Amazon – Fluch oder Segen?

Für den Buchhandel dürfte die Antwort klar sein: Fluch. Für mich als Autor sieht das ganz anders aus. Gäbe es Amzon oder etwas vergleichbares nicht, könnte ich meinen Roman ausschließlich auf Lesungen verkaufen. Für einen kleinen Verlag mit entsprechendem Werbebudget und ohne herumreisende Vertreter ist es fast unmöglich, ein Buch in den Buchhandel zu bekommen und deshalb der Internetverkauf sehr wichtig.

Allerdings hat der Autor auch ein Problem mit Amazon. Na gut, nicht der Autor an sich, sondern ich (und bestimmt auch der eine oder andere Kollege): Ich gucke gerne auf der Amazon-Website nach meinem eigenen Buch. An die 6stelligen Verkaufsränge hab ich mich schnell gewöhnt und über die gelegentlichen Kundenrezensionen riesig gefreut. Einmal pro Woche wurde der Verkaufsrang neu berechnet (nur die Top-1000 oder so wurden häufiger aktualisiert), öfter musste ich nicht nachgucken.

Aber jetzt haben sie scheinbar für alle Ränge eine stündliche Neuberechnung eingeführt. Seitdem komme ich nicht mehr zum Schreiben oder Schlafen oder Computerspielen, weil ich ständig nachgucken muss – es ist eine Katastrophe! Ich war diesen Sommer noch nicht einmal zum Baden an einem See, weil mir keiner mit WLAN-Hotspot bekannt ist!

Heute früh hat’s sich’s zumindest mal gelohnt: Ich konnte mein Buch erstmals und immerhin eine gute halbe Stunde lang unter den „oberen 10.000“ bewundern:

amazon.jpg

Inzwischen ist es wieder auf Platz … halt, ich gucke lieber nochmal … 15.514. Und jetzt werde ich alle Kraft zusammenehmen und versuchen, die Wohnung zu verlassen, bevor ich den ganzen Nachmittag damit verbringe, den Absturz in die 20.000er zu verfolgen.

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6 Kommentare zu “Amazon – Fluch oder Segen?

  1. Fluch! Man muss doch da auch gar nicht bestellen, ich betrachte Amazon als Recherchetool: das kann man suchen, stöbern usw. und dann das Amazonsuchergebnis ausdrucken und damit im korrekten Buchladen eine Bestellung machen. Mein Buchhändler hat sich daran gewöhnt, obwohl er keine Computerfreund ist …

    Außerdem: Amazon loggt unglaubliche Datenmengen mit. Nach drei Buchbestellungen meinen die, alles über dich zu wissen. Das muss zwar nicht stimmen, geht sie aber trotzdem nix an. Daumen runter für Amazon!

  2. ui, dann erzähle ich Dir lieber nicht, dass es auch unter den Blogs von WordPress spezielle Rankings gibt (http://botd.wordpress.com/?lang=de) sonst kommst Du womöglich gar nicht mehr aus dem Haus…^^

    ..gestern hast Du es ja zum Glück zu den Enthusiasten geschafft, sonst wären wir jetzt alle um ein romantisches Lied ärmer…;-)

  3. jaaa!Und ich war dabei, beim Comeback von (wie heißt es so schön in der Bio) einem der „weltweit unbekanntesten Popstars“^^
    Live!
    – und bald vielleicht sogar auf CD?…;-)

  4. Das mit dem Singen war ein einmaliger Ausrutscher, wer weiß, wann das mal wieder passiert. Und was Amazon angeht: Die meisten Bücher kaufe ich nach wie vor im Buchladen. Schon weil ich das Bücherblättern und Bücheranfassen und Bücherbeschnuppern viel besser finde als das Rumklicken.
    Wenn ich ein ganz bestimmtes Buch suche, bestelle ich es normalerweise bei Amazon, weil ich nicht sicher sein kann, es im Laden zu kriegen. Bestellen im Laden ginge auch, aber dazu bin ich meist zu faul.

  5. Pingback: Schlimm, schlimm, schlimm … « Schnipselfriedhof

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