Genfrei und gedankenlos

genfrei

Ich weiß schon, dass die das nicht so meinen oder zumindest hoffe ich das. Aber warum schreiben die dann solchen Blödsinn? „Genfrei“! Herrje! Weg mit den Genen, oder wie? Werde ich als Gen-Besitzer verkloppt oder ausgebuht, wenn sie genfrei an mir vorbeimaschieren? Und warum nicht gleich zwei Fliegen mit einer Klatsche schlagen und unter dem Motto „Genfrei gehen und atomlos loofen“ die Welt retten?! Atome sind doch auch so ein neumodisches Teufelszeug.

(V.S.)

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39 Kommentare zu “Genfrei und gedankenlos

  1. xD Das is mal n herrlicher Blogeintrag! Jaja, heutzutage hat man´s als Genbesitzer eben nicht mehr so leicht! Tja, sie werden es schon anders meinen, aber besonders gut ausdrücken können sie sich nicht… Ich könnte jetzt auch noch was zum Thema Gentechnik schreiben, aber ich bin momentan viel zu belustigt von dem kleinen Schnipsel da oben (belustigt! So viel zum Thema gut ausdrücken können)!

  2. Naja wenn die Leute glauben, dass sie sich in Mutanten verwandeln oder an Allergien sterben, sobald sie gentechisch veränderte Produkte essen, ist es eben auch nicht mehr allzu weit zum „Gentechnik freien Gehen“. Frei nach dem Motto: Aktion statt Information.

    „Hexenverbrennung im modernen Gewand“ sag ich dazu.

    So ist das bei uns. Wer meint er könne die Welt nicht mehr verstehen, darf dann eben ersatzweise für da Verständnis Angst, Hysterie und Panik anwenden. Hauptsache man engagiert sich irgendwie!

    So kommen dann z.B. Dinge wie der „ökologische Weinbau“ zu Stande, der eben wesentlich unökologischer ist, als der konventionelle Weinbau – trotz Gift spritzen (und nebenbei auch noch ungesund). Entsprechende Studien haben die Grünen in Hessen in Auftrag gegeben (Künast) und als die Ergebnisse plötzlich nicht zur Propaganda passten, sind die Studien eben in der Schublade gelandet. Auch eine Möglichkeit den Begriff „Öko“ langfristig ad absurdum zu führen. Ich kenne zufällig ein paar beteiligte dieser Studien. Die verstehen bis heute die Welt nicht mehr.

    Ich finde sowas dann auch leider gar nicht mehr lustig. Man müss sich fast zwangsläufig fragen, wie oft man vielleicht selbst derart daneben liegt ohne es zu merken.

  3. Sorry ich kam gerade von einer ziemlich desillusionierenden Wahlveranstaltung und war wohl noch etwas aufgeladen…

    was ich eigentlich dazu sagen wollte ist: :-D

  4. Mir fällt gerade das verbindende Element zwischen den ganzen Amokläufern auf: die hatten ALLE Gene!!!

    Wie wär’s mit genfrei gehen und atomlos atmen?

  5. tjahaa, vielleicht sollte man eine Gegendemo starten. „Gegen die Diskriminierung von Gen-Besitzern!“ oder so.
    Gott! Wie kann man so hirnlos sein?

    (auch noch von Berlin nach Brüssel? Na dann mal viel Spaß beim laufen.)

  6. Das war schon ein hirnfreier Beitrag für die Sammlung http://www.genfrei.org

    Besonders lutig sind immer Klage-Androhungen von Anwälten, wenn ich bei angeblich genfreien Lebensmitteln eines Herstellers öffentlich feststelle, diese Lebensmittel seien ausdrücklich genhaltig. Der Rückziher kommt meistens dann, wenn ich erkläre, ich freue mich auf en Prozess, der öffentich stattfinden solle……

  7. Also:
    1.: Ich finde den Schnipsel sehr erheiternd
    2.: Ich bin trotzdem dafür, so wenig wie möglich künstlich genveränderte Produkte in meiner Umgebung vorzufinden.

