Ich bin der hässlichste Junge der Stadt

Nein, bin ich nicht! Das ist nur der Titel eines wunderbaren Liedes von Konrad Endler. Und das kann man jetzt einfach so, ohne Geld, ohne Registrierung, ohne 24-Monatsvertrag, ohne merkwürdigen Kopierschutz in seinem Weblog herunterladen! Jauchzet, ihr Menschen, jubilieret ob dieser euch unverdient zuteil gewordenen Gnade …

Da fällt mir eine kleine Anekdote ein: Vor ein paar Wochen traten Konrad und ich und einige andere zusammen beim Kantinenlesen auf. Konrad sang eben dieses Lied und das Publikum war glücklich. Hinterher stand er mit einigen selbstgebrannten Exemplaren seiner neuen CD „Midipop“ (von der der „hässlichste Junge“ stammt) an der Kasse. Ein Mann fragte wieviel die denn kosten solle und Konrad sagte: „8 Euro“ (glaube ich). Da hob der Mann abfällig die Augenbrauen, fragte: „Dafür?“ und legte sie wieder hin. Es war halt bloß ein vom Künstler bespielter und beklebter Rohling und das Cover hatte Konrad selbst kopiert. Der Mann sah nicht so aus, als wären 8 Euro für ihn ein großes Problem, er sah auch nicht so aus, als würde er die Augenbrauen hochziehen und „Dafür?“ fragen, wenn man ihm im Musikladen13 Euro abverlangen würde für eine CD, die zusammen mit einer Million exakter Kopien zum Stückpreis von 50 Cent aus einer Maschine herausgespuckt wurde.

Ich will ihn nicht verurteilen. Mir passiert dasselbe. Im Buchladen zahle ich ohne mit der Wimper zu zucken für Massenware Preise, die ich für Selbstkopiertes nie ausgeben würde. Obwohl … wenn ich schon einmal hineingelesen hätte, so wie der Mann ja schon in Konrads CD reingehört hat, dann wäre das schon etwas anderes.

(Volker Strübing)

PS: Die gesamte CD kann man hier für 5 Euro zum Selberbrennen bei Konrad kaufen.

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7 Kommentare zu “Ich bin der hässlichste Junge der Stadt

  1. habe letztens gelesen, dass man probleme mit der geba bekommt wenn man auch industriell hergestellte lieder trotzdem zum laden freigibt

  2. Hallo HevoB. Das mit der Gema gilt nur für Mitglieder dieses Vereins, die ihre „nicht freigestellten“ Songs ins Netz stellen.
    Hallo Volker, danke danke für den netten Artikel. Scheint sogar ganz gut zu klappen. Bin überascht über die vielen Bestellungen.

    Grüße aus dem Szenebezirk Weißensee
    Ein begeisterter Leser deines neuen Buchs

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  4. Pingback: theleprompt · Ich bin doch blöd

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