Fußball hat Berlin zerstört

Warum kommt dieser Text erst jetzt? Nun, gestern hat mir jemand erzählt, wer Europameister im Herren-Fußball geworden ist. Ich hatte das nicht mitbekommen. Ende Juni war ich rechtzeitig vor dem Halbfinale in den Urlaub gefahren, in ein kleines Land im Herzen Europas, das aber nicht teilnahm, an dieser EM. So blieb ich verschont, von Public Viewing und von den Zeitungsschlagzeilen morgens beim Bäcker. Aber die waren ja nicht mal das schlimmste.

Das schlimmste war, dass man dem ganzen nicht entkommen konnte. Ich weiß nicht, wie sie das angestellt haben, aber seit dieser furchtbaren FIFA-WM 2006 kann man diesem Scheißdreck in Deutschland nicht mehr entkommen. Ich konnte als Berliner jahrelang die Loveparade links liegen lassen. Ich verpasse den jedes Jahr den Christopher Street Day, auch den Berlin-Marathon und ich erspare mir den Karneval der Kulturen der Welt. Fußball zu ignorieren, das ging nicht.

In den Zeitungen zeigten sie vollbusige Schönheiten beim Feiern, aber bei mir unterm Balkon grölten immer nur dicke Männer mit Körpergeruch „Deutschland!“ Hatten die nicht reingedurft, in die Fanmeile, und mussten die deshalb durch Prenzlauer Berg marodieren? Hätte man die nicht mal für einen Tag austauschen können? Hässliche Deutschland-Rufer in der Zeitung und knapp bekleidete Fräuleins bei mir auf der Straße?

Aber selbst wenn ich eines dieser schwarz-rot-goldenen Mädchen mal in echt sah, machte es mir Angst. Wenn es merkte, dass Fußball mir egal war und Deutschland auch nicht so wichtig, reagierte es so ähnlich wie eine ostdeutsche Staatsbürgerkundelehrerin, der man sagte, das Pfingsttreffen der FDJ sei Scheiße, und die DDR mitnichten das beste Land der Welt. So ähnlich reagierte es, bloß aggressiver. Es wusste den Mob hinter sich. Die Fahnen an Autos und Fenstern hingen, ohne dazu aufgefordert werden musste.

Dabei habe ich im Grunde gar nichts gegen Deutschland oder gegen Frauen und auch nichts gegen Aggression. Ich möchte bloß selber nichts damit zu tun haben. Und ich möchte auch nichts mit Fußball zu tun haben.

Okay, wenn das alle außer mich interessiert, sollen sie es sich doch ansehen, aber doch nicht wochenlang. Und doch nicht überall. Da haben sie Fernseher zu Hause, aber gucken müssen sie auf der Straße. Man konnte einfach nirgendwo hingehen, ohne Bildschirm, Leinwand und diesen Stadionklang. Man war dem ausgeliefert, ´06 zur WM und diesen Sommer zur EM, ausgeliefert, wie ein Nichtraucher dem Qualm der anderen. Wenn es dir nicht passt, bleib doch zu Hause.

Es ist verdammt trostlos, zu Hause bleiben zu müssen, nirgendwo hin gehen zu können, sich nirgendwo willkommen zu fühlen. War das nicht mal meine Stadt? Ich merkte, dass ich keine Stammkneipe mehr habe, denn in meiner Stammkneipe würden sie nie Fußball zeigen.

Selbst in linken Szenetreffs saßen sie vor den Leinwänden, bloß dass sie sich über jedes deutsche Tor ärgerten. Ansonsten die selbe Massenhysterie, die selbe Blödigkeit, die selbe Aggressivität.

War Berlin nicht mal anders? Oder bin ich, wenn ich das denke, bloß auf seinen Mythos reingefallen? Gab es nicht mal so etwas wie Vielfalt? Ein Nebeneinander? Pluralismus? Sind wir nicht genau wegen dieses Pluralismus auf die Straße gegangen, ´89?

Gab es nicht mal eine Zeit, in der Fußballfans Fußball guckten, und andere, wenn sie nicht wollten, mussten gar nicht mitmachen? Eine Zeit, in der Wirte Bier verkauften, ohne sich ausnahmslos alle bei der selben Bevölkerungsgruppe anzubiedern, noch dazu bei einer der unsympathischsten? Eine Zeit, in der sich die Leute über jede Alternative zum gerade aktuellen Hype freuten? Gab es nicht mal so eine Zeit? Und gab es nicht mal einen Ort, wo es so war? Und war dieser Ort nicht Berlin?

