Willkommen bei den Lumen

Um die Profite zu steigern oder zumindest auf gleichem Niveau zu halten, sind ständig wachsende Absatzmengen notwendig. Nicht die Nachfragen und Wünsche der Kunden treiben also das System an, sondern die Marketingabteilungen.
Gorz zitiert den Leiter einer US-Agentur: „Ich betrachte die Werbung als Erziehungs- und Aktivierungskraft, die in der Lage ist, die für uns notwendigen Nachfrageveränderungen einzuleiten.“
Der Kunde steht im Dienst einer Produktion, die ein Maximum an Überflüssigem hervorbringt, das schnellstmöglich kaputtgehen muss, um Platz für neue Waren zu schaffen.

Annette Jensen in der Taz vom 13./14.6.
über das Buch „Auswege aus dem Kapitalismus“ von André Gorz

Sehr schön zusammengefasst. Ein wirklich zufriedener Kunde ist das letzte, was sich irgendein Hersteller wünschen kann. Zufrieden darf er nur mit dem kurzen Kick des Neukaufs sein, damit er sich den auch in Zukunft mit Produkten desselben Herstellers holt. Und die erste und wichtigste Aufgabe der Werbung ist es, die Menschen unzufrieden zu machen.

Lesetip: „Unheimliche Erscheinungsformen auf Omega XI“ von Johanna und Günther Braun.

(VS)

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7 Kommentare zu “Willkommen bei den Lumen

  1. Warum sollte man sich Produkte des selben Herstellers holen wenn man vorher unzufrieden war? Ich kenne niemanden der das macht.

  2. Oh weh, ist die Welt so schlecht, was können wir dran leiden, dass es ne Freude ist …

  3. @ Henker: Noch nie ne neue Kamera gekauft, weil die alte zwar eigentlich gut war, aber die neue noch tollere Bilder verspricht? Vielleicht bin ich besonders blöd, aber bbei mir funktioniert so was immer wieder – obwohl ich genau weiß, dass die „tollen Bilder“ vom Fotografen abhängen …

    @ franz ranz: Es gibt ein schönes Zitat von Ichweißnichtmehrwem: „Es geht uns allen viel zu gut. Die Kinder sollen es einmal besser haben.“ – Genau ;)

  4. „Wenn wir bedenken, daß wir alle verrückt sind, ist die Welt erklärt“ M. Twain

  5. Wenn man Produkte liesst denkt man zwar zuerst an einen Gegenstand, da wir aber in einer Dienstleistungsgesellschaft leben (und nicht in einem Industriestaat), kann man auch stetige Umsätze und Profite auch locker erwirtschaften ohne ständig „unnütze“ Sache zu produzieren.

    Das Zitat ist sehr Polemisch. Mein oft kritisiertes Betriebssystem macht mich übrigens seit 2001 zufrieden und auch Apple ist für die zufriedenen Kunden bekannt.

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