eisverkaufsstände er genehmigen will. Und ab und zu treffen sich die Leute und reden mal über alles, z.B. über die Qualität des Eises und sagen dann dem Chef, was zu verbessern ist.
    Demokratisch kontrollierte geplante Marktwirtschaft.
    3. Ohne Geld (und gar ohne Bürgermeister) könnte es aber noch schöner sein. Die Eisanbieter werden öfters mal neu ausgewählt unter all denen, die zu der Arbeit Lust haben und die die schönsten Rezepte anbieten. Ihr Zutatenbudget wird ebenfalls von der Gemeinschaft beschlossen, die dabei sowohl an das sommerliche Eisvergnügen als auch an die Begrenztheit der Ressourcen denkt.

    4.Korrekturen:
    „Ein paar Tage ist der König der Clique“ (er?)
    „das langweilige Eis, dass die beiden“ (ein s ist über)

  6. „Er investiert das Geld, dass er mit “ (noch ein s über)

    übrigens ein wirklich schöner Artikel. Vor allem deine Beschreibung, wie das alles aus ökonomischer Sicht ganz toll funktioniert, dabei die Welt aber nicht schöner, besser, glücklicher wird.

  7. dabei ist die lösung für das dilemma doch ganz einfach: der olle bürgermeister müsste zu beginn einfach noch eine dritte eis- und schnapsbude genehmigen. dann gölte nämlich das gute alte sprichwort von den zwei sich streitenden. da sieht man mal wieder, wie weit die ökonomen denken. kein wunder, dass wir gerade inner wirtschaftskrise stecken!!i! ;-)

  8. Pingback: Stralau-Blog — Schöner sterben am Wasser » Blog Archive » Links von Montag, 18. Januar 2010

  9. Also dein Szenario ist m.E. ist etwas unvollständig. Es betrachtet wieder mal nur eine Seite des Daseins der strandbesuchenden Konsumenten.

    Könnte es nicht auch damit enden, dass am Ende alle irgendwie angestresst umherrennen und sich gegenseitig was andrehen wollen/müssen und gar keiner mehr entspannt rumliegt (ausser vielleicht die Oma und der Bürgermeister – in einem eigens gesperrten Bereich versteht sich – dazu später mehr)?

    Wer übermäßig viel Eis von übermäßig vielen Eisverkäufern erwerben will – am Ende scheint das Umsatzvolumen im Eissektor doch Einige ernähren zu können – muss doch auch selbst übermäßig viel Mehrwert schaffen! Wer in dieser Leistungsgesellschaft grundumsatzmäßig mithalten will muss schon recht arbeitssam sein – Oder Eigentumsrechte am Eisrezept oder Strand besitzen …

  10. @ Martin
    Stelle dir vor was geschieht, wenn sich die Energieunternehmen/Ingenieure nicht um Wachstum/neue Technologien kümmern, sondern das vorhandene verwalten.

    Selbst in der Evolution wird Stillstand mit aussterben bestraft … –> Wachstum ist notwendig.

    Wobei man vielleicht von Dynamik sprechen sollte, also auch negativ Wachstum ist in Ordnung.

  11. der trick ist, den strand für verkaufsstände zu sperren und alles is jut. nischt schreit, und plärrt und keiner wirft einem eis hinterher. das kauft man in der kaufhalle, zu der man immer ne halbe stunde rennen muss, aber dann wird man auch nicht dick und die beiden cousins können die kaufhalle mit handgemelkter milch beliefern und wie-melke-ich-meine-kuh-bio-workshops in ihren kuhställen anbieten.

  12. .. also für mich gehört Nutella oder Nusspli – wenn überhaupt – in ein Verkaufsregal .. aber ganz weit hinten .. da wo es staubig ist, selten Licht hinkommt und man sich den Kopf an dem darüber angebrachten Regalen anstößt, beim Versuch, sich nach jenem Glas zu strecken, um es in seinen Einkaufswagen zu legen …

    Ansonsten fand ich die kleine Geschichte urst gut weitergesponnen … das Wort „urst“ nutze ich im Übrigen auch erst seitdem ich dich kenne .. du hast also mein Leben beeinflusst … und das mit Slamtexten .. nicht schlecht, oder?

    urst liebe Grüße aus Nürnberg

  13. hättens im bwl-studium auch so schöne geschichten erzählt, hätte ich vielleicht noch ein semester dran gehängt (oder wär schneller fertig gewesen, weil ich motivierter gewesen wäre).

    lösung:
    kommunismus auf aktien!

    oder menschheit ausrotten! Wobei das schade ums eis wäre…

    grüße, michl (auch nürnberg)

  14. Das ganze Strandgewusel hätte sich bald erledigt, weil oberhalb des Strandes ein Mövenschiss-Restaurant eröffnet (können die jetzt ja locker aufgrund ersparter Mehrwertsteuer) inklusive einem Eisverkaufsstand, zu dem natürlich trotz weiten Weges alle rennen weil is ja Mövenschiss und so und die ganzen Budenbesitzer am Strand können einpacken und ihr Elend in Milchkaffee mit Kräuterschnäpschen ersaufen.