Fußball hat Berlin kaputt gemacht. Fußballfans haben es zerstört. Nicht die, die prügelnd und randalierend die dritte Halbzeit feiern, sondern die mit Filzstift an der Backe und Beck´s-Flasche in der Hand. Und jene, die diese mit offenen Armen und gierigen Kassen empfangen haben.

Was für ein Verlust an Lebensqualität! Was für ein Jammer!

(Andreas Krenzke)

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33 Kommentare zu “Fußball hat Berlin zerstört

  1. Bleibt nur noch der Trost, dass das nur alle 2 Jahr so ist ;)

    Aber wer weiß, wie lang unsere Kicker noch so erfolgreich sind und was passiert, wenn sie das nicht mehr sind, wenn man nicht mehr hauptsächlich Siege feiern kann, sondern Niederlagen eingestehen muss. Wenn er plötzlich nicht mehr „wir“ sind, die gewonnen haben, sondern die Nationalmannschaft, die schlecht gespielt hat. Wenn die Wirte bei jeder NIederlage Freibier ausschenken müssen, um sich die Gäste zu halten…
    Wer weiß, was dann passiert…

    Ich schau mir übrigens ganz gern manchmal Fußball an, aber ich finde es auch übertrieben…

  2. Zu diesem Artikel lässt sich nur eins sagen, dass aber so oft es geht: Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau! Genau!

  3. Hallo Volker. Wollte Dir nur sagen, dass Dein Blog leider aus meinem Feedreader fliegt. Ich ertrage diese negative Schreibe von Krenzke nicht länger. Seltsam eigentlich, wo Du doch immer so nett und fröhlich wirkst. Viel Erfolg noch. Ben.

  4. Hallo Herr Benjamin alias „die Zukunft kann uns mal kreuzweise“,
    vielleicht können Sie Herrn Krenzke schon längst mal kreuzweise, vielleicht würde dieser das aber nie so negativ formulieren, weil er ein netter Mensch ist, der weiß, was sich gehört.
    Viel Erfolg noch Ihnen, denn Sie scheinen ihn nötiger zu haben.

  5. Oh es tut mir Leid, dass IHRE STADT leider dadurch kaputt gemacht wird. Nur leider dürfte dass der Großteil der Menschen anders sehen. Dass sie sich lieber Minigolf im Fernsehen ansehen, nun dafür kann ich nichts. Dass wir Proleten halt auf Fussball stehen, dafür kann ich auch nichts. Es tut mir leid und ich werde mich persönlich dafür einsetzen, dass IHRE STADT demnächst vom Pöbel befreit wird, sollte wieder Fussball laufen.

    Spass beiseite. Ihr Artikel regt mich auf. Spielverderber ist das richtige Wort. SIE wissen es gar nicht was es heißt, Fussballfan zu sein.

    Und ein friedliches Nebeneinander ist es nicht genau das was passiert ist? Es gab keine Ausschreitungen. Es wurde gefeiert. Und es tut mir wieder einmal leid, dass es sie so sehr anbiedert.

    Wir sind eine Fussballnation. Akzeptieren sies. Seien sie dabei. Ignorieren sies. Oder bleiben sie zuhause.

    In diesem Sinne…

  6. So funktioniert Demokratie…die Mehrheit findet was toll und drum darf die Mehrheit auch auf dem Fanfest gemeinsam friedlich Fussball feiern.

    Und Zwang, sich das reinzuziehen, gibt´s beim Fussballschauen ja nich wirklich!!! Wem das so vorkommt, der sollte sich mal fragen, ob er nicht mal seinen Horizont erweitern sollte. Ich meine damit nicht, dass er sich für Fussball begeistern muss, sondern ich will sagen, dass es genügend Kneipen und Orte gibt, die auch zu solchen Jubelzeiten Fussballfrei sind. Einfach mal andere Kneipen besuchen und ein wenig neugierig in neue Lokale schauen???!!!

    Ich fands klasse und werde es auch 2010 wieder klasse finden. Wie die Mehrheit der Bevölkerung. Und dass die Mehrheit das Recht hat, das auch auszuleben, wer das infrage stellt, stellt damit auch indirekt die Demokratie infrage.

