Die mit den Gehältern

Eine Premiere auf dem Schnipselfriedhof: Ein Gastbeitrag von Tube. Die folgende Geschichte hat er gestern bei LSD vorgelesen. Tube ist festes Mitglied  von LSD, den Surfpoeten und der Lokalrunde.

Die mit den Gehältern

Ich verstehe die Manager nicht. Die mit den Gehältern. Die, die 5 Millionen Euro oder mehr im Jahr verdienen. Die, die in jedem Folgejahr auch noch Gehaltserhöhungen von 20% oder so bekommen. Die, von denen 70% der Bevölkerung wollen, daß die weniger verdienen.

Warum verdienen die so viel? Dürfen die das?

Ein gewisser Herr Oswald, Arbeitnehmervertreter, verteidigte in einem Artikel auf Spiegel-Online die hohen Vergütungen für die Manager so: „Ein Weltkonzern kann keine niedrigen Gehälter zahlen, sonst bekommt er nicht die besten Leute.“ Und er sagte auch: die Vergütung müsse nicht nur die Verantwortung berücksichtigen, sondern auch das Risiko, die Stellung zu verlieren.

Jau. Das hat gesessen. Letzteres ist natürlich ein kräftiges Argument. Wenn einer wo arbeitet, dann hat er das Risiko, seine Stellung zu verlieren, und dieses Risiko möchte bitteschön anständig vergütet werden. Ist doch klar.

Ich bin auch einer, der arbeitet. Und wenn ich die Bezahlung, die ich für meine Arbeit kriege, ins Verhältnis zu einem durchschnittlichen Managergehalt setzte, also Managergehalt durch mein Gehalt, dann ist das schon kritisch an der Grenze zur Division durch Null, was in etwa bedeutet, daß, wenn man annimmt, daß auch in meinem Gehalt das Risiko, die Stellung zu verlieren, berücksichtigt ist, für mich das Risiko, die Stellung zu verlieren, nahezu Null ist.

Was auch immer das bedeuten mag: Die Stellung zu verlieren. Welche Stellung? Löffelchen? 69? Die Stellung in einer Schachpartie? Es gibt viele Stellungen, die man verlieren kann. Zumindest als Manager. Für mich, der ich kein Manager bin, für mich gibt’s keine Stellung zu verlieren.

Ich finde es im Prinzipgut, wenn ein Manager viel verdient. 5 Millionen, 10 Millionen, ach was 20 oder 100 Millionen soll er von mir aus kriegen. Pro Jahr oder pro Tag oder Minute. Mir ist das egal, denn Geld ist ja nicht alles auf der Welt. Es gibt noch viele andere Dinge.

Zum Beispiel Arbeit.

Auf Anhieb glaubt man – ja die meisten glauben – daß Arbeit eng mit Geld verknüpft sei. Dabei hat das eine mit dem anderen überhaupt nichts tun. Nehmen wir nur die Manager als Beispiel. Die mit den Gehältern. Die arbeiten gar nicht. Die managen. Wobei managen ja eigentlich im weitesten Sinne auch Arbeit ist. Also gut: Sagen wir mal die Manager arbeiten. Dann kriegen sie für ihre Arbeit viel Geld. Sicherlich auch wegen der hohen Verantwortung, die sie bei ihrer Tätigkeit tragen.

Wer will schon viel Verantwortung tragen? Es wird nur wenige Leute geben, die gerne Vorstandschef z.B. der deutschen Bank wären.

Wenige?

Nun ja, ich würde es schon machen, wenn sie mich fragten. Für das Geld! Wieviel war das doch gleich? 14 Millionen pro Jahr? Solch ein Job kann doch gar nicht so schwer sein.

Ich sitze in meinem Büro im Ledersessel hinter einem riesigen Eichenholzschreibtisch und blicke durch ein Fenster im 30. Stock über Stadt Frankfurt am Main und trage dabei Verantwortung. Das ist meine Aufgabe. Und dann muß ich noch Leute entlassen. Da würde ich nicht kleckern sondern klotzen. Nicht 1000 Mitarbeiter, keine 2000 oder 3000 Mitarbeiter würde ich entlassen. Ich würde sie alle entlassen. Komplett. Gleich am ersten Tag! So muß ein guter Manager sein. Und dafür 14 Millionen im Jahr.

