Schöne Wörter

In letzter Zeit ist der Schnipselfriedhof ja fast zu einem Fotoblog geworden. Darum jetzt nur Wörter; Wörter über Wörter. Über zwei Wörter. Zwei besonders schöne Wörter. Neulich ist mir aufgefallen, dass mir das Wort „Glühbirne“ sehr gefällt. Form und Funktion perfekt zusammengefasst und hübsch klingt es auch noch. Irgendwie niedlich. Solche Wörter werden ja heutzutage kaum noch hergestellt … und ausgerechnet dieses Wort ist vom Aussterben bedroht. Gäbe es nicht bessere, dringendere, effektivere Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels, als das Verbot von Glühbirnen zugunsten von Energiesparlampen, deren Licht genauso kalt und unsinnlich ist, wie der Klang des Wortes?

Außerdem liebe ich das Wort „Raucher Lounge“ (obwohl es nicht besonders gut klingt), weil hier nur ein kleines o Ursache und Wirkung voneinander trennt. Ist das Absicht?

(Volker Strübing)

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25 Kommentare zu “Schöne Wörter

  1. Ich mag ja das Wort Kautabak.
    Wollt ich jetzt nur einfach mal herschreiben, weil sich sonst so selten Gelegenheiten dafür ergeben.

    Kautabak Kautabak

  2. Danke :D
    Besser hätte mein Tag nicht anfangen können XD

    Ich kenne ein schönes italienisches Wort. Aspirapolvere.
    Man kann es drehen und biegen wie man will, es würde sich einfach nie nach Staubsauger anhören.
    Apropos Staubsauger – Eben beim Staubsaugen dachte ich daran, wie effektiv wenig Staub man eigentlich saugt, eigentlich sind es doch eher Krümel und Körnchen, die im Staubsaugerrohr hochrieselen. Krümelsauger. Hm ^_^

  3. Mein Lieblingswort: Niederländisch Mierenöker. Heisst wörtlich „Ameisenficker“ und bedeutet das selbe wie unser Korinthenkacker (der ja auch schon nicht schlecht ist).

    Das mit den Glühbirnen ist tatsächlich absurd. Da geht es wohl mehr um Industriepolitik als um die Umwelt. Wer hält da eigentlich welche Patente? Energiesparlampen enthalten Quecksilber und müssen in den Sondermüll! Und das soll umweltfreundlich sein?

  4. Also ich finde Immatrikulationsbescheinigung ein schönes Wort. Hab ich meinen Kindern schon mit einem Jahr beigebracht. Sag mal Mama, sag mal Papa, sag mal Immatrikulationsbescheinigung… Ist echt lustig.

  5. Wo wir gerade bei Worten sind:
    Heißt es nicht WORTE statt WÖRTER? Immerhin sind es ja auch die KinderHORTE und nicht Kinder HÖRTER ;)
    Oder ist WÖRTER jetzt auch erlaubt?

  6. @Benni: Bei Energiesparlampen geht es ja auch einzig und allein ums Energiesparen, nicht um Umweltschutz. Sonst würden sie doch UMWELTSCHUTZLAMPEN heißen :D

  7. Ich hasse Energiesparlampen. Was soll´s, das bisschen Verschwendung ;-)

    @Volker: Besser du wirst wieder Nichtraucher xD

  8. @ Thomas:

    Worte sind etwas anderes als Wörter.

    „Wörter“ sind wie hier einfach nur Aufzählungen: „Glühbirne“, „Kautabak“, „Cellardoor“, …

    „Worte“ hingegen beschreiben einen zusammenhängenden Text oder vielleicht auch nur einen Satz:
    „In letzter Zeit ist der Schnipselfriedhof ja fast zu einem Fotoblog geworden.“

    Ich persönlich hab aber gar nichts gegen die tollen Fotostrecken, Volker. Also bitte nicht weniger davon sondern mehr Worte.

  9. Hihi, das mit der „Raucher L(o)unge“ ist ja wirklich ein kurioser Zufall, klingt als Lounge natürlich aber viel entspannter und entwirft im Kopf nicht gleich das Bild eines schwarzen Kohleklumpens.

    Ein schönes Wort ist im Übrigen auch Brombeermarmelade. Wenn man das mit einer tiefen Stimme sagt, mhmm! ^^

  10. Geht Euch das auch so: von klanghaften Wörtern (manchmal sogar Worten) hab bisweilen nen richtigen Ohrwurm!

    Die sag ich dann den ganzen Tag vor mich her, so wie man sonst ein Liedchen summt.

    Muss ich jetzt zum Arzt?

  11. … ich muss gestehen, das kenne ich auch. Aber wenn ich jetzt das Wort sage, was mir des öfteren mal durch den Kopf spukt, dann muss ich wirklich eingewiesen werden. Ich erkläre mir das immer damit, dass ich eindeutig zu viele Arztserien gesehen habe.