    Und noch eins… HALLO, WACH AUF, WIR LEBEN IN EINER GLOBALISIERTEN WELT!!!!! Und das ist auch gut so.

    Schönen Gruß

  7. Als ob wir alle zuhause Fernseher hätten, um Fußball zu gucken. Was sollen wir denn machen, außer an der Elbe (oder in Berlin an der Spree) im Biergarten mit allen anderen zu gucken? Radio hören?

  8. Ich finde das ständige, sinnlose Genörgel und die ewige Polemik Andreas Krenzkes mittlerweile auch mehr als müßig. Warum sich zwei in ihren Beiträgen so unterschiedliche Blogger eine Seite teilen müssen, ist mir ohnehin ein Rätsel. Wenn Volkers Einträge nicht so gut wären, hätte ich es Ben schon längst nach gemacht…

  9. Was haben denn jetzt alle plötzlich gegen Andreas Krenzke? Ist es inzwischen verboten, seine Meinung zu vertreten? Es zwingt euch ja keiner, seine Artikel zu lesen… *kopfschüttel*

  10. Manche mögen eben die oft übertreibende Ironie von Spider nicht. Ist ja auch Geschmackssache. Negativ ist der Text da oben aber nur für den, bei dem die Übertreibung erst gar nicht ankommt.

  11. Kann dich gut verstehen. War mir irgendwie nicht geheuer wo auf einmal all die „Fußballfans“ herkommen, die doch vorher keine waren. Ich bin dem Trubel auch größtenteils aus dem Weg gegangenb, weil ich dem ganzen nicht wirklich was abgewinnen kann.

  12. Lieber Spider! Ich freu mich immer, wenn ich den Schnipselfriedhof-Blog lese und zwischendurch raten muss, dass der Text von dir ist.
    Schön auch, dass im ersten Satz des ersten Kommentars von „unseren Kickern“ die Rede ist.

  13. Herrjeh!

    Stilmittel Ironie… klingelt da irgendetwas? Schonmal gehört?
    Gibt es eigentlich auch einen Unsinn für Humor?

    Ich find es nett, vor allem auch die Idee, dass die Zeitungen voll sind mit hässlichen Deutschland-Rufern.
    Funktionieren die Zeitungen an dem Tag dann wie diese aufklappbaren Geburtstagskarten mit Musik und es erschallt ein quäkendes Stimmchen, wenn man die Zeitung aufschlägt?

    Ische

  14. Aus dem Länderfussball ist praktisch ein zweites Weihnachten geworden: Es gäbe nichts dagegen einzuwenden wenn es einen nicht auf Schritt und Tritt verfolgen würde. Dem einen ist genauso schwer zu entkommen wie dem anderen.

  15. hier in nrw haben sie es „rudelgucken“ genannt (auf dem erfindersenderdesjugendfunksjetztaberauchalteleuteradio, genannt einslive) und ich frage mich, ob es das schlimmer oder besser gemacht hat… weiß ich nicht…
    ich wüsste sowieso viel lieber, wer die 10 einflussreichsten leute sind, die nie gelebt haben… kennt die jemand?

  16. @frankthefrog:

    A) Hr. Krenzke hat keinen Fernseher. Nicht mal für Minigolf.
    B) Hr. Krenzke ist auch Prolet. Macht trotzdem keinen Fußballfan aus ihm.
    C) Wir erobern uns die Stadt schon noch zurück.
    D) Fußballfans spielen nicht, sie gucken nur zu. Deshalb kann Hr. Krenzke kein Spielverderber sein.
    E) „Wir sind eine Fußballnation“ (?) – Achten Sie lieber mal auf sich und Ihre Meinung – glotzen Sie nicht soviel fern!

  17. Zum Glück findet Volker Fußballgucken genauso zum kotzen wie Spider. Aber er findet die Fussballplatzfotos von Steffi ja so toll, müssen wir uns also Sorgen um eine der letzten Bastionen gegen die Geldmaschinen FIFA und UEFA machen, denen es immer mehr gelingt die Massen zu paralysieren und damit RICHTIG Kasse zu machen (denn darum gehts doch)?