Aber verstehe die Manager trotzdem nicht. Die mit den Gehältern. Die müssen doch irgendwie völlig beschrubbt im Kopf sein. Warum machen die das? Arbeiten ein ganzes Jahr lang, um 20 Millionen Euro zu verdienen. Und dann, jetzt kommt das bescheuerte, und dann, wenn sie die 20 Millionen Euro verdient haben, arbeiten die noch ein Jahr, um noch mal 20 Millionen Euro oder mehr zu verdienen. Warum hören die nicht auf nach einem Jahr. 20 Millionen im Jahr, das sind etwas mehr als 50000 Euro pro tag.

Also ich, ich würde, nach 10 bis 20 Tagen einfach kündigen. Und dann ab mit dem weißen Schiff nach Honolulu.Die müssen echt ein Ding an der Waffel haben, dass die das nicht machen, die Manager. Die müssen krank sein. Absolut sicher.

Und so gesehen stimmt es mich schon ein bissen bedenklich, daß man solch geistskranken Menschen so viel Geld gibt.

(Tube) 

Nachtrag von Volker: Mach das doch, Tube! Werde Manager. Berufe Dich in Deiner Bewerbung einfach auf den Spiegel Online Artikel und diesen ulkigen Oswald, um den es darin geht, denn: „Wer Managergehälter kritisiere, solle erst einmal nachweisen, dass er die Arbeit besser machen könne, sagte Oswald.“  Und wenn Du dann nach 10 oder 20 Tagen kündigst … kannste dann mich als Nachfolger vorschlagen? Die Arbeit eines Managers ist zwar hart – schon wegen der Gefahr, diese Arbeit zu verlieren – aber 20 Tage schaffe ich auch!

22 Kommentare zu “Die mit den Gehältern

  1. Da ich bei diesem Thema immer gebasht werde will ich nur eine Kleinigkeit sagen.
    Ich finds lustig, lustig wie sich einige Menschen ( besonders Bild bzw BZ-Leser) am lautesten darüber beschwerden, dass manager so viel verdienen.

    Zum selben Zeitpunkt wird aber nicht über die Millionen diskutiert, welche Fussballstars, Schauspieler, Golfer und auch manch ei nautor verdient.

    Wieso sind die denn nicht solche Übeltäter und werden verb(r)annt????

  2. Weil „Fußballstars, Schauspieler, Golfer und auch manch ei nautor“ ihren Lohn für ihre Arbeit erhalten, während Manager ihre Einnahmen aus Kapitalprofiten ziehen, die auf der Ausbeutung der Arbeitskraft abhängig Beschäftigter beruhen. Alles klar?

  3. Schauspieler etc mögen nach mir verdienen was sie wollen – ich bin ja nicht dazu gezwungen mir den Mist anzusehen um ihnen das nächste Gehalt zu sichern (da wären wir wieder bei Stellung verlieren?). Manager hingegen -> siehe oben beim Michael. der triffts auf den Punkt.

  4. ihr versteht nicht viel von wirtschaft oder???
    ein manager der es hinbekommt, ein produkt, dienstleistung etc. so an den mann zu bringen, dass ihr es kauft hat sein geld eher verdient als manch ein schauspieler!!!

    gibt da ne nette story über bill gates und DOS aber egal.

    generell gilt .. die Löhne stellen sich nach Markt ein und solange (zum Beispiel) die Deutschen Klamotten von Fila, Nike, Adidas und Ko kaufen ( Bsp. Adidas: bei den die Herstellungskosten eines T-Shirts teilw. schon in die Promille des Kaufbetrages gehen) sind diese Löhne auch gerechtfertigt.

    Diese Manager bekommen es hin das “ Ihr* “ Idioten Klamotten niederer Quälität kauft, bei deren Herstellung Arbeiter brutal ausgebeutet werden, die über die ganze Welt geschifft werden ( von wegen CO2 und so) und dann noch überteuert sind.

    Dies ist schon eine Meisterleistung die von mir aus echt gut entlohnt werden sollte.

