Gedanke beim Kaffeetrinken

Vielleicht sollte man einfach nicht zuviel erwarten von der Menschheit. Ich meine, Atombomben bauen und zum Mond fliegen und das Internet erfinden und so Krimskrams, das klappt ja ganz gut, aber solange das Problem der spritzenden Kaffeesahnedöschen nicht gelöst ist, sollten wir uns an die großen Brocken (Hunger, Gewalt, Umweltzerstörung, Telefonhotlines, um nur die schlimmsten zu nennen) vielleicht gar nicht erst heranwagen.

kaffeesahne

Probleme zu schaffen ist halt einfacher als sie aus der Welt zu schaffen. Die Klimakatastrophe ist ein Beispiel dafür, die Kaffeesahnedöschen sind ein anderes. Auf die Gefahr hin, als Ostalgiker abgestempelt zu werden: 20 Jahre Mauerfall, das heißt für mich – sicher nicht in erster Linie, aber eben auch – :  20 Jahre spritzende Kaffeesahnedöschen, 20 Jahre, in denen sich nichts daran geändert hat. In Anlehnung an die (und in tiefer Abscheu vor der) „Aber immerhin hat er die Autobahnen gebaut“-Fraktion, möchte ich dem pathetischen Wendegejubel ein grantiges „Aber immerhin hatten wir Blechkaffeesahnekännchen!“ entgegenschleudern.

(V.S.)

(V.S.)

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15 Kommentare zu “Gedanke beim Kaffeetrinken

  1. Auch wenn ich ehemalige Westberlinerin bin – die spritzenden Kaffeesahnedöschen stören mich genauso wie Dich.

    Im Westen waren die Sahnekännchen schon vor der Wende aus Plastik, so ab Anfang der 80er Jahre. Vorher gab es Blechdosen. Wer kennt noch die praktischen Pieker für die Blechdosen? Immer schön zwei Löcher reinpieken, damit es nicht so blubbert beim Gießen…

  2. …und mit der Nutella genau das gleiche, an der kann man auch schon seit Ewigkeiten an dem blöden Alupapier dran rum knaupseln…

  3. Aber wenn du so ein schönes Foto davon machen kannst, ist das doch garnicht so schlimm mit der Kaffeesahne. hehe. Und entweder ich verdränge es oder ich bin tatsächlich so „gut“ im Öffnen (mir fällt kein besseres Wort als gut ein), aber spritze beim Öffnen nicht rum. Eher klecker ich mich mit zu heißem Kaffee togo total zu….

  4. Die Sahnekännchen waren aber auch bestimmt sehr nötig, denn pur muss dieser Blechkaffee doch grauselig geschmeckt haben, oder? Da schmeckte ja der beste Bananenkuchen nicht mehr wi …upps, sorry …

  5. Eine Ente!

    Es sieht aus wie eine Ente!

    Der Fleck sieht aus wie eine Ente!

    Oh mein Gott du bist Künstler!
    Also noch mehr als vorher aber ganz viel mehr und so, was jetzt nicht heißt, dass du es davor nur wenig warst aber das ist sozusagen die Krönung, oder das Sahnehäubchen! :-D
    Wie kannst du über über spritzende Kaffeesahnedöschen jammern, wenn solch großartige Dinge wie Enten dabei entstehen!
    Überleg doch mal was die ganzen Senioren Nachmittags machen sollen würden nachdem sie Tagsüber die Fußgängerzonen blokieren weil Wochenmarkt ist! Naja vermutlich Tauben statt Enten füttern. Was sie aber nicht aus der Fußgängerzone raus bringt und diese Ratten der Lüfte sind sowieso viel doofer als Enten!
    Immer das positive in den Dingen sehen!

    Auf jeden Fall solltest du viel mehr Sahnedöschen öffnen wenn dabei wunderschöne Dinge entstehen!
    …und ich sollte weniger Alkohol trinken….oder mehr….je nachdem…. ich muss weiter zur nächsten Party.

    Schönen Abend!

