Entschuldigung

Eigentlich hätte ich gestern in Karlsruhe Geschichten vorlesen sollen, aber wir haben den Auftritt kurzfristig am Abend zuvor abgesagt. Nee, nich wegen Krankheit, sondern weil es sowenige Vorbestellungen gab. Für das Theater hätte sich das Öffnen wohl kaum gelohnt und ich wäre zwei Tage unterwegs gewesen und hätte am Ende tüchtig draufgezahlt, da es nur einen Anteil am Eintrittsgeld gab; keine Garantiesumme, keine Fahrtkostenrückerstattung.

Wahrscheinlich hätte ich das sofort hier posten sollen, in der Hoffnung, dass die, die kommen wollten, vorher nochmal hier reingucken. Es tut mir sehr leid, wenn Leute umsonst dorthin gegangen oder gefahren sind. Bitte entschuldigt.

Gestern Abend ist mir dann gleich nochwas unangenehmes passiert. Ich war spazieren, traf Freunde und wir landeten auf ein Bier im Mauersegler. Und dort fand prompt eine Lesebühne statt, der Brandmelder, von dem ich noch nichts wusste. Es waren wenig Leute da und als es anfing, standen wir auch noch auf und gingen. Da ich diese Situation sehr gut von Bühnenseite aus kenne, war mir das ziemlich peinlich … aber wir waren nunmal einfach zum Biertrinken und reden gekommen, da konnten mich auch Neugier und schlechtes Gewissen mich nicht bei der Veranstaltung halten.

(V.S.)

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12 Kommentare zu “Entschuldigung

  1. Das Problem kenne ich. Vor kurzem haben wir eine Lesung vor nur 5 Leuten gemacht (die wir auch noch alle kannten) und mussten kräftig draufzahlen. Glücklicherweise machen wir es als Hobby und sind auf die Einnahmen nicht angewiesen. Im Gegensatz zu Dir.

  2. Stimmt, erwischt!! :-)
    Ich meinte ja auch, dass man auch Leute über den Bekanntenkreis hinaus erreichen will. Sonst wird das zu einer geschlossenen Veranstaltung. Aber Du hast schon recht: schlechte Formulierungen muss man dem Verfasser zurückschleudern.

  3. Tja, ich denke, echte Volker Strübing-Fans können es dir verzeihen ^^ Ich würde ja auch in Erwägung ziehen mal zu ner Lesebühne mit Volker Strübing kommen. Nur leider wohne ich in Rostock, bin erst 15 und viel zu faul. Na, egal, muss ich dich aus der Ferne unterstützen. Indem ich mir das Buch zu Nicht der Süden gekauft habe, obwohl ich genau weiß, dass ich in Anbetracht des riesigen „Noch-zu-lesen-Haufens“ vor meinem Bett wahrscheinlich erst in nem Jahr oder so dazu kommen werde es zu lesen…Und indem ich ganz fleißig Kloß und Spinne gucke und damit die Aufrufe-Zahl auf YouTube in die Höhe treibe, in der Hoffnung, dass sich dann ganz viele sagen „Oh, das Video hat aber viele Aufrufe! Guck ich das mal!“, dann so begeistert davon sind, wie man es von Kloß und Spinne nun mal sein muss und sich dann „Das Paradies am Rande der Stadt“ (ich hoffe das hieß so), „Ein Ziegelstein für Dörte“ (muss ich mir beides auch noch mal irgendwann zulegen) oder zumindest das Buch zu Nicht der Süden kaufen und dann hoffentlich nicht den Schnipselfriedhof mit so einem riesigen Schachtelsatz vollspammen, der bestimmt ganz ungünstig zu lesen ist, und das sag ich obwohl ich eigentlich Schachtelsätze mag und diesen hier unnötig in die Länge ziehe, indem ich ihn selber kommentiere. Jedenfalls, wenn das passiert, was ich am Anfang des Satzes geschrieben habe eintritt, kann ich mir sagen: „Ha, hab ich Volker mal wieder unterstützt. Und das von zuhause aus!“ Ich glaube, ich neige zum Übertreiben…

  4. Was, du wolltest nach KA kommen und hast mir nichts gesagt? Wo bekommt man denn die Infos her, wo du wann bist?
    Vielleicht kommst du Zeit meines Studiums ja noch mal in den Süden – und vielleicht bemerk ich es dann auch :-)

  5. Ich mach dann mal die Ingrid:
    Links steht ‚Termine und so‘. Fast schon zu offensichtlich!

  6. Was KA betrifft, brauchst keinen roten Kopf zu bekommen, die Zahl der Kommen-Wollenden ließ sich kurz vor geplantem Beginn der Vorstellung an einer Hand, genauer gesagt, an einem Finger, abzählen…das Theater hatte sicher die Vorbesteller schon informiert gehabt.

    Was die kulturelle Nötigung im Mauersegler betrifft: was ist nun anstrengender, wenn man Geschichten hören will und muß stattdessen Biertrinken gehen und selber reden oder wenn man Biertrinken und reden will und sich stattdessen Geschichten anhören muß?

    Mir scheint, derjenige, der in situationsangepaßter Spontanumschaltetechnik sowohl reden, als auch biertrinken, als auch zuhören kann, lebt relativ streßfrei.

    Auf die Gesundheit!

  7. Man kann auch beides kombinieren… bei einer Lesung auswärts waren mal so wenig Leute gekommen, dass wir aufgestanden und mit denen trinken gegangen sind. War noch ein richtig guter Abend!

  8. @Tom: Das Draufzahlen wäre nur ärgerlich gewesen. Schlimm wäre vielleicht die Show geworden. Mit ganz wenig Leuten in einem Kabaretttheater, das kann sehr zäh für das Publikum und grausam für den Mann am Mikrofon werden. Manchmal wird es dann auch besonders schön und man kann jeden Text einer Person im Raum widmen oder man geht wie generator mit den leuten trinken – aber wenn das nicht klappt, dann wird es ein Horrorauftritt. Mir kamen die zwei eingeparten reisetage außerdem gerade sehr recht …

    @kumquats: Tut mir trotzdem leid, aber ich hab Dir dazu ja schon geschrieben. Und das im Mauersegler war keine kulturelle Nötigung – wir konnten ja gehen. Und ich werde mich sicher nicht über eine Lesebühne beschweren, die sich einen Auftrittsort gesucht hat.

  9. Dafür war’s drei Tage später in Bamberg in der vollbesetzten Aula um so schöner!

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