    Zu den Kapitalprofiten möchte ich sagen, das dies in erster Linie auch Kapitalrisiken sind!!! Wenn ich investiere kann mir die Kohle auch komplett flöten gehen und daher sind da gerechterweise auch Dividenten in sechstelligen Prozentangaben drinne. Außerdem will ich möglichst das meine Kohle doch eher Gewinn bringt, also stelle ich mir einen gute nManager an, damit dieser seinen Job ordentlich mache bezahl ich ihn hoch, je ordentlicher desto höher.

    Zur Arbeiterausbeutung bleibt zu sagen das dies Merkmal des Kunden ist. Der Preiskampf lässt halt auch nicht vor der Abwägung für Moral gegen Kosten ab. Ein Quälitätsprodukt Made unter Humanen Bedingungen am besten noch Klimaschonend ist ein zu wenig gefragtes Produkt!! Diesen Schuh muss sich kein Manager anziehen, deren Job ist es nämlich das Kapital möglichst Effizient zu vermehren, dies ist ihr Job und sie haben eine Verpflichtung gegenüber den Investoren ( wie oben beschrieben)

    Viel Risiko, viel Verantwortung, viel Arbeit ( ich bitte euch, das sind zumal Workaholics ich mach mir ja auch den jux drauß aber die haben dennoch 12 – 18 Std. Tage) = hoher Lohn!!!!

    greez HevoB

    PS: Ausnahmen bestätigen die Regel … vor allem bei Global Players und komischerweise in der deutschen und amerikanischen Wirtschaft.
    * ihr bedeutet, dass es die Mehrheit der Menschen bzw. Deutschen

  5. Wenn die Welt eines Tages unter geht, dann wegen ein BWLer … oder VWLer … naja, die mit den Gehältern halt.

    Ja, das sag ich einfach mal so … die sollten die Ingenieure und Wissenschaftler ein wenig besser bezahlen, die die ganze Arbeit für die Manager (Maschienen bauen, Sachen entdecken/erfinden, Entwicklung … usw.) machen, der Kunde brauch kein, der ihn an der Hand zur Ware führt.

    … wenn die Ware gut ist, kommen die Kunden von alleine.

    Ich meine sogesehen hat man recht, wenn man sagt, das der Manager die dummheit der Menschen ausnutzt … aber wie wäre es, wenn ihr die Werbung abschafft, ein wenig Bildung unter die Leute bringt usw.

    Aber das könntet ihr euch ja nicht leisten, dann gebe es ja kein Dummen mehr, an den ihr euer Geld verdient, indem ihr ihn sagt was er zu kaufen hat.

  6. für Bildung ist Politik verantwortlich und die beeinflusst den wähler, der wiederrum ist ein opfer der wirtschaft, die wirtschaft betreibt lobbyarbeit in der politik, die politik macht was dei wirtschaft will, die wähler wissen dies nicht, wei lsie ja dumm sind und weil die wirschaft sie beeinflusst..

    zweifacher teufelskreis, verbindung die wirtschaft, lasst sie uns abschaffen!!!!!

    und ja bitte zahlt (uns) ingeneure und wissenschaftler mehr geld, hätte idh was von.

    bezahlt uns unsere entdeckungen!!

    wär ich voll dafür

  7. Selten so gelacht :)
    Aber leider denken manche Leute wirklich so… Vor allem jene, welche am WE nicht arbeiten, die sich ueber eine 40 h-woche beschweren usw.

    Hm… Und dann diese Anti-Marketing-Stimmung… Nein wir wollen keine Produkte, die an den Kunden angepasst sind. Ja wir wollen Ressourcen verschwenden. Es gibt doch keine Umweltprobleme, oder Armut auf dieser schönen Erde.

    Aber ich habe eine echte Kritik: Zu welchem Recht gibt es in Deutschland Subvention? Oder Tariflöhne? Zum Glück gibt es so wenig echte Probleme auf dieser Welt.

    Das mit dem Markt haben wirklich wenige verstanden. Descartes wird weinen.

