Slam 2008 (2) – Der seltsam muffige Geruch des Sieges

Verrückt. Micha und ich haben den Teamwettbewerb gewonnen und den Siegerkranz, den wir 2006 schon mal hatten, von Smaat zurückbekommen. Schon vor 2 Jahren hat diese seit 2001 in Umlauf befindliche Trophäe ziemlich gemüffelt und das ist in dem Jahr bei Smaat zuhause nicht besser geworden. Jetzt stinkt er mein Etap-Hotelzimmer voll und nur darauf bezieht sich die Überschrift dieses Beitrages!

Der SLAM 2008 ist großartig, alles fetzt, das meiste sogar urst (bis auf die Pommes beim Abendessen eben und diese Eckspiegel im Etaphotel, wo ich immer Angst habe, verrückt zu sein, weil mich ein fremder Mann daraus anguckt, der sich ulkig bewegt (immerhin weiß ich Dan sei Dank inzwischen aber, warum: Weil man sich nämlich in diesem Spiegel nicht spiegelverkehrt sieht sondern richtig rum, wegen der Ecke und so (was andererseits den beunruhigenden Gedanken aufwirft, dass ich für andere Leute immer so aussehe wie der komische Mann im Etapspiegel)), also jedenfalls ist alles schön, aber ich habe auch leicht reden, weil es mir zum Beispiel erspart geblieben ist, schon in der Vorrunde an einer unglücklichen Startplatzauslosung zu scheitern … als Team hatten Micha und ich riesiges Glück in dieser Hinsicht. In der Teamvorrunde hatten wir den letzten Startplatz, da war die Stimmung schon am Kochen und die Jury verteilte freigiebig Höchstnoten, was sie am Beginn einer Show nie tut. Im Halbfinale waren wir zwar ziemlich früh dran, als vierte von zwölf, aber auch das hat sich als Glücksfall entpuppt, denn wir hatten einen Text über Texte und über Slam geschrieben, voll die superoriginelle Idee; prompt hatten noch vier oder fünf andere Teams denselben Gedanken, und als schließlich das grandiose Team Totale Zerstörung an ihrem eigentlich superen späten Startplatz nochmal über Texte und Slam texteten und slammten, hatten sie keine Chance mehr … tat mir übrigens ein bisschen leid fürs Publikum. Die müssen den Eindruck gewonnen haben beim Slam würde sich alles nur um den Slam drehen, so, als kämen im Kino nur Making-Ofs. Naja, sowas passiert.

Mann, Mann, Mann, haben wir echt nochmal gewonnen! So ganz genau weiß ich nicht warum. Wir haben uns zwar viel Mühe gegeben und schöne Texte geschrieben (sogar einen, den wir selbst immer nur „den schönen Text“ nennen) und die Lottofee hat es bei der Auslosung gut gemeint, aber das trifft alles auch auf andere Teams zu. Naja, irgendjemand muss ja gewinnen, wir haben da nicht lange rumgezickt. Und den anderen bleibt der Trost, dass sie noch ein himmlisches unbeschwertes Jahr ohne müffelnden Kranz vor sich haben. Und wenn wir ihn nächstes Jahr weiterreichen, hängen wir vielleicht einen Wunderbaum dran, so sind wir!

Das wars für heute, ich muss zurück in den Schiffbau und noch ein paar Halbfinaldaumen drücken, eigentlich für alle, aber aber für einige ein bisschen doller und ganz besonders für Micha.
(Volker Strübing)

PS: Gerade kurz nachgedacht, ob für die Vermeldung von Meisterschaftssiegen nicht langsam die Blogkategorie „Alltag“ die richtige wäre ;)

14 Kommentare zu “Slam 2008 (2) – Der seltsam muffige Geruch des Sieges

  1. Glückwunsch !!! Das klang bei der Welturaufführung am Mittwoch im „Lokal“ schon Siegverdächtig !!! Weiter so.

  2. Pingback: LokBlog » We are the champions - Sekt für alle!

  3. Pingback: Slam2008 [5] - Die falsche Entscheidung » Neunzehnhundert :: Neue Introspektiven

  4. Na dann Glückwunsch lieber Volker, müfflige Kränze sind besser als müfflige Socken, da Plan jetzt mit auszeichnung bestanden…kann man ja mal an diversen Zuschauerquälserien arbeiten. LG Lutz

  5. Pingback: E suuubers Züri « The Christian Ritter Blog

  6. Mir hätte es in meinem Beitrag den Schluss versaut, deshalb hab ich den Teamwettbewerb nicht erwähnt. Gratuliert habe ich ja hoffentlich schon persönlich. Ach scheiß drauf: Glückwunsch, Freude, Eierkuchen und hoffentlich habt ihr ein Kellerverließ für den Kranz gefunden.

    Ach, und: Gib Micha doch auch mal so einen Blog, in der Slamily macht er das doch eh irgendwie. Zwinkersmiley.

  7. Vielen Dank für die Glückwünsche und alle gedrückten Daumen!

    Den Kranz mussten wir wegen der ganzen Schleifen und BHs daran am Flughafen in Folie verpacken lassen. transport- und geruchsfest, praktische Sache, das.

    @Critter: Wieso hätte Dir das den Schluss Deines Beitrages versaut? Weil dann jedem klar gewesen wäre, das Team LSD am besten küsst?

  8. Pingback: Zu viel! | Blogboys

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.