SLAM 2006 (4) – Pokal mit Kratzern

(18.00 Uhr, Hostel)

Gerade habe ich den Mundart-Slam gewonnen. Jetzt habe ich einen niedliche, kleinen Pokal, kann mich aber nicht richtig daran freuen, weil es Beschwerden gab, die nicht ganz unberechtigt sind. Ich habe ein bisschen rumberlinert, das verwaschene berlinerisch, das ich halt kann und dann (wie mir hinterher gesagt wurde) auch das noch nach der Hälfte des Textes vergessen und beinahe auf hochdeutsch weitergemacht :-(

Es waren echte Mundart-Poeten da – teils mit verständlichen, teils vollkommen unverständlichen schweizerischen Dialekten – und mir wurde gesagt, ich hätte besser beim Storyteller-Slam antreten sollen, weil die echten „Mundartler“ schlechte Chancen gegen die besser verständlichen Texte einiger anderer Leute hatten. Außerdem habe ich ebenfalls hinterher erfahren, dass Leute mit richtigen Dialekt-Texten nicht mehr zugelassen worden sind, weil die Startliste bereits voll war. Das tut mir sehr leid.

Allerdings bin ich zum Mundart-Slam eingeladen worden, als noch Plätze frei waren. Ich habe nicht mit den Fingern geschnipst und „Ich will! Ich will! Ich will!“ gerufen – ich war einfach bloß nicht zickig. Ich sollte noch eine andere Sprachnote reinbringen, und das habe ich versucht. So halten sich sowohl Freude, als auch schlechtes Gewissen in Grenzen. Naja, auf alle Fälle hätte ich es ernster nehmen sollen.

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4 Kommentare zu “SLAM 2006 (4) – Pokal mit Kratzern

  1. Hey Volker,
    feines Statement hier. Ich habe zwar den Mundart-Slam nicht gesehen, aber Deinen Beitrag beim Blog von Ko und Rayl gehört und ich finde da ist genug Mundart drin gewesen. Das ganze Zitat von Hertha ist doch sächsisch (o.ä. ???). Ich finde das geht schon in Ordnung. Und außerdem ein Super-Text. Genau wie Eure Team-Finaltexte übrigens. Herzlichen Glückwunsch und Grüße aus HD!

  2. Wow, man Volker du räumst ja wieder voll ab :) herzlichen Glückwunsch dazu!
    Die Kritik, die da an dich herangetragen wurde kann ich durchaus nachvollziehen, ABER

    „weil die echten „Mundartler“ schlechte Chancen gegen die besser verständlichen Texte einiger anderer Leute hatten.“
    Das kann ich nicht so recht zählen lassen. Ein echter „Mundartler“ muss in meinen Augen noch weniger gute Inhalte bringen, als jemand der gut verständlich ist – wieso? Na das ist doch gerade der Witz an der Sache – man hört einen Beitrag, wo mit der Sprache gespielt werden kann.

    Also ich möchte meinen, das da ein paar schlechte Verlierer unterwegs waren. Freu dich über deinen Sieg und vertritt weiter Berlin :)

  3. Danke für die Glückwünsche! Schlechte Verlierer waren aber nicht unterwegs. Wenn alle Teilnehmer und auch das Publikum (viel Laufpublikum, das gar nicht wusste, worum es geht und sich darum einfach für die lustigste Geschichte entschieden hat) die Mundart-Sache ernst genommen hätten, hätte ich nicht gewinnen können und dürfen. Beim nächstenmal muss man einfach sehen, dass nicht jemand einfach nur so mitmacht, sondern wirklich nur Leute, die ausdrücklich mundartliche Sachen machen wollen, weil sie sich dafür begeistern.

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