    Meiner Meinung nach läßt sich das beides auch vereinbaren.

  8. Ha super das ist ja genauso schön wie in Sachsen an den Unis:
    Bildung für alle! Und zwar umsonst.
    Ja, bei dem Wahlspruch war die Bildung umsonst! Haha
    Ich grieg mich nicht mehr ein: Genfreie Lehrer die nur kauderwelsch von Atomfreiheit erzählen während sie von Berlin nach Brüssel ziehen… ich glaub ich drück jetzt besser auf submi…

  9. Man glaubt auch gar nicht wie viel Spaß man in Bio-Läden haben kann, wenn man die Menschen fragt ob sie eigentlich wissen ob in dem, was sie gekauft haben/kaufen, Gene drin sind.
    Ein herrlicher Spaß!

  10. @ hanni Juni 2, 2009 7:58

    >>Ich bin trotzdem dafür, so wenig wie möglich künstlich genveränderte Produkte
    >>in meiner Umgebung vorzufinden.
    >>Meiner Meinung nach läßt sich das beides auch vereinbaren.

    Ich sehe das auch so, daß sich beides vereinbaren läßt. Aber ob Gentechnik oder Arbeit im Zell-Labor generell abzulehnen wäre, ist so eine Sache. Was ist z.B., um bei Bildung zu bleiben (vgl. @Martin Juni 2, 2009 9:47), wenn man Rübsen und Kohl im Labor kombiniert, weil sich die beiden verschiedenen Arten ja sonst meistens nicht in natura freiwillig kreuzen wollen?

  11. @ Tilman Kluge

    Was dann ist? Rübsen und Kohl müssen einfach nicht kombiniert werden und wenn dann geht das auch außerhalb des klinisch reinen Labors. Das Ding ist doch:
    Mit Gentechnisch veränderten Produkten werden Pflanzen gegen Schädlinge und Unkraut gezogen. Die Folgen der Aussaat sind unabsehbar (abgesehen davon das lebenswichtige Fauna und Flora und minibiotope zerstört werden was bekannt ist und anscheinend vergessen wird*)!!! Der Nutzen ist übrigens nur Gering. Das Ziel ist z.T. die Abnabelung von Standort und Klima und Jahreszeit. Man muss auch im Winter Erdbeeren essen können! Klare Antwort: Nein muss man nicht!!
    Seriöse nicht vom Diätwahn verschlungene noch den Mensch als nicht idealisierungs und standartisierungswürdig sehende Ernährungsbiologen sind der Meinung: das man nur das essen sollte was gerade wächst und dran ist. Das spielt mit jeder natürlichen inneren Uhr Theorie zusammen!
    *…mein Gott ich mag weder Spinnen noch Mücken oder Snaken oder oder aber wenn sie draußen im Feld bleiben solls mir recht sein…

  12. @ Martin on Juni 2, 2009 5:12

    >>Rübsen und Kohl müssen einfach nicht kombiniert werden

    Wenn man einen neuen Raps haben will, dann doch (Kohl x Rübsen gibt Raps)

    >>und wenn dann geht das auch außerhalb des klinisch reinen Labors.

    Eben regelmäßig nicht! Bei der Bildung von Raps „in natura“ ging es um zufällige Ereignisse vor wohlmöglich zigtausend Jahren unter offensichtlich besonderen Bedingungen.

    Und in Sachen Labor geht es nicht um die klinische Reinheit (die braucht man in jedem Labor, in dem mit Zellkulturen gearbeitet wird), es geht um die technische Austattung..

  13. @ Tilman Kluge
    Räusper Räusper:
    Ich glaube ich spreche für alle Anwesenden: aber Raps sieht vielleicht schön gelb aus aber er stinkt pestialisch und wird nun wirklich in keinem Fall wirklich benötigt sondern ist ein völlig überflüssiges Produkt dem man zu viel Bedeutung bei gemessen hat. Ich will ihn nicht ausrotten aber auf Feldern großflächig anbauen muss ich ihn auch nicht!!