    P.S.: Wer Nu.tella im Kühlschrank aufbewahrt, der … ähhhh … hat auch … ähhh… Reinigungszellstofftücher mit Blümchenaufdruck zuhause, jawoll!

    P.P.S.: Ich lese hier immer „Hund am Strand“, aber die machen ja Musik und verkaufen kein Eis, nichwahr?

  15. @HevoB

    Ich habe nix von Stillstand und Verwaltung vorhandener Dinge gesagt, sondern von einer Unternehmensbilanz von +- Null . Ich bin für Erforschung neuer Sachen und Dinge die der Menschheit mehr oder weniger nützen (zB Kaffeesahnebehälter die beim öffnen nicht spritzen) … Aber um das zu finanzieren braucht man kein Fortlaufendes Wachstum es würde schon reichen das ganze Geld was sonstewo veruntreut und sonstewen in den Allerwertesten gepustet wird in die Forschung zu stecken . Und ich denke jeglicher Arbeiter würde sich über faire Gehälter auch freuen (von denen er meinetwegen auch mehr Eis kaufen kann, muss er aber auch, wenn ich so auf die Verfallsdaten in meinem Supermarkt schau!) .

    Für den Fall mit der Evolution hätt ich gern ein Beispiel!

    @uli
    Recht haste …

  16. @ Martin
    Homo neanderthalensis ist ein nettes Beispiel aus der Evolution…

    Rein von der Logik resultuert doch Wachstum aus neuen Erforschungen. Wenn ich ein Kaffesahnebehälter entwickel der nicht spritzt kostet der vielleicht ein Cent mehr in der Herstellung. Er kostet dann im Verkauf ebenfalls ein Cent mehr ich selber habe also die gleiche Gewinnspanne. Aber ich verkaufe viel mehr, weil die Dineger ja nicht sprizen und durch die Masse habe ich höhere Gewinne, ergo Wachstum. Der Zulieferer bekommt auch ein Cent mehr und verkauft mehr, er macht auch mehr Gewinn, ergo Wachstum. Theoretisch sollte man die Arbeiter nun besser bezahlen um Platz für Kaffesahne zu machen die gut schmeckt und fettfrei ist ;)

    Eine Unternehmensbilanz von +- Null ist also zwangsweise Verwaltung des vorhandenen. Anders klappts nicht.

    Aber ich gebe dir vollkommen Recht, dass die Arbeiter mal auch gut bezahlt werden dürfen, bei Managern ein Leistungsprinzip gelten sollte und man allgemein etwas naja hausmännischer Wirtschaften sollte.

  17. @HevoB
    Der Neandertaler ist aber nur ausgestorben, weil Homo sapiens sich im Gegensatz zu ihm weiterentwickelt hat. Hätte sich nicht der Homo sapiens entwickelt, wäre der Neandertaler auch nicht ausgestorben… Genau so ist es auch mit dem Wachstum. Wäre auf dem gesamten Weltmarkt kein Wachstum mehr vorhanden, wäre das ja in Ordnung. Allerdings muss natürlich Entwicklung im System gegeben sein, alleine um der Entwicklung Willen, weil sonst alles stagniert und ihr euch alle noch in 100 Jahren mit umhergespritzter Kaffeesahne herumplagen müsst (ich trinke kein Kaffee, is ganz geschickt um das Problem zu umgehen, NICHT AUF EIS ANWENDBAR!) ^^

  18. Technologische / soziale / kulturelle / kaffeesahnekännchenmäßige Weiterentwicklung muss ja theoretisch nicht mit einm in Euro meßbaren Wirtschaftswachstum zu tun haben. Deutschland müsste nicht mehr exportieren und konsumieren und trotzdem wäre eine größere lebensqualität und echter Fortschritt möglich. Der Zwang zum Wachstum resultiert – wenn ich das richtig verstehe – vor allem aus den Schulden und den Zinsen.