  12. ein lieblingswort hab ich jetzt grad nicht aber öfter mal denk ich über die seltsame zusammenstellung oder den komischen klang ein wortes nach. das letzte mal war es glaub ich paprika. mhh das klingt jetzt wieder ganz normal naja^^
    achso und wegen den energiesparlampen. sparsamkeit hin oder her aber hab die mal daran gedacht das die nicht überall energiesparen. bei flurbewegungsmeldern zum beispiel. da sind die doch viel zu kurz an um energie zu sparen. und durch das sändige an und aus gehen die auch noch schneller kaputt.
    erst die „umwelt“ abkackprämie (danke volker^^) und nu das. ich glaub langsam das unsere regierung von aliens übernommen wurde die die erde langsam zugrunde richten wollen.^^

  13. meine Lieblingswörter:

    > zapzarap (weil es so zackig klingt, wie das, was erledigt werden soll, erledigt werden soll)
    > eumel (klingt so fein, und ist zudem meine lieblingsfopperei für freunde)
    > foppen (ploppt so prima zwischen den lippen)
    > schelm (klingt..zärtlich)
    > nimmermehr (lässt sich so schön sagen nimmer….mehr…ist das nicht eigtl auch irgendwie ..gegensätzlich)
    > gletscher (klingt schon fies, frostig, rutschig)
    > schwelgen (hach…hach…ja!)

  14. Pingback: Hier fährt der Chef noch selbst « Schnipselfriedhof

  15. Ach, Rohrohr-Zucker, das hab ich heute morgen gelesen, an Ohren gedacht und dann an dieses Thema beim Schnipselfriedhof.

  16. Hallo!
    Mein Junior ist ein Trendsetter. Er hat eine Weile lang immer „autschi“ gesagt, wenn er sich weh machte. Habe ich total übernommen. Muss mich nun, wenn ich mich anschlage halb-tot lachen und vergesse den Schmerz viel schneller… autschi… hihi

    Ich selbst nutze gerne das Mecker-Wort „heidenoppel“. Auch das lässt die Wut schnell verschwinden.

    Sind richtige Positiv-Booster. Findet ihr nicht auch?

    LG

  17. Ich finde das Wort Fördermittelbescheid sehr schön, das Wort Verwendungsnachweis hingegen scheußlich.

  18. Mein persönlicher Spitzenreiter: „Drahdiwixpfeiferl“.
    Das ist nur eine von acht(!) Schreibweisen, was einen nicht weiter verwundert, wenn man weiß, daß man sich im Freigehege Bayern nicht einmal einig ist, ob das nun bayrisch, bairisch oder bayerisch ist.

  19. @ Thomas

    Streng genommen gilt Ennos Erklärung nicht nur für einen zusammenhängenden Text, sondern sogar für ein einziges Wort. „Dein ‚Wort(1)‘ in Gottes Ohr, auch wenn es nur aus einem einzigen ‚Wort(2)‘ besteht“: ‚Wort(1) ist der Singular von ‚Worte‘, ‚Wort(2)‘ der Singular von ‚Wörter‘.

    Richard Wagners unerreichte lyrische Zeile „Wagalaweia! Wallala weiala weia!“ besteht aus vier Wörtern, deren Zusammenhang sich mir vollständig verschließt. Trotzdem bilden diese vier Wörter Wagners Worte.

    Wörter sind das Material. Jede Verwendung oder Konstruktion macht sie zu Worten. Selbst wenn Du gar nichts sagst: ohne Worte. Benutztes Material: null Wörter. Theoretisch. Praktisch zwei. Wörter. Macht wieder Worte. Logisch, gell?

  20. @ Thomas

    Ganz streng genommen sind/ist Wagners/sein zitierter ‚Satz‘ Wagners/seine Worte, der/die aus vier Worten besteht/bestehen, die einmal Wörter waren, bevor sie gedacht, geschrieben oder gesagt wurden.
    So, Schluß jetzt!

  21. Ich finde das Wort „Raucher Lounge“ ganz toll. Erinnert mich an Raucherlunge. Sollte hier mal thematisiert werden. Regelmäßig.

  22. @ atarac : Ich habe gestern ein tolles Zitat im Radio gehört. Eine Frau rief bei einem überregionalen Radiosender an und behauptete, dass unsere Regierung eine Monarchie ist, die sich hinter einer Demokratie versteckt… Da find ich die Vermutung mit den Aliens schon Wahrscheinlicher… =D

    Ich hab mich seit meiner letzten Bayern-Klassenfahrt in das Wort Oachkatzeschwoaf (hochdt: Eichhörnchenschwanz) verguckt… Das geht mir nicht mehr aus dem Kopf…

    @Volker: Ich liebe deine Arbeiten…

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