  14. @ Martin on Juni 2, 2009 6:57

    >>aber Raps sieht vielleicht schön gelb aus aber er stinkt pestialisch und wird nun wirklich in keinem Fall wirklich benötigt

    Schade um die Ostpreußische Kohlrübe, und Gene hat sie auch noch, nieder mit dem Gewächs!

  15. Apropos weggen, die Scheinen das ja ernst zu meinen von wegen Berlin-Brüssel?! Also wer so viel Zeit hat…
    Übrigens: Volker meinte ja noch: atomlos loofen! Ist euch schon mal aufgefallen: dass immer wenn in den Nachrichten vom CO2 Ausstoß die Rede ist Kühltürme im Hintergrung gezeigt werden?!
    Wahrscheinlich ist das eine Verschwörung und das sind die selben denen diese sinnlosen Sprüche einfallen…

    @ Tilman Kluge

    Was soll denn das wieder heißen?

  16. @Martin on Juni 3, 2009 9:01

    Wahrscheinlich kühlen die Kühltürme (vor allem solche von KKW) so fürchterlich kühl, daß da kein Wasserdampf, sondern nur noch Trockeneis ´rauskommt.

    >>Was soll dann das wieder heißen?

    Na, auch die Ostpreußische Kohlrübe ist ein Raps……

  17. Wenn man sich die Geschichte von Monsanto anschaut dürfte Einigkeit darüber herrschen was unbedingt verhindert werden sollte …

  18. @ Atze Peng

    Stimmt! Da gabs auch mal einen hilfreichen Youtube Schnipsel…

    @ Tilman Kluge

    Guter Witz aber die Technik eines Kühlturmes ist noch nicht auf Trockeneis ausgelegt da kommt wirklich nur Wasserdampf raus. Weiß ich sogar aus eigener Erfahrung. Stand nämlich schon einmal in einem drin. Ist übrigens sehr hilfreich mal ein Kernkraftwerk zu besuchen. Egal ob man dafür oder dagegen ist.
    Und entschuldige das ich so gereizt auf Raps reagiere aber das ist leider das Lieblingsanbauprodukt der hiesigen Bauern. Ich kann den echt nicht mehr riechen.

  19. Bei Kühltürmen von AKWs mag evtl. nur Wasserdampf austreten, bei KKWs werden die Verbrennungsgase hübsch untergemischt. So kann man die klassischen Schornsteine abreißen und alle denken: „Toll, ein CO2-freies KKW!“ (so geschehen in KKW Jänschwalde).

    @lambada
    Hast du einen Link zu der Studie vom unökologischen „ökologischen Weinanbau“? Das ist mir absolut neu! Ich kann es mir auch überhaupt nicht vorstellen, da es eigentlich kaum ein Obst gibt, bei dem im konventionellen Anbau mehr gespritzt wird.

  20. @ Robert

    Die Studie ist aus den Neunzigern und wurde leider nie veröffentlicht (weiß nicht ob man irgendwie eine Einsicht erzwingen kann. Ist ja schließlioch aus Steuermitteln finanziert worden). Der ökologische Weinbau kommt darin hauptsächlich deshalb so schlecht weg, weil man, um gleiche Qualitätsstandards zu erfüllen, z.B. maschinell Unkraut jähtet und sich auch sonst mehr um die Pflanzen kümmern muss. Auch Kupfer kam zum Einsatz – als „natürliches Herbizit“. Alle in Dtland erlaubten Spritzmittel waren in den Neunzigern dagegen schon soweit entwickelt, dass sie nach ein paar Tagen bis Wochen komplett biologisch abgebaut sind. Außerdem wird seit Jahrzehnten daran geforscht die eingesetzten Mengen zu reduzieren (Applikationstechnik ist ein eigenes Fachgebiet) – erst aus Kostengründen später auch aus ökologischen Überlegungen heraus. Heute braucht man nur noch Bruchteile von dem, was man noch vor 20 Jahren gesprizt hat und das was man einsetzt kommt auch da an wo mans braucht und nicht im Grundwasser. Heute ist man auch ein wenig weiter mit dem ökologischen Weinbau, aber um gleiche Qualitäten zu erzeugen, braucht man immer noch einfach mehr Energie und die versaut einem die Ökobilanz.