  19. @Volker: Ganz genau! Und woraus resultieren Schulden und Zinsen? Na? Ich sag jetzt mal das böse Reizwort:Kapital! Kapital MUSS verzinst werden, dass ist wie Topf und Deckel – das hat der gute Tom sicher auch sagen wollen. So folgt: Kapital(ismus) = Zwang zum Wachstum.
    Übrigens resultiert „Kapital“ nur aus einer bestimmten Form der Eigentums. Und da Eigentumsbeziehungen stets nur fiktiv sind, also kulturell begründet, also letztlich einfach nur aus einer allg. Akzeptanz resultieren, besteht die Hoffnung, dass der Eigentumsbegriff irgendwann mal progressiver ausgefüllt wird als zur Zeit. Dann verschwindet auch der verheerende Zwang zum Wachstum. (Der so oder so verschwinden wird, da unbegrenztes Wachstum schlicht unmöglich ist!)
    Dann können auch wieder entspannt am Strand liegen und sich die Sonne ins Gemüt scheinen lassen … Und der netteste Mensch von allen, der macht das Eis!

  20. @Dexter
    Genau so ist es … und das unbegrenztes Wachstum unmöglich ist beweist ein Mann der immer mal wieder durch die Medien geprügelt wird (ist jetzt nicht verletzend gemeint) : Rainer Calmund

    @Volker
    … und deshalb hat auch keiner Interresse daran, dass das Schuldenloch Deutschlands gestopft wird !?!

  21. @ Volker und Martin

    Ja stimmt, in einem System indem der Wachstum nicht in Euronen meßbar gemacht wird kann man sowieso einiges fairer machen. Aber sowas ist im Normfall Utopie.

    Ich denke nebenbei, dass eine stagnierende Welt äußerst unfair (siehe Afrika und Co.) wäre. Mal im Ernst die „unterentwickelten“ Regionen würden gerne auf unseren Stand kommen. Ohne ein Wachstum der Weltwirtschaft müssen wir da abgeben …

    Meine ganz persönliche Utopie ist nebenbei die der hohen Enwticklung. Wenn durch schwarze Loch-Generatoren alle Energie Problematiken gelöstsind ist die Frage der Ernährung und des Luxus nur noch Sache des guten Willens. An irgendeinen Punkt in der Entwicklung der Menschheit kostet es der Gesellschaft so wenig Aufwand einen jeden „durchzufüttern“ dass es egal wird. Erst dann wird jeder fair behandelt …

  22. @ HevoB
    Finde erst mal ein schwarzes Loch zum Anzapfen ;-) Das kann die Kernfusion in 50 Jahren schon erledigen. Aber dann wird´s auch wieder schwierig mit dem durchfüttern, denn wenn sich nicht noch irgendwas Naturkatastrophen- oder Epidemiemäßiges ergibt, dann werden wir dann inzwischen locker mehr als 10 Milliarden sein…

    Ansonsten muss ich dem was jetzt alles über Wachstum und Kapital und so gesagt wurde zustimmen!

  23. Ich glaube nicht das die Kernfusion funktionieren wird. Die Sache mit dem Plasmafeld frisst meines Erachtens / Gefühl immer mindestens genausoviel Strom wie die Fusion freigibt …

    Aber hasts Recht ob wir da ankommen ist fragwürdig .. ist aj auch meine Utopie!!!

  24. :-) Doch, also ich glaube schon dass das mit der Kernfusion funktioniert. Früher oder später, wobei es durchaus später werden könnte…

  25. Also, Volker, da möchte an deiner Geschichte „wie es weitergeht..“ mal etwas herumnörgeln.
    Zunächst mal glaube ich nicht, dass der „pfiffige“ Junge, der den Leuten am Felsen Eis bringt, ein gutes Geschäft macht. Wenn er nämlich am Felsen ankommt, ist das Eis geschmolzen. Und dafür soll ich einen Aufpreis bezahlen? Nee, da geh ich doch lieber selber zur Strandmitte. Außerdem muss man bedenken, dass der „pfiffige“ Junge nur zwei Hände frei hat. Wenn er ein gutes Geschäft machen will, muss er ganz schön viel hin- und herrennen. Und das durch den Sand! Mit zwei Eis in der Hand! Neeneenee. Wenn der Junge wirklich pfiffig ist, lässt er den Quatsch, und geht lieber baden.
    Und ob es sich für den Jungen mit der Kühlbox lohnt, ist auch noch die Frage. Er muss das Eis ja zu einem höheren Preis anbieten. Den zu bezahlen, lohnt sich nur für ein paar wenige am Rand des Strandes. Der Rest geht weiterhin zur Strandmitte. Irgendwann gibt der Junge frustriert auf, aber er hat wenigstens was fürs Leben gelernt, dass es nämlich mit der Marktwirtschaft doch nicht so einfach ist, wie er sich das gedacht hatte.

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