Nach der WM ist vor dem Weltuntergang

WM vorbei. War gar nicht schlimm. Die vielen Leute von sonstwoher haben richtig Spaß gemacht. Es war auch kein Problem, dem Fußballgucken aus dem Weg zu gehen – ich habs trotzdem mal wieder ausprobiert und festgestellt, dass es mich wirklich langweilt. Fußball und Theater werden mir wohl immer fremd bleiben.

Jetzt muss noch das nachträgliche Gelaber überstanden werden, dieses „Deutschland hat sich neu erfunden“ und „Huch! Wir können ja nett sein und feiern!“ Tina meinte neulich, wenn man das läse, könne man ja den Eindruck bekommen, die Deutschen hätten den ganzen Tag nur miesepetrig vor Tellern voller vergammelter Bratkartoffeln gehockt und vor sich hingenörgelt.
In Rotterdam habe ich mehrmals gehört: „Wow, Volker, I didn’t know that Germans can be so funny!“ – aber man muss sich ja nicht die Vorurteile der anderen zu Eigen machen. Und was die Gastfreundschaft angeht: Touristen mit ordentlich Geld in der Tasche waren im Allgemeinen auch vor der WM in Deutschland willkommen.

Abschließend muss ich sagen: Das schlimmste an der WM war der Grönemeyer-Song, ein peinliches Machwerk, dass auf mich irgendwie wirkt, als würde der oben erwähnte miesepetrige Bratkartoffeldeutsche mit einem eigenen Wagen am Karneval in Rio teilnehmen und mit verkniffenem Gesicht Gedichte über den Tod vortragen. Kann ich jetzt nicht besser erklären. Ich hoffe bloß, dass ich es bald los werde – seit ein paar Tagen hat es sich ganz fies in meinem Ohr festgesetzt.

Advertisements

Ein Kommentar zu “Nach der WM ist vor dem Weltuntergang

  1. Hallo Leidensgenosse. Ich werde gemartert vom schlimmen, schlimmen Rumpel-Song der Sportfreunde Stiller.
    Das ist auch nicht schön. Ebensowenig wie Grönemeyer. Und Grönemeyer ist schon schlimm!

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.