    Es ist eben immer die Gesamtökobilanz die zählt. Alles andere ist nur die halbe Wahrheit und mit solchen Halbwahrheiten lassen wir uns andauernd hinters Licht führen. Noch ein Beispiel? Googelt mal Toyota Prius und Gesamtökobilanz. Ach ja und die Sache mit den Sparlampen hat auch noch nie einer durchgerechnet. Da fragt man sich auf welche Basis unsere Volkvertreter der EU ihre Entscheidungen stützen. Wahrscheinlich befinden wir uns alle gerade auf einem „Genfrei-Marsch“ irgendwo hin, weil man eben nicht alles verstehen und alles wissen kann aber auch nicht untätig rumsitzen will.

    Was die „grüne Welle“ braucht ist meiner Meinung nach ein bisschen weniger Enthusiasmus und Idealismus und dafür einfach mehr Wissen. Wir brauchen endlich vernüntige Experten, die auch mal ihrer Verantwortung gerecht werden und sich zu Wort melden anstatt sich im Hintergrund zu halten und von Lobbiisten und Poltikern ihre seltenen Äußerungen gleich wieder im Mund umdrehen zu lassen.

  21. @ lambada
    Haha das hat mich doch glatt auf die Idee gebracht mal nach der Gesamtökobilanz von Raps zu Googeln:
    Ergebniss: Der Aufwand für den Anbau von Raps ist zu hoch und sein Wasserbedarf auch!
    Also doch nicht das Ding der Zukunft – sag ich doch Tilman! :D :D
    Das Politiker einem immer die Äußerungen im Mund rumdrehen liegt wahrscheinlich an den Genen.(oder die sind schon Genfrei :D :D)

  22. genfrei und atomfrei: natürlich ist das alles falsch und die Worte sollten so nicht verwendet werden. Aber gleichzeitig sollten wir die tatsächlich vorhandenen Probleme und Sorgen, die uns Veränderungen des Erbmaterials von Futterpflanzen und Energiegewinnung aus Kernspaltung bereiten, darüber nicht vergessen.

    @ lambada: Sparlampen wurden schon durchgerechnet, Solarzellen übrigens auch. Im Fall der Solarzelle erzeugt sie in ihrer Lebensdauer deutlich mehr Energie, als sie während ihrer Herstellung verbraucht. Und die Sparlampe muss nur lange genug halten, um in der Energiebilanz besser als eine Nichtsparlampe zu sein.

    Am meisten kann man Energie natürlich im Dunkeln sparen. Wenn ich daran denke, was alles sinnlos beleuchtet wird…

  23. @ Uwe on Juni 4, 2009 10:13

    >>genfrei und atomfrei: natürlich ist das alles falsch und die Worte sollten so
    >>nicht verwendet werden. Aber gleichzeitig sollten wir die tatsächlich
    >>vorhandenen Probleme und Sorgen, die uns Veränderungen des Erbmaterials
    >>von Futterpflanzen und Energiegewinnung aus Kernspaltung bereiten, darüber
    >>nicht vergessen.

    Wen ndie Worte nicht stimmen und das Gemeinte nicht auch das Gesagte ist, dann können wir es aber vergesen, die Probleme (vor allem gegenüber Laien) effektiv erläutern zu können und entsprechende fachlich (statt emotional) dominierte Sensibilitäten zu stärken.