  8. Aha, der Manager der alles managed und die Ware an den Kunden bringen muss. Nicht mal das macht der Manager. Der Manager beauftragt Leute die sich Werbeideen ausdenken und verwirklichen. Dise Typen halten sich nur so lang im Betrieb auf weil sie den Mitarbeitern im nacken sitzen. Wenn man ein paar Jahrhunderte zurück denkt ist das der Typ der aufn Schiff die Peitsche geschwungen hat um die Ruderer zum rudern zu motivieren.
    Besonders gut machen so manche „Top-Manager“ ihren Job auch nicht. Statt gut zu wirtschaften, wirtschaften die in ihre eigenen Taschen um hinterher mit nem Koffer voller Geld den Betrieb zu verlassen der so eben „Kaputtgewirtschaftet“ wurde und ein haufen Leute die „nur“ ihre Arbeit gemacht haben auf der Straße sitzen.
    Die Politik macht sich das auch noch zunutze. Das Volk aufstacheln gegen die Managergehälter um vom eigenen Lohn abzulenken.
    Diejenigen die behaupten das alle Güter gerecht verteilt werden in diesem „schönen“ Staat, der gehört nur zu der Minderheit denen es viel zu gut. Wenn eine Friseurin mit 3 Euro die Stunde abgespeist wundert es mich nicht das diese dann sich ungerecht behandelt fühlen wenn sie von solchen überdimensional hohen Ghälter von Managern und dicken Politikerrenten hören. Da sollte mal ein Manager oder Politker drüber nachdenken wenn er sich das nächste mal die Haare schneiden lässt.

  9. ich könnt ja jetzt darüber reden dass der frisör nur so wenig verdeint weil es soviele frisöre gibt und zu wenig köpfe die sich schneiden lassen wollen .. ne falsch die haare auf den köpfen… aber ich lass es lieber

  10. PS: bin nebenbei für einen mindestlohn .. für jeden überall .. ein existenzminimun .. tatsächlich würde mann damit sicher wirtschaftlichen schaden anrichten .. aber mein frisör könnte von seinem jobn leben ( ohne mir indirekt sozialhilfe aus der tasche zu ziehen ^^)

    dafür brauch es intelligente, ernste politiker ( (linke sidn hiermit ausgeschlossen) mit eiern ..

    ich suche ich suche ich finde keine …

    maggie tather die hatet eier mann hatte die eier

  11. Wem der Schuh paßt… „Wenn wir irgendetwas dringend verstehen müssen, ist es besser, den intelligenten Menschen zu befragen, der es nicht weiß, als den Dummkopf, der es weiß.“ (N. Gómez Dávila)

    Finde es ja auch doof, daß ich bis zu 12 h am Tag arbeite und damit im 30jährigen Krieg hätte anfangen müssen, um mit denen mim Geld gleichzukommen, aber müssen denn jetzt auch hier sone „Ihr habt ja alle keine Ahnung, wie die Welt WIRKLICH läuft“-Diskussionen geführt werden?

    Vermutlich ja, das Thema ist zu verführerisch. Und um das ganze abzukürzen, sag ich jetzt mal „Hitler“, erfülle somit das Godwin’sche Gesetz und gehe ins Bett.

  12. Klar, Manager arbeiten nicht. Wir schon stimmen. Ihr müsst es ja wissen, ihr ward ja mal alle Manager…

    [Note: Ich halte Mangergehälter auch für unangemessen, aber diese Neiddebatte, in der einfach behauptet wird, dass Manager 14 Millionen Euro bekommen, sich dafür aber die Eier schaukeln lassen, geht mir noch viel mehr auf den Sack. Missgönnen ja, ihre Leistungen gegen Null setzen nein.]

  13. Also erstmal: Dass Fußballer überhaupt Geld kriegen, ist natürlich ein noch viel größerer Skandal, als hohe Managergehälter.

    Dann: Man braucht doch gar nicht mehr darüber zu diskutieren, ob sie ihr Geld zu recht bekommen, da Tube oben nachgewiesen hat, dass sie mit Geld nicht umgehen können – nicht in dem Sinne, dass sie es nicht beisammen halten können, sondern eher so, wie ein Fixer nicht mit Heroin umgehen kann.
    In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass es recht nützlich wäre, so eine Art Methadonprogramm für Geldsüchtige einzuführen. Oder sind das diese sogenannten Staatsanleihen?

    Und außerdem: Herrjeh! Dieser „Arbeitnehmervertreter“ hat es wirkklich drauf, davon zu reden, dass die Managergehälter so hoch sein, um das Risiko des Jobverlustes zu decken! Entweder der ist ein Zyniker, ein Elefant im Porzellanladen oder einfach nur … ach egal …

  14. schließe mich MuGo an, das ist im tiefsten Sinne populistisch und im weitern auch opportunistisch

    und mehr Geld wegen möglichen Jobverlust ist tatsächlich eine ziemlich depperte argumentation

  15. Geldsucht, ja, böse Sache. Wobei ich mich frage, ob es in diesen Dimensionen, wo es ständig um Millionen geht, nicht eher sowas wie ne Zahlensucht ist. Einfach, dass die Zahl eben immer größer werden muss. Denn Geld, diese Scheinchen oder Münzen also, für die man nen gewissen Gegenwert in Ware erhält, is doch auf solchen Ebenen etwas völlig Abstraktes. Was Geld wirklich is, das weiß doch eigentlich nur der, der wenig davon hat. Der bei Aldi in der Börse kramt, feststellt: Aha, noch 3,23 Euro. Dafür kriege ich jetzt Nudeln, Dosentomaten, Mais und nen Bier und kann mir nen prima Essen kochen.

    Vielleicht ist ja das Zahlensystem an der ganzen Misere schuld…

  16. Ja, Anne kann doch durchaus Recht haben. Vielleicht müssen wir uns das eher so vorstellen, wie manche Leute mit ihrem Handy herumprollen oder wer schon mit wie vielen verschiedenen Leuten geschlafen hat. Nur dass es da eben darum geht, wer mehr Gehalt vom Aufsichtsrat genehmigt bekommt. Der entscheidende Unterschied ist dann „bloß“, dass es einen himmelweiten Unterschied zwischen einem Handy, dass ich selbst bezahlt habe, und
    14 Millionen, die andere für mich erwirtschaftet haben, einen klitzekleinen Unterschied gibt…

  17. @jayman
    > Wenn die Welt eines Tages unter geht, dann wegen ein BWLer … oder VWLer

    Das ist wirklich das allererste Mal, dass ich ein überzeugendes Argument für die Existenz wenigstens eines (!) BWLers gelesen habe.

    Ansonsten würde ich mich anbieten, den diskutierten Job von Volker als Tubes Nachfolger für ebenfalls 20 Tage zu übernehmen. Ich schlage vor, wir bewerben uns zu zwanzigst für jeweils 18,25 Tage (= 365 Tage = 1 Jahr). Kriegt jeder von uns eine Million. Und weil nächstes Jahr ein Schaltjahr ist, treffen wir uns alle zwanzig zu Silvester und machen den Laden mit einer großen Feier für immer zu. Optimalerweise zermanagen wir die Fußballbundesliga.

    gruß,
    gegenglueck

  18. Als ich von HevoB gelesen habe: „ihr versteht nicht viel von wirtschaft oder???“ war ich gespannt. Aber dann sowas: „generell gilt .. die Löhne stellen sich nach Markt ein…“ Markt ist keine Tatsache, Markt ist im besten Fall eine Behauptung, eine Theorie – im schlechteren Fall ein esoterischer, ja ein ideologischer Begriff. Schuld an allem ist Dir zufolge niemand, oder wenn doch, dann der Käufer: „solange … die Deutschen Klamotten … kaufen … sind diese Löhne auch gerechtfertigt.“ Hm, der Käufer erzeugt also die hohen Managergehälter, gleichzeitig aber auch die niedrigen Arbeitnehmerlöhne: „Zur Arbeiterausbeutung bleibt zu sagen das dies Merkmal des Kunden ist. … Ein Quälitätsprodukt Made unter Humanen Bedingungen am besten noch Klimaschonend ist ein zu wenig gefragtes Produkt!!“ Ach so: zwei gegensätzliche Ergebnisse, ein Mechanismus, nämlich der ominöse Markt. Und ein Schuldiger, der Kunden, der natürlich auch keinen Zwängen und Manipulationen unterliegt, sondern ein „Idiot“ ist und auch noch gierig: „Der Preiskampf lässt halt auch nicht vor der Abwägung für Moral gegen Kosten ab.“ Und das gilt also für den Kunden, aber nicht für den Manager und erst recht nicht für Investoren. Klar, jetzt kannste sagen: klar, macht der Markt die einen Einkommen hoch und die anderen niedrig, aber das versteht man nur, wenn man Ahnung von Wirtschaft hat. Aber das ist Quatsch. Das meiste von dem Gefasel über Wirtschaft, mit dem wir zugeschüttet werden, ist Quatsch. Vieles hat nicht mehr Substanz als zum Beispiel Astrologie. Im Ernst: lest mal die Wirtschaftsseiten der Zeitungen! Da wimmelt es von Experten, die sich wundern, dass sich die wirtschaftliche Entwicklung nicht an die Gesetze hält. Und ein solch esoterischer Begriff ist eben Markt. Schwer zu verstehen, huuuh, muss man studieren für… Und schon redet man nicht mehr von Machtverhältnissen. Warum werden die einen Gehälter hoch, andere dagegen niedrig angesetzt? Sind da etwa Machtverhältnisse im Spiel? Neenee ist bestimmt der Markt schuld oder der Kunde. Warum leckt sich der Hund die Eier? Weil er es kann! Aber ein Wirtschaftsexperte würde voller Überzeugung behaupten, das sei ein Wechselspiel von Angebot und Nachfrage. Ebenso albern, „Kapitalprofite“ durch „Kapitalrisiken“ zu erklären. So gesehen könnte steigende Arbeitslosigkeit zu höheren Löhnen führen, weil der Arbeiter riskiert, hinterher keinen Job mehr zu finden, wenn er eine Stelle annimmt, die vielleicht bald gestrichen wird. Aber der Arbeiter kann sich sein Risiko nicht vergüten lassen, der Anleger kann es. Warum wohl? Es ist Unsinn, zu sagen dass sich „diesen Schuh … kein Manager anziehen“ muss, „deren Job ist es nämlich das Kapital möglichst Effizient zu vermehren, dies ist ihr Job und sie haben eine Verpflichtung gegenüber den Investoren.“ Das genau ist doch das Problem im Kapitalismus. Schön auch sowas: „für Bildung ist Politik verantwortlich und die beeinflusst den wähler, der wiederrum ist ein opfer der wirtschaft, die wirtschaft betreibt lobbyarbeit in der politik, die politik macht was dei wirtschaft will, die wähler wissen dies nicht, wei lsie ja dumm sind und weil die wirschaft sie beeinflusst.“ Aber für Einkommen ist der Markt verantwortlich. Oder war es der Käufer? Und viel zu spät schreibt sie: „ich könnt ja jetzt darüber reden … aber ich lass es lieber.“ Gut so, meine liebe HevoB! Besser spät als nie.

    Puh, das ist jetzt lang geworden. Was ich aber eigentlich statt dessen hatte beisenfen wollen: Zu hohe Einkommen sind für die Betroffenen sicher weniger problematisch als zu niedrige. Die Öffentlichkeit sollte sich mehr mit dem Geld der Niedriglohnarbeiter und Arbeitslosen beschäftigen, als mit dem der Manager. Denen wird nämlich weit weniger gegönnt, aber das nicht in einer harmlosen Diskussion sondern in praxi. Es geht nicht darum, den Reichtum abzuschaffen, sondern die Armut. Ich weiß, das klingt affirmativ, aber mir ist ein Kapitalismus mit menschlicher Maske lieber, als einer mit unmenschlicher Fratze.

  19. Danke, ich liebe Kritik die einzige realistische und effiziente Art sich Weiterzuentwickeln.
    Die Grundaussage ist jedoch nicht die, das der mark bestimmt, sondern, sondern dass er das problem ist!
    Man kann nicht von zu hohen Managergehältern reden, solange man das System in sich nicht in frage stellt und genau das tun diejenigen, welche sich aktuell mit diesem Thema (gegen die Manager) beschäftigen.

    Es gibt durchaus praktikable Gegensysteme, jhapan zum Beispiel hat es geschaft nun ja ich sage mal eien Wirtschaft mit Ehre aufzubauen:
    – Arbeiter werden fair entlohnt, lange an betrieben gehalten und somit setzen sie sich mehr für ihre Firmen ein!
    – Manager verdienen dadurch durchweg weniger, können sich aber auf ihre Abreiter verlassen ( Bsp. unbezahlte Überstunden Verlass und vor allem psyschischer Rückhalt)
    – Zulieferer werden als Partner behandelt.
    – Kunden können den Betrieb mit wenig aufwand durchauen.
    Das birgt einige nachteile ( beispielsweise wird mehr als 50 % des jap. BIP vom Staat selber erwirtschaftet, vetternwirtschaft ist die regel und so weiter und so fort).

    Weiterhin muss man sagen das die Kapitalerwirtschaftung in sich und als ganzes betrachtet genausoviel Gewinn bringt wie das BIP!!! Im letzten Jahr haben also alle Investoren insgesamt mit all ihren eingesetzten Geldern ein Gewinn von rund 2 % erwirtschaftet ( National gesehen).

  20. Sry hab noch zwei sachen vergessen.

    Man kann nicht von zu hohen Managergehältern reden, solange man das System in sich nicht in frage stellt und genau das tun diejenigen, welche sich aktuell mit diesem Thema (gegen die Manager) beschäftigen NICHT [ kann ja mal passieren vergessen]

    manager sind Menschen wie du und ich, vielleicht ein bisschen mehr Arschloch, vlt. etwas menschnverachtender und vlt. auch sehr viel unmenschlischer. Dennoch versuchen sie nur das beste für sich rauszuschlagen, wie so gut wie jeder andere Mensch an ihrer Stelle ebenfalls tun würden. Wenn ich meinen Chef um 5 Mio. mehr erpressen könnte würde ich es tun und wenn ich dann 50 % steuern durch tricks nur 20 % zahlen müsste würde ich es ebenfalls tun. Die Wut geht hier meines Erachtens einfach gegen den falschen.

    und zu guter letzt, ich habe selbst gesagt das es jeglicher Logik entbehrt, hohe Gehälter mit möglichen Jobverlust zu begründen!

    PS. ich entschuldige mich für die Form dieses beitrages bin wohl doch betrunkener als ich dachte

  21. Risiko:
    Die Chefs welche den Manager einstellen wissen ganz genau dass ihr Konzern Schweinkram anstellt, der Manager weiß dies auch und muss im Notfall als Sündenbock herhalten wenn die Wahrheit rauskommt. Für den Manager war das dann natürlich der letzte Job seines Lebens, und das Geld muss trotzdem reichen…

    würden wir Bürger nicht so viel Geld verdienen dass wir uns ständig mit irgendwelchen Drogen(Fernsehen Zucker Sex Lachen Duschen Schminken rasieren einkaufen……..) zudröhnen respektive ablenken könnten, dann würden wir unsere Zeit eventuell für die Sinnvolle Tätigkeit Schweinkram aufdecken benutzen, und hätten so nicht nur die ausgebeutetn Inder, sondern auch die riesen Managergehälter vom Hals, und sobald es keinen Schweinkram mehr gibt noch die Chefs und Manager als Menschensorte gleich mit!!

    Warum hat es sich eingebürgert, sich verwöhnen zu wollen? Das stammt noch aus den Zeiten als Adel und Volk streng getrennt waren, es war dem adligen möglich in der Öffentlichkeit stets fröhlich und zufrieden zu wirken, seine Probleme und Streitereien trug er dann zuhause aus…
    Für den BAuern sah es allerdings so aus als kenne der adlige all die Sorgen nicht die er zB. mit den Kofschmerzen seiner Frau;) hat… und führt das auf seinen Reichtum zurück. Fehler! Heute haben wir alle den Lebenssatndard eines mittelalterlichen Adligen überschritten, und jetz gibts eben eine neue Kaste, in die wir nicht hineingucken können(Fußballer, Manager, politiker…) Aaaahh, Moment! Wir können in sie reinkucken! Ihre Gesichter verraten uns alles! Kaputtgelogene Fratzen!! stupide Gewohnheitsfressen!!!
    Was du kriegst is was du verdienst, ich bin lieber schön und arm als reich und hässlich!!!
    Was du verdienst? Jeder Mensch hat jeden Tag 24 Stnden mit denen er Geld verdienen kann, und egal was er tut, für jede Stunde in der er nichts anderes tun kann als Geld verdienen sollte jeder Mensch gleich viel GEld verdienen.
    Um diese perfekte Gesellschaft zu erreichen müssen wir Schweinkram aufdecken und Monaco bombardieren!!!:)

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