Mit der Schiffsschaukel zurück nach Island

Mal wieder: Island. Mal wieder keine Emails vom Café aus abschicken können. Ansonsten ein Land zum Verlieben …

Abschied von den Färöern. Der Mann mit der Kaffeetasse ist Florian, der Kameraassistent.

Auf diesen idyllischen Moment folgten 30 Stunden extreme Wackelei. Trotz niedrigerer Windstärke als im Skagerrak wurden wir durchgeschüttelt wie nie zuvor. Wir können nur von Glück sagen, dass der Wind von der Luvseite kam, ansonsten hätten wir einpacken können. Ein altes Seemannssprichwort sagt: Wind von Lee, Schiff adé! Trotzdem wurde mir etwas mulmig – wenn man in der Messe sitzt und plötzlich ist das Bullauge unter Wasser, dann kann einen das schon beunruhigen. Die Janus funktioniert zum Glück wie ein Stehaufmänchen und richtet sich immer wieder auf (um dann zur anderen Seite zu kippen). Eine Weile macht mir das viel Spaß, aber mehr als einen ganzen Tag braucht das niemand. Es ist extrem anstrengend; der Kopf wird einem ganz matschig. Außerdem stinkt Sturm. Bzw. man merkt, wie man selber stinkt, weil alle Luken geschlossen sind, man nicht duschen kann und die Toilettenspülung nicht so richtig funktioniert. Zum Glück überdeckt der Dieselgeruch des Motors das schlimmste.

Irgendwann wankte endlich Island ins Bild:

Wenn man den Computerbildschirm so dreht, dass der Horizont gerade ist, sieht man wie schief unser Schiff gerade war. Da war aber das Gröbste längst schon überstanden.

Auf dem kleinen Bild im Bild sieht man wie das später im Fernsehen aussieht:

Die Janus in den Straßen im Hafen von Seydisfjördur:

Immer eine Handbreit festen Boden unter den Füßen wünscht:

(Volker Strübing)

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9 Kommentare zu “Mit der Schiffsschaukel zurück nach Island

  1. Wie könnte der Wind denn NICHT aus Luv kommen? … Das ist unmöglich! Seemannsgarn! Gute Reise, weiterhin.

  2. Die Fotos sehen ja traumhaft aus auch wenn ihr kräftig durchgeschüttelt wurdet
    So eine Reise erleben die wenigsten *neidisch sei * :o)
    Ich wünsch euch noch weiterhin eine schöne Reise

  3. Pingback: Club der halbtoten Dichter » ABC der Schiffe - Segellogger Vegesack BV 2

  4. Ich würde für Island durhaus in Kauf nehmen mal nicht ins Internet zu kommen. Habe schließlich sogar schon Islandisch zwei Semester gelernt (ich kann nicht wirklich was, außer: Íslenska pönnekökur eru bestu í heimi! Was soviel heißt, dass die isländischen Pfannkuchen die besten der Welt sind…)

  5. Hab mich auch schon gewundert, ob ich die Ironie nicht verstanden hätte. ;) Wind kommt per Definition immer von Luv. Ansonsten sehr schöne Fotos.

  6. Pingback: Huch! « Schnipselfriedhof

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