    Das BMU setzt schon bei Kindern unter http://www.bmu-kids.de/Tipps/Umwelt_Lexikon/index.php mit der Menschenverblödung ein. Am besten ist das Thema „Kraftwerk“, darin wiederum der folgende Text

    „Da gibt es riesengroße Generatoren, das sind große Trommeln, die sich drehen können. Nun müssen da nicht die Arbeiter die Trommel per Hand drehen, sondern das macht man mit Dampf. Und den Dampf bekommt man, indem man z.B. ganz viel Kohle verbrennt.“

    Und ich dachte immer, Trommeln, die sich drehen können, seien typische Merkmale vonn Waschmaschinen, Gebetsmühlen, Zentrifugen……

    Mein Vater erklärte mir das damals so, daß Generatoren riesige Fahrraddynamos seien und in den Turbinen riesige Flügelräder (Vergleich mit dem Flügelrad der Weihnachtspyramide) durch einen Dampfstrahl (wie aus des Tülle eines riesigen Teekessels, angetrieben würden. Der väterkliche Rat war nützlich, verständlich und nicht falsch.

    Im übrigen meinte ich immer, wenn man ganz viel Kohle verbrenne, gäbe das ganz viel CO2. So kann man sich irren! Nun weiß ich es, das gibt ganz viel Dampf. Toll, wie unsere Chemie- und Physiklehrer uns doch hinter´s Licht geführt haben…..

    Grüße an Gabriels Irrenhaus, das weder Wasser noch Fahrräder zu kennen scheint.

  24. @ Tilman Kluge: technische Bemerkung: Tatsächlich werden die Turbinen mit Dampf angetrieben, der aus dem erhitzen von Wasser entsteht. Das Wasser kann mann nun durch die bei Verbrennung oder z.B. bei Kernspaltung frei werdende Wärme heizen.

    So haben also Dein Vater und das BMU erstmal prinzipiell recht. Wer der bessere Didakt ist, weiß ich selbstverständlich nicht.

  25. @ Uwe on Juni 4, 2009 2:08

    >>Tatsächlich werden die Turbinen mit Dampf angetrieben,

    Das bestreitet ja keiner (auch ich nicht, zumindes wüßte ich nicht, wo).

    Das BMU bschreibt aber, daß Dampf beim Verbrennen von Kohle entsteht, von Wasser steht da kein Wort. Woher sollen Kinder das aber wissen. Insoweit fragt man sich, ob das BMU die Bezeichnung Didakt überhaupt verdient.

  26. @Tilman Kluge:
    Deine Lehrer haben dich ganz bestimmt nicht hinters Licht geführt! Bei Verbrennung von Holz oder Kohle entsteht sowohl Wasserdampf als auch CO2. Das in den Materialien gelagerte Kohlenstoff verbindet sich bei der Verbrennung mit Sauerstoff, wodurch CO2 freigesetzt wird. Pflanzen machen ja nichts anderes, als CO2, Wasser und Sonnenenergie in Kohlenhydrate (Zucker) umzuwandeln. Tiere und Menschen wandeln diesen Prozess zwecks Energiegewinnung um, wodurch jedenfalls in der Vergangenheit ein fragiles Gleichgewicht zwischen O2 und CO2 in der Luft entstand.

    Dies bleibt so, solange man soviel CO2 aufnimmt wie man freisetzt, indem man z.B. so viel Holz anbaut wie man verbrennt. Heutztage werden aber durch die Benutzung von Fossilen Brennstoffen uralte „Kohlenstofflager“ angezapft und gleichzeitig auch noch die Wälder (u.a. wegen der Überbevölkerung) abgeholzt.

    Aber zum Thema:
    Ich bin auch gegen Genmanipulierte Pflanzen. Ich habe die Befürchtung, dass das Gleichgewicht der Flora und Fauna noch stärker gestört werden könnte als es jetzt schon ist. Auch kann man derartige Pflanzen nicht auf ein gewisses Gebiet beschränken: Einmal freigesetzt, verbreitet sich das veränderte Erbgut unaufhaltsam. Und noch eine Befürchtung habe ich: Dass die Pflanzen einfach nur Resistenter gegen Gifte werden sollen, Und ich habe einfach keine Lust, diese Gift mitzuessen.

