Nicht der Urlaub

Wir hängen immer noch in Seydisfjördur. Eigentlich ein guter Ort zum Rumhängen, ein niedliches Städtchen mit W-LAN, Milchkaffee, Blubberbad, einem Schrottplatz, einem Fjord und schätzungsweise 1,7 Wasserfällen für jeden der knapp 800 Einwohner. Aber der Zoll hat die Biervorräte an Bord verplompt …

Ich bin mit den Nerven ziemlich am Ende und einigen aus dem Team geht es genauso. Nein, nicht wegen dem Bier. Statt Seekrankheit: Hafenkoller. Ganz zu schweigen davon, was 4 Wochen Dreh und See bzw. Hafen mit einem machen (oder sind es schon 5?). Ich weiß, dass viele mich um diese Reise beneiden; einige haben es mir gesagt, bei allen anderen gehe ich einfach davon aus, weil es komisch wäre, wenn sie es nicht tun würden. In den letzten Wochen hätte ich sehr oft sehr gerne mit ihnen getauscht.

Entschuldigung, ich muss in diesem Punkt jetzt etwas schwammig bleiben, sonst tippe ich einen halben Roman hier rein. Der Titel wäre „Befindlichkeiten“, was in der Filmsprache soviel wie „Gefühle“ bedeutet ;) Oh. Mist. Ein Buch muss ich ja auch noch schreiben! Bzw. ein halbes. Bis jetzt kritzle ich nur Notizen und Befindlichkeitsprotokolle; wie ich daraus einen vernünftigen Text machen soll, weiß ich nicht. Wird wahrscheinlich shrecklicher Befindlichkeitskrempel. Den Rest werde ich ziemlich knapp halten müssen: „Ich stieg auf den Berg. Es war sehr schön dort oben. Die Aussicht war unbeschreiblich.“ – so in der Art. Das Wort „unbeschreiblich“ ist natürlich für einen Schriftsteller eine Bankrotterklärung. Ich werde sicher nicht drum rum kommen … Naja, Kirstens Hälfte des Buches und die Fotos von Alex werden alles wieder rausreißen.

Drei gute Nachrichten: Erstens: Ich bereue nicht, hier zu sein. Die Selbstvorwürfe, wenn ich abgelehnt hätte, wären viel schlimmer gewesen, als alles, was mir auf dieser Reise passiert und noch passieren kann.

Zweitens: Oft ist es wunderschön und lustig und aufregend und äh … unbeschreiblich …

Drittens: Der Film wird gut.

So. Und nach der Jammerei jetzt noch ein paar schöne Urlaubsfotos:

Volker von innen:

Oh, oh, das war ein schlimmer Moment, ein ganz schlimmer:

Vorne steht Tom und ist am Verzweifeln, hinten Lutz (nein, er pinkelt nicht!). Wenigstens war das ein richtig guter Ort für schlechte Nachrichten …

UPDATE: Lutz pinkelt doch.

Gletscherschmelze:

Also Himmelse könnse machen, die Isländer. Da kannste nich meckern.


Auf einem Bild ist übrigens Kirsten versteckt. Wer sie findet, kriegt 87 Punkte. was war das aber auch für ein wunderschöner Ort zum fast-Verzweifeln! (Quatsch! Das gehörte zur ersten Fassung der Bildunterschrift des Bildes mit Tom und Lutz und ich hab vergessen ihn zu löschen!)

(Volker Strübing)

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9 Kommentare zu “Nicht der Urlaub

  1. Ich glaube, die Frau Fuchs ist auf dem Bild unter „Volker von innen:“ das, was da rechts an dem Felsbrocken in der Mitte des Bildes am Horizont steht.

    Wirklich, schönste Verzweiflung.
    Ich wünschte, die meinige sähe auch öfter so pittoresk aus…

  2. wenn ich mir die fotos ansehe … ist frau fuchs vielleicht auf der eisscholle?
    ach quark!
    bin schon gespannt wie sich dein buch lesen wird. irgendwie muss ich grade an „die letzten ihrer art“ denken, von douglas adams. ja volker, da hast du dir was vorgenommen; aber das schaffst du! :-) juhuuuu!

    ps: ich hoffe du hast gelernt solche himmelsen zu kreieren – wären hier sicherlich auch ganz hübsch.

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