  18. Als Fußballfan schäme ich mich für die künstliche Begeisterung fachferner Mitläufer, die alle zwei Jahre einmal „Fußball feiern“, und in diesem Zusammenhang auch noch antihumanistische Kampfbegriffe wie „Globalisierung“ und „Nation“ gleich mit hochleben lassen. Was einiges über die Verbindung von Elitetraum, Kapitalismushörigkeit und schiefem oder nicht vorhandenen Humorverständnis aussagt.

  19. Wenn ich mir die Beiträge hier durchlese, habe ich den Eindruck, Fussball würde die Leute nicht zusammenführen, sondern spalten^^
    Ich bin übrigens einer dieser „Mitläufer“, die sich eigentlich nichts aus Fussball machen, aber sich trotzdem gerne mit nem Bier und nen paar Freunden (oder auch ner jubelden Masse) mal das ein oder andere Spiel angucken.
    Ich verstehe nicht, warum man nicht einfach mitfeiern kann? Wenn das Spiel nicht interessiert, dann guckt man halt nicht hin… ist doch ein super Anlass zum Feiern.

  20. Wenn Fussball wenigstens die Nation spalten würde, wäre er zu was nutze. Am besten in allerkleinste Bestandteile zerspalten, bis man die kümmerlichen Reste einfach wegfegen kann. „Nation“ ist eins der wenigen Dinge, die vielleicht genauso überflüssig sind wie Fussball.

    Auch ich kann zum Artikel nur sagen: Genau! (Ich bin leider aus Hamburg und Detschland erst kurz vorm Endspiel entkommen.) Und wegen mir ruhig weiter „nörgeln“, ich finde es unterhaltsam.

    Gruß,
    gegenglueck.

    @uli: wo du dich hier als „fussballfan“ von den „fachfernen Mitläufern“ distanzierst, kannst du vielleicht kompetent die Frage beantworten, warum so ein Turnier VIER Wochen dauern muss? Jede andere Mannschaftsportart, schafft das, bei z. T. mehr Spielen, auch in zwei Wochen …

  21. @peter
    Fußball ist, streng genommen, noch nicht einmal für diejenigen ein Anlass zum „feiern“ (saufen? rumschreien? in der Nacht hupen? Kann ich auch so…), die sich dafür wirklich interessieren. Ich behaupte sogar, erst recht nicht.

    @gegenglück
    1. Würden die Mitläufer nicht so laut rumbrüllen, würe ich mich auch nicht distanzieren.
    2. Ein Turnier MUSS nicht vier Wochen dauern. Das ist eine Erfindung der Wirtschaft und des Fernsehens. Funktioniert aber nur wegen der vielen Mitläufer…

  22. 89′ war eine großartige Sache. Aber ich erinnere mich auch daran, daß Plakate mit der Aufschrift „Mehr Geld!“ getragen wurden. Und wenn ich mir vor Augen führe, wie schnell die guten Ansätze nach der Wiedervereinigung verschwanden …
    Da scheint der Osten doch aus unterschiedlichen Motiven heraus auf die Straße gegangen zu sein.

  23. Wegsehen.

    Dann schau halt nicht hin! Zwingt Dich ja keiner! Gibt doch genüüüüügend andere Kneipen / Sendungen.

    Und wer fordert zum Wegsehen auf? Frankthefrog, das M. didadidldum (oder so) und peter. Endlich sagt es mal einer! Verschließen wie einfach die Augen vor dem, was uns nicht passt und unsere eigene kleine Welt wird viel schöner sein. Es gibt so viele Sorgen in unserem Leben, die wir einfach durch Wegsehen lösen können. Gehen wir einfach alle nach Hause.

  24. Wer Fußball vergöttert, soll ihn feiern und damit seinen Patriotismus offen zeigen!
    Damit sagen: „Welch tolles Land“!
    Im nächsten Satz aber äußern:“ Steuern erhöht, Bier zu teuer, Benzin zu teuer “
    „Wie soll man das noch bezahlen“!

    Mein Tipp:Sich mal mit seiner Meinung festlegen und beim Fußball nicht so viel Bier kaufen,
    dann reichts auch fürs Benzin.

  25. @uwe:
    Also ich habe nicht zum Wegsehen aufgefordert… eher zum Hinsehen! Zum einfach mal vorurteilsfrei versuchen es gut zu finden. Wenn das nicht klappt, kannst du immer noch – dann aber aus gutem Grund – sagen „Fußball is doof!“.