    @Lambada: Gerade die Schadstoffbelastung von Weintrauben soll doch ziemlich hoch sein. Ich lese davon immer wieder. Und was Sparlampen angeht: Dass diese auf den Sondermüll gehören wegen den Giftstoffen, behagt mir auch nicht sonderlich. Wenn man die Entsorgung nicht mitrechnet, hat sogar Atomkraft eine gute Bilanz.

  27. Zurück zum Wahlkampf:
    Ein Plakat ulkt, die Zukunft Europas läge in Afrika.

    Müsste man diese Plakate nicht eher in Lampedusa oder besser noch in der Mittelmeerküstenregion Nordafrikanischer Länder aufhängen?

  28. @ Beowulf on Juni 4, 2009 2:33

    >>Deine Lehrer haben dich ganz bestimmt nicht
    >>hinters Licht geführt! Bei Verbrennung von Holz
    >>oder Kohle entsteht sowohl Wasserdampf als auch CO2.
    >>Das in den Materialien gelagerte Kohlenstoff
    >>verbindet sich bei der Verbrennung mit Sauerstoff,
    >>wodurch CO2 freigesetzt wird.

    Einigen Leuten scheint nicht klar zu sein, daß ich mir den Spaß mache, das BMU wörtlich zu nehen und meine (ironischen) Schlüsse daraus einschließlich meiner Schulbildung (Leistungskurs Naturwissenschaften) zu ziehen.

    Wenn das BMU recht hätte, entstünde beim Verbrennen von Kohle Wasserdampf. Wo aber das Wasser in der Kohle sein soll, damit man den Dampf bekommt, sagt keiner (Du auch nicht, won wegen CO2 und Wasserdampf)). Ohne Wasserkessel drauf (den samt Wasser drin das BMU verschweigt) geht da nix. Wenn mich also meine Lehrer nicht hinters Licht geführt haben und beim Verbrennen von Kohle CO2 entsteht, dann verarscht das BMU die Kinder, wenn es behauptet, es entstünde Dampf. Genau darum geht’s., denn Kinder sind mangels physikalicher und chemischer Kenntnisse nicht in der Lage, „dazuzudenken“ (wie es die meisten Erwachsenen tun), daß da auch ein Wasserkessel sein muß, um Dampf zu bekommen.

    Genauso gibt es in Sachen „genfrei“ eben genug Leute, die nicht wissen, was Gene überhaupt sind und damit auch icht in der Lage sind, wenn sie das Wort „genfrei“ hören, dies sozusagen per „innerer Aotokorrektur“ als „gentechnikfrei“ zu verstehen.

    Die Ausrede der sprachschlampenden „Genfrei-Freunde“, jeder wisse doch, daß mit „genfrei“ tatsächlich „gentechnikfrei“ gemeint sei, ist somit schlichtweg falsch.

  29. @ Beowulf

    Es gibt auch „natürliche“ Schadstoffe. Wenn man z.B. keine Fungizide spritzt, dann wachsen auf den Trauben verschiedene Pilze, die alle ihrerseits Giftstoffe produzieren. Während die streng kontrollierten Fungizide allerdings in der Traube nachher nicht mehr nachweisbar sein dürfen (in der Theorie zumindest), gibt es für die natürlichen Gifte keine Grenzwerte. Die ersten Versuche im Ökoweinbau lieferten daher nicht selten das, was Experten als „Flüssiges Kopfweh“ bezeichnen. Mittlerweile hat man das schon halbwegs im Griff, aber gesünder als konventioneller Wein ist Ökowein deshalb nicht. Und ökologischer eben auch nicht – also was soll der Zauber? Meiner Meinung nach ist das reines Marketing – von ein paar Idealisten im Ökoweinbau mal abgesehen.

