Wie man ein erfolgreicher Autor wird

Bevor jemand sich falsche Hoffnungen auf ein Geheimrezept zum Schreiben eines Bestsellers macht: Wie man ein erfolgreicher Belletristikautor wird, habe ich noch nicht herausgefunden (obwohl ich da eine Idee habe – dazu weiter unten mehr). Es geht hier nur um den Erfolg als Weblogautor, welcher sich natürlich an der Zahl der Besucher zeigt:

Man beachte den Sprung am Ende. Das sind Zuwachsraten, von denen selbst die chinesische Wirtschaft, die globale Durchschnittstemperatur und die Dummheit der Menschen nur träumen können. Der Trick ist ganz einfach: Statt mühselig eigene Texte zu schreiben, habe ich in meinem letzten Posting lediglich auf einen schönen Text von Malte auf dem sehr berühmten und gut besuchten Spreeblick.com hingewiesen und diesen verlinkt. Mein Link tauchte dann als Trackback samt Link zum Schnipselfriedhof in den Kommentaren zu diesem Text auf. Ich hatte Glück, dass ich den Artikel kurz nach dem Upload gelesen und ihn nach dem Lesen gleich verlinkt habe, so dass mein Trackback der zehnte von mittlerweile 117 Kommentaren ist. (Und wenn ich den Beitrag in diesem Posting nochmal verlinken würde, könnte ich auch noch die Nr.118 werden ;)

Die Strategie zur Erlangung der Weltherrschaft (zumindest die Weltherrschaft über die deutsche Blogosphäre) steht damit fest: Ich erstelle eine Reihe von Vorlagen des Typs: „Gerade beim Surfen über einen ganz hervorragenden Beitrag auf XY gestoßen …“ und dann verfolge ich in zig Browsertabs, die ich den ganzen Tag lang immer nacheinander aktiviere und aktualisiere, das Geschehen auf allen großen Blogs. Sobald es irgendwo ein neues Posting gibt … na, ihr ahnt es schon …
Mag sein, dass ich mir damit Feinde mache, aber ich sag immer: Weltherrschaft ohne Feinde, das gibt’s nicht.

Na gut, ehrlich gesagt wäre der oben gezeigte Anstieg um einiges flacher verlaufen, wenn nicht ix von wirres.net so freundlich gewesen wäre, statt Maltes Beitrag auf Spreeblick meine Verlinkung des selben zu verlinken. (Danke! Schön auch, dass mir Qualität zugestanden wird, die man zerstören kann ;-) Merkt man eigentlich schon was?)

Insgesamt hat mir meine Empfehlung des Spreeblickartikels schätzungsweise fünfzehnmal soviele zusätzliche Leser eingebracht wie dem Artikel.

Web 2.0 ist lustig :)

Was nun meine Karriere als Schriftsteller angeht, spiele ich mit dem Gedanken, ein Buch herauszubringen, das nur aus Hinweisen und Empfehlungen für andere, sehr erfolgreiche Bücher besteht.

(Volker Strübing)

PS: Wehe, das macht jetzt jemand anders!

10 Kommentare zu “Wie man ein erfolgreicher Autor wird

  1. „spiele ich mit dem Gedanken, ein Buch herauszubringen, das nur aus Hinweisen und Empfehlungen für andere, sehr erfolgreiche Bücher besteht.“

    Tue uns das nicht an. :D

    Glückkwunsch zu Deinem Besuchersprung! :)

    Grüße,

    René Kriest

  2. Nun, dann möchte ich Dir ein paar Tipps mit auf den Weg geben:

    1. Vermeide Klarnamen!
    2. Vermeide Klarnamen!
    3. Schreibe nur noch das blaue vom Himmel in den Blog
    4. Lösche sofort die Beschreibung des Radfahrerers, der Dir in der Schönhauser Allee entgegenkam (Zopf, Kopfhörer)
    5. Verschlüssele alle Deine Einträge.

    Habe bisher schon Abmahnungen auf zwei Blogeinträge auf browserboy.blog.de bekommen, die zweite, heute, wurde sogar noch verschärft, in dem mich die Abmahnende Person sogar auf meinem Handy anrief, um sich persönlich bei mir zu beschweren.

    Diese Welt ist schwer am durchdrehen!!

  3. 1. klarname wäre in meinem fall total ok gewesen, steht ja schliesslich unter jedem artikel von mir.
    2. ruhe bewahren
    3. dieses inzüchtige querverlinken und hinverlinken ist sicher hier und da ein trafficmagnet (aka erfolgsfaktor), ich möchte aber bescheiden darauf hinweisen dass ich jedesmal wenn ix auf dich linke den text den ich verlinke mag, ob mit link zu anderen grossen blogs oder nicht. in diesem falll war es vor allem die überschrift, letztes mal die witzigen antworten auf den kriegsfuzzi.

  4. Pingback: Wie man ein erfolgreicher Autor bleibt … « Schnipselfriedhof

  5. @Nils: Mensch, alles Gute! Alles weitere per Email.

    @ix: Zu 3.: Davon bin ich ausgegangen und deshalb habe ich mich auch vom Traffic abgesehen darüber gefreut! Klingt halt alles manchmal ein bisschen anders, als es gemeint ist, was man so launig ins Weblog reinhackt.
    Komisches Wort übrigens dieses „launig“. Gabs vor 5 Jahren noch nicht, oder?

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