    Was willst du auch ernsthaft anderes machen, außer entweder weg gucken, oder mitmachen? Wild gegen diese blöden, intoleranten und ignoranten Fussballfans wettern?
    Also da spare ich mir doch lieber meine Nerven für wichtigere Dinge.

    Wenn du unbedingt eine Revolution starten willst, dann such doch bitte was, das wichtiger ist, als Fußball!

  26. Oh mensch hey Spider, ich liebe dich!
    Ich liebe Leute, die Fußball hassen. Fast noch mehr als Fußball.
    Ich liebe Fußball, wenn er gespielt wird. Als Kind habe ich Fußball gespielt mit einer dermaßenen Inbrunst, das kann sich kein Erwachsener vorstellen.
    Und, weißte, Spider Krenzke, wenn man als Kind Fußball gespielt hat, da kommt man nie mehr von los. Nie nie mehr. Und wenn jetzt einer auf dem Public Bigscreen so gegen den Ball tritt, wie der, der da grade im gleichenTrikot rechts oder links daneben rennt, möchte, daß der Ball landet, wo er eben hinzurennen angefangen hat, das ist so schön, dann möchte man heulen. Weil man das kennt von früher. Hat man sich so gewünscht. Daß der Ball EINMAL da landet, wo man ihn hin haben will. Weil das so schön ist. Das ist Kunst. Schach. Sex. Kunst. KUNST. Verstehste, Spider? Das ist schö-hen.
    Und wenn es jetzt z.B. auf einmal Mode wird, daß alle Menschen Lesebühnentexte schreiben, aus welchen machtpolitischen Gründen auch immer, und in jeder, aber auch jeder Balinakneipe plötzlich LesebühnerInnen auf Riesenleinwänden rumrezitieren, und knapp bekleidete Fräuleins direkt unter deinem Balkon wohlriechenderweise stundenlang MAJAKOWSKI SHALALALALA grölen, das wär doch auch scheiße. Da würdste Dich auch ausgeschlossen fühlen.
    Dis ist immer noch Dein Balin. DER FUSSBALL MIMMT DIR BALIN NICH WEG. Seima baruhischt. Das letzte Mal, daß ein Berliner Fußballverein deutscher Meister wurde, ist 76 Jahre her. Sechsundsiebzig!!! Das war in der WEIMARER REPUBLIK!!! So gut wie alle Fußballklubs, die jemals legendär abgekackt sind, kommen aus Berlin. Blau-Weiß!! TASMANIA!! Tennis(!!!) Borussia!!!! HERTHA BSC!!!!!
    Mach Dir mal keine Sorgen, Spider.
    Ihr Großstadtautisten seid schon schnuckelich, echt.

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  28. Zu Krenzke:
    Ich glaub ich würde nicht bei einer einzigen seiner geäußersten Meinungen und Kommentaren sowas sagen wie „Ja, genau“ oder „Stimmt“. Es ist aber geradezu genial wie er immer wieder Diskussionen auslöst denen man exorbitant viel Unterhaltung entnehmen kann und die mich praktisch immer zum schmunzeln bringen.

    Zum Fussball:
    Ich brülle gerne, ich bin laut, angetrunken und in der Masse kann sich im Grunde keiner erlauben sich den mitläufernundrichtigenfans-Fans entgegenzustellen. Im Grunde ist das für mich die Inbrunst des Proletariats. Das Spiel wird nach dem Spiel zur Nebensache. Und zur Nationalität muss ich leider sagen, dass ich zur letzten EM In Schwarz Rot Gold Weiß Blau Rot und Rot mit Halbmond rumgrannt bin. Ein Mob mind. drei Nationalitäten!!!

    HevoB

  29. Dann bin ich halt Proletarier. Ich hasse es zwar die Menschen in Kasten einzuordnen, aber ok. Manch einer hält sich für was besseres. Und meint damit anderen sagen zu müssen, dass Fussball Scheisse ist, weil man es selbst nicht leiden kann. So viel zur Meinungsfreiheit. Die Mehrheit fands geil und das ist Fakt. Und Berlin steht doch noch oder?

    P.S. @ HevoB: Wir haben was gemeinsam :-) Ich bin auch laut und angetrunken. Aber ein Mitläufer bin ich nicht nur weil ich Fussball geil finde. Die Diskussionen machen das Zuschauen doch erst interessant oder?

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