    @ alle und jeden

    Ich will Eure Energiediskussion nicht stören, aber mir liegt das Thema Landwirtschaft und Lebensmittel irgendwie am Herzen. Dass wir es uns Leisten können, zum Biobauern zu gehen oder ein paar Cent mehr für Lebensmittel mit einem Biosiegel auszugeben, ist purer Luxus und wird nicht selten an anderer Stelle teuer bezahlt. In vielen Ländern der Welt, wird man früher oder später nicht darauf verzichten können hochgezüchtete (oder gleich gentechnisch designete (<-?)) Kulturpflanzen einzusetzen. Würden wir noch so Lebensmittel erzeugen wie vor 200 Jahren, könnten wir unserere Bevölkerung auch nicht ernähren. Und eine Bevölkerung die hungert, hat nunmal wichtigere Bedürfnisse zu befriedigen als die nach Gerechtigkeit und Freiheit. Demokratie ist letzten Endes auch nur ein Luxus.

    Wir haben die Möglichkeiten und wir haben die Technoligie, weite Teile der Welt zu ernähren. Und das ohne die Fehler, die wir auf dem Weg zu einer Leistungsfähigen Landwirtschaft machten (Überdüngung, Monokulturen…).

    Wir sollten uns dieser Verantwortung bewusst sein und sie nicht einfach so leichtfertig von uns weisen, weil wir vielleicht ein bisschen Angst haben oder weil irgend ein korrupter Konzern meint er könne sich ein Schwein patentieren oder eine Reissorte. Das viel Schindluder getrieben wird mit der Gentechnik, ist mir auch klar, aber das kann weder Anlass für eine hysteriesche Ablehnung noch für eine pauschale Verurteilung dieser Technologie sein. Sonst sind wir wieder bei der modernen Hexenverbrennung.

    PS: Zu der Sache mit den Glühbirnen: wie oben schon erwähnt (Beowulf) ist bis heute die Entsorgung nicht eindeutig festgelegt (Stichwort Quecksilber). Die verbraucht aber einen nicht zu verachtenden Anteil der Energie bei der ganzen Sache, den man noch gar nicht so richtig beziffern kann. Es gibt also eben noch keine Gesamtökobilanz sondern nur wieder Augenwischerrei.

  30. @ lambada, von wegen Ernährung
    Nanana, jetzt hast du aber zu schnell geschossen. Natürlich können wir nicht alle Menschen ernähren wenn wir Anbau wie vor 200 Jahren betreiben was aber rein GAR NICHTS damit zu tun hat das wir heute Genveränderte Pflanzen benutzen können.
    Das Dilemma mit der Ernährung stand vor 1800 in Europa zur Debatte nach schlechten Ernten und einer explodierenden Bevölkerung kam es zu Hungersnöten. Zu damaliger Zeit Ernährten 4 Bauern einen Städter.
    Dann kam die Industrielle Revolution. Mit ihr größere Felder (wegen Ende der Zeit der Kleinbauern und der Schollenwirtschaft) und der Felderwechsel wurde möglich. Außerde darf man die Leistungsstarken Landmaschinen nicht vergessen die sich stetig weiterentwickeln. 1871 konnte 1 Bauer schon vier Städter ernähren. Keiner wusste das es Gene gibt an denen man spielen konnte.(Okey die Normalbevölkerung nicht…)
    Mit beginn des 20 Jhd. war die Entwicklung soweit vorangeschritten das ein Bauer schon 80 Städter ernähren konnte. Nur deswegen konnte es zu einer solchen Entwicklung in Europa und in den Technologien kommen. Weil eben nicht mehr soviele Menschen auf den Feldern abgestellt werden mussten.
    Heutzutage konnte man in einer Studie schon zeigen das in einem strickten Bio Anbau (mit der heutigen Technologie aber ohe Genmanipulationen und giftigem Dünger) der Ertrag schon nach 4 Jahren steigt während beim „konventionellen Anbau“ der Bauer entweder 4 Mal so viel Gift benutzen muss oder er gar nicht auf diesen Ertrag kommt. Außerdem zeigte sich das durch die regenerierende Fauna und Flora die Feldbewohner die Schädlinge gut selber vertilgen können und so die Felder auch resistenter werden!!

