Gestern noch bei YouTube, übermorgen schon im Fernsehen

Nach soviel großem Lob in den Kommentaren und bei ix (herzlichen Dank!) für mein Matroschka-Video, muss das nächste Filmchen natürlich ganz anderen Ansprüchen genügen. Ich konnte Jörg Thadeusz für die Moderation und den WDR für die Produktion und Ausstrahlung gewinnen. Es läuft aus Anlass meines Geburtstages am 22.4. um 0.00 Uhr auf WDR 3.
///Ende des Anfalls von Größenwahn ///
Also jetzt im Ernst: Im November wurden in Köln 9 Folgen des WDR Poetry Slams aufgezeichnet – das erste mal, dass ein europäischer Sender so etwas probiert hat. Neben vielen anderen war auch ich dabei und am Sonntag läuft die Sendung, in der Etta Streicher, Sebastian Krämer, Telhaim, Philipp Noss und ich an den Start gegangen sind.

Ich werde es mir bestümpt angucken, auch wenn ich mich ein bisschen davor fürchte. Nicht vor dem eigentlichen Auftritt – da steh ich halt mit einem Zettel am Mikro und lese was vor – sondern vor dem Interview und den grässlichen Nahaufnahmen meines zuckenden Gesichtes bei der Abstimmung (wie in diesem Bericht von den Aufzeichnungen beschrieben).

Es war sicher nicht mein bester Auftritt. Ein Bekannter, der dabei war, sagte hinterher zu mir: „Du warst nicht schlecht. Aber ich habe dich auch schon richtig gut gesehen“. Naja, is ja nur Fernsehen ;)

Ich habe bisher nur zwei Folgen gesehen, aber diese haben mir sehr gut gefallen. In der Poetry Slam Szene ist die Sendung nicht unumstritten, aber den meisten gefällt es wohl. Es gibt einige Kritik an den vielen Schnitten und Video-Effekten. Es gibt die Befürchtung, beim WDR habe man nicht genügend Vertrauen in die Wirkung der Texte, weshalb man sie so aufpimpen würde. Ich sehe das anders. Wenn man sich vor den Fernseher setzt, hat man automatisch eine andere Seh-Erwartung, als bei einem Live-Event. Und das muss zumindest teilweise bedient werden. Die ungeschnittene Perspektive eines Zuschauers wird vor dem Fernseher schnell ermüden – egal, wie es einen mitgerissen hätte, wenn man selbst dabei gewesen wäre.

In Einzelfällen haben sie es sicher ein bisschen übertrieben mit den Schnitten und Effekten, aber jetzt, wo ich weiß, wieviel Spaß das Videoschnipseln macht, kann ich den WDR-Leuten das gar nicht übelnehmen. Generell finde ich die Umsetzung sehr gelungen und bin auch von der Moderation sehr angetan.

Scheinbar hat es auch den Zuschauern und den WDR-Bestimmern gefallen, denn im Oktober wird eine zweite Staffel aufgezeichnet. Lief die Auswahl der Teilnehmer bei der ersten Staffel noch irgendwie über Empfehlungen (keine Ahnung von wem), so kann man sich diesmal direkt bewerben. Ich kann’s nur empfehlen. Hat Spaß gemacht …

Eine Übersicht über alle Poeten samt Videos ihrer Auftritte findet man übrigens hier. Auch die erst nächsten Sonntag ausgestrahlten Videos sind schon zu sehen. Die Interviews und die Abstimmung sind nicht online.

(Volker Strübing)

PS: Nein, ich trage keine „Kurzgeschichte über Imke, Rindswürste und den Studientrott“ vor. Ich habe nie eine Kurzgeschichte über Imke, Rindswürste und den Studientrott geschrieben, und ich werde nie eine Kurzgeschichte über Imke, Rindswürste und den Studientrott schreiben. Die einzige Imke, die ich kenne, kenne ich nicht gut genug, um über sie Geschichten zu schreiben, nicht einmal kurze, und wenn ich sie gut genug kennen würde, würde ich keine Geschichten über sie schreiben oder zumindest ihren Namen ändern. Studientrott hatte ich nie, da ich mein Studium nach einem halben Semester abgebrochen habe, um eben diesem vorzubeugen. Und zu Rindwürsten fällt mir auch nichts ein.

Advertisements

5 Kommentare zu “Gestern noch bei YouTube, übermorgen schon im Fernsehen

  1. ich finde, dass der wdr endlich mal wieder ein mutigeres format gemacht hat und sich gottseidank nicht in der schublade des seniorenfernsehens (ich entschuldige mich bei allen senioren) gemütlich zur ruhe bettet. auch wenn ich die schnitte und effekte erst als besonders auf jung und neu und innovativ getrimmt empfunden habe, hab ich irgendwann gemerkt, dass das meinen „blickgewohnheiten“ bei lesungen und slams sehr nahe kommt. ich gucke sehr wohl viel im raum rum, besonders wenn ich genau hinhöre, schau ich den lesenden nicht ins gesicht (was bei manchen auch einfach anstrengend und ablenkend werde), kurzum: passt schon. ich freu mich auf sonntag.

  2. Ich finde die Schnitte auch sehr genial, und überhaupt das Format fantastisch. Und auch wenn 3 minuten doof für uns Lesende sind, so sind drei Minuten fürs Fernsehen genau richtig.

    Volker, ich freu mich!

  3. hab die sendung „zufällig“ gesehen. halt beim zappen so und jetzt gemerkt, dass du was dazu gebloggt hast. war lustig so der effekt: hey, den „kennste“ doch… ;)

  4. Aha, das und so ist der Volker also live und in Farbe. Auch ich habe es per Zufall mitbekommen. Dann bin ich ja mal gespannt auf den 19. Mai, an dem wir uns persönlich kennenlernen können. Ich freue mich drauf ;-)

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.