  6. Ich habe das Problem für mich persönlich gelöst: Seit etwa 2003 trinke ich keinen Kaffee mehr.

  7. hehe
    du bist also kein entwickler #gg
    als ein solcher wird jeden morgen vor dem arbeiten erstmal wie n zombie zur kaffeemachine gewandelt #gg

    aber volker – sag mal – wenn kaffee dann doch schwarz – wieso trinkst du kinderkaffee ? #gg

  8. @ Mr Evil
    Komm, Kaffee mit Milch ist kein Kinderkaffee. Ich find Kaffee schwarz ist wie Hummer ohne Dip oder Vanille Eis ohne Apfelmus oder ein Deckel ohne Topf oder eine Pfanne ohne Bacon. Ich find zu einer Tasse Kaffee gehört einfach ein wenig Kaffeesahne und ein Löffel Zucker dann kann man sich in Ruhe zurücklehnen und in den Tag starten und so wandel ich jeden Morgen genauso wie ein Zombie zur Kaffeedose um mir dann die Hände am Wasserkocher zu verbrennen.

    @Volker
    Ich hab auch immer gekleckert bis meine Oma mich mal an die Hand genommen hat und gesagt hat:
    „Junge, wenn du vor Angst etwas zu verschweppern, immer so rum zitterst, dann brauchst du dich nicht zu wundern dass du beim aufmachen mein Kleid bekleckerst!“
    Dann hat sie mir folgenden Trick verraten:
    Dose hinstellen, mit dem Öffner von dir weg. Dann mit der rechten Hand über die Dose greifen und Öffner erfassen, mit den Fingern der linken Hand Dose vorn und hinten fixieren und dann mit der rechten Hand, die den Öffner umfasst, über die Dose hebeln und dabei öffnen.
    Bis jetzt hats immer ohne kleckern geklappt. XD

    Schönes Birkenfest noch…

  9. lordfoltermord schrieb: „… denn pur muss dieser Blechkaffee doch grauselig geschmeckt haben, oder?“

    Ja, aber hat uns zu Männern gemacht ;)

    Garett shrieb: „…und ich sollte weniger Alkohol trinken….oder mehr….je nachdem…. ich muss weiter zur nächsten Party.“

    Oh mein Gott, Du liest zwischen zwei Parties Blogs? Wohlmöglich sogar währenddessen? Teufel iphone!

    Jürgen schrieb; „Ich habe das Problem für mich persönlich gelöst: Seit etwa 2003 trinke ich keinen Kaffee mehr.“

    Das ist das traurigste , was ich je gelesen habe.

    Mr. Evil frug: “ aber volker – sag mal – wenn kaffee dann doch schwarz – wieso trinkst du kinderkaffee ?“

    Weil ich mir vor vielen Jahren bei einer Arbeit in einer Werbeagentur den Magen vermurkst und daraufhin beschlossen habe, von nun an etwas gesünder zu leben. Seitdem gieße ich ab dem fünften oder sechsten Kaffee des Tages gerne mal ein bisschen Sahne hinein.

    Martin schrieb: „Dose hinstellen, mit dem Öffner von dir weg. Dann mit der rechten Hand über die Dose greifen und Öffner erfassen, mit den Fingern der linken Hand Dose vorn und hinten fixieren und dann mit der rechten Hand, die den Öffner umfasst, über die Dose hebeln und dabei öffnen.“

    Wenn Wonko der Verständige das lesen würde, so würde er traurig mit dem Kopf nicken und wissen, dass er rihtig gehandlet hat, als er das Äußere des Irrenhauses baute … so oder so eine tolle Bestätigung meiner oben vertretenen These …

    was ist denn ein Birkenfest?

  10. Ach das mit Birkenfest ist so eine Geschichte…: (wirklich wahr)
    Neulich hat das Forsa Meinungsumfrageninstitut meine Telefonnummer auf die Schnellruftaste gelegt und wenn nun der Forsa Mitarbeiter denkt: „Wen ruf ich denn heute an?“. Dann drückt er erstmal auf die Schnellruftaste und bei mir klingelt es dann.
    „Was werden sie wählen?“…“Wer soll der neue Kanzler werden?“…“Wie wird das Wetter?“…“Wie stehen sie zur Ausenpolitik?“…
    Da ich überzeugter Atheist bin (oder sagen wir ich lehne jegliche Religion ab) habe ich mich mit den Bräuchen und Festen unserer Vorfahren beschäftigt also: Germanen, Kelten und Wikinger.
    Vor einer Woche rief Forsa an: „Guten Morgen ich hätte da eine Frage: Wissen sie woher das Pfingstfest kommt?“
    >>Nicht wirklich, Nein! Aber ich weiß das die Germanen zu Pfingsten das Birkenfest feierten. Der verliebte Germanenjüngling steckte dabei seiner Geliebten eine Birkenruhte vor die Hütte und legte eine Spur zu seiner eigenen, damit die Geliebte wusste wer es war. Schöner Brauch eigentlich.
    Forsa hat seitdem nicht mehr angerufen. Da stellt sich mir die Frage: Wieviel Prozent der Deutschen sind Christen? Und wieviel Prozent der Deutschen WOLLEN den Ursprung des Pfingstfestes gar nicht wissen?
    Tut mir Leid wenn die Erklärungen immer etwas umständlicher ausfallen.
    Aber dafür musst du, Volker, nun die Geschichte von Wonko dem Verständigen Erzählen. Dem ich sehr dankbar sein muss denn die Fasade ist sehr schön geworden :D ! (Wer lebt denn nicht im Irrenhaus? :) )

  11. Na, Wonko der Verständige lebt nicht im Irrenhaus. Die Geschichte stammt aus dem vierten Band der fünfbändigen Per-Anhalter-durch-die-Galaxis-Trilogie. Ein Mann las eines Tages auf der Rückseite einer Zahnstocherverpackung eine Bedienungsanleitung für selbige und erkannte, dass eine Spezies, die eine detaillierte Anleitung braucht, um sich mithilfe eines spitzen Hölzchens die Essensreste aus den Zähnen zu puhlen, eindeutig verrückt und unzurecnungsfähig sein musste. So baute er das Äußere des Irrenhauses: Ein Häuschen mit nach außen geklappten Wänden, die scheinbar die ganze Welt einschließen. Er selbst lebt sozusagen im Inneren des Äußeren des Irrenhauses in einem kleinen Gärtchen.

  12. Volker schrieb: „Jürgen schrieb; “Ich habe das Problem für mich persönlich gelöst: Seit etwa 2003 trinke ich keinen Kaffee mehr.”

    Das ist das traurigste , was ich je gelesen habe.“

    Zur Aufklärung:
    2003 war ich Zivildienstleistender in einer Stiftung für Gehörlose. Tee war umsonst und Kaffee war Kostenpflichtig. Da Kaffee eh immer eine abführende Wirkung bei mir bewirkte hat mich das nicht weiter gestört Tee statt Kaffee zu trinken. Als Zivi macht das sowieso nüscht wenn man in der Früh nicht so richtig auf der Höhe ist. In dieser Zeit hab ich mir praktisch das Kaffee trinken abgewöhnt. Später hats dann auch mit dem rauchen abgewöhnen geklappt. Da gabs allerdings andere, aber ebenso billige Gründe für. Alles in allem ein Erfolg meiner Selbstbeherrschung. Wenn ich dann so Probleme lese wie diese hier mit der Kondensmilch kann ich getrost drüber schmunzeln. Meine Einstellung zum Kaffee ist also alles andere als traurig. :-)

  13. hoch leben per-anhalter-durch-die-galaxis-anspielungen/-zitate!!

    (ja, und der schnipselfriedhof ist auch ganz super bzw hoopy :P )

  14. Huhu Volker,

    über dieses Kaffeemilchkunststoffdosenspritztropfen-Problem habe ich mir auch schon so meine Gedanken gemacht.

    Ich konnte die Spritzer, mit hilfe einer Stecknadel um 65% minimieren… das reichte mir aber nich nicht aus. Besser geht das, wenn man dieses Behätnis (das Wort da oben ist mir zu lang) mit samt Inhalt in flüssigen Stickstoff taucht und dieses gefrorenen Klumpen dann langsam wieder auftauen lässt. Natürlich muss man dann noch die überreste der Verpackung entfernen. Dann kann man diesen gefrorenen Klumpen in den heißen Kaffee einrühren, der sollte aber wirklich heiß sein weil er danach eben kälter ist und der Kaffee dann ein-eindeutig nicht mehr so gut schmeckt…. es sei denn man mag Eiskaffee.

    Daran sieht man wie langweilig Instituts-Nachmittage sein können…

    Ich glaube allerdings das ich nicht ganz unverantwortlich für den Klimawandel bin…

    als Kind habe ich oft Feuer im Kamin gemacht und dabei das Fenster offen gelassen. Mein Vater meinte darauf: „Tristan, wir heizen nicht für draußen.“.

    Nun ja, jetzt ist die Erwärmung da… so kanns gehn wenn man unachtsam ist.

    P.S. Wonko trägt ganz tolle Sandalen

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