  31. Raps finde ich gut. Aber das sage ich als Zugfahrer, der sich beim Vorbeifahren an der schönen Farbe freut, nicht als Anwohner …

    „Die Zukunft Europas legt in Afrika“ habe ich auch gesehen. Darunter stand noch was in einer kleineren Schrift, aber ich habe vergessen was. Weiß nur noch, dass es die Aussage auch nicht klarer gemacht hat. Die setzen beim Wahlkampf scheinbar auf Neugier. Hat aber bei mir nicht hundertprozentig funktioniert.

    Was Gentechnologie angeht: Ich habe da auch ziemliche Bedenken, aber nicht so sehr wegen der „biologischen“ Gefahr. Eher wegen sozialer und kultureller Fragen, wenn es etwa um Patentierung geht oder, falls eines Tages wirklich mit der Rumdokterei am menschlichen Erbgut begonnen wird, wegen einer Benachteiligung derjeniegen, die sich entsprechende Sachen nicht leisten können – und das sind die, die ohnehin schon in allen Belangen benachteiligt sind.

  32. @ Tilman Kluge: Aber nicht dass das alles hier in einem Sprachfundamentalismus endet. Schließlich, was dürfte man da alles nicht mehr sagen: Atomkraftwerk, Biobauer, Neutronenbombe, Rechner, Umwelttechnik, Schulspeisung (oder kennt etwa jemand eine Schule, die Hunger hat?) etc., etc. Man kann es mit der Sorge um die Sprache auch ein wenig übertreiben. Über ‚genfrei‘ sollte man mal lächeln und sich ansonsten freuen, dass man lächeln kann.

  33. „Die Zukunft Europas liegt in Afrika“
    Der selbe Verein (BüSo) hat vor einigen Jahren im Wahlkampf noch die Wiederbelebung der Seidenstraße gefordert …

  34. @ Ahne on Juni 5, 2009 2:51

    Da widerspreche ich nicht grundsätzlich. Wie ich aber in Sachen BMU-KIDS ausgeführt habe, geht es dort um Kinder. Und die wissen eben nicht, was mit einiigen Worten wie „genfrei“ von vielen Erwachsenen gemeint ist.

  35. @Tilman Kluge:
    >> Wenn das BMU recht hätte, entstünde beim Verbrennen von Kohle Wasserdampf.
    >> Wo aber das Wasser in der Kohle sein soll, damit man den Dampf bekommt, sagt
    >> keiner (Du auch nicht, won wegen CO2 und Wasserdampf)).

    Wasser ist nichts anderes als oxidierter (verbrannter) Wasserstoff. Wie ich schon erwähnt habe, verarbeiten Pflanzen Wasser und CO2 zu Kohlenhydraten (Holz, Zucker). Verbrennt man Holz, wird das Wasser wieder freigegeben. Braunkohle enthält da schon deutlich weniger Wasser. Anthrazit, die hochwertigste Kohle, enthält dagegen kaum noch Wasser (unter 15%), aber es ist noch welches vorhanden.

  36. >> die hochwertigste Kohle, enthält dagegen kaum noch Wasser
    >> (unter 15%), aber es ist noch welches vorhanden.

    Und mit dem Wasser soll ein Kraftwerk laufen. Da dann Prost.

  37. Nun, man könnte auf die Idee kommen, mit der Kohle einen Wasserkessel zu erhitzen, so wie bei einer Dampflokomotive! :oD Wie jetzt Kohlekraftwerke aber genau funktionokeln weiss ich aber auch nicht.

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