Wenn Robben hinter Robben robben, robben Robben Robben nach

Parental Advisory: Im folgenden blogge ich über Blogs und Blogger. Und über die Bahn. Und über Bielefeld. Wer weiterliest, ist gewarnt und soll hinterher nicht rumheulen.


Freitag – Anfahrt

Das erste Mal in der 1. Klasse eines ICE. Die Bahn hat mir ein „Upgrade“ für eine einfache Fahrt geschenkt. Wollte ich eigentlich für eine richtig lange Strecke aufheben, statt es für lumpige zweieinhalb Stunden nach Bielefeld zu verplempern, doch die 2. Klasse ist total überfüllt und ich denke mir, was soll’s, was kost‘ die Welt? ‚N Appel und ’n Ei und ’n Upgradegutschein.

Schön leer ist’s in der ersten Klasse. Angenehme Fahrt. So angenehm wie eine Fahrt in der Pöbelklasse an einem Mittwoch oder so. Die Erste-Klasse-Menschen teilen sich genau wie wir zweitklassigen ein in Handynervbacken und Menschen, denen man nicht den Tod wünscht. Vor allem die jüngeren sehen auch genauso aus wie Ottonormalmenschen, sie tragen Jeans und T-Shirt und sind unrasiert. Vielleicht haben die aber auch bloß Upgradegutscheine geschenkt bekommen.

Die Deutsche Bahn ist so freundlich, mein Upgrade nochmal upzugraden und durch defekte Signale bzw. Personen im Gleis (man will sich nicht auf eine Ausrede festlegen ;) meine Zeit auf der Sonnenseite des Lebens auf 4 Stunden zu verlängern. Erreiche Bielefeld mit etwa 12 Litern Bahnkaffee im Blut.

Freitag Abend – Adrenalin!

Vom Zug ins Tax, Taxifahrer mault, hat ne Stunde am Bahnhof in der Taxisschlange angestanden und soll mich nun ein paar Hundert Meter zum Bielefelder Stadtfest fahren. Egal, soll er maulen, was schert mich fremdes Elend, ich bin schwer bepackt, es ist 20.54 und die vom Wortpalast organisierte Open-Air-Slam-Revue darf nur bis 21.00 Uhr gehen, damit danach eine Dixieband spielen kann.

Raus aus dem Taxi, herumirren zwischen Autoscooter und dem Musik-Express mit seiner apokalyptischen Soundkulisse aus Sirenen, kreischenden Mädchen und „Komm wir ficken“-Rummelplatztechno. Ganz kurz muss ich an Dante und Hyronimus Bosch denken – was wussten die schon von der Hölle?
Vorbei an Zuckerwatte- und Losbuden, die Arme keilförmig vor mir ausgetreckt durch die Massen, bei jeder Drehung strecke ich mit meinem großen Rucksack und der Gitarre einige Dutzend Leute nieder, egal, weiter, bloß niemandem in die trüben, in Alkohol schwimmenden Augen blicken … dann habe ich das schlimmste hinter mir, sehe eine Kirche und davor die Bühne und vor der Bühne ungefähr 250 Menschen und auf der Bühne Mischa, der gerade die Absage macht …

Dann sieht er mich, ruft mich und winkt, es ist exakt 21.00 Uhr, ich drängel mich durch mit Rucksack und Gitarre und 12 Litern Bahnkaffee und jetzt auch noch einem gehörigen Schuss Adrenalin, ran ans Mikro, Gepäck abgeworfen, den erstbesten Text gegriffen und vorgelesen …

(Mehr Fotos und einen ausführlichen Bericht gibts hier)

Ich sag mal: Das muss ich nicht jeden Tag haben, aber als einmalige Aktion war es schon sehr schön und aufregend!

Sonnabend – Impressionen aus Bielefeld

Sozialismus mit menschlichem Antlitz (aber ohne Rhythmusgefühl):

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Obwohl: Welcher Arm? Welches Reich? Muss man sich Sorgen machen?

Definitiv kein Treffpunkt für coole Typen:

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So toll war das Ambiente leider nicht … aber zum Glück konnte man auch im Internet surfen.

Ohne Kommentar:

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Sonnabend Abend – Sparrenblog vs. Schnipselfriedhof

Das vs. darf man nicht so ernst nehmen. Steht vielleicht nur für „Volker Strübing“ ;) Zwei Stunden Lesung, Musik, Videos und Livebloggen mit Mischa und Rouven vom Sparrenblog, Amok-Blogger Sven und mir. Netter Laden, nette Gäste und zwei oder drei Idioten. Aber zum Glück war Lars da, den ich so endlich einmal in echt kennenlernte, und der die Idioten resolut und erfolgreich ruhigstellte.
Hier gibts ganz viel über den Abend zu lesen und Links zu Orten, wo’s noch mehr darüber zu lesen gibt. Ich kann jetzt nicht weiter schreiben. Ich muss Pizza essen.

Vielen Dank jedenfalls nochmal auf diesem Wege. Ob’s Bielefeld nun wirklich gibt oder nicht, das ist mir eigentlich scheißegal, Hauptsache, ich kann nochmal wiederkommen! Zur Not fahre ich sogar zweiter Klasse ;)

(Volker Strübing)

3 Kommentare zu “Wenn Robben hinter Robben robben, robben Robben Robben nach

  1. 12 Liter Bahnkaffee – da bekommst Du ja für das Geld schon fast wieder ein weiteres 1.Klasse Ticket nach Bielefeld…oder gab es den Kaffee etwa umsonst ?

  2. Pingback: sparrenblog.twoday.net

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