(Konstanz III) Ich mache mir Sorgen um: Die Schweizer

Eigentlich sind die Schweizer ja ganz putzige Gesellen. Ich bin zwar froh, nicht so wie sie zu reden, aber zuhören macht ab und zu schon Spaß – auch wenn es in Kreuzlingen am Bodensee doch sehr nach Schwäbisch klingt. Sehr erfreut hat mich ein Haustiergeschäft („Zoohüsli“), das im Schaufenster „Terrarien / Landschildkrötli / Zwerghäsli“ anpries.

Ins Grübeln brachte mich allerdings die „Bildungsanstalt Bau Mode“. Hier wächst zusammen, was nicht zusammengehört, wie man unschwer schon an den so gar nicht zusammenpassenden Schriftarten erkennt (siehe Foto unten). Ich würde da gerne mal hospitieren. So eine Klasse aus Bauprolls und angehenden schwulen Modegestaltern stelle ich mir lustig vor. Ich befürchte allerdings, dass Absolventen einer solche Schule später zu Verhaltensauffälligkeiten und Psychotherapien neigen. Möglicherweise werden sie eines Tages so wie der komische Mann im Bodensee: Beim Baden haben wir einen unnatürlich gebräunten Mann um die 50 beobachtet, der einen Stock ins Wasser geworfen hat. Dann ist er dem Stock nach, hat ihn in die Luft gehoben und ein Stück weiter geworfen. Dann ist er zum Stock gewatet, um ihn wieder zu werfen und selbst zu apportieren und immer so weiter. Er hat dabei eine bemerkenswerte Ausdauer an den Tag gelegt. War sein Hund gestorben und er hat sich gedacht: „Fiffi ist tot, doch ich werde sein Werk weiterführen“? Wollte er wissen, wie man sich als Tier fühlt und konnte sich nicht zu einem Selbstversuch als Zwerghäsli oder Landschildkrötli durchringen? Oder war er einer der zweifellos merkwürdigen Dozenten an der „Bildungsanstalt Bau Mode“?

Falls jemand mehr weiß oder eine vernünftige Arbeitshypothese hat, würde ich mich über einen Kommentar freuen.

(geschrieben gestern im Zug)

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13 Kommentare zu “(Konstanz III) Ich mache mir Sorgen um: Die Schweizer

  1. Ich tippe, dass der gute Mann Gleichstellungsbeauftragter für Mensch und Tier aus tiefster Überzeugung ist.

  2. Interessante Theorie. Wenn Hund und Mensch gleichgestellt sind, kann es natürlich nicht sein, dass einer den Stock wirft und der andere ihm immer hinterherrennen muss. Heißt das auch, dass Herrchen ab und zu für seinen Hund Gassi gehen sollte?

  3. Ich denke da jetzt seit Gestern drüber nach. Komisches Bild, das sich einer logischen Erklärung zu entziehen scheint. Versuchsweise könnte man mal Flann O’Brien bemühen, der in seinem wunderbaren Buch „Der dritte Polizist“ eine Theorie entwickelt, dass sich Radfahrer im Laufe ihres Lebens immer mehr zu Fahrrädern entwickeln (während die Fahrräder immer menschlicher werden). Das gleich soll auch bei Pferden und ihren Reitern beobachtet worden sein, mit dem schlimmen Ende, dass das Pferd ins Irrenhaus musste, während der Reiter erschossen wurde.

    Für den beschriebenen Schweizer ergibt das zwei Möglichkeiten:

    a) der Schweizer hatte einen Hund, mit dem er so viel apportiert, so dass er sich selber immer mehr zum Hund entwickelt hat. Frage: Wo ist der Hund?

    b) es ist der entlaufende Hund vom Schweizer, der sich durch die inniges Apportieren immer mehr zum Menschen entwickelt hat. Frage: Kann man auf Hunden sitzen/reiten.

    Hmm. Klingt auch irgendwie wirr jetzt.

  4. Wär ich Hund, müsste Herrchen Gassi gehen. Er ginge auch, wenn nicht gegen Frolic so deshalb, weil ich das Ressort „Finanzen“ verwaltete. :-D Ist doch das mindeste für einen gleichgestellten Hund, oder?

  5. mein gott! du bist ja richtiog … aktiv im ‚webblog schreiben‘. unglaublich! tja, der gemeine fellziesel kan da nicht mithalten. ist eben zu labskaus-abweisend. egal. bin betrunken- und das mitten in der wochen. teufel auch!

    guess who?!

  6. Na klar sehe ich das! Aber woher weiß Sebastian vom labskausabweisenden Fellziesel? Da war er doch gar nicht mehr da – oder war ich da schon so betrunken?
    Für alle anderen: Denkt lieber nicht darüber nach, das ist eine laaaaange Geschichte.

    @ gegenglueck: Ich hoffe, Du hast Deinen Kopf jetzt wieder frei … entweder a) oder b) MUSS ja eigentlich richtig sein, es sei denn, eine der anderen Theorien stimmt …

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  9. Wie wäre es denn mit dieser Theorie:
    Herrchen war mit Hundchen Stöckchen-werfen-spielen; und dabei ist der Hund unter wasser verschwunden. Und jetzt dachte sich das Herrchen dass das Hundchen vielleicht wiederkommen wird wenn er das Stöckchen-werfen-spiel weiter macht. Und anstatt dass er immer wieder zurück ans Ufer läuft um neue Stöckchen zu suchen holt er halt das alte Stöckchen wieder und wieder. Und vll entdeckt er ja dabei seinen toten Hund wieder.

    Oder:
    Der Mann hat das prinzip der Wünschelrute noch nicht verstanden, und es gibt garkeinen Hund in